Peter Wensierski Die verbotene Reise

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Inhaltsangabe zu „Die verbotene Reise“ von Peter Wensierski

Flucht auf Umwegen Im Sommer 1987 wagen zwei junge Ostberliner aus dem Prenzlauer Berg das große Abenteuer: Bedrängt von den politischen Verhältnissen, fälschen sie eine Einladung und erhalten daraufhin ein Visum für Russland und die Mongolei, Sehnsuchtsorte der beiden Wildnisliebhaber. Aber ihr geheimes Ziel ist das für DDR-Bürger eigentlich unerreichbare China. Von Ulan Bator aus versuchen sie nach Peking zu gelangen, wo sie in der westdeutschen Botschaft Pässe für den Westen bekommen könnten. Mehrmals drohen sie, bei ihrer verbotenen Reise aufzufliegen, aber nach 10.000 Kilometern stehen sie tatsächlich vor dem Botschaftsgebäude. Und können sich doch nicht entscheiden, gemeinsam hineinzugehen.

Unbedingt lesen!!!! Noch nie hab ich ein Buch gelesen, welches mir das Drama des Stasi Terrors so nahe brachte!

— Linatost
Linatost

Sprachlich konnte es mich leider überhaupt nicht begeistern, besonders die Dialoge sind sehr hölzern. Inhaltlich aber sehr interessant.

— sofie
sofie

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    Die verbotene Reise
    Linatost

    Linatost

    05. December 2016 um 20:11

    Vorweg möchte ich sagen, dass dieses Buch nicht vier Sterne bekommen hat, weil es so mitreißend und schön geschrieben ist. Sondern weil ich finde, dass jeder lesen sollte wie es den Protagonisten, aus heutiger Sicht völlig durchschnittlichen Studenten, ergangen ist. Die Geschichte erzählt von einem Pärchen, Anfang 20, das im Ost-Berlin des Jahres 1987 studiert. Auch wenn sie nicht grundlegend unzufrieden sind mit ihrem Land, stört sie doch die eingeschränkte Reise Freiheit. Zunehmend bekommt der männliche Protagonist, Jens, Probleme mit der Regierung, trotz allem lässt er sich nicht einschüchtern und erschleicht sich Visa für die Mongolei. Anhand der Umstände stellt sich dann irgendwann für beide die Frage: "Wiederkommen oder in die BRD ausreisen." Zur Abwechslung lese ich immer mal ganz gern Reiseberichte. Dieses Buch ist in vielen Sachen anders. Als ich das Buch beim Stöbern in einer Buchhandlung entdeckte, dachte ich noch, dass dieses Buch von einer der beiden Reisenden verfasst wurde, ja ich weiß wer lesen kann ist klar im Vorteil. Ebenfalls war ich erst davon ausgegangen, dass der Großteil dieses Buches von der Reise berichtet. Aber, Nein! Wer dies erwartet und hofft mehr von der Mongolei und China zu erfahren ist hier definitiv Falsch. Das Buch beginnt und endet mit der Beziehung der beiden. Ihre Lebensumstände, das gemeinsame Leben und das Milieu in dem sie Leben werden nacherzählt. Es hat mich wirklich sehr berührt, wie einem heute völlig durchschnittlicher Studenten, zu DDR Zeiten die ganze Zukunft verbaut wurde. Darum muss dieses Buch auch unbedingt gelesen werden! Als die Reise endlich beginnt, ist das schmale Buch auch schon zur Hälfte rum. Wirklich nahe kommt man den beiden nicht. Sie hinterlassen einen Eindruck von flüchtigen Bekannten, von denen uns ein Freund, die neuesten Ereignisse berichtet. Wahrscheinlich war auch genau das die Absicht des Autors. Die zwischenmenschlichen Erzählungen sind erzählerisch eher schwach. Teilwiese wirken sie auch deplatziert. EIn paar Reiseanekdoten, die Ängste erwischt zu werden und auch ein bisschen von dem Leben der Menschen in den bereisten Ländern finden dennoch ihren Platz in dem Buch. Ich habe es wirklich sehr genossen dieses Buch zu lesen. Ich hoffe noch mehr ähnliche Bücher zu finden. Für Tipps bin ich immer Dankbar!

