Petra Häring-Kuan , Yu Chien Kuan Pulverfass China

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Inhaltsangabe zu „Pulverfass China“ von Petra Häring-Kuan

Chinas Tanz auf dem Drahtseil

China, dieses Land der Superlative mit 1,3 Milliarden Einwohnern, hat sich in atemberaubendem Tempo vom Entwicklungsland zum Wirtschaftsgiganten gewandelt. Ungebremster Turbokapitalismus trifft auf Kommunismus. Die rasante Entwicklung hat das Leben der meisten Chinesen auf den Kopf gestellt. Während die einen voll Zuversicht in die Zukunft blicken, empören sich die anderen über wachsende Missstände. Petra Häring-Kuan und Yu-Chien Kuan haben mit Chinesen auf dem Land und in der Stadt gesprochen: Wie werden sie mit den Auswirkungen der gewaltigen Umbrüche fertig? Was sind ihre Ängste, was ihre Hoffnungen? Das Reich der Mitte steht vor den größten Herausforderungen seiner Geschichte. Von der Lösung seiner Probleme hängt nicht nur sein eigenes Schicksal ab.
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  • Rezension zu "Pulverfass China" von Petra Häring-Kuan

    Pulverfass China

    Sokrates

    14. August 2011 um 18:38

    Das Buch bestätigt einen Eindruck, den man durch das aufmerksame Lesen von Artikel und Dokumentationen über China gewinnt: einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits den wirtschaftlichen Aufschwung erstrebend, andererseits die eigene Gesellschaft konservierend. Solange die individuellen materielle Bedürfnisse einer offiziell antimateriellen, weil ‚kommunistischen‘ Gesellschaft, befriedigt werden, wird der Einzelne nicht mit politisch-gesellschaftlichen Reformforderungen aufbegehren, die am ausschließlichen Machtanspruch der Führungsriege scheitern würden. Der Einzelne wird zufrieden ‚gemacht‘; eine Aufbegehren so verhindert. Im Rahmen unkritischer gesellschaftlicher Teilhabe wird Chinesen weitgehend alles gewährt, sofern sie natürlich in den großen Ballungszentren leben. Die Randbereiche des Riesenreiches bzw. die noch von Landwirtschaft geprägten ländlichen Gebiete Zentralchinas geraten dabei in Vergessenheit oder spielen zumindest nur eine untergeordnete Rolle. Wirtschaftliche Vorwärtsentwicklung beutet auch in sehr großem Stil die natürlichen oder humanen Ressourcen aus – doch solange eine Gesellschaft erst mal durch Konsum und Anhäufen von Geld sowie Statussymbolen den materiellen Mangel der letzten Jahrzehnte kompensieren muss, kommt es kaum zum kritischen Hinterfragen bestehender Abläufe; Naturschutz ist eher ein Produkt kritischen Reflektierens in Zeiten materieller Sättigung. Das Buch halte ich daher für einen sehr gelungenen Versuch, das vielfältig und für uns Europäer in weiten Teilen nicht nachvollziehbar zwiespältige Verhalten der Chinesen zu erklären.

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