Die Glasbläserin

von Petra Durst-Benning 
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Die Glasbläserin
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man fühlt sich in andere Zeiten versetzt.

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Früher nannte man so etwas einen "Lore-Roman"

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Inhaltsangabe zu "Die Glasbläserin"

Lauscha, ein kleines Glasbläserdorf im Thüringer Wald im Jahr 1890: Der Glasbläser Joost Steinmann stirbt, und die drei Töchter Johanna, Marie und Ruth stehen völlig mittellos da. Als ein amerikanischer Geschäftsmann auf die schönen gläsernen Christbaumkugeln aus Lauscha aufmerksam wird, gibt er eine Großbestellung in Auftrag. Die couragierte Marie wittert ihre Chance und bricht mit allen Regeln: Sie wagt es, als erste Frau kunstvolle Christbaumkugeln zu kreieren.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548613338
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:496 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:18.11.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 26.02.2007 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Absolut realistisch, glaubwürdig und erschreckend ehrlich wird diese Geschichte erzählt.
    Mein Leseeindruck zu Band 1 der Glasbläser Reihe

    Als ich das Cover sah, war ich etwas überrascht. Hatte ich doch gar keinen historischen Roman hinter dieser Fassade vermutet. Irgendwie wirkte dieses Cover mir viel zu modern. Dabei versteckt sich hinter diesem Deckel eine wirklich tolle, interessante, unterhaltsame und sehr lehrreiche Geschichte.

    Die Autorin beschreibt nahezu schonungslos von der Ausbeutung der Arbeiter, von der Erniedrigung der Frauen und von einer Frau, die sich nicht einschüchtern lässt, obwohl ihr sehr übel mitgespielt wurde. Aber Marie hält durch und kämpft. Meiner Meinung nach, hatte sich die Autorin hier wirklich einen Preis verdient. Absolut realistisch, glaubwürdig und erschreckend ehrlich wird diese Geschichte erzählt.  Ich war der Geschichte regelrecht verfallen. Ja, ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen so sehr hatte mich die Geschichte gefesselt.

    Band 2: Die Amerikanerin wartet nun schon auf mich.

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    jeanne1302s avatar
    jeanne1302vor 2 Jahren
    Frauen an den Herd? Nein! Frauen an den Bolg!


    Die Geschichte handelt von drei Schwestern, die um 1890 im Thüringer Wald in einem kleinen Dorf leben, das für seine Glasbläserei bekannt ist. Auch die Schwestern leben eine lange Zeit von der Arbeit ihres Vaters, der sich als Glasbläser einen Namen gemacht hat.


    Nach dem Tod des Vaters fürchten die Mädchen, nun mittellos dazu stehen, weil kein Mann mehr da ist, der sie versorgt. Alle drei Mädchen sind unverheiratet und schnell einen Bräutigam herkriegen, um versorgt zu sein, erweist sich als schwierig.


    Also müssen die Schwestern in den sauren Apfel beißen und als billige Arbeitsmädchen beim nächstgelegenen Glasbläser Heimer arbeiten. Als Johanna - die älteste Schwester - noch Kritik und Verbesserungsvorschläge an der Arbeit bei diesem Glasbläser hegt - wird sie entlassen und das Geld wird knapper. Also entschließt Johanna sich, die Arbeit in der Stadt in einem Krämerladen anzunehmen, obwohl ihr der Besitzer Strobel irgendwie seltsam vorkommt. Dort bekommt sie jedoch nicht nur überragend mehr Geld, sondern wird in alle buchhalterischen und kaufmännischen Tätigkeiten eingeführt und entwickelt sich bald zu einer tüchtigen Geschäftsfrau.


