Der stille Herr Genardy

von Petra Hammesfahr 
4,2 Sterne bei161 Bewertungen
Der stille Herr Genardy
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Neue Kurzmeinungen

engineerwifes avatar

Vom Thema her wirklich nichts für Zartbesaitete ... ganz schön heftig!

Teewursts avatar

Ein Buch, das unter die Haut geht...

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Inhaltsangabe zu "Der stille Herr Genardy"

In einer kleinen Wohnung über einer Tierhandlung lebt ein älterer Herr, ein freundlicher, unauffälliger Mensch, der offenbar niemandem etwas zuleide tut. Nur hin und wieder, an Wochenenden, fährt er mit dem Auto weit über Land und spricht auf Spielplätzen kleine Mädchen an. Und dann steht plötzlich ein Mädchen ganz allein draußen in der Kälte vor der Tierhandlung und starrt in das Schaufenster, Tag für Tag. Der ältere Herr spricht es an, gewinnt allmählich sein Vertrauen und lädt es ein, sich in seiner Wohnung aufzuwärmen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404155279
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:333 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:13.06.2006
Das aktuelle Hörbuch ist bei Lübbe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherherz79s avatar
    Buecherherz79vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Brilliant!
    Der wahre Horror wohnt gleich nebenan!

    Ist es nicht schlimm genug, aus den Nachrichten zu erfahren, wenn ein Unbekannter Kinder entführt und sie misshandeln, bis es sogar stirbt? Ja, es geht meiner Meinung nach noch schlimmer. Wenn es der freundliche Nachbar war, oder der lustige Onkel, oder der liebe Opa, oder wie in diesem Buch, ein Untermieter names Josef Genardy war.

    Personen aus dem engsten Familienbereich. Personen, denen man vertraute. Personen die man mochte, ja sogar lieb hatte!


    Sigrid Pelzer ist Alleinerziehend einer achtjährigen Tochter. Zunächst lebt sie mit ihrem Mann und Kind in einem schönen Haus mit Garten. Doch als ihr Mann verstarb, rutschte sie in eine finanzielle Notsituation. Sie sah sich gezwungen, nochmals Geld zu investieren, was ohnehin knapp war, um das Haus so umzubauen, sodass sie von einer Geldquelle profitieren konnte - durch einen Untermieter. Sie gab eine Annonce auf. Der stille Herr Genardy, stieß auf ihre Anzeige. Er bekam den Mietvertrag. Er war schließlich nett und höflich, zeugte von guten Manieren der alten Schule. Sigrid fiel aber auf, dass etwas nicht stimmte, aber zu spät. Er war bereits schon eingezogen. Plötzlich verschwand ein Mädchen, die Freundin von Sigrids Tochter, gleichen Alters. Die Angst wächst und wächst, um ihr eigenes Kind...


    Der Schreibstil von Petra Hammesfahr ist aussergewöhlich gut und sehr spannend aufgebaut. Viele Bücher in dieser Richtung habe ich schon gelesen, und ich konnte immer leicht ein Buch weglegen. Aber so schockierend und verstörend, jedoch fesselnd aber schonungslos sie auch schreibt, ich musste immerzu weiterlesen. Rasant kam ich voran. Ich habe 334 Seiten innerhalb zwei Tagen durchgelesen. Ich werde mir weiter Bücher von ihr anschauen.


    Warnung:

    Ich kann das Buch nur eingeschränkt empfehlen! Das heißt, wenn Ihr mit der Thematik Kindesmissbrauch umgehen könnt, und stark genug seid, es zu lesen. Trigger-Gefahr! Ihr erfahrt viel Details, sowohl aus der Sicht des Täters, als auch aus der Sicht des Protagonisten. Es ist definitiv nichts für zartbesaitete, und erst recht nichts für empfindliche Mütter mit kleinen Mädchen!


    Nebeninfo:

    Petra Hammesfahr ist eine deutsche Schriftstellerin und Drehbuchautorin.

    Als Deutsche hat sie es geschafft, in Amerika ihr Buch „Die Sünderin“, übersetzt „The Sinner“ zu verfilmen. Die Hauptrolle besetzte die weltbekannte Schauspielerin Jessica Biel.

