Ein Winter in Wien

von Petra Hartlieb 
4,2 Sterne bei58 Bewertungen
Ein Winter in Wien
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Positiv (49):
Literaturwerkstatt-kreativs avatar

Ein sehr schöner und ruhiger Roman. In einer wunderbaren winterlichen Atmosphäre und mit viel Wiener Charme !!!

Kritisch (1):
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Schmalzig, schwülstig, trivial. Die Trope des edlen armen Mädchens - Klappe die 19239292.

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Inhaltsangabe zu "Ein Winter in Wien"

Eine Buchhandlung, ein berühmter Dichter und ein verschneiter Wiener Winter
Wien um 1910. Marie arbeitet als Kindermädchen bei einer angesehen Familie im Cottage-Viertel. Eines Tages wird sie vom Herrn des Hauses zur nahegelegenen Buchhandlung geschickt, um ein Buch abzuholen. Doch sie kommt mit leeren Händen, völlig durchnässt vom Schnee, zurück. Der Band sei noch nicht eingetroffen, Buchhändler Oskar bringe ihn so bald wie möglich persönlich vorbei. Als Oskar am gleichen Nachmittag am Haus in der Sternwartestraße klingelt, hat er gleich zwei Bücher dabei: eines für den Herrn Schnitzler und das andere für Marie, mitsamt einer persönlichen Notiz an das Fräulein. Er möchte sie gerne wiedersehen …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499271564
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:23.10.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Literaturwerkstatt-kreativs avatar
    Literaturwerkstatt-kreativvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr schöner und ruhiger Roman. In einer wunderbaren winterlichen Atmosphäre und mit viel Wiener Charme !!!
    Eine nostalgische Zeitreise ins winterliche Wien

    Literaturwerkstatt- kreativ / Blog stellt vor:

    Ein Winter in Wien“ von Petra Hartlieb

    Wien, 1910 im Winter

    Marie Haidinger ist auf dem Land groß geworden. Ihre Kindheit ist geprägt von Armut und harter Arbeit. Sie schafft es jedoch im gediegenen Wiener Cottage-Viertel, beim berühmten Schriftsteller Arthur Schnitzler, eine Anstellung als Kindermädchen zu bekommen. Schnell lebt sie sich im Hause Schnitzlers ein und die beiden Kinder Heinrich und Lili wachsen ihr ans Herz. Sie kann es gar nicht besser haben, endlich hat sie genug zu essen, ein warmes Bett und vor allem eine Arbeit die ihr Freude bereitet. Eines Morgens wird Marie von Herrn Schnitzler zur Buchhandlung geschickt, sie möge ein Buch für ihn abholen. Die junge Marie lernt nun eine völlig neue Welt kennen, aber auch den jungen und charmanten Buchhändler Oskar Novak. Da das Buch für Herrn Schnitzler noch nicht da ist, verspricht Oskar Marie das Buch persönlich am Nachmittag vorbeizubringen. Als Oskar am gleichen Nachmittag vorbeikommt hat er aber nicht nur das Buch für Herrn Schnitzler dabei, sondern auch eins für Marie.

    Auf dem Buch steht “Mir zur Feier. Rainer Maria Rilke“ in dem Buch liegt auch noch eine persönliche Notiz für Marie.


    Verehrtes Fräulein Marie,

    ich erlaube mir, ihnen dieses kleine Präsent zu machen, und hoffe, dass Sie sich ein wenig darüber freuen. Wenn wir uns wiedersehen könnten, wäre ich ein glücklicher Mensch.

    Ihr Oskar“


    Fazit:

    Die Autorin Petra Hartlieb übernahm 2004 eine Wiener Buchhandlung, die heute „Hartliebs Bücher“ heißt. Davon erzählt auch ihr Bestseller „Meine wundervolle Buchhandlung“ erschienen im DuMont Verlag 2014.

    Auch in „Ein Winter in Wien“ spielt wieder Buchhandlung und auch Bücher eine wichtige Rolle, die eigentlich Geschichte ist jedoch die von Marie Haidinger. Das Buch umfasst gerade mal 176 Seiten, trotzdem schafft die Autorin es hervorragend uns in die Vergangenheit mit zunehmen – uns ins damalige winterliche Wien zu entführten. Sie erzählt ruhig und komprimiert und bringt auch inhaltlich alles genau auf den Punkt. Ich wäre an manchen Stellen einfach nur gerne etwas länger geblieben und hätte ein bisschen tiefer geschaut. Zum Trost gibt es bereits einen zweiten Band „Wenn es Frühling wird in Wien“ und dort geht die Geschichte weiter und vielleicht tauchen wir dann ja auch tiefer hinein.