    Marie - die eher künstlerisch begabte unter der Schwestern - liebt die Arbeit beim Glasbläser, weil sie dort die Gläser bemalen kann. Dies reicht ihr jedoch nach einer Weile nicht. Sie entdeckt, dass in ihr eine kreative Kraft steckt, die sich ausdrücken möchte. Sie wagt sich an eigene Entwürfe und nutzt sogar die vom Vater noch verbliebenen Glasrohlinge, um selbst für sich die Glasbläserei zu erlernen, um eigene Entwürfe, die kein anderer würde machen wollen, selbst zu blasen.

    Da es für Mädchen sich nicht schickte, einen Männerberuf nachzugehen, übt sie die Glasbläserei heimlich in der Nacht aus.


    Ruth - die sich vor dem Tod des Vaters mehr ums Hauswirtschaftliche gekümmert hat - arbeitet ebenfalls beim Glasbläser Heimer, verliebt sich dort in den Sohn Thomas, der sie ebenfalls sehr attraktiv findet. Es ist von vorneherein klar für den Leser, dass er eigentlich nur sexuelles Interesse an ihr hat, um dies zu erhalten, gibt er Ruth sogar das Heiratsversprechen. Ruth wähnt sich glücklich, ist sie denn nun eine Heimertochter, die versorgt ist und trotzdem noch Arbeit hat. 


    Doch das Glück der Schwestern dauert nur eine kurze Zeit. Thomas zeigt immer mehr seine schlechte Seite und Johanna muss ihre Stellung bei Strobel kündigen. 


    Die Schwestern entschließen sich, sich mit einer eigenen Glasbläserei selbstständig zu machen - ein schier unmöglich anzumutendes Vorhaben zu dieser Zeit, in der es Frauen weder gestattet ist, als Glasbläser zu arbeiten, noch es angesehen war, dass Frauen ihr Leben selbstbestimmt und den Lebensunterhalt ohne Mann bestreiten können.


    Werden Sie es schaffen, ihren eigenen Betrieb ins Laufen zu bekommen?

    Und werden sie die tiefen Wunden, die ihnen die Männer inzwischen zugefügt haben, überwinden?


    Obwohl der Roman in sich geschlossen ist, bietet die Autorin eine Fortsetzung: Die Amerikanerin an, den ich mit großer Freude lesen werde, weil mich Die Glasbläserin sowohl in der Art der Erzählung und der Thematik überzeugt hat und ich sehr sehr neugierig bin, wie die Geschichte der drei Schwestern weitergeht. 


    Ich bin im Buch „versunken“…schön. Ich liebe historische Romane, ich habe wieder etwas über die Lebensumstände um 1900 gelernt und über die Glasbläserei - eine Thematik, die mir bislang fremd war. Und gelernt, dass es gute Kerle und schlechte Kerle gibt - egal in welchem Jahrhundert. 😔Und das man stets auf innere Warnzeichen hören sollte und nie seine tiefsten Träume aufgeben. Danke.

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    Klusis avatar
    Klusivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein starker historischer Roman, der die Atmosphäre des kleinen Glasbläserorts Lauscha und seine Bewohner sehr ausdrucksvoll darstellt.
    Die Glasbläserin

    Lauscha im Jahr 1890: Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters sind die drei Steinmann-Schwestern von einem Tag auf den anderen auf sich gestellt. Bisher hatte der verwitwete Joost Steinmann für alles gesorgt, und seine Töchter führten ein sehr behütetes, sicheres Leben. Nun müssen Johanna, Marie und Ruth selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Ein anderer Glasbläser im Ort stellt sie als Arbeitsmädchen an, während Joost Steinmanns Werkstatt still liegt. In Wilhelm Heimers Glasbläserei verdienen die drei jungen Frauen kaum das Salz an die Suppe. Jede von ihnen muss neue Wege beschreiten, um die Zukunft zu sichern. Während Johanna ihr Glück bei einem Verleger in Sonneberg sucht und Ruth einen Sohn Heimers heiratet, wagt die künstlerisch begabte Marie etwas Außergewöhnliches. Bisher war die Glasbläserei eine reine Männerdomäne, aber nun entwirft Marie heimlich kunstvollen Christbaumschmuck und fertigt ihn in der Werkstatt ihres Vaters.