    Das Buch „Der Stille Herr Genardy“ wurde ebenso verfilmt. Ein Thriller des Regisseurs Carlo Rola aus dem Jahr 1997, der im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die bekannte deutsche Schauspielerin Iris Berben verkörpert die Hauptrolle der Sigrid Pelzer.

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    Hoffins avatar
    Hoffinvor 2 Jahren
    Der stille Herr Genardy

    Der stille Herr Genardy Petra Hammesfahr Nett und hilfsbereit ist der Herr Genardy. Und kinderlieb. Da ist Sigrid, allein erziehende Mutter einer kleinen Tochter, ihr neuer Untermieter nur recht. Doch irgendetwas ist seltsam an diesem stillen Herrn Genardy. Sigrid versucht, das Gefühl von Unbehagen zu ignorieren, ihre Albträume und Visionen, für die es keine Erklärung gibt. Als die Tochter ihrer Arbeitskollegin spurlos verschwindet, bekommt Sigrid Angst, Angst um ihre Tochter... Es geht also um den Herrn Genardy, der Mädchen beobachtet, Mädchen anspricht, Mädchen unter fadenscheinigen Vorwänden zu sich einlädt... Was für ein Glücksfall für ihn, dass seine neue Vermieterin einen Untermieter sucht, der nicht nur genügend Miete zahlen, sondern auch ab und zu auf ihre kleine Tochter aufpassen kann, da sie den Tag über arbeiten muss. Absolut erschreckend, in welche Richtungen Herr Genardy seine Gedanken lenkt. Man sitzt über dem Buch und schüttelt nur den Kopf angesichts der kranken und wirklich gestörten Ansichten, die er aus seinen Gedanken schlussfolgert. Als hier in der Nähe meines Wohnortes Mädchen verschwanden und man am Ende den Täter gefasst hatte, hab ich immer gedacht: Dem muss es doch irgendwie leid tun, der muss seine Tat doch bereuen und wird nie wieder in seinem Leben glücklich werden können. Seit diesem Buch weiß ich, dass so ein Mensch niemals irgend etwas bereuen wird, weil ihm die Folgen seiner Handlung gar nicht bewusst sind bzw. ihm gar nicht bewusst ist, irgend etwas falsch gemacht zu haben. Die mehr als deutlich beschriebenen Gedanken entbehren jeder Logik, jedem Menschenverstand. Noch Wochen später hat mich dieses Buch beschäftigt. Es ist erschreckend real und leider auch zeitgemäß. Meiner Meinung nach ein Muß für Mütter. Absolut spannend geschrieben, bis jetzt für mich eines der besten von Petra Hammesfahr.

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    CoffeeToGos avatar
    CoffeeToGovor 3 Jahren
    Der stille Tod

    Ein unglaublich schockierendes Buch, über einen alten Mann, der gerne kleine Kinder um sich hat.

    Das Buch besteht aus drei Teilen.
    Der erste Teil wird aus der Sicht des Herr Genardy und jedes zweite Kapitel aus der Sicht von Sigrid erzählt.
    Herr Genardy liebt kleine Kinder und es wird nicht an Grausamkeiten gespart.
    Sigrid träumt drei Tage bevor jemand stirbt, von einer Uhr (das erfährt man direkt im ersten Kapitel, dass in ihrer Sichtweise geschrieben ist, deswegen nehme ich nichts vorweg).

    Im ersten Teil erfährt man jedesmal ein bisschen mehr vom Leben der beiden und immer mehr grausame Details kommen ans Licht, so dass der Leser immer öfter seine eigenen schrecklichen Schlüsse zieht.

    Im zweiten Teil kommt das Ganze richtig ins Rollen und man meint zu wissen, wie die Geschichte ausgeht, doch im dritten Teil kommt alles noch viel schlimmer, als man denkt und es läuft auf ein unglaubliches Ende hinaus!

    Natürlich trägt auch Hammesfahrs super Schreibstil dazu bei, dass man das Buch nichtmehr aus der Hand legen kann.