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  • Die verbotene Reise

    Die verbotene Reise
    manu62

    manu62

    31. March 2014 um 20:49

    Kurzbeschreibung Flucht auf Umwegen Im Sommer 1987 wagen zwei junge Ostberliner aus dem Prenzlauer Berg das große Abenteuer: Bedrängt von den politischen Verhältnissen, fälschen sie eine Einladung und erhalten daraufhin ein Visum für Russland und die Mongolei, Sehnsuchtsorte der beiden Wildnisliebhaber. Aber ihr geheimes Ziel ist das für DDR-Bürger eigentlich unerreichbare China. Von Ulan Bator aus versuchen sie nach Peking zu gelangen, wo sie in der westdeutschen Botschaft Pässe für den Westen bekommen könnten. Mehrmals drohen sie, bei ihrer verbotenen Reise aufzufliegen, aber nach 10.000 Kilometern stehen sie tatsächlich vor dem Botschaftsgebäude. Und können sich doch nicht entscheiden, gemeinsam hineinzugehen ... Produktinformation • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (3. März 2014) • Sprache: Deutsch • ISBN-10: 3421046158 • ISBN-13: 978-3421046154 Über den Autor  Peter Wensierski, geboren 1954, begann seine Arbeit als Journalist 1979 mit Berichten und Reportagen aus der DDR. Er war damals der jüngste westliche Reisekorrespondent und schrieb für den SPIEGEL und andere Zeitungen. Als Dokumentarfilmer, Reporter und Buchautor berichtete er über die aufkommende Oppositionsbewegung. Seit 1993 arbeitet er beim SPIEGEL im Deutschlandressort. In seinem neuen Buch erzählt er 25 Jahre nach dem Mauerfall die bislang unbekannte Geschichte einer verbotenen Reise, die auch ein Generationenporträt ist. Meine Meinung: Dieses Buch schildert eine etwas andere Flucht aus der DDR in den Westen Deutschlands. Der Autor liefert gute Einblicke in das damalige Leben im Arbeiter- und Bauernstaat. Mit Raffinesse und dem Wissen über mögliche Schlupflöcher gelingt es Jens und Marie bis nach China zu reisen und den Fängen der Stasi fast komplett zu entkommen. Selbst die zuvor geplante Reise in die Mongolei war schließlich kein üblicher Urlaubsort für DDR-Bürger.  Sachlich und dennoch sehr interessant schildert der Autor die Lebensform von Jens und Marie, die Enge, die speziell Jens umfängt und ihn immer mehr stört. Man kam die Stimmung gut nachempfinden.  Das Buch ist eine gelungene Darstellung des Lebens auf der anderen Seite der Mauer und es hat Spaß gemacht, es zu lesen. Gefallen haben mir auch die abgedruckten Fotos, die Jens auf seinen verschiedenen Reisen gemacht hat. 

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  • Umfassende Reportage

    Die verbotene Reise
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    17. March 2014 um 14:11

    Umfassende Reportage Zurück in das Jahr 2014, in den Osten Deutschlands, genauer zunächst Berlins, führt Peter Wensierski den Leser mit diesen Erinnerungen eines (damaligen) Liebespaares mit einem sehr ausgeprägten und sehr speziellen „Fernweh“. Die freie, wilde Natur, ferne Länder, Bergsteigen, das sind die Momente, in denen Jens glücklich ist, die er versucht, im Rahmen der Enge des Systems der DDR zu erlangen und das sind ebenfalls jene Momente, die Marie ebenfalls ins ich trägt und durch ihre Bekanntschaft (und bald Liebe) zu Jens immer stärker ins ich spürt. Sehr genau zunächst allerdings lässt Wensierski in seiner sachlichen und flüssigen Sprache zunächst die Welt des Prenzlauer Bergs in Ost Berlin vor den Augen des Lesers wiedererstehen. Die zerfallenen Häuser, die einfache Lebensweise, der schwere Geruch von Kohle in der Luft, die Bedrängung der Unfreiheit (die den Studenten Jens seinen Studienplatz kosten wird), aber auch die „kleinen Fluchten und Freiheiten“ auf den Dächern der Häuser und in der kleinen Gemeinschaft Gleichgesinnter. Wäre das, was dann so innerlich fundiert vorbereitet auch durch die Form der Darstellung, als reine „Flucht in den Westen“ von Beginn an angedacht gewesen, dann wäre dieses Vorhaben mit seinen insgesamt zurückgelegten 10806 Kilometern sicherlich die weitest mögliche Fluchtroute gewesen. Aber tatsächlich, und das versteht Wensierski gut und plastisch hervorzuheben, es geht um das Fernweh, die Lust an der Freiheit, am Fremden, an der Entdeckung anderer Welten, Landschaften und Lebensweisen, Wie nun Jens und Marie mit kreativen Tricks, mit kleinen Schlupflöchern, mit Chuzpe und, vor allem, mit auch dreister Offensive „verbotene Räume“ betreten, durch die damalige Sowjetunion einen Weg hindurch, ja überhaupt hinein finden, mit welchem aufwand (und klopfendem Herzen) dann der Weg über die Grenze nach China gefunden wird, bis beide letztendlich in Peking vis a vis der bundesdeutschen Botschaft stehen (und dann eine Entscheidung zu fällen haben, die den Leser letztlich überraschen wird), das füllt ohne weiteres interessant die Seiten des Buches. Gerade die Eindrücke, illustriert von einigen Fotografien, welche Jens damals auf der Reise erstellte, hallen nach. Nicht nur im Leser, gerade Marie wird durch ihre Zeit in der Mongolei, im ein Stück weit Leben mit den Menschen dort, sich entwickeln, einen wichtigen Teil von sich erst finden und damit für den Rest ihres Lebens geprägt werden. „Die meisten geben als Erwachsene zu früh auf. Selbst wenn sie etwas wollen, probieren sie es nicht. Ich denk´ da anders. Wenn Du etwas willst, mach es einfach, probiere es mit aller Kraft. Vielleicht klappt´s, vielleicht nicht, aber man muss es doch wenigstens versucht haben“. So denkt es Jens, so lebt er es, so macht es Marie im gleich. Ob im Zelt in wilder Natur oder mit einem Rucksack voller Filmrollen direkt neben einem sowjetisch-militärischen Stützpunkt versteckt im Wald, diese innere Haltung ist die treibende Kraft, mit der den beiden in der damaligen Zeit und im damaligen System unmöglich scheinendes gelingt. Erlebnisse, die durchaus auch heute noch den Leser animieren und die mit Staunen zu lesen sind.

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