Peter Verhelst Der Farbenfänger.

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Inhaltsangabe zu „Der Farbenfänger.“ von Peter Verhelst

Das Rot von Rotkehlchen
Peter Verhelst, geboren 1962, gehört zu einer neuen niederländischen Autorengeneration. Dieser Roman war 1997 nominiert für den Libris-Literaturpreis. Der Autor lebt in Amsterdam.
Handlung: Das Buch ist eigentlich falsch benannt, denn im Mittelpunkt steht nicht der Farbenfänger, sondern das Liebespaar aus Brügge: Sie lebt in der Kathedrale und bestiehlt die Touristen, der Junge macht das gleiche, streunt herum und fotografiert. Er verliebt sich in das kräftige Rotkehlchenrot ihrer Haare. Beide werden eines Nachts Zeugen eines Mordes, wenige Tage später stürzt sie von einem Brückengeländer. Wurde sie von zwei unbekannten Männern gestoßen oder sprang sie selbst?
Der Junge folgt einem Samenfaden mit einem ihrer Haare daran quer durch Europa, nach Barcelona, Berlin, Bordeaux und Venedig. Die Verbindungslinien ergeben ein magisches Pentagramm, die fünf Eckpunkte entsprechen den Enden des menschlichen Körpers. Die Reise ist eine Erkundung der phantastischen Möglichkeiten des Menschen, sowohl in der Kultur, im Körperlichen wie auch im Gesellschaftlichen. Der Junge, nun ein Erdwesen, überwintert gerne im Boden oder versteckt sich dort. Das Mädchen verwandelte sich nach ihrem Sprung in eine Nixe und beobachtet ihn auf seinen Reisen. Beide erzählen in der Ich-Person. Auch der Farbenfänger, ein Sammler von intensiven Farben auf der Suche nach der Farbe Gottes, erzählt von sich.
Zahlreiche Geschichten verdichten das Geflecht der Ideen und Leitmotive im Buch. Der Farbenfänger taucht in den Geschichten um den jungen Maler Goya auf, der sich in einen Stierkämpfer verliebt hatte, der tags darauf umkam. Fortan malte Goya nur das Schwarz des Stierfells. Er nimmt den Farbenfänger als Schüler und lehrt ihn die Extraktion von Farben aus Tieren und anderen Lebewesen. Der Farbenfänger, auf der Jagd nach dem einzigartigen Rot der Mädchenhaare, verfolgt den Jungen, der ihn wieder zu jenem Mädchen aus Brügge führen wird. In Venedig kommt es zur finalen Auseinandersetzung, nachdem der Junge erkannt hat, welche Gefahr von dem Farbenfänger droht. Doch er überlistet ihn und vereint sich mit seiner einzigen Liebe. Fortan leben beide unter Wasser und erzählen sich Geschichten.
Fazit: Dies ist eine poetisch-phantastische Erkundung eines europäischen Kosmos der Imagination. Hier treten Versionen von Picasso und Prometheus, von Ikarus und Undine sowie von dem Geruchssammler in Süskinds Roman Das Parfum auf. Selbst einen so unpoetischen Ort wie Hannover verwandelt die sprachliche Ästhetisierung, die Verhelst betreibt, in einen magischen Raum, in dem Punks und Polizisten sich mythische Kämpfe liefern können. Dies ist kein kitschiges Buch: Weder die knappen, lyrischen Sätze noch die zahlreichen Beschreibungen von farbigen Körperflüssigkeiten -- allen voran das Rot von Blut -- verleiten zu romantischen Träumereien. Ein seltsames, reichhaltiges Buch mit einem witzigen Happy-End. Tip: mehrmals lesen! --Michael Matzer
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