    Das Buch an sich ist schon schockierend, doch wenn man sich vor Augen führt, dass es so etwas wirklich gibt auf der Welt, ist es einfach kaum zu glauben.

    Nur für Mütter wäre dieses Buch denke ich nichts, denn es war für mich schon manchmal schwer, weiterzulesen, aber wenn ich ein Kind gehabt hätte, wäre es sicher unmöglich gewesen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Ein Buch, das nachdenklich macht

    ...

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    Callsos avatar
    Callsovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Die geheime Bestie - der Kinderschänder geht um..
    Ein sensibles Buch über ein Tabu-Thema

    Der nette ältere Herr von nebenan. Der so stille und bescheidene Nachbar, der mit den guten Manieren und den guten Umgangsformen. Wenn genau dieser ältere Herr sich an kleinen Mädchen vergreift. Und das immer wieder.

    Ein äußerst sensibles Thema. Ein heikles Thema, das besondere Emotionen hervorruft.

    Petra Hammesfahr hat eine enorm spannende Geschichte fabriziert, die aus der Sicht einer jungen Mutter erzählt. Die Mutter ist alleinerziehend und berufstätig. Schon ihr verstorbener Mann schien sich häufiger mit der eigenen Tochter Nicole vergnügt zu haben. Doch plötzlich hat die Mutter bei dem neuen Untermieter einen ganz schlimmen Verdacht.

     

    Ein Buch, das von den schlimmsten Vorkommnissen berichtet. Dabei verschont uns die Autorin mit detaillierten Schilderungen. Nichtsdestoweniger ein Buch, das von der starken Story lebt. Die Schreibweise der Autorin ist mal etwas abgehackt und hat für meinen Geschmack etwas Luft nach oben, gleichwohl ein Buch das Nachwirkt und Spuren hinterlässt

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    marcusboelts avatar
    marcusboeltvor 5 Jahren
    Leseempfehlung!


    "Sigrid muss seit dem Tod ihres Mannes ihre Tochter alleine großziehen. Das Geld, dass sie auf ihrer Arbeit verdient, reicht gerade einmal für die Kredittilgung ihres Hauses, daher muss sie das obere Stockwerk untervermieten. Mit Herrn Genardy scheint sie den richtigen Mieter gefunden zu haben. Witwer, ruhig und nett, höflich und kinderlieb. Zu kinderlieb, wie Sigrid findet.

    Zur selben Zeit verschwindet die Tochter ihrer besten Freundin Hedwig, ebenfalls alleinerziehend. Sigrid hat eine böse Ahnung, kann sich jedoch niemandem anvertrauen. Voller Angst malt sie sich im Kopf aus, was es mit Herrn Genardy alles auf sich haben könnte, bis sie eines Tages seine Abwesenheit ausnutzt, um in die an ihn vermieteten Räume zu gehen und seine Sachen zu durchsuchen. Dabei entdeckt sie schauderhaftes…"

    Zuerst dachte ich, nein, eigentlich willst Du das nicht lesen. Petra Hammesfahr baut ihr Buch jedoch sehr spannend auf, erzählt die Geschichte in drei Abschnitten, von der Kindheit Sigrids und der Vorgeschichte Herrn Genardys über die Ermittlungen nach der Ermordung von Hedwigs Tochter bis schließlich Sigrid ihrem Verdacht nachgeht. Während im ersten Teil noch abwechselnd aus Sigrids und Herrn Genardys Sicht erzählt wird, geht es im zweiten und dritten Teil nur noch aus Sigrids Sicht weiter.

    Je weiter ich ins Buch gekommen, desto spannender wurde es und desto schlechter konnte ich es weglegen. Ich wollte immer weiter lesen und im letzten Teil konnte ich auch nicht mehr aufhören. Die letzten 160 Seiten musste ich am Stück lesen, die Geschichte hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Unbedingte Leseempfehlung!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr

    Petra Hammesfahr ist eine der führenden deutschen Krimiautoren und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher noch kein Buch von ihr gelesen habe. Vor kurzem fiel mir aber dieser doch wohl sehr bekannte Roman von ihr in die Hände. Er wurde sogar erfolgreich verfilmt mit Iris Berben in der Rolle der Sigrid Pelzer.

