Peter Weiss Die Ermittlung

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Inhaltsangabe zu „Die Ermittlung“ von Peter Weiss

Zwischen Dezember 1963 und August 1965 fand in Frankfurt am Main der Auschwitz-Prozeß statt, in dem die für das Funktionieren der Vernichtungsmaschinerie Verantwortlichen vor Gericht standen. Peter Weiss hat in seinem 1965 gleichzeitig an 15 Orten uraufgeführten dokumentarischen Theaterstück die Fakten über diese Hölle auf Erden, die im Prozeß zur Sprache kamen, in Gesängen gestaltet: Gesang von der Rampe, Gesang vom Lager, Gesang vom Bunkerblock. In ihnen wurden Täter und Opfer miteinander konfrontiert, und auf diese Weise wird, gerade durch den Verzicht der Rekonstruktion individueller Erlebnisse und die Betonung der funktionalen Aspekte, das Grauen dieser Tötungsfabrik deutlich. Zugleich wird die Möglichkeit gezeigt, daß sich ähnliches wiederholen könnte, und die Notwendigkeit, dies zu verhindern.

Nüchtern und schrecklich. Sollte man gelesen haben

— SaSu13

Ein sehr authentisches, dokumentarisches Theater! Mitunter hatte ich Herzrasen und einen zugeschnürten Hals. Vieles war mir noch unbekannt!

— Grossstadtheldin

Eine realistische Darstellung des Grauens, welches Seinerzeit die Welt bedeckte.

— sweetgirli22

Durch die kalten, emotionslosen Schilderungen der Gräueltaten ghen diese noch mehr unter die Haut und lassen einen nachdenklich zurück.

— rokat

Für mich ein realistisches Stück über die Auschwitz-Prozesse, in soweit wie Dokumentartheater eben realistisch sein kann.

— kalanthia

Wie er- und bedrückend Dokumentartheater sein kann, zeigt nicht zuletzt Weiss' Ermittlung. Eine Thematik, die jedem Leser nahe gehen mag und vielleicht gar unerträglich wird. Und dennoch würde ich dafür plädieren, dieses Stück in der Schule interdisziplinär zwischen Geschichte, Deutsch, Sozialkunde und Ethik zu lesen und zu diskutieren.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Dokumentarisches Theater

    Die Ermittlung

    Grossstadtheldin

    24. January 2017 um 20:05

    Handlungsüberblick:"Die Ermittlung" ist ein dokumentarisches Theaterstück, welchem die Frankfurter Ausschwitz-Prozesse als Vorlage dienten.Die realen, ungeheuerlichen Geschehnisse aus dem Konzentrationslager finden hier ungeschönt ihren Weg in die Literatur. entdeckt...durch das Seminar "Einführung in die Literaturwissenschaft der Nachkriegszeit"überzeugte...mich durch die Filmausschnitte, die wir im Seminar gezeigt bekamenMeine Leseeindrücke:Manchmal schnürte mir die Lektüre richtiggehend den Hals zu oder brachte mein Herz zum Rasen.Angst, Abscheu und Scham mischten sich in meiner Gefühlswelt. Trotzdem denke ich, ist es wichtig sich mit diesem Teil unserer Vergangenheit zu beschäftigen und die Erinnerungen daran wach zu halten, damit sowas nicht nochmal geschieht!Das Theaterstück ist sehr wortgewaltig. Es ist in einzelne "Gesänge" unterteilt. Jeder Gesang endet mit einer ironischen Pointe, die den Leser oder Zuschauer zum Nachdenken anregt. Viele der Schilderungen aus dem Konzentrationslager waren mir trotz einem vorhergehenden Besuch der Ausschwitz-Gedenkstätte unbekannt. Z.B. das Mützen-Schießen, die Phenol-Injektionen oder die Tatsache, dass die Häftlinge nur morgens auf die Toilette gehen durften. Textauszug:Zeuge 3:  In der Latrine standen lange Betonbecken darauf lagen Bretter mit runden Öffnungen 200 Personen konnten auf einmal Platz nehmen das Latrinenkommando paßte auf daß niemand zu lange saß Die Leute des Kommandos schlugen mit Stöcken zwischen die Häftlinge um sie wegzujagen Bei manchen ging es aber nicht so schnell und vor Anstrengung trat ihnen der Mastdarm ein Stück hervor