    Wagt sie es anfangs nur verstohlen, die Kugeln zu blasen, so kann sie es bald nicht mehr verheimlichen. Eine glückliche Begegnung hat zur Folge, dass ein amerikanischer Geschäftsmann von dem schönen Christbaumschmuck aus Lauscha erfährt, und schon bald erhält Marie einen Großauftrag. Nun gilt es, zu zeigen, was in den Steinmann-Schwestern steckt. Für diesen Auftrag müssen sie perfekt zusammenarbeiten, denn hier geht es um ihre Existenz, und es darf nichts dazwischen kommen, damit sie den Liefertermin einhalten können.


    Dies ist der erste Teil einer Trilogie, in der es um die Glasbläser-Familie Steinmann geht. Das Umfeld für die Handlung stellt größtenteils der kleine Glasbläserort Lauscha in Thüringen dar, wobei Teile der Geschichte auch im nahen Sonneberg spielen.

    Man kann sich von Anfang an sehr gut in die Steinmann-Schwestern hinein versetzen, für die sich alles von einem Moment auf den anderen wandelt. Ihre Ängste und Sorgen hat die Autorin sehr einfühlsam zum Ausdruck gebracht. In einer plastisch und sehr realitätsnah geschilderten Umgebung, die unter anderem auch mit starken Landschaftsbeschreibungen aufwarten kann, spielt sich eine äußerst beeindruckende Geschichte ab. Die ärmliche, von schwerer Arbeit geprägte Stimmung in dem kleinen Glasbläserort, die Bemühungen der Schwestern, sich über Wasser zu halten, die fein ausgearbeiteten Charaktere, das alles zusammen ergibt ein stimmiges und realitätsnahes Bild vom Umfeld und von der damaligen Zeit, in der die Geschichte spielt.

    Die Ereignisse sind fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Dabei hat mir sehr gut gefallen, wie die Entwicklung der drei Schwestern dargestellt ist. Es ist eine Zeit der Gegensätze, denn es gibt Höhen und Tiefen, Fortschritte und Rückschläge, Hoffnung und Mutlosigkeit, Schönes und Hässliches in diesem wundervollen Roman, der einen mit in eine andere Welt und eine andere Zeit nimmt.


    Der Roman ist bereits im Jahr 2000 erschienen und wurde bisher mehrfach neu aufgelegt. Aus aktuellem Anlass, pünktlich zur Ausstrahlung der Verfilmung, wurde „Die Glasbläserin“ im November mit einem neuen, wunderschönen Cover ausgestattet.

    Nachdem ich den Roman nun gelesen hatte, war ich neugierig auf die Umsetzung im Film. Er lief am vergangenen Freitag bereits auf Arte und wird heute Abend im ZDF ausgestrahlt.

    Ich kann ihn nicht nur Fans von Petra Durst-Bennings Romanen ans Herz legen, sondern eine allgemeine Empfehlung aussprechen. Zwar wurde für die Film-Fassung einiges geändert, denn immerhin müssen knapp 500 Buchseiten auf eine Filmlänge von 90 Minuten reduziert werden, aber insgesamt erfolgte die Anpassung sehr achtsam und feinfühlig und ohne die Aussage der Geschichte zu verfälschen. Viele Szenen sind fast wortwörtlich wiedergegeben.

    Das Ende ist schlüssig, sowohl im Buch als auch im Film, aber die Trilogie geht weiter, und ich freue mich jetzt schon darauf, die „Steinmänner“ im zweiten Band wieder zu treffen und sie ein Stück weit zu begleiten.  

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Für Thüringerwäldler/Innen und Fans historischer Roman unbedingt empfehlenswert
    Toller Auftakt einer genialen Trilogie

    Wir befinden uns im Thüringer Wald - genauer gesagt in Lauscha !!!