    Sigrid Pelzer ist eine unsichere Person, von ihrer Mutter immer lieblos behandelt, die kleine Schwester immer vorgezogen, heiratet sie den ersten Mann der ihr begegnet. Franz ist ein ganz Lieber. Er kümmert sich umsichtig um Sigrid und eigentlich kann sie sich gar nicht über ihn beklagen. Warum nur wird ihr ganz beklommen, wenn am Samstagabend der Liebesakt ansteht? Er ist doch ganz vorsichtig, dennoch verkrampft sich in ihr alles. Es fühlt sich falsch an.

    Überhaupt hat Sigrid immer wieder "Gefühle". Sie träumt vor allem in unregelmäßigen Abständen vom Braunen, der ihr den Tod ankündigt. Drei Tage nach dem Traum stirbt ein Mensch in ihrer Nähe, jemanden, den sie gut kennt. Der Braune scheint sie warnen zu wollen, aber sie versteht ihn nicht. Wer ist diesmal gemeint? Und wie wird er umkommen? Auch Franz konnte sie nicht warnen. Sein Auto fuhr ungebremst auf einen Baum. Absicht oder Unfall?

    Seitdem muss Sigrid allein klar kommen - sie und ihre achtjährige Tochter Nicole. Sie hat Mühe, das große Haus allein zu halten. Deshalb sucht sie eine Untermieterin, die sie auch mit großem Glück findet. Eine Idealbesetzung, die sich auch noch um ihre Tochter kümmert, während sie arbeitet. Die sogar im Haushalt hilft, die fast eine Art Ersatzmutter für Sigrid ist. Als diese wiederum auszieht, muss Sigrid schnell einen Nachmieter finden. Und obwohl sie unbedingt wieder eine ältere Frau dafür haben will, läßt sie sich von ihrer Mutter überrumpeln und vergibt die Wohnung an den doch so netten und stillen Herrn Genardy.

    Aber von Anfang an ist ihr nicht wohl dabei. Ihre Wohnung ist nicht abschließbar, er kann jederzeit hereinplatzen. Und man hört ihn auch kaum, als ob er nur rumsitzt und lauscht. Und er ist so übertrieben liebenswürdig zu Nicole und ihrer Freundin Denise, die bald nicht mehr zu den Pelzers nach Hause kommen will. Ist es vielleicht wegen Herr Genardy?

    Noch bevor Herr Genardy einzieht, verschwindet die kleine Tochter Nadine von Sigrids Kollegin Hedwig und drei Tage später wird sie tot aufgefunden - missbraucht. War Nadine gemeint, als der Braune das Letzte mal im Traum auftaucht? Aber Sigrid kennt sie doch kaum, auch stimmt der Todeszeitpunkt nicht. Oder ist vielleicht Herr Genardy selbst der Tod, den sich Sigrid ins Haus geholt hat?

    "Der stille Herr Genardy" ist ein hochspannendes Buch, welches dennoch sensibel mit dem Thema Kindesmissbrauch umgeht. Im ersten Teil wechseln sich die Erzählperspektiven von Sigrid und Herr Genardy ab. Von Anfang an wird kein Zweifel an der Veranlagung des Genardy gelassen. Danach sieht man nur noch Sigrids Sicht - wie sie mit sich kämpft, mit ihren Visionen, mit ihrer Verantwortung zu ihrer Tochter, mit ihrer Hilfslosigkeit. Sie hat keine Beweise, aber ihr Gefühl überfällt sie, hält sie gefangen. Beklemmend ist das. Man möchte sie immer wieder schütteln, warum sie nichts sagt, warum sie ihre Ängste niemandem anvertraut.

    Sie macht langsame Schritte, wägt ab. Erzählt irgendwann ihrem neuen Freund Günther von Franz und seiner Veranlagung. Sie weiß, wie so jemand tickt. Aber Franz hat kein Kind angefasst, dessen ist sich Sigrid sicher. Wie ist also einer, der nicht an sich halten kann, der eine echte Gefahr ist für ihr Kind? Was ist, wenn sie einen unschuldigen Menschen verdächtigt? Er ist doch immer so nett und zuvorkommend, der Herr Genardy.