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  • Ohne Worte

    Die Ermittlung

    sweetgirli22

    16. August 2015 um 02:34

    Dieses Werk von Peter Weiss handelt von dem Leben der Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz und dem Gerichtsprozess. Inhaltlich kann man dieses Thema wohl kaum kurz zusammenfassen. Zudem hat das Grauen, welches damals die Welt bedeckte meiner Ansicht nach das Recht auf eine Auseinandersetzung mit Menschen die Glück haben in der heutigen Zeit zu Leben. Fazit: Ich habe das Buch schon einmal in der Schule gelesen und musste dazu eine Zusammenfassung schreiben, die mir erst letztens wieder in die Hände fiel. Dieses Blatt Papier war ausschlaggebend für das erneute Lesen dieses Werkes. Obwohl ich das Buch ja schon einmal gelesen hatte, hat es mich genauso mitgenommen wie beim ersten Mal lesen. Die Gräueltaten die damals unter einer Führung, wie sie die Welt noch nicht hatte, vollführt wurden, sind einfach unvorstellbar. Ich bin wirklich froh nicht in dieser Zeit gelebt zu haben, doch nur weil es mir bzw "uns" jetzt gut geht, heißt es noch lange nicht, dass wir das Geschehene vergessen sollten. Eher sollten wir uns mit unserer Geschichte konfrontieren und daraus lernen. Mir ist schon bewusst das es meistens wenn es "aus den Augen aus dem Sinn ist", aber durch solch eine bewusste Konfrontation mit der Vergangenheit, wird wohl ein jeder zum Nachdenken angeregt. (Eine letzte kurze Anmerkung am Schluss: Ich vergebe dieses Mal keine 5 Sterne weil mir das Buch so gut gefallen hat, sondern weil ich finde das ein jeder es gelesen haben muss!)

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  • Emotional bewegend!

    Die Ermittlung

    MiraBerlin

    20. February 2015 um 16:51

    Dieses Oratorium beschäftigt sich mit den Auschwitz-Prozessen von 1963-1966 und dient somit der literarischen Vergangenheitsbewältigung. Es ist eine Berichterstattung aus einer kontrollierten Auswahl, wodurch es parteilich wird. Die Täter bekommen hier keinen Schutz, sondern werden hier auf schonungslose Weise dargestellt. Weiss war selbst teils bei den Prozessen zugegen und hat nur sprachlich Veränderungen vorgenommen. Der Inhalt blieb gleich, womit das Ganze auf wahren Begebenheiten beruht. Kurz: Es ist ein Dokumentarisches Theater. In dem ganzen Theater fehlt die Interpunktion, weil "nur das Wort zählt", was auch noch einmal durch streng strukturierte Parataxe deutlich wird. Es ist verkürzt und emotionslos geschrieben, weil Ausschmückungen und Verniedlichungen fehlen. Durch Enjambements und Anaphern bekommt es allerdings einen gewissen Rhtyhmus, welcher allerdings als tonlos und dadurch als bedrückend anzusehen ist. Mich selbst hat dieses Stück emotional zutiefst bewegt, da die Angeklagten sich als Unschuldslämmer darstellen und die ganze Sache durch Verharmlosungen abstreiten und damit auch indirekt über die Zeugen herziehen. Sie verspotten diese sogar, indem sie über sie lachen und nehmen das ganze Geschehen nicht sonderlich ernst. Deutlich erkennbar ist, wie tief verankert die Ideologie bei ihnen doch ist. Gerade weil immer nur so kurze intensive Ausschnitte gezeigt werden, ist es besonders belastend. Da jede Handlung aber nach dem Verfremdungseffekt von Brecht (zumindest ist es durch diesen besonders geprägt) plötzlich unterbrochen wird, gewinnt der Zuschauer oder in diesem Fall der Leser eine gewisse Distanz zu dem Stück und wird nicht komplett von diesem überwältigt. Dennoch lässt es einen selbst nicht kalt und bewegt einen - auch gedanklich! Man selbst verarbeitet den ganzen Prozess viel intensiver, weil man die Rolle eines Beobachters einnimmt und dadurch die Zusammenhänge viel besser versteht. Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen, weil die Darstellung und die stilistische Art und Weise etwas so Besonderes sind. Dieses Werk kann keinen Menschen kalt lassen und regt zur Selbstreflexion an. Wie Weiss es wollte, wird dieses Stück zu einem Instrument der politischen Meinungsbildung. Aber das im guten Sinn: denn es fördert die Demokratie und die Toleranz! Und was kann ein Werk Besseres erreichen?

