Peter Wensierski

 4,3 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Die verbotene Reise, Schläge im Namen des Herrn und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Peter Wensierski

Peter Wensierski, geboren 1954, begann seine Arbeit als Journalist 1979 mit Berichten und Reportagen aus der DDR. Er war damals der jüngste westliche Reisekorrespondent. Als Dokumentarfilmer, Reporter und Buchautor berichtete er über die aufkommende Oppositionsbewegung. Seit 1993 arbeitet er beim SPIEGEL im Deutschlandressort. Mit dem Buch „Schläge im Namen des Herrn“ eröffnete er 2005 die Debatte über Missbräuche in der Heimerziehung. Sein 2014 erschienenes Buch „Die verbotene Reise“ über eine ungewöhnliche Flucht aus der DDR wurde ein Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Peter Wensierski

Cover des Buches Die verbotene Reise (ISBN: 9783442158621)

Die verbotene Reise

 (13)
Erschienen am 14.09.2015
Cover des Buches Schläge im Namen des Herrn (ISBN: 9783641281762)

Schläge im Namen des Herrn

 (10)
Erschienen am 15.02.2021
Cover des Buches Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution (ISBN: 9783328103493)

Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution

 (2)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Berlin – Stadt der Revolte (ISBN: 9783861539889)

Berlin – Stadt der Revolte

 (2)
Erschienen am 07.03.2018
Cover des Buches Gottes heimliche Kinder (ISBN: 9783423342742)

Gottes heimliche Kinder

 (2)
Erschienen am 01.02.2006
Cover des Buches Fenster zur Freiheit (ISBN: 9783963111129)

Fenster zur Freiheit

 (0)
Erschienen am 01.01.2019
Cover des Buches Die verbotene Reise (ISBN: 9783863524951)

Die verbotene Reise

 (0)
Erschienen am 01.01.2021

Neue Rezensionen zu Peter Wensierski

Cover des Buches Schläge im Namen des Herrn (ISBN: 9783641281762)strickleserls avatar

Rezension zu "Schläge im Namen des Herrn" von Peter Wensierski

Eine Kindheit hinter Gittern
strickleserlvor 8 Monaten

Der Journalist Peter Wensierski berichtet in diesem Buch über die Zustände in kirchlichen Kinderheimen in den Nachkriegsjahren, vor allem in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Unzählige Kinder und Jugendliche wurden in solche Heime ohne Vorwarnung eingewiesen. Die Gründe waren oft nicht nachvollziehbar. Eine Beziehung, der falsche Kleidungsstil, eine Nacht, die nicht Zuhause verbracht wurde - solche nichtige Gründe konnten schon zur Abholung eines jungen Menschen führen. So einfach eine Einweisung war, so schwer war es aus einem solchen Heim wieder herauszukommen. Mehrere Jugendliche starben bei dem Versuch zu fliehen, andere wurden in eine Psychiatrie eingewiesen, weil die Pfleger es nicht schafften, ihren Willen zu brechen.


Obwohl der Staat für die Unterbringung der Kinder und Jugendliche zahlte, mussten die Heimbewohner in der Regel zusätzlich schwer arbeiten, zum Beispiel in der Landwirtshaft, in Wäschereien oder beim Torfstechen. Die Einkünfte für diese Arbeiten machten das Kinderheim zu einem lukrativen Geschäftsmodell, vor allem weil die Erzieher nicht ausgebildete Pädagogen waren.


Strafen gehörten zum Alltag. Ob Einzelhaft in einer düsteren Zelle, Schläge oder öffentliche Beschämungen, die Folgen der kleinsten Zuwiderhandlung waren ungeheuerlich. Vor allem Fluchtversuche wurden unnachgiebig bestraft. Das sollten auch die anderen Heimbewohner mitbekommen, denn das diente als wirksame Abschreckung.


Spätestens mit der Volljährigkeit waren diese Jugendliche frei, doch sie schämten sich so sehr über die Heimunterbringung, dass sie zumeist darüber schwiegen. Aber diese Jahre hinterließen tiefgehende Spuren. Nächtliche Angstträume, die Unfähigkeit zu vertrauen oder eine dauerhafte Beziehung einzugehen, ein unsteter Lebenswandel, das sind nur einige der Folgen dieser grausamen Jahre.


Der Autor dieses Buchs, ein Spiegel-Reporter, will das Schweigen über diese schrecklichen Taten brechen. Dieses Buch enthält viele Erfahrungsberichte von ehemaligen Bewohnern der Heime, die ergänzt werden mit hilfreichen Hintergrundinformationen und Erklärungen über den geschichtlichen Zusammenhang. An manchen Stellen erscheint dieses Plädoyer etwas einseitig, was aber wegen dem Schmerz der Opfer verständlich ist. 