    Viel zu lange zögert sie. Aber irgendwann will sie es wissen, will es allein lösen, will erwachsen werden und es sich selbst beweisen: daß sie keinen Franz mehr braucht.

    Unbedingt lesen!

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    sarahsbuecherwelts avatar
    sarahsbuecherweltvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr

    Petra Hammesfahr ist eine bekannte Autorin, die so manchen spannenden Thriller oder Krimi geschrieben. Mit dem vorliegenden Werk befasst sie sich mit einem heiklen Thema, das stets aktuell ist – Kindesmissbrauch. Kein Kind ist vor dieser Thematik wirklich sicher. Ich war gespannt, wie Petra Hammesfahr dies in einem Krimi authentisch umsetzen würde.

    Herr Genardy ist kinderlieb, freundlich und hat ein düsteres Geheimnis. Seine Vorliebe gilt kleinen Kindern. Angefangen bei seiner Tochter, kann er den Trieb nicht unterdrücken und sucht sich regelmäßig kleine Kinder auf einem Spielplatz aus. Als er der Tochter von Hedwig begegnet, überkommt es ihn. Obwohl sie nicht seinem Altersschema entspricht wird er unvorsichtig und lässt sich gehen. Am Ende vergewaltigt und bringt das kleine Mädchen um. Eine falsche Spur ist schnell gelegt und so wird ein anderer Mann verhaftet. Herr Genardy taucht unter und kommt zufällig bei Hedwigs Arbeitskollegin Sigrid unter. Als Witwe muss sie einen Teil des Hauses vermieten und freut sich über das Extra-Geld von Herrn Genardy. Ihr Mann, selbst ein Kinderschänder, starb vor sechs Jahren und ließ sie mit der gemeinsamen Tochter zurück. Es dauert nicht lange und Sigrid überkommen bei Herrn Genardy die gleichen Gefühle, wie bei ihrem Mann. Sie ahnt, dass etwas mit ihm nicht stimmt und kommt seinem schrecklichen Geheimnis auf die Spur. Dabei gerät ihre Tochter, deren beste Freundin und ihre Nichte ins Kreuzfeuer.

    Das Buch ist in drei Teile unterteilt, die jeweils rund 15 einzelne Kapitel haben. Im ersten Teil gelang es der Autorin mich gekonnt zu verwirren. Anfänglich erzählt sie zwei Geschichten parallel aus Sichtweise der jeweiligen Person. Leider vergisst die Autorin dies zu erwähnen oder zumindest deutlich darzustellen. Am Anfang hatte ich das Gefühl Gegenwart und Vergangenheit ein und derselben Person zu lesen. Erst als von einer Hochzeit die Rede war, wurde ich stutzig.In diesem Teil lernt der Leser Herrn Genardy und seine perverse Vorliebe für kleine Kinder kennen. Man erfährt seine grobe Vergangenheit der letzten Jahre und kann hautnah erleben, wie er sich gerade an ein unschuldiges Kind heran macht. Nebenbei lernte ich Sigrid und ihre Versionen kennen. Nach und nach verbinden sich diese Geschichten und der Leser erwartet eine Verbindung, die es so nicht geben wird. Petra Hammesfahr wäre keine gute Autorin würde sie nicht eine brisante Wendung einbauen.
    Ab dem zweiten Teil verknüpft die Autorin geschickt beide Perspektiven und Schauplätze, sodass man nur noch einer Geschichte folgen muss. Diese wird aus Sichtweise von Sigrid geschildert.

