Der Sohn der Welfin

von Petra Gabriel 
4,0 Sterne bei2 Bewertungen
Der Sohn der Welfin
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Inhaltsangabe zu "Der Sohn der Welfin"

Der junge Friedrich von Schwaben muss miterleben, wie sein Vater, der Herzog, um die Königskrone gebracht wird. Der Herzog wird geächtet, während die Familie der Mutter von den neuen Zeiten profitiert. Friedrich wird hineingezogen in den Hass, mit dem sich Staufer und Welfen im Kampf um die Macht zu zerfleischen drohen. Halt findet er erst, als zwei Burgunderkinder an den Hof kommen, er erlebt Freundschaft, fasst Vertrauen. Der Junge ahnt nicht, dass ihn auch diese beiden in eine tödliche Spirale aus Hass, Verrat und Liebe verstricken werden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839221150
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:343 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:05.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    derMichis avatar
    derMichivor 3 Monaten
    gescheit gescheitert

    In einer Hinsicht gräbt Petra Gabriels Roman der Konkurrenz auch größerer Verlage schnell das Wasser ab: "Der Sohn der Welfin" ist ungemein informativ. Die politischen Zusammenhänge, und was sonst noch so im Umfeld der Welfen und Staufer geschieht, lässt die Autorin gut recherchiert in den Text einfließen, so dass man stellenweise meint, versehentlich in ein unterhaltsam geschriebenes Sachbuch hineingelesen zu haben.

    Denn die Handlung als solche kommt ein wenig zu kurz. In Rückblicken erzählt mal Friedrich, mal ein auktorialer Erzähler und mal andere, oft fiktive Zeitzeugen vom Leben des späteren Kaisers. Das ist ein geschickter erzählerischer Kniff, der an mehreren Stellen effektiv langweiligen Momenten vorbeugt. Doch so richtig vorwärts geht es trotzdem irgendwie nicht. Die episodischen Szenen könnte man noch ertragen, würde nicht jeder Moment, in dem das Geschehen ein wenig Fahrt aufnimmt, von ausführlichen Erläuterungen zu den Geschehnissen unterbrochen oder gleich ganz abgebrochen werden.

    Was vereinzelt nach Cliffhanger aussieht, entpuppt sich allzu oft als offenes Ende. Autoren wie Peter Tremayne, Bernard Cornwell und im deutschsprachigen Raum vor allem Rebecca Gablé haben vorgemacht, wie aus einer komplexen historischen Situation trotzdem ein spannender und gleichzeitig gut informierter Roman werden kann. Dieser Ansatz ist hier ebenfalls erkennbar, doch kann sich keine dieser Absichten wirklich entfalten.

    Dazu kommen fragwürdige Entscheidungen, wie einige Figuren in einem frühen Kapitel im Dialekt sprechen zu lassen. Auch die Iny-Lorenz-würdige Schmonzette mit Sex und Sinnlichkeit im Auftakt hätte nicht sein müssen. Einige historische Patzer trüben das Bild zusätzlich, etwa Bernhard von Clairvaux' Zitation von Bibelstellen, die es zu dieser Zeit so noch lange nicht gab.

    Alles in allem liegt hier ein potentiell guter, wenn auch in der Umsetzung teilweise gescheiterter Historienroman vor, der in Sachen aufregendes szenisches Erzählen seinen Mitbewerbern nichts entgegenzusetzen hat. Für einen Überblick über die Epoche und Friedrichs Weg zur Macht eignet sich das Buch dennoch, interessierten Mittelalterfans sei insbesondere der einmal mehr sehr informative Anhang mit Stammbaum und Zeittafel empfohlen.

    Bonusmaterial: Anhang mit Stammbaum und Zeittafel

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    Helene2014s avatar
    Helene2014vor einem Jahr
    Unterhaltsame Geschichtsstunde

    Der Sohn der Welfin von Petra Gabriel, einer mir bis dahin unbekannten Autorin, beschreibt die Kinder- und Jugendjahre von Kaiser Friedrich Barbarossa. Immer im Zwiespalt zwischen den beiden großen Herrscherhäusern, den Welfen und den Waiblingern (also den Familien seiner Mutter und seines Vaters) lernt der Junge schon frühzeitig, dass er fast niemanden wirklich trauen kann. Immer wieder gibt es neue Kriege und Fehden, alte Feindschaften und neue. Erst als zwei Waisenkinder, Beatrix und Wilhelm, an den Hof kommen und mit ihm zusammen aufwachsen, findet er etwas Ruhe in seinem jungen Leben. Aber auch durch diese beiden gibt es irgendwann ein böses Erwachen. 


    Die Autorin beschreibt in einem angenehmen Schreibstil und sehr gut recherchiert,  dieses Kapitel in Friedrichs Leben, umrahmt von einer Rahmenhandlung aus Friedrichs späterem Leben als Kaiser. Man kann sich sehr gut in Friedrichs, aber auch in Beatrix und Wilhelms, Gefühlswelt hineindenken. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die vielen Namen, irgendwie hießen damals wohl alle Heinrich oder Friedrich. Es war teilweise etwas verwirrend, hat mich dann aber nicht weiter gestört. 


    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Buch zu kurz ist. An manchen Stellen, besonders am Schluss, hätte die Autorin, meiner Meinung nach, mehr in die Tiefe gehen können. Manches wurde einfach zu schnell abgehandelt. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Fortsetzung.


    Fazit: sehr gut geschriebener historischer Roman über die Jugendjahre eines bedeutenden Kaisers, leider ein bißchen zu kurz. Von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung. 

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