    Die Protagonisten, vor allem aber Marie, gefallen mir gut. Durch die hervorragende bildreiche Beschreibung von Petra Hartlieb war Marie mir immer sehr Nahe und ich hatte das Gefühl mit ihr durch den winterlichen Türkenschanzpark in Wien zu laufen.

    Interessant fand ich die Idee, Marie als Hausmädchen bei den Schnitzlers arbeiten zu lassen, so entsteht auch gleichzeitig ein Gesellschaftsbild jener Zeit. Und auch Arthur Schnitzler wird einem noch mal nahe gebracht, alles was man von ihm gelesen und im Theater gesehen hat erscheint noch einmal vor dem geistigen Auge.

    Passend zur damaligen Zeit ist das Cover des Buches mit Jugendstil-Elementen versehen. Das wirkt aber auf mich eher schlicht und weniger ansprechend. Ich bin zum Glück durch eine Empfehlung auf dieses Buch aufmerksam geworden, sonst wäre dieses warmherzige, nostalgische Buch nicht bei mir gelandet.

    Auf jeden Fall aber, ein sehr schöner und ruhiger Roman. In einer wunderbaren winterlichen Atmosphäre und mit sehr viel Wiener Charme !!!




    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2018/07/19/ein-winter-in-wien/


    Besten Dank an den Kindler Verlag / Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.


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    peedees avatar
    peedeevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Mir hat die Geschichte gefallen – sie war gut, aber nicht darüber hinaus, dafür waren es einfach zu wenige Seiten.
    Gut, aber zu wenig Seiten

    Marie Haidinger, Band 1: Wien, um 1910. Marie Haidinger, 18, arbeitet als Kindermädchen bei Herrn Dr. Schnitzler und Gemahlin. Sie freut sich, in einem so angesehenen Haushalt für die beiden Kinder Lili und Heinrich zu sorgen. Eines Tages hat sie den Auftrag, in der Buchhandlung ein bestelltes Buch abzuholen. Da trifft sie auf den jungen Buchhändler Oskar Novak – er ist gleich von Marie angetan und will sie unbedingt wiedersehen…

    Erster Eindruck: Ein auffälliges Hardcover mit Lesebändchen, gestalterisch trifft es leider gar nicht meinen Geschmack. Das Buch überrascht mit dem ungewöhnlich hohen Format.

    Dies ist mein zweites Buch von Petra Hartlieb, nach „Meine wundervolle Buchhandlung“. Die Autorin entführt den Leser mit dem vorliegenden Buch mehr als hundert Jahre zurück in die Vergangenheit.

    Marie hat mir sehr gefallen. Sie hat keine einfache Kindheit gehabt, denn für den strengen Vater war sie ja eh nur ein Mädchen und hatte nichts zu melden. Ihre Mutter wagte es nicht mehr, sich gegen den Vater zu wehren, zu schmerzhaft war der eine Versuch. Mit fünfzehn Jahren ging Marie von zu Hause weg auf einen Hof, wo sie es nicht gut hatte und bei Nacht und Nebel verschwand. Beim gnädigen Herrn Schnitzler, den ich sehr sympathisch fand, und der gnädigen Frau, die Marie jedoch nicht wirklich leiden kann, gefällt es ihr sehr gut.
    Als sie auf den Buchhändler Oskar trifft, weiss sie gar nicht, wie sie sich verhalten soll – Oskar geht es auch so…
    Beim Besuch des Christkindlmarkts ist Heinrich plötzlich verschwunden! Marie sucht überall, kann ihn aber nicht finden. Was ist nur passiert?

    Das Buch ist mit seinen 172 Seiten sehr schnell ausgelesen. Mir hat die Geschichte gefallen – sie war gut, aber nicht darüber hinaus, dafür waren es einfach zu wenige Seiten.

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    Findabhairs avatar
    Findabhairvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Schlichte Eleganz trifft auf eine poetische Buchwelt im verträumten Wien des frühen 20. Jahrhunderts.
    Zwischen winzigen Seiten, beginnt ihre Geschichte...