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  • Rezension zu "Die Ermittlung" von Peter Weiss

    Die Ermittlung

    monike85

    09. September 2010 um 17:16

    "Ich hörte wie ein Wachtposten sich über den Draht mit einem neunjährigen Jungen unterhielt Du weißt ja schon ziemlich viel für dein Alter sagte der Mann Der Junge erwiderte Ich weiß daß ich viel weiß und ich weiß auch daß ich nichts mehr dazulernen werde" 'Die Ermittlung' schildert in bedrückender Weise, die grausamen Verbrechen, die sich im Konzentrationslager Auschwitz zugetragen haben. Durch die sachliche Darstellung und die bürokratisch korrekte Sprache wird das Drama zum Lehrstück und regt einen Denkprozess an. Weiss zielt nicht darauf ab, beim Leser emotionale Gefühlsregungen zu erzeugen, sondern fordert durch das Betrachten des Geschehens zu mehr Reflexion des eigenen Handelns auf. Das Stück soll zu Taten motivieren und Hoffnung auf Befreiung von Unterdrückern liefern, auch wenn es dem Leser so erscheint, als hätten sich die tausenden von Häftlingen freiwillig in die Gaskammer begeben. Die Angeklagten vor Gericht bestreiten jegliche Vorwürfe und die Frage bleibt, warum nicht all die Menschen in Deutschland ebenfalls vor Gericht gestellt wurden, die solch ein Regime erst ermöglichten. Die Angeklagte bleiben Handlanger und die Exekutive eines (beinahe) gesamten Volkes. Das Buch erschreckt zunächst durch seine Sachlichkeit und Kaltblütigkeit. Dennoch ist es empfehlenswert, um einen Einblick in das Lagerleben des KZ Auschwitz zu bekommen. Jugendliche und junge Erwachsene sollten mit diesem Buch auf keinen Fall alleine gelassen werden. Eine Reflexion des Gelesenen erscheint mir in jedem Alter unumgänglich. Weiss hat sein Ziel erreicht, nachdenklich ist man nach der Lektüre auf jeden Fall.

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  • Rezension zu "Die Ermittlung" von Peter Weiss

    Die Ermittlung

    Kiwiken

    27. September 2008 um 11:23

    Ein seltener Fall: ich vergebe ohne Zweifel 5 Sterne und bin dennoch froh, dieses Buch kein zweites Mal lesen zu müssen. Es ist sehr kühl und sachlich, aber gerade dadurch so intensiv und eindrücklich geschrieben - was angesichts der gräßlichen Thematik (in Form eines Theaterstücks wird der Prozeß gegen die Täter von Auschwitz nachgestellt) dazu führte, daß ich nur jeweils kurze Abschnitte lesen konnte und dann das Gelesene erst einmal mental verarbeiten mußte. Wäre es keine Schullektüre gewesen, hätte ich wahrscheinlich bald aufgegeben - möglicherweise würde ich es heute besser ertragen, aber auch so stehen mir manche Szenen noch so nachdrücklich vor dem inneren Auge wie Sequenzen aus einem Film.

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