Peter Wawerzinek

 3,9 Sterne bei 71 Bewertungen
Autor von Rabenliebe, Rom sehen und nicht sterben und weiteren Büchern.
Autorenbild von Peter Wawerzinek (© Lilo Viehweg)

Lebenslauf

Peter Wawerzinek, 1954 in Rostock geboren, wurde als zweijähriger Sohn von seinen Eltern alleine im Hause in der DDR zurückgelassen, als diese flohen. Er wuchs in Kinderheimen auf, bevor er von einem Lehrerehepaar adoptiert wurde, mit denen er an der Ostsee wohnte. Nach einer Lehre als Textilzeichner fing er ein Studium an der Kunsthochschule in Berlin an, die er allerdigns bald wieder abbrach. Er jobbte ein paar Jahre, bevor er als Performance-Künstler aktiv war und sich einen Namen in der Berliner Literatenszene machte. Wawerzinek schreibt hauptsächlich Romane über die DDR, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden ist.

Alle Bücher von Peter Wawerzinek

Cover des Buches Rabenliebe (ISBN: 9783442742653)

Rabenliebe

(47)
Erschienen am 09.01.2012
Cover des Buches Rom sehen und nicht sterben (ISBN: 9783328604051)

Rom sehen und nicht sterben

(9)
Erschienen am 05.09.2025
Cover des Buches Schluckspecht (ISBN: 9783442748976)

Schluckspecht

(7)
Erschienen am 08.09.2015
Cover des Buches Das Kind das ich war (ISBN: 9783887472634)

Das Kind das ich war

(2)
Erschienen am 22.01.2012
Cover des Buches Streich, der Achim (ISBN: 9783863914264)

Streich, der Achim

(1)
Erschienen am 05.05.2025
Cover des Buches Geisterfahrt durch Südschweden (ISBN: 9783959151207)

Geisterfahrt durch Südschweden

(1)
Erschienen am 15.03.2019
Cover des Buches Ich Dylan Ich (ISBN: 9783903091016)

Ich Dylan Ich

(1)
Erschienen am 02.11.2015
Cover des Buches Liebestölpel (ISBN: 9783869711522)

Liebestölpel

(1)
Erschienen am 12.09.2019

Neue Rezensionen zu Peter Wawerzinek

Cover des Buches Rom sehen und nicht sterben (ISBN: 9783328604051)
Lesehonigs avatar

Rezension zu "Rom sehen und nicht sterben" von Peter Wawerzinek

Lesehonig
Krätz oder Krebs

Der Autor weilt gerade in Rom, als er die Diagnose Krebs bekommt. Völlig aus seinem Leben gerissen zieht er nach Berlin, um sich dort behandeln zu lassen. Er beschreibt sehr eindrücklich den Weg seiner Therapie, bestehend aus Chemotherapie und Operation hin zur Genesung. Eine neue Liebe kommt in sein Leben und gemeinsam reisen sie wieder nach Rom. So schließt sich der Kreis. Peter Wawerzinek verarbeitet in diesem Roman seine Krebserkrankung. Es ist ein sehr persönliches Buch und aus diesem Grund fällt es mir extrem schwer es zu bewerten. Um der Krankheit seinen Schrecken zu nehmen, spielt der Autor sehr mit den Wörtern und Sätzen, verkehrt sie teilweise ins lächerliche. Sucht neue Worte, reiht sie aneinander, reimt zusammen und schwurbelt drumherum. Mir fiel das Lesen dadurch sehr schwer. Mit dem Inhalt konnte ich mich gut identifizieren, da ich in ähnlicher Situation bin. Und natürlich freue ich mich über das Happy End. Die Geschichte bildet so eine „runde Sache“, aber wie der Autor schon anmerkt ist es nicht mehr das erste Leben, unbeschwert und frei, sondern das zweite Leben. Viele Passagen dieses Romans waren von poetischer Sprache und von starken Bildern geprägt. Aber irgendwie fand ich es einfach nicht vereinbar mit dem Schrecken, den die Thematik aufwirft. Vielleicht war ich hier einfach nicht die geeignete Leserin.

Cover des Buches Rom sehen und nicht sterben (ISBN: 9783328604051)
L

Rezension zu "Rom sehen und nicht sterben" von Peter Wawerzinek

Lesens_werte_
Blass und langatmig

Ein Schriftsteller, der durch ein Stipendium mehrere Wochen in Rom verweilt, um zu schreiben, neue Werke zu erschaffen, die schönen Künste zu erleben. Doch auf einmal ist da diese unheilbare Krankheit. Zunächst kommt das Nichtwahrhaben wollen, das Hadern mit dem Schicksal, später erst die Einsicht.

