Peter Zudeick

 4 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Nietzsche für Eilige, Heimat. Volk. Vaterland und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Peter Zudeick

Dr. Peter Zudeick arbeitet als freier Journalist und Korrespondent für fast alle ARD-Rundfunkanstalten. Seine scharfen politischen Analysen, aber auch seine satirischen Rückblicke haben ihn einem größeren Publikum bekannt gemacht. Zudeick studierte Germanistik, Pädagogik, Philosophie und Theaterwissenschaften und promovierte in Philosophie. 2009 erschien im Westend Verlag "Tschüss, ihr da oben", 2013 der von ihm herausgegebene Band "Das alles und noch viel mehr würden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland wär'n".

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt (ISBN: 9783864893384)

Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt

Neu erschienen am 30.08.2021 als Taschenbuch bei Westend.

Alle Bücher von Peter Zudeick

Cover des Buches Heimat. Volk. Vaterland (ISBN: 9783864891090)

Heimat. Volk. Vaterland

 (2)
Erschienen am 01.08.2018
Cover des Buches Tschüss, ihr da oben (ISBN: 9783938060308)

Tschüss, ihr da oben

 (2)
Erschienen am 01.03.2009
Cover des Buches Friedrich Nietzsche verstehen (ISBN: 9783866479630)

Friedrich Nietzsche verstehen

 (1)
Erschienen am 30.04.2013
Cover des Buches Das Polit-Panoptikum (ISBN: 9783499621987)

Das Polit-Panoptikum

 (0)
Erschienen am 01.12.2006
Cover des Buches 'Ich bejahe diese Frage mit Ja' (ISBN: 9783938060681)

'Ich bejahe diese Frage mit Ja'

 (0)
Erschienen am 10.03.2011
Cover des Buches Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt (ISBN: 9783864893384)

Verbrandt, verkohlt und ausgemerkelt

 (0)
Erschienen am 30.08.2021

Neue Rezensionen zu Peter Zudeick

Cover des Buches Heimat. Volk. Vaterland (ISBN: 9783864891090)W

Rezension zu "Heimat. Volk. Vaterland" von Peter Zudeick

Die drei Begriffe werden von den Rechten sinnentstellt verwendet
wschvor 3 Jahren



Peter Zudeick geht der Herkunft, der eigentlichen Bedeutung der drei als Titel des Buches verwendeten Begriffe auf die Spur. Er weist dabei schlüssig und nachvollziehbar auf, wie die diese drei Wörter von den Nazis des Dritten Reiches in Beschlag genommen wurden. Wie es ihnen gelang, die eigentliche Bedeutung im allgemeinen Verständnis in ihrem nationalsozialistischen Sinne umzuwerten. 

In diesem Sinne geht er auch einigen der grundfalschen Parolen der neuen Rechten hinterher. Und zeigt, weswegen deren Geschrei um "Heimat, Volk, Vaterland" nichts weiter als dummes, populistisches, sinnfreies Getöse ist. Zitat Seite 111: "Das Bismarck-Reich ist nichts weiter als ein dem deutschen Volk übergestülpter kleindeutscher Nationalstaat, eine Art >Großpreußen<. "

Dass der Autor dabei auch den deutschen Schlager, die Beliebtheit der Heimatfilme der 1950er und 60er Jahre bringt weiteres Licht ins Dunkel des Missbrauches der eigentlich wertfreien Begriffe. Und ganz aktuell (August/September 2018) zeigen die Vorgänge in Sachsen, speziell in Chemnitz, wie extrem wichtig es ist, „Eine Kampfansage an Rechts“ nicht nur zu denken, sondern aktiv zu zeigen.

Dass des Autors Feststellungen durch ein Literatur- und Quellenverzeichnis nachprüfbar ist, versteht sich von selbst.

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Cover des Buches Heimat. Volk. Vaterland (ISBN: 9783864891090)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Heimat. Volk. Vaterland" von Peter Zudeick

Regt zum Nachdenken an ...
Bellis-Perennisvor 3 Jahren

Klappentext:  

"Wir leben ganz offensichtlich in schwierigen und unsicheren Zeiten. Die Welt scheint auf dem Kopf zu stehen, zumindest ist sie aus den Fugen geraten. Damit ist die große Zeit der Betrüger, Lügner und Volksverdummer von rechts gekommen. Zu deren Strategie gehört auch die Besetzung von Begriffen, die zur emotionalen Grundausstattung vieler Menschen gehören. Worte wie "Volk", "Heimat", "Vaterland" werden - ideologisch aufgeladen und verkitscht - zu Kampfbegriffen gegen die Idee einer freiheitlichen, humanen, liberalen Gesellschaft. Dagegen tritt dieses Buch an: Wir dürfen den Rechten nicht das Begriffs-Arsenal überlassen, mit denen wir alle für dumm verkauft werden sollen." 

 

Der Autor und Journalist Peter Zudeick macht sich Gedanken, ob und welche Begriffe, die in Zusammenhang mit einem Staat oder Staatengebilde, noch verwendet werden dürfen, ohne dass man in den Geruch von ewig gestrigem Gedankengut gerät.  

Welches der drei Wörter hat heute noch Gültigkeit? Warum spricht man immer nur vom „Vaterland“ aber niemals vom „Mutterland“?  

Ist „Heimat“ nur ein Bestandteil im Leben der Trachtenträger oder Liebhaber von volkstümlicher Musik? Dürfen Heimatfilme à la Ganghofer nicht mehr gezeigt werden oder Lieder nicht mehr gesungen werden, weil sie einst von den Nazis okkupiert wurden? 

Was hält das „Volk“ zusammen? Die gemeinsame Sprache oder die Kultur oder das Staatsgebiet? 

Es ist nicht ganz einfach die Fragen zu beantworten bzw. beantwortet zu bekommen. Kaum glaubt man eine Antwort zu haben, eröffnet sich die nächste Frage.  

Sollen die missbrauchten Begriffe totgeschwiegen werden?  

Mit dem Begriff „Heimat“ haben sich schon viele Persönlichkeiten bereits in Zeiten vor der NS-Diktatur auseinandergesetzt:  

„Ein Emigrant hat Heimweh nach einem Land, das er nicht mehr seine Heimat nennen darf. Das Nicht-Dazugehören bleibt einem erhalten. Man ist überall ein Fremder.“ (Georg Stefan Troller) 

„Ich bin dreifach heimatlos: Als Böhme unter Österreichern. Als Österreicher in Deutschland. Und als Jude in der ganzen Welt.“ (Gustav Mahler).

 Meine Meinung: 

Es ist kaum möglich Antworten auf die aufgeworfenen Fragen zu bekommen. Einige Begriffe, die derzeit als Synonym der rechten Gedanken gelten, sind ursprünglich einer anderen Genese und von den Nazis umgedeutet worden. Die Maifeiern sind so ein Beispiel, das Marschieren der Kolonnen auf der Straße, die Farbe Rot – alles Symbole der Linken, die hier vereinnahmt wurden.

Wahrscheinlich müssen die Begriffe im zeitlichen Kontext gesehen werden, um die Ideologie richtig einzuordnen. 

Das Buch gibt Denkanstöße, die eigene Wortwahl zu betrachten. Aber auf „kontaminierte“ Worte zu verzichten und sie damit den einschlägigen Gruppen zu überlassen, halte ich für gefährlich. 

Fazit:

 Ein interessantes Buch, dem ich gerne 4 Sterne gebe.


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