    Eigentlich finde ich die Umsetzung und die Ansätze zwar pervers, aber authentisch. Ich konnte mich ohne Probleme sowohl in die abwegigen Gedankengänge von Herrn Genardy hineinversetzen, als auch die Ängste von Sigrid begreifen. Ihre Angst steht für das, was viele Mütter fühlen. Dadurch das sie selbst mit einem solchen Mann verheiratet war, ist die Angst für sie noch präsenter und kann noch lebendiger dargestellt werden. Petra Hammesfahr schildert detailliert, ehrlich und schockierend, wie schnell ein Kind in die Fänge eines Kinderschänders gelangen kann und das selbst eine ausreichende Aufklärung kein Kind wirklich schützen kann. Als Leser bekommt man regelrecht Gänsehaut, wenn man hört, wie ein solcher Kinderschänder denkt. Sie versucht nichts zu beschönigen oder zu verharmlosen. Gekonnt baut sie sogar die Emotionen einer Mutter ein, die ihr Kind durch die Hand eines solchen Kinderschänders verloren hat. Angst, Vorwürfe und die unsagbare Trauer, das Kind nicht beschützt zu haben werden realistisch an den Leser vermittelt.

    Wenn es um die Realität geht, hat mich Petra Hammesfahr gänzlich überzeugen können. Allerdings empfand ich die Passagen, die sich mit dem Zukunftsträumen befassten, einfach nur unpassend. Ich will nicht abstreiten, dass es bestimmte Dinge gibt. Auch das sich bestimmte Träume erfüllen, kann vorkommen. In meinen Augen passt ein solcher Hauch jedoch nicht in dieses ernste Thema. Es wird dadurch eher ins Lächerliche gezogen. Nicht nur ihre Visionen vom Tod, sondern auch die Träume, wer der Mörder ist wirkten deplatziert. In jedem anderen Krimi hätte mich dies nicht gestört. Ein Medium ist in der heutigen Zeit nicht unbedingt was neues. Bei einem heiklen Thema wie Kindesmissbrauch finde ich es aber störend und unpassend. Auch ohne diesen Einbau hätte Petra Hammesfahr genügend Spannung aufbauen können, um jeden Leser zu fesseln. Schließlich möchte man wissen, ob Herr Genardy gefasst wird, an wie wie vielen Kindern er sich vorher noch vergreift, wie viele Kinder er schon missbraucht hat und wie es sich aufklärt. Für mich ist das schon spannend genug.

    Wer selbst ein Kind hat, wird dieser Geschichte noch mit ganz anderen Augen folgen und sich sicherlich öfters die Frage stellen, wie man selbst reagiert hätte. Für die Spannung sicher dienlich, wird vieles verschwiegen und erst im letzten Augenblick, als es schon fast zu spät ist, aufgeklärt. Das sorgt für einen spannenden Schluss, der meines Erachtens in Lichtgeschwindigkeit herbeigeführt wird. Im Vergleich zum Anfang und Mittelteil ist der Schluss wie ein Zeitraffer.
    Ich persönlich, habe mich allerdings immer wieder gefragt, warum eine Mutter so handelt. Wenn ich diese Fakten herausgefunden hätte, ich hätte sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt und hätte zumindest meine Tochter aufgeklärt. Jeder weiß, wie naiv Kinder in diesem Alter sind. Vor Fremden sind sie noch distanziert, aber einem Bekannten vertrauen sie. Selbst wenn man seinem Kind nicht die ganze Wahrheit sagen kann, um die Kinderseele nicht zu sehr zu belasten, kann man ein Kind nicht in einer solchen Dunkelheit herum tappen lassen. Auch wenn die Mutter einem nicht glaubt, so kann man sein Kind nicht mit Unwissenheit schützen. Am Ende des Buches war ich der Überzeugung, dass man das Mädchen, aber auch jedes andere Mädchen mit genügend Aufklärung hätte schützen können. Damit meine ich nicht nur Aufklärung gegenüber Fremden, sondern auch Nachbarn und Verwandten.

    Im Großen und Ganzen ist Petra Hammesfahr ein Werk gelungen, welches Spannend, tiefgründig und realistisch ist. Durchgehend ist ein roter Faden vorhanden und der Stil lässt sich flüssig lesen. Der Hauch vom übersinnlichen kann überlesen werden, wenn er als störend empfunden wir, schadet der eigentlichen Thematik aber nur theoretisch. Es wirkt bei dem ernsten Thema deplatziert, aber nimmt der Kindesmisshandlung nicht die Authentizität. Meines Erachtens spürt man an jeder Stelle, dass sich die Autorin mit der brutalen Wahrheit eines Kinderschänders und dessen Opfer befasst hat. Stellenweise ist es hart, pervers, aber immer authentisch.