    Wie schwer muss es in einer Zeit sein, wie dem des frühen 20. Jahrhundert. In einer Zeit, in der man nicht lange Kind sein kann, sondern schon in frühen Jahren lernen muss, erwachsen zu sein.
    Marie, ein Dienstmädchen hat gerade ihre Anstellung verloren und nun scheint ihr weiteres Leben vorbei. Doch durch eine glückliche Fügung und gutes Geschick gelangt sie in den Hausstand des bekannten Dichters Schnitzlers.
    Schnell fügt sie sich in das Alltagsleben ein und auch ihre Arbeit mit den Kindern fällt ihr immer leichter von der Hand. Auch wenn der Hausherr sehr mysteriös, die Hausherrin sehr lethargisch ist, so erwärmen ihr doch die Kinder so wie das Hauspersonal ihr Leben.
    Es scheint ein ganz normaler winterlicher Nachmittag zu sein, als sie sich mit ihrem jüngsten Schützling in die örtliche Buchhandlung aufmacht, um eine Bestellung ihres Dienstherren abzuholen. Nicht schlecht staunt sie, als eine Dachlawine sie und ihre Schutzbefohlene unter sich begräbt und noch mehr als ein warmherziger junger Mann ihr aus ihrer Bredouille hilft.

    Meine Meinung
    Petra Hartlieb hatte mich schon mit ihrem ersten Buch „Meine wundervolle Buchhandlung“ in Sachen Schreibstil und Format absolut überzeugt. Mich sehr war ich begeistert zu hören, dass sie sich außer im Krimibereich nun auch dem historischen Wien gewidmet hat.
    Es ist eine poetische Zeitreise in eine Zeit, in denen Wien noch verträumt wirkt und doch schon kurz vor dem Umbruch in eine neue Zeit steht. Die Einblicke und Eindrücke in ein Leben als Kindermädchen fand ich äußerst faszinierend. Aber auch die Einsicht in die Buchhandlung, war ein Augenblick, der mein buchverliebtes Herz hat höher schlagen lassen.
    Wie zart scheint doch die ersten, zarten Begegnung der beiden und wie toll erst zu hören, dass es eine Fortsetzung zu dem Buch geben wird. Denn auf dem Winter folgt immer ein Frühling.

    Fazit
    Ein wahres Kleinod unter den historischen Büchern. Eine scheinbar kleine Welt, mit einer unglaublichen Reichweite und Vielfalt. Absolut lesenswert.

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    gaby2707s avatar
    gaby2707vor 8 Monaten
    Eine wunderbare kleine Romanze

    Endlich scheint auch ihr, der 18-jährigen Marie Haidinger von einem ärmlichen Bauernhof, das Glück holt zu sein. Nachdem sie ihr Vater nach der Schulzeit auf einen angrenzenden Bauernhof verschachtert hatte, sie sich in einer Küche hat anstelen lassen, als Kinderfrau und Abwäscherin in einer Wirtschaft gearbeitet hat, ist sie nun bei dem Schriftsteller Arthur Schnitzler in Wien alsKindermädchen gelandet. Seine beiden Kinder Heinrich und Lili wollen schon nach kurzer Zeit nicht mehr, dass sie wieder weg geht. Aber sieht ihr Dienstherr das genau so? Marie würde so gerne bleiben, auch weil sie gerade einen jungen Mann kennengelernt hat. Oskar Novak ist Buchhändler und als die Beiden sich das erste Mal gegenüber stehen, sieht man die Funken buchstäblich fliegen.


    Petra Hartlieb nimmt mich mit ins wienerische Milieu um 1910. Sie hat die Sprache derdamaligen Zeit angepasst und so bin ich noch näer an diesem Zeitgeist dran. Ich lerne kleine Teile der winterlich verschneiten, im Weihnachtsfieber steckenden Stadt kennen, höre hier und da den wienerischen Dialekt heraus und lasse mich von der kleinen Liebesgeschichte zwischen Oskar und Marie verzaubern.

    Aber es sind nicht nur die heiteren sondern auch die ernsten Töne, die diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem machen. So lernt Marie sehr schnell die Unterschiede zwischen der ärmlichen Bevölkerung und der gehobenen Oberschicht kennen. Immer wieder erinnert sie sich an die Worte ihrer Oma, bevor sie von zuhause fort ging: "Marie, du gehst mal in die Stadt und wirst in einem schönen Haus wohnen. Wirst einmal in einem feinen Lokal essen und das Theater besuchen." Das mit dem schönen Haus hat sich ja schon mal bewahrheitet. Und der Theaterbesuch wird auch folgen, denn sie bekommt von Schnitzler zu Weihnachten ein Billet für eine Theateraufführung.

    " Ein Winter in Wien" ist eine wunderschöne, leichte, leise weihnachtlich angehauchte Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Nun freue ich mich auf den Frühling in Wien.

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    SharonBakers avatar
    SharonBakervor 9 Monaten
    Nostalgisch, herzig und so schön ...