Peter Wawerzinek lässt seinen Protagonisten die Geschichte in Briefform schreiben. Und so ein Brief kann lang sein, sehr lang. In diesem Fall für mich eher langatmig. Es werden Situationen beschrieben, immer wieder Abschweifungen eingebaut, die für mich nur wenig mit dem Kern des Themas zu tun haben. Natürlich, wie verkraftet, verarbeitet man so eine Diagnose? Noch dazu wenn man so ziemlich alleine dasteht? Eine Auseinandersetzung mit dieser Problematik erscheint mir ausgesprochen richtig und wichtig, aber trotzdem musste ich mich stellenweise mehr durch den Text quälen, als ihn aktiv zu erleben. Dazu blieb mir der Erzähler auch zu vage in seiner Persönlichkeit und wurde für mich leider nicht wirklich greifbar. Eine gute Grundlage, die mir jedoch deutlich ausbaufähig erscheint und somit die Botschaft eher blass zurück lässt.

Cover des Buches Rom sehen und nicht sterben (ISBN: 9783328604051)
Magdas avatar

Rezension zu "Rom sehen und nicht sterben" von Peter Wawerzinek

Magda
Ein besonderes Leseerlebnis

„Rom sehen und nicht sterben“: bewusst wählt Peter Wawerzinek diesen Titel für seinen neuesten Roman, in dem er über den bewegenden Teil seiner Lebensgeschichte erzählt. Die Geschichte fängt in Rom an, wo der Autor als Stipendiat in der berühmten Villa Massimo zehn Monate verbringen darf. Er will dort einen neuen Roman schreiben; die Eindrücke dafür sammelt er während der langen Spaziergänge durch die Ewige Stadt. 

Doch die Corona-Pandemie durchkreuzt diese Pläne; ab sofort herrscht die Ausgangssperre und durch eine technische Panne geht seine bisherige Arbeit an dem neuen Roman verloren.  Doch der Autor gibt nicht auf, nach dem Aufenthalt in der Villa zieht er nach Trastevere um, und beginnt von neuem zu schreiben. 

Bereits bei der Ankunft in Rom gab es die ersten Anzeichen des drohenden Unheils. Roms Stadtteil Trastevere, wo die Krankheit endgültig ausbricht, bekommt vom Autor den Namen „Trostwerdemir“. Sein guter Arzt in Berlin stellt die verheerende Diagnose fest: Es ist Krebs. 

Für Peter Wawerzinek beginnt ein langer Leidensweg: unzählige Untersuchungen, Chemotherapie und eine riskante OP.  Er berichtet darüber ausführlich, detailreich. Spricht offen über seine Gefühle und Ängste, verrät seine „einfache“ Methode mit der Krankheit umzugehen: 

„Es ist Krebs und nichts weiter als ein Wort. Du musst dem Schlimmen nur einen neuen Namen verpassen, schon nimmst du ihm den Schrecken.“     (58)

Und er ist entschlossen gegen den Feind in seinem Körper zu kämpfen:

„Verbanne das Wort aus meinem Leben. Tilge es aus meinem Sprachgebrauch. Setze den unerwünschten Begriff vor die Tür. Spreche ihm seine Allmacht ab.“    (59)

Die Geschichte definiert er als einen Brief an eine ihm nahestehende Person, deren Identität er nicht preisgibt. Dafür erwähnt er liebevoll seine Großmutter, deren kluge Sprüche und einfache Weisheiten er oft zitiert.  

Der Roman ist in einer eigenständigen, ungewöhnlichen Sprache gehalten: Kurze temporeiche Sätze, in denen oft Personalpronomen fehlen, Wortwitze und Wortspielereien, emotionale Gedanken und anschauliche Beschreibungen verleihen seiner Erzählung eine sehr persönliche Note. Er schreibt mit viel Optimismus und voller Hoffnung, er will nicht sterben, er will die Ewige Stadt nochmal sehen. Er kämpft gegen den Krebs und schreibt darüber.  Das Schreiben gibt ihm die Kraft um zu kämpfen und überleben. Genauso wie die neue Liebe, der er zufällig begegnet. 

Peter Wawerzinek hat den Kampf gegen den Krebs gewonnen. Und ein Buch geschrieben, das Mut und Trost spenden kann. Er hat uns eine Geschichte erzählt, die bewegt und nachdenklich stimmt. 

Für mich war der Roman ein besonderes Leseerlebnis. 

Gespräche aus der Community

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aba



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Zusätzliche Informationen

Peter Wawerzinek wurde am 27. September 1954 in Rostock (Deutschland) geboren.

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