     

    Wir schreiben das Jahr 1890 und der Glasbläser Joost Steinmann stirbt - lässt seine drei Töchter Johanna, Marie und Ruth mittellos zurück. Als ein amerikanischer Geschäftsmann Marie - als sehr couragiert dargestellt - wittert ihre Chance, als ein amerikanischer Geschäftsmann von den gläsernen Christbaumkugeln aus Lauscha hört. Er gibt eine Großbestellung in Auftrag und Marie bricht mit allen Regeln: Sie wagt es, als erste Frau - die kunstvollen Christbaumkugeln zu kreieren.

     

    Wundervoller historischer Roman - könnte ich immer wieder lesen - sooooo schön geschrieben. Der Roman ist der Auftakt einer Trilogie rund um Marie Steinmann, Wanda  und die Christbaumkugel - aber ist lange nicht alles - es handelt sich hier um einen wirklich gelungenen historischen Roman, der über Zeiten geht und mich in allen drei Bänden fasziniert und mitgerissen hat.

     

    Was soll ich sagen, Fiktion ist hier perfekt mit der damaligen Realität, mit der regionalen Historie, der Geschichte der Christbaumkugel und dem Thüringer Wald als Region verbunden. Ich empfehle die Fortsetzungen der Reihe nach zu lesen:

     

    1. Die Glasbläserin

    2. Das gläserne Paradies

    3. Die Amerikanerin

     

    Die Charaktere sind perfekt ausgearbeitet und die Szenen detailliert und spannend beschrieben, bildhaft, sodass man sich sehr gut hineinversetzen kann. Die Handlung überhaupt ist mit einem von Beginn an genutzten Spannungsbogen versehen, der sich durch die gesamte Handlung zieht und sie für den Leser fesselnd flüssig lesen lässt.

     

    Leseprobe:
    ========

     

    Das Gefühl in ihrem Bauch wurde flauer und ihr Herz klopfte. Sie zwang sich, an das zu denken, was zuerst kommen sollte. Heute würde ihr Liebe endlich öffentlich werden. Auf dem Fest wollte Thomas ihr die Heirat geloben. Sie lächelte zufrieden. ...

     

    Also - ich habe die beiden Fortsetzungen auch schon gelesen - ich werde sie demnächst besprechen - sage schon jetzt soviel, auch das lohnt sich extrem ...

     

     

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderbarer Roman über die Eroberung einer Männerdomäne durch Frauen im thüringischen Lauscha
    Wunderbarer historischer Roman über Glasbläserkunst

    "*Petra Durst-Benning*" erster Band ihrer Trilogie heißt die "*Glasbläserin*" und stammt aus dem Jahr 2002. Er erschien im "*Ullstein Verlag*".


    Lauscha ist ein kleines Glasbläserdorf im Thüringer Wald. Als im Jahr 1890 der Glasbläser Joost Steinmann stirbt, stehen seine drei Töchter Johanna, Marie und Ruth völlig mittellos da. Doch Marie hat Talent ist und ist couragiert genug, um sich in dieser Männerdomäne zu behaupten. Sie hat Talent und schafft die schönsten Christbaumkugeln und erhält damit den Familienbetrieb aufrecht.



    Die Lebensgeschichte der Schwestern wird spannend und unterhaltsam erzählt. Man erfährt viel über das Glasbläserhandwerk und die Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit und erkennt auch die untergeordnete Rolle, die Frauen damals zuteil wurde.

    Die Autorin hat den Roman 2002 geschrieben und damit eine neue Welle von historischen Büchern angeschoben, in denen es mal nicht um Kampf, Kriege und Machtspiel im politischen Sinne ging. Es war schon etwas Neuland, dass sie betreten hat und die Familiengeschichte wird so wunderbar erzählt, dass man die Nachfolgebände kaum erwarten kann.