    ===Bewertung===
    Ein trauriges, aber alltägliches Thema, welches mit einem Hauch Übersinnlichkeit trotzdem erschreckend realistisch dargestellt wird. Starke Nerven sind nötig, damit man die Grausamkeit verarbeiten kann. Erst nach dem Showdown kommt der Leser zum Nachdenken. Und nachdenken wird jeder. Für mich wegen der Visionen und dem rasanten Schluss nur drei Sterne.

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    marcusboelts avatar
    marcusboeltvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr

    Sigrid muss seit dem Tod ihres Mannes ihre Tochter alleine großziehen. Das Geld, dass sie auf ihrer Arbeit verdient, reicht gerade einmal für die Kredittilgung ihres Hauses, daher muss sie das obere Stockwerk untervermieten. Mit Herrn Genardy scheint sie den richtigen Mieter gefunden zu haben. Witwer, ruhig und nett, höflich und kinderlieb. Zu kinderlieb, wie Sigrid findet.

    Zur selben Zeit verschwindet die Tochter ihrer besten Freundin Hedwig, ebenfalls alleinerziehend. Sigrid hat eine böse Ahnung, kann sich jedoch niemandem anvertrauen. Voller Angst malt sie sich im Kopf aus, was es mit Herrn Genardy alles auf sich haben könnte, bis sie eines Tages seine Abwesenheit ausnutzt, um in die an ihn vermieteten Räume zu gehen und seine Sachen zu durchsuchen. Dabei entdeckt sie schauderhaftes...

    Zuerst dachte ich, nein, eigentlich willst Du das nicht lesen. Petra Hammesfahr baut ihr Buch jedoch sehr spannend auf, erzählt die Geschichte in drei Abschnitten, von der Kindheit Sigrids und der Vorgeschichte Herrn Genardys über die Ermittlungen nach der Ermordung von Hedwigs Tochter bis schließlich Sigrid ihrem Verdacht nachgeht. Während im ersten Teil noch abwechselnd aus Sigrids und Herrn Genardys Sicht erzählt wird, geht es im zweiten und dritten Teil nur noch aus Sigrids Sicht weiter.

    Je weiter ich ins Buch gekommen, desto spannender wurde es und desto schlechter konnte ich es weglegen. Ich wollte immer weiter lesen und im letzten Teil konnte ich auch nicht mehr aufhören. Die letzten 160 Seiten musste ich am Stück lesen, die Geschichte hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Unbedingte Leseempfehlung!

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    LEXIs avatar
    LEXIvor 8 Jahren
    Kurzmeinung: Ein schlimmes Thema, aber sehr spannend aufgearbeitet. Fesselnd, erschreckend.
    Rezension zu "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr

    Bislang war ich von den Büchern der Autorin Petra Hammesfahr nicht übermäßig begeistert. Mit „Der stille Herr Genardy“ ist ihr jedoch ein Bestseller gelungen. Eindrucksvoll schildert sie das Leben, das Umfeld, die Vorgehensweise des Pädophilen Herrn Genardy. Beschreibt genau, wie er sich den auserwählten Kinder behutsam nähert, sie in Sicherheit wiegt, sie schließlich in seine Wohnung einlädt, Autofahrten mit ihnen unternimmt. Und wie er nach dem Tod eines Kindes plötzlich verschwindet. Sich still und unauffällig als freundlicher, netter Nachbar präsentiert, der „Kinder so gerne um sich hat“. Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Sigrid erzählt, deren Lebensgeschichte selber alles andere als einfach ist. Was mich störte, ist die nach Kenntnis von Sigrids Vorgeschichte unpassend erscheinende Passivität, das verzögerte Eingreifen und das Abwarten. Aus diesem Grund auch ein Stern Abzug beim Inhalt. Ansonsten ein erschütterndes Buch, dessen Thematik den Leser lange nicht mehr los lässt.

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