Peter Wawerzinek

 3.9 Sterne bei 59 Bewertungen
Autor von Rabenliebe, Schluckspecht und weiteren Büchern.
Autorenbild von Peter Wawerzinek (© Lilo Viehweg)

Lebenslauf von Peter Wawerzinek

Peter Wawerzinek, 1954 in Rostock geboren, wurde als zweijähriger Sohn von seinen Eltern alleine im Hause in der DDR zurückgelassen, als diese flohen. Er wuchs in Kinderheimen auf, bevor er von einem Lehrerehepaar adoptiert wurde, mit denen er an der Ostsee wohnte. Nach einer Lehre als Textilzeichner fing er ein Studium an der Kunsthochschule in Berlin an, die er allerdigns bald wieder abbrach. Er jobbte ein paar Jahre, bevor er als Performance-Künstler aktiv war und sich einen Namen in der Berliner Literatenszene machte. Wawerzinek schreibt hauptsächlich Romane über die DDR, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden ist.

Alle Bücher von Peter Wawerzinek

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Buchformat:
Cover des Buches Rabenliebe9783442742653

Rabenliebe

 (46)
Erschienen am 09.01.2012
Cover des Buches Schluckspecht9783869710846

Schluckspecht

 (7)
Erschienen am 08.03.2014
Cover des Buches Das Kind das ich war9783887472634

Das Kind das ich war

 (2)
Erschienen am 22.01.2012
Cover des Buches Ich Dylan Ich9783903091016

Ich Dylan Ich

 (1)
Erschienen am 02.11.2015
Cover des Buches Geisterfahrt durch Südschweden9783959151207

Geisterfahrt durch Südschweden

 (1)
Erschienen am 15.03.2019
Cover des Buches Das Desinteresse9783939468530

Das Desinteresse

 (0)
Erschienen am 28.05.2010
Cover des Buches Bin ein Schreiberling9783887473419

Bin ein Schreiberling

 (0)
Erschienen am 22.02.2017

Neue Rezensionen zu Peter Wawerzinek

Neu

Rezension zu "Rabenliebe" von Peter Wawerzinek

langwierig
eniivor 10 Monaten

Zu Beginn fand ich das Buch ganz gut. Tolle Story und gut geschrieben - wenn man auch zeitweise das Gefühl hat, der Autor schreibt bewusst schwer verständlich und langwierig.

Irgendwann finde ich verliert man aber die Lust an der Geschichte. Es wird viel um den heißen Brei geredet, das ersehnte Treffen mit der Mutter findet gefühlt erst auf den letzten 10 Seiten statt.

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Rezension zu "Schluckspecht" von Peter Wawerzinek

Teufel Alkohol …
Herbstrosevor 2 Jahren

Zunächst stellt uns der Erzähler die beiden wichtigsten Menschen seines Lebens vor: Tante Luci und Onkelonkel, zwei recht merkwürdige Personen. Sie zogen ihn auf, nachdem ihn seine leiblichen Eltern nicht haben wollten. Man spürt hier sehr stark die Liebe, die er ihnen entgegen bringt, aber auch, trotz vieler kleiner Streitereien, die gegenseitige Liebe und Achtung des seltsamen Paares. Hier fängt auch seine spätere „Karriere“ zunächst recht harmlos an: mal von Tantes Eierlikör probieren, an den Früchten des Rumtopf naschen oder mit Onkel gelegentlich eine Weinprobe machen. 

Als Jugendlicher verbringt er viele Abende und Nächte mit einigen Kumpels im Keller bei Freund Harry, dessen Eltern eine Mosterei haben. Dort lernt er auch die Schwarze Johanna kennen (Wein aus Schwarzer Johannisbeere), die für die nächste Zeit seine beste Freundin werden sollte. Aber während die Freunde merken wann Schluss ist, verlangt es ihn nach immer mehr – der Beginn einer „Säuferlaufbahn“, die dann im Internat der Sonderschule noch gefestigt wird. Während andere junge Männer sich mit Mädchen vergnügen, bleibt unserem Erzähler nur noch die Flasche mit Hochprozentigem. 

Es folgen Abstürze und Exzesse bis zur Bewusstlosigkeit, einige halbherzige Versuche vom Alkohol loszukommen und diverse kurzfristige Arbeitsverhältnisse. Nachts hängt er in Kneipen rum, tagsüber liegt er im Bett. Tante Luci, die inzwischen Witwe geworden ist, besucht er nur noch gelegentlich, da er ja zuvor ausnüchtern muss. Dennoch fällt ihm auf, dass sie immer seltsamer wird, was er aber ihrem Alter zuschreibt. Dann steht sie plötzlich eines Tages unangekündigt bei ihm in der Wohnung … 

Wie zu lesen ist, traute man dem Autor Peter Wawerzinek (Geburtsname Peter Runkel, geb. 28.9.1954 in Rostock) wegen seines auffälligen Alkoholkonsums keine große literarische Karriere zu. Dennoch erhielt er 2010 für einen Auszug aus „Rabenliebe“ den Ingeborg-Bachmann-Preis, der Roman schaffte es im gleichen Jahr auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Ab 2011 war Wawerzinek als Stadtschreiber in Klagenfurt, Magdeburg und Dresden tätig und schrieb auch Beiträge für die Berliner Zeitung, Junge Welt und Tagesspiegel. Für 2019/2020 wurde ihm bereits ein Literaturstipendium in der Villa Massimo in Rom zuerkannt.
 