    Besonders die bildhaften Beschreibungen der Arbeit einer Glasbläserin versetzen mich in Erstaunen. Bislang konnte Marie dieses Handwerk nur beobachten, es war für Frauen nicht zugängig. Doch sie bringt sich die Arbeit selbst bei und ihre Kunstfertigkeit ist von Talent gekrönt. Ihre Schwestern haben erst eigene Interessen und Lebensziele, die jedoch scheitern und so wenden sie sich ebenfalls der Werkstatt zu und erledigen die Geschäfte und Organisation.

    Dieser Roman vermag zu fesseln und die gezeigten Arbeitsgänge im Glasbläserhandwerk ebenso. Doch es ist viel mehr als das, es ist die Entstehung der Emanzipation, das historisch belegte Leben in Deutschland und die Durchsetzung persönlicher Lebensziele von Frauen, entgegen den geltenden Gebräuchen.

    Der Erzählstil ist glaubwürdig klar und mitreißend und führt in einen Lesesog.
     
    Dieser historische Roman führt in eine nicht heile Welt, auch wenn die Christbaumkugeln dies assoziieren können und dennoch ist man wie im Rausch beim Lesen und mag kaum enden.

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    fredhels avatar
    fredhelvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein solider historischer Roman, der Lust auf die beiden Folgebände weckt
    Weihnachtskugeln


    Dieser Roman spielt im Thüringer Wald im Jahr 1890. Lauscha ist bekannt für seine Glasbläsereien, eine männliche Domäne. Als der Glasbläser Joost Steinmann stirbt, stehen seine drei Töchter vor dem Nichts und müssen für einen Hungerlohn arbeiten gehen. Doch die jungen Frauen sind tüchtig und fleissig. Jede entdeckt ihre eigenen Talente, so dass der Leser beruhigt die Lektüre beenden kann, weil Johanna, Marie und Ruth positiv in die Zukunft schauen können.
    Der Roman ist interessant, weil er in einer Gegend spielt, die etwas abgelegen ist. Die schönen Weihnachtskugeln aus Lauscha schätzt man heute noch, aber über den Beruf und die Technik des Glasblasens ist wenig bekannt. Insofern bietet die Geschichte einige interessante Hintergrundinformationen. Allerdings stehen die menschlichen Schicksale im Vordergrund. Die Schwestern haben gegensätzliche Charaktere und müssen doch gemeinsam zu einer Lösung ihrer Probleme kommen. 
    Petra Durst-Benning legt mit ihrem Buch "Die Glasbläserin" einen soliden historischen Roman vor, der zwar nicht unbedingt aus der Masse herausragt, aber doch gut recherchiert und authentisch wirkt, und außerdem soviel Anteilnahme am Schicksal der Protagonisten hervor ruft, dass man gespannt auf die beiden Folgebände ist. 

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    Lerchies avatar
    Lerchievor 4 Jahren
    Was wird aus den drei Mädchen?

    Johanna, Ruth und Marie Steinmann waren die Töchter des Glasbläsers Joost Steinman. Sie waren nicht reich, aber sie kamen mit ihrem Geld  aus. Die Mutter war bereits verstorben, und an diesem Morgen fand Ruth ihren Vater tot in seinem Bett. Das war ein großer Schock für die drei Mädchen.

    Nun mussten die drei Mädchen überlegen, wie es weitergehen sollte. Wilhelm Heimer war bereit, sie in seiner Glasbläserwerkstatt zu beschäftigen. Ruth war ein sehr schönes Mädchen, was dem Heimer-Sohn Thomas auffiel und er umgarnte sie. Doch erst als er ihr in aller Öffentlichkeit die Ehe versprach, gab sie ihm nach.  Doch dann bekam Ruth statt eines Stammhalteres, mit dem Thomas geprahlt hatte, ein Mädchen, um das sich Thomas gar nicht kümmerte. Und er behandelte Ruth wie den letzen Dreck…