    Maries Weg in die Schnitzler Familie und in das Wiener Cottage-Viertel ist ziemlich beschwerlich gewesen. Als einfaches Mädchen vom Lande hat man es nicht leicht und muss sich mit dem zufriedengeben, was man bekommt. Umso mehr kann sie ihr Glück nicht fassen, in einem schönen Haus und einem eigenen Zimmer leben zu dürfen. Nur ist ihre Probezeit als Kindermädchen bald rum und die Ungewissheit nicht bleiben zu dürfen, macht sie innerlich mürbe. Davon unberührt schickt sie der Hausherr zur nahe gelegenen Buchhandlung, um eine Bestellung abzuholen. Dick eingepackt läuft sie mit der kleinen Lili durch den Schnee und begegnet so Oskar, den Buchhändler. Für beide ist es eine magische Begegnung und beide spüren ein Kribbeln, nur werden sie sich wiedersehen? Kann Marie sich auf einen Buchhändler einlassen? Und kann sie überhaupt bei der Familie Schnitzler bleiben?
    Ich habe eine absolute Schwäche für diese Stadt und ganz ehrlich, ich liebe Wien und natürlich ziehen mich Bücher, die in der Stadt spielen magisch an. So ist mir dieses Buch schon letztes Jahr aufgefallen und ich habe es sofort mitgenommen, aber dann fehlte mir die Lesezeit. Aber in diesem Winter musste ich es einfach Schmökern, und ob es sich für mich gelohnt hat, erzähle ich euch nun.

    Diese Geschichte ist ehrlich gesagt kein großes Ding. Es ist vielmehr ein Blick, wie in eine Schneekugel, ein kurzer Augenblick in eine nostalgische Welt, die einen Moment verzaubert und innehalten lässt. Vielleicht sogar zum Träumen und Schmachten einlädt. Genau das, ist ein Winter in Wien, ein kurzes Zeitfenster in eine andere Welt, nämlich die um 1910. Tja, und wer sich diesen Charme nicht entziehen kann, darf die Sorgen und Nöte eines Hausmädchen hautnah miterleben, wer bitte braucht da Sissi, naja, ein bisschen Kaiser kommt schon drin vor, ist halt Wien.

    Der Inhalt ist wie oben schon kurz und knapp erzählt, ein Mädchen aus armen Verhältnissen, die versucht ihr Leben zu meistern. Da gibt es Rückblicke und gesellschaftliche Unterschiede aufzuzählen. Aber auch in der angesehenen Familie ist nicht immer alles rosig. Älterer Mann, junge Frau, abendliche Szenen und übermütige wohlerzogene Kinder. Da bleiben wir doch lieber in der Küche und schnuppern wunderbare Gerüche. Oder stapfen durch das verschneite Wien und lassen uns vom Oskar schüchtern anlächeln. Das macht die Geschichte aus, kein rasantes Abenteuer, keine tief gehende dramatische Liebesgeschichte. Einfach ein Moment in dieser Stadt und genau das hat mich verzaubert.

    Mit Sicherheit ist dieses Buch kein literarischer Happen, aber ein Seelenstreichler, und ich habe es sehr genossen und freue mich unglaublich, dass nach dem kalten Winter, die Knospen des Frühlings wieder noch Wien und zu Marie und Oskar führen werden. Eine Geschichte, die schön und ja, einfach geschildert ist, aber einen Spaß macht und einen richtig auf die Weihnachtszeit einstimmt. Ein Winter in Wien ist ein wunderbarer Lückenfüller und durch die Kürze, auch perfekt für die stressige Adventszeit.  

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    wbetty77s avatar
    wbetty77vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine wundervolle Erzählung, die unaufgeregt daher kommt und den Leser mitnimmt ins winterliche Wien 1911.
    Ein kurzer, aber lesenswerter Roman

    Es ist Winter in Wien, das Weihnachtsfest 1911 steht bevor. Die achtzehnjährige Marie hat vor kurzem ihre Stellung als Kindermädchen bei der Familie des Schriftstellers Arthur Schnitzler angetreten. Als sie für Herrn Schnitzler ein Buch abholen soll, trifft sie auf den Buchhändler Oskar. Oskar ist auf den ersten Blick von dem jungen, etwas scheuen Mädchen beeindruckt. Um ihr näher zu kommen, schenkt er ihr ein Buch und somit nimmt die Geschichte ihren Lauf.