In dem vorliegenden Roman „Schluckspecht“ berichtet Wawerzinek vom Lebens- und Leidensweg eines Alkoholikers, eines schmerzhaften Weges, den er größtenteils aus eigener Erfahrung kennt - vom langsamen Einstieg in die Sucht bis zum qualvollen Bemühen, davon wieder loszukommen. Da es sich um einen Roman mit individuellem Erleben handelt, sucht man Ratschläge und Tipps für Betroffene oder deren Angehörige vergebens, dennoch ist bei der Konfrontation mit dem Thema eine Menge Lebensweisheit zu erkennen. 

Beeindruckend, wenn auch etwas schwierig zu lesen, ist die Sprachgewalt des Autors. Er spielt mit den Worten, nimmt sie auseinander, setzt sie neu zusammen, tendiert zu witzig konstruierten Formulierungen, liebt zu reimen, zu fabulieren und neigt zu skurrilen Wortfindungen. Dies macht einerseits die Lektüre sehr plastisch und einprägsam, ist aber mitunter recht anstrengend zu lesen und zieht das Geschehen oft unnötig in die Länge. Eine wichtige Rolle, eine Schlüsselfigur, in der Geschichte spielt Tante Luci, ihre unerschütterliche Liebe zum Erzähler und die Zuneigung seinerseits, sein ganzes Denken und Fühlen, zu ihr, seiner Ziehmutter, was Wawerzinek sehr lebendig und greifbar zum Ausdruck bringt. Trotz der durchweg eher düsteren Stimmung und eines tragischen Unfalls, bleibt am Ende doch die lebensbejahende Hoffnung auf eine gute Zukunft. „Hätte ich besser auf Tante Luci gehört, es wäre nicht so schlimm mit mir gekommen“.

Fazit: Die Geschichte eines Süchtigen, schonungslos offen erzählt, eine mutige Anregung zum eigenen Nachdenken – ein Stück außergewöhnliche Literatur für den interessierten Leser! 

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Rezension zu "Rabenliebe" von Peter Wawerzinek

Peter Wawerzinek | RABENLIEBE
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

INHALT: Als Kleinkind wird Peter Wawerzinek von seiner Mutter verlassen. Sie flieht Ende der 1950er in den Westen. Für den jungen Peter beginnt eine jahrelange Odyssee durch Kinderheime und Pflegefamilien, die ihn bis an den Rand seiner psychischen Belastbarkeit bringt. Peter, ein sensibles und begabtes Kind, fragte sich sein Leben lang nach den Gründen der Flucht. Was bringt eine Mutter dazu, ihr Kind einem solchen Martyrium auszusetzen? Ein halbes Jahrhundert später macht er sie im Odenwald ausfindig. Es kommt zur persönlichen und ernüchternden Wiedervereinigung.

FORM: Der stark autobiografisch gefärbte Roman teilt sich in zwei Teile. Der erste Teil behandelt die Kindheits- und Jugendjahre in den Heimen und Pflegefamilien. Die furchtbaren Zustände, denen Peter Wawerzinek (*1954) wie als Mensch zweiter Klasse ausgesetzt war, beschreibt er mit beißendem Humor und klarer Deutlichkeit, unterbrochen von Zeitungsartikeln über Familienträgödien und Gesetzestexten aus dem Adoptivrecht.

Ich wurde in den vier Jahren der Adoption gegen meine Natur gezwungen. Ich sehe mich gegen meine Talente und das bereits vorhandene individuelle Potential fehlerhaft umerzogen. Mir ist während der Adoptionszeit am intensivsten vorenthalten worden, was ich am meisten gebraucht hätte: Zuneigung, Mutterliebe, Wärme, Entdeckung und Ausweitung meienr Talente. (Seite 163)

Der zweite Teil springt dann in die heutige Zeit. Wawerzinek ist bereits erwachsen, angesehener Schriftsteller und immer noch auf der Suche. Seine Mutterlosigkeit ist Teil seines Lebens, eine ewige Wunde. Der Text ist ab hier sehr viel poetischer und philosophischer, hat also, wie die Hauptperson selbst, eine Entwicklung durchgemacht. Immer wieder sind Volkslieder (Im Frütau zu Berge wir ziehen, fallera) und Spielgedichte (A, B, C, die Katze lief im Schnee) in den Fließtext eingebaut, die die Prosa unterstützen.

FAZIT: Selten hat mich ein Roman dermaßen berührt und aufgewühlt. Peter Wawerzinek (ein Rostocker übrigens) hat in jahrelanger Schreibarbeit soviel Sehnsucht, Verzweifelung und Hassliebe in seinen Text gepackt, dass es einem fasst das Herz zerreißt. 2010 landete RABENLIEBE auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und Wawerzinek gewann bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur sowohl den Ingeborg-Bachmann-Preis als auch den Publikumspreis – völlig zu Recht! Fünf Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Peter Wawerzinek verarbeitet in seinem Roman Rabenliebe seine Kindheitserlebnisse. Inwieweit hilft das Niederschreiben dem eigenen Glücklichsein?
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Zusätzliche Informationen

Peter Wawerzinek wurde am 27. September 1954 in Rostock (Deutschland) geboren.

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von 3 Lesern aktuell gelesen

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