    Johanna war nach ihrer Entlassung bei Heimer nach Sonneberg zu dem Verleger Strobel gegangen. Dieser hatte ihr eine Assistentinnen-Stelle angeboten. Sie stellte sich so geschickt an, dass er sie bald den Laden führen ließ und selbst auf Reisen ging. Doch dann kam er ausgerechnet von einer Reise nach Hause, als Johanna einmal zu spät in den Laden kam. Und das gab gewaltig Zoff, wobei noch nicht mal das Zuspätkommen letztendlich der Grund dafür war…. Johanna floh aus Sonneberg, wo sie Magnus am Stadtrand fand. Ein Häufchen Elend, zusammengebrochen…

    Und Ruth hatte sich mit ihrem Mann verkracht und wohnte jetzt auch wieder im Elternhaus. Peter Maienbaum, der Nachbar, der schon lange ein Auge auf Johanna geworfen hatte, stand ihnen bei , doch noch wollte Johanna nichts von ihm als Ehemann wissen.

    Marie hatte an gefangen, an dem Bolg ihres Vaters zu arbeiten. Sie blies Kugeln und verzierte sie. Als Ruth eines Tages nach Sonneberg reiste und diese Kugeln dem Kaufmann Woolworth aus Amerika anbot, war dieser begeistert und orderte durch seinen Assistenten Steven Miles gleich eine ganze Menge. Außerdem machte er Ruth einen Vorschlag…

    Wird Ruth Stevens Vorschlag annehmen? Was wird aus Johanna und Peter? Wird sein unermüdliches Werben um sie doch noch von Erfolg gekrönt sein? Und was wird aus Marie? Ist sie etwa in Magnus verliebt? Der geneigte Leser dieses Buches wird das erfahren.

    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Am Anfang war die Spannung noch nicht so groß, doch sie steigerte sich stetig. Und dann mochte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. In die Geschichte kam ich sehr gut rein, dank des Sprachstils der Autorin. Sie schreibe so, dass man gleich weiß, was gemeint ist und das liebe ich. Auch konnte ich mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. Diesem Verleger hätte ich am liebsten den Hals rumgedreht und Thomas Heimer einen gewaltigen Tritt in den Hintern verpasst.  Es hat mir sehr gut gefallen und nun muss ich mal sehen, ob ich die Fortsetzung auch noch finde… Es hat mir sehr gut gefallen und bekommt eine Leseempfehlung von mir.

     

     

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    sabrinchens avatar
    sabrinchenvor 4 Jahren
    Süsse Geschichte um die " bösen " arbeitenden Frauen im 19. Jahrhundert

    Mich hat dieses Buch total überzeugt .
    Ich fand die Charaktere der 3 Schwestern total super und mochte auch den Ort an dem diese Geschichte spielt.
    Da ich auch schon selbst eine Glashütte besucht habe fand ich die Geschichte super und habe mit Spannung die Geschichte um diese Entstehung gelesen.
    Auch wenn es hierbei nur um Fiction ging konnte ich es gut mitfühlen.
    Demnächst werde ich auch die nächsten Teile lesen und freue mich darauf.
    Absolut empfehlenswert. 5 *****

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    Igelas avatar
    Igelavor 4 Jahren
    Glasbläserei in Frauenhand

    Die Schwestern Johanna, Ruth und Marie leben in einem kleinen Dorf, das von der Glasbläserei lebt. Als nach der Mutter auch noch der Vater stirbt, stehen sie völlig mittellos dar. Doch bald  finden die drei Schwestern eine Anstellung im Glasbläserbetrieb Heimer, wo sich die Mädchen nicht wohl fühlen. Nachdem Johanna nach einem Streit mit dem Chef fristlos kündigt, findet sie eine Anstellung in der Stadt. Doch dort wird sie nicht glücklich.Ruth schlittert in eine Heirat mit dem Juniorchef Heimer ,doch diese Ehe steht unter keinem guten Stern. Nur Marie geht schnurgerade ihren Weg ,arbeitet und entwirft weiter an  ihren Glaswaren. Kurz nachdem sie Christbaumkugeln bläst und diese einem Amerikaner verkaufen kann, stehen die drei Schwestern vor der Entscheidung : Den väterlichen Glasbläserbetrieb neu aufbauen oder weiterhin unter fremder Herrschaft schuften?

