Es ist der 23. August 1838, als die amerikanische Brigg „Braganza“ vollbeladen und mit fünf Seeleuten an Bord im ostfriesischen Wattenmeer auf eine Sandbank läuft. Die Männer können sich auf die Insel Borkum retten. Schon bald entstehen Widersprüche in ihrer Schilderung der Ereignisse und es stellt sich heraus, dass es auf der Überfahrt von Amerika nach Genua an Bord zu einer Meuterei gekommen ist, die unter anderem mit dem Tod von Kapitän und Steuermann endete. Die Seemänner werden verhaftet, einer begeht schon im Gefängnis von Emden Selbstmord, weitere Suizide folgen nach der Überstellung der Meuterer an die amerikanischen Behörden in New York.
Peter de Buhr, Wattführer auf Borkum, hat sich tief und äußerst sorgfältig in der Recherche dieser historischen Ereignisse vergraben und ist dabei besonders auf die Hauptfigur der Meuterer, den nordfriesischen Seemann Cornelius T. Wilhelms gestoßen, dessen wahrlich ungewöhnliches Leben, welches zuletzt nach seiner Verurteilung am Galgen in New York endet, er aus diversen deutschen und amerikanischen Archiven rekonstruiert und in seinem Buch sehr plastisch ausbreitet. Es formt sich das Bild eines unglücklichen Jungen aus gutem Haus, den schicksalhafte Ereignisse bereits in früher Jugend an Bord eines karibischen Piratenschiffes bringen, auf dem er dann über ein Jahrzehnt mordend und plündernd mitfährt. In seiner Todeszelle schreibt er seinem besten Jugendfreund in langen Briefen über sein in der Rückblende verpfuschtes Leben und seine innersten Gedanken, die im Buch komplett widergegeben sind.
Ein hochinteressantes, lebendiges Dokument mit vielen interessanten Bebilderungen über das Leben eines Mannes in einer lange vergangenen Epoche. Empfehlung!
Lebensgeschichte eines unfreiwilligen Piraten