Fazit: Ein wichtiges Buch über ein trauriges Kapitel der deutschen Geschichte. Gut geschrieben und empfehlenswert!


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Cover des Buches Die verbotene Reise (ISBN: 9783421046154)Arbutuss avatar

Rezension zu "Die verbotene Reise" von Peter Wensierski

Aus der Enge der DDR in die Weite der Mongolei
Arbutusvor 2 Jahren

Wer sich mitten in der Coronakrise nach Freiheit und Abenteuer sehnt, wird in diesem Buch fündig.

Der Journalist Peter Wensierski rekonstruiert die in dieser Erzählung berichteten wahren Begebenheiten aus Gesprächen mit den beiden Protagonisten, aus Tagebuchaufzeichnungen und Stasi-Unterlagen. Dabei ist ihm eine dichte, packende Story gelungen, ein echtes Sehnsuchtsbuch über den Zusammenhang zwischen Reisen und Freiheit, aus einer Zeit, als es noch wahre Abenteuer gab.

Die beiden Studenten Jens und Marie haben sich im Ostberlin der Achtzigerjahre inmitten des staatlich verordneten Bürokratismus einige Nischen und Schlupflöcher eingerichtet, die ihnen ermöglichen, kreativ und motiviert zu arbeiten. Jens, der begabte und von seinem Professor geschätzte Biologiestudent, hat bereits Erfahrungen mit heimlichen, illegalen Reisen in die Nachbarländer gesammelt. Niemals hat er dabei an Flucht gedacht; immer ging es für ihn nur um eine Horizonterweiterung. Als Jungbiologe und Vogelexperte hat er sich schon erfolgreich im Vogelschutz bewährt, und die Urania schätzt den weitgereisten Studenten bereits als angesehenen Veranstalter gutbesuchter Diavorträge, als ihn die Stasi ins Visier nimmt. Während diese ihr Netz aus Repressalien und Überwachung enger und enger spinnt, wagen Jens und Marie das Unmögliche: über die Sowjetunion reisen die beiden mit gefälschten Papieren in ihr langersehntes Wunschland, die Mongolei. Von dort ist es nicht mehr weit bis China ...

Ein umwerfendes Buch. Anfangs gewinnt man spannende Einblicke in den DDR-Alltag und die alternative Szene, die sich im Prenzlauer Berg der Achtziger Jahre bildete. Was die beiden dann auf ihrer Reise in die touristisch völlig unerschlossene Mongolei erleben - die weiten, einsamen Landschaften und die herzlichen Begegnungen auf Augenhöhe mit Menschen einer völlig anderen Kultur - machen das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis, das nicht nur äußerst unterhaltsam und spannend ist, sondern den Leser auch immer wieder zum Staunen bringt. Für alle, die Reisebücher lieben, ein absolutes Muss!

Kommentare: 9
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Cover des Buches Berlin – Stadt der Revolte (ISBN: 9783861539889)V

Rezension zu "Berlin – Stadt der Revolte" von Michael Sontheimer

Wo es anfing...
Vielhaber_Juergenvor 4 Jahren

Ja, zwischen 40 Jahren Deutscher Herbst und 50 Jahren 68 scheint die Zeit gekommen für diesen Reader( auch so ein Wort aus der Vorzeit) über Berlin und seine plätze der Revolte.Und erstmals vereint: Plätze Ost wie West. Kurze, sehr informative Kapitel-insgesamt 56-erfreulich viele Fotos. Und zwei Autoren,die ihr Handwerk verstehen,dem Thema nah sind:Sontheimer und Winsierski.
Beide seit Jahrzehnten etablierte Chronisten.Sontheimer gründete einst die taz mit und schreibt als einer der ganz wenigen die relevanten Artikel zum Thema RAF, meist im SPIEGEL.
Winsierski schreibt indes so plastisch über Menschen und Orte im Ostteil, das ich längere Zeit annahm,er hätte auf der anderen Seite der Mauer gelebt.
Neben altbekannten Protagonist(inn)en wie Biermann, Havemann, Bohley oder Wegener tauchen alte Straßennamen wieder auf,die für wichtige Veränderungen zum Symbol wurden.
Einige Errungenschaften beleben die Stadt auch heute noch: Die UFA-Fabrik,das SO36 und last not least die taz.
Aber auch die Irr-und Umwege haben ihren Platz und
Georg von Rauch, Andreas Baader und Ulrike Meinhof gehören zum Kaleidoskop dazu.
Nach jedem Kapitel ist zu erfahren,wer oder was sich heute am ehemaligen Schauplatz befindet.
Längst nicht alle Schauplätze und Geschichten finden ihren Platz und vielleicht darf man auf einen zweiten Teil hoffen.
Ein wichtiges Buch für alle Berliner,aber auch für alle Berlin-Interessierten,auch für an Zeitgeschichte Interessierte.
Unbedingt zu empfehlen...

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