    Da die Geschichte um 1890 handelt, sind die Sitten und Gebräuche dieser Zeit angepasst, So auch das Frauenbild der damaligen Gesellschaft .Sehr interessant fand ich die vielen Details zu der Glasbläserkunst .
    Die Protagonistinnen sind als kluge, mutige Frauen beschrieben , die sich gegen das Rollenbild versuchen aufzulehnen.

    Die Glasbläserin ist sehr spannend, es hat mich begeistert.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Drei Schwestern

    Die Glasbläserin

    Im kleinen Glasbläserdorf Lauscha im Thüringer Wald stirbt 1890 der Glasbläser Joost Steinmann.Seine drei Töchter Johanna, Marie und Ruth stehen nun völlig mittellos da und kämpfen ums Überleben. Durch einen Zufall wird der amerikanische Geschäftsmann Wollworth auf die gläsernen Christbaumkugeln aufmerksam und Marie wagt es, für sich und ihre Schwestern, eigenständig kunstvolle Christbaumkugeln zu kreieren, die dem Amerikaner sehr gut gefallen....


    Die Amerikanerin

    Marie verlässt ihr Heimatdorf Lauscha, um ihre Schwester Ruth in New York zu besuchen. Sie lernt das Künstlerviertel Greenwich Village kennen, und Franco de Luca, einen italienischen Weinbauern. Marie folgt ihm nach Genua, wo sie einem düsteren Geheimnis auf die Spur kommt und ihr neues Heim zu einem Gefängnis für sie wird.

    Derweil erfährt Maries Nichte Wanda, dass der Mann ihrer Mutter Ruth nicht ihr leiblicher Vater ist und mach sich auf nach Lauscha, auf die Suche nach ihrer wahren Identität....


    Das gläserne Paradies

    Johanna führt nun schon seit Jahren die Glasbläserei Steinmann im Thüringischen Lauscha weiter. Da die wichtigste Glashütte der Gegend verkauft werden soll, gerät auch ihr Betrieb in Gefahr. Die Steinmann`s sind fest entschlossen, die Glashütte zu retten. Sie gründen mit dem, teils unter großen Entbehrungen, zusammengetragenem Kapital eine Genossenschaft, welche zunächst vielversprechend zu sein scheint, und dann doch, zunächst, in einer Katastrophe endet....


    Meinung / Fazit:

    Bei diesen drei Büchern handelt es sich um die Glasbläser-Saga, die ich hintereinander gelesen habe, da ich wissen wollte, wie sich das Schicksal der Steinmann-Schwestern entwickelt.

    In einem flüssigen und bildhaften Schreibstil ist es der Autorin gelungen, mich in eine Welt zu entführen, die es so nicht mehr gibt.

    Die Beschreibungen der Landschaft und des Dorfes Lauscha, das Leben im fernen Amerika und in Genua sind so beschrieben, dass ich mich in die damalige Zeit hineinversetzen konnte.

    Zur damaligen Zeit waren Glasbläsereien fest in Männerhand, Frauen durften nur die Arbeit des Bemalens, Verzierens und das sorgfältige Verpacken übernehmen.

    Daher fand ich den Mut von Marie und ihren Schwestern beachtlich, sich dagegen zu stellen.


    Ich habe mit den Schwestern gebangt, gehofft und gelitten und den Zusammenhalt der Familie, auch wenn es nicht immer ganz harmonisch einherging, bewundert.


    Diese Trilogie kann ich allen Lesern empfehlen, die sich für historische Roman interessieren.


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