    Marie ist mit ihren achtzehn Jahren ganz auf sich gestellt. Glücklicherweise hat sie trotz ihrer ärmlich - ländlichen Herkunft Lesen und Schreiben gelernt. Dieses Wissen verhilft ihr zu einer Stelle als Kindermädchen bei der Familie Schnitzler. Die beiden Kinder Heinrich, ein aufgeweckter neunjähriger, und Lilli, das zweijährige Nesthäkchen, haben Marie sofort ins Herz geschlossen ebenso wie die Köchin Anna. Für Marie ist diese Stelle ein Glücksfall. Zum ersten Mal in ihrem Leben bekommt sie genügend zu essen und hat ein Bett für sich allein. Im Buchladen lernt sie den Verkäufer Oskar kennen, welcher auf den ersten Blick von der jungen Frau fasziniert ist. Er schenkt ihr ein Gedichtband von Rilke und versucht Marie näher kennen zu lernen. Jedoch ist diese unsicher und zögert. Oskar bleibt hartnäckig und als Marie ihn wirklich braucht, steht Oskar ihr zur Seite.

    „Ein Winter in Wien“ erzählt eine unaufgeregte Geschichte, die im Wien des letzten Jahrhunderts spielt. Der Roman erzählt vom Leben einer jungen Frau, die in ärmlichen Verhältnissen auf dem Land aufgewachsen ist und nun das Leben einer wohlhabenden Familie in Wien kennenlernt. Wien um 1910 war ein Ort für Träume und Hoffnungen, von denen sich manche erfüllten, manche aber verpufften. Der Leser erfährt im Laufe der Erzählung sowohl Maries Werdegang als auch einiges über Oskars Schicksal. Im Kontext zu dem Leben, welches die Schnitzlers führen, wird deutlich wie gegensätzlich die Leben in der Großstadt sind.

    Petra Hartlieb findet die richtige Sprache und Töne, um den Leser in diese Zeit zurückzuversetzen. Der Roman lebt von den Figuren, die wunderbar erdacht und erzählt sind. Es braucht nicht viel um die Stimmungen für den Leser spürbar zu machen. Das Buch ist eine kleine, feine Geschichte, die liebevoll niedergeschrieben wurde.

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    Sookie70s avatar
    Sookie70vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kurze, auch kurzweilige, Gesellschaftsgeschichte rund um Arthur Schnitzlers Hausangestellte in Alt-Wien. Nett, aber unspektakulär.
    Alltagsgeschichte aus dem Alten Wien

    Marie stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Auf Umwegen kommt sie als Kindermädchen ins Haus des berühmten Dichters Arthur Schnitzler. Obwohl man dem verheirateten Mann nachsagt, eine nicht ganz legitime Nähe zu jungen Frauen zu pflegen, verhält er sich Marie gegenüber höchst anständig - auch dann, als das Mädchen in eine unangenehme Lage gerät. Auch die Liebe darf in der Geschichte rund um das Alltagsleben im Fin de Siècle in Wien natürlich nicht zu kurz kommen...

    Ein mit 170 Seiten recht kurzer Roman, der einen Blick hinter die gesellschaftlichen Kulissen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts erlaubt - romantisch, aber ohne große Höhepunkte und gänzlich ohne "Cinderella-Effekt".

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine sprachlich schöne Geschichte rund um Arthur Schnitzler und seine Familie aus Sicht des Kindermädchens.
    Wien um 1910 - ein Weihnachtsmärchen

    Für mich ist dieses schmale Buch wie Heimkommen, ein Wiederbegegnen alter Freunde. Ich kenne die Gegend, das sogenannte "Cottage"-Viertel, in dem viele großbürgerliche Familien ihre Villen hatten. 

    Die Geschichte ist in Wien im Winter des Jahres 1910 angesiedelt und beschreibt die damalige Welt aus Sicht des Kindermädchen Marie, das im Haushalt des Schriftstellers Arthur Schnitzler und dessen Frau Olga, lebt.

    Die wunderschöne Sprache begeistert mich. Sehr sensibel sind die Gefühle des Kindermädchen geschildert als während eines Besuchs des Christkindlmarktes ihr Schützling Heinrich, der Sohn des Hauses, plötzlich verschwunden ist.  

    Gut und eindrucksvoll sind die Widerwärtigkeiten, die das, vor allem weibliche, Dienstpersonal in dieser Zeit erdulden muss. Marie bleibt davon weitgehend  verschont.

    Die triste Situation in ihrer eigenen Familie, mit vielen Geschwistern, einer verbrauchten Mutter und einem trunksüchtigen Vater, ist typisch für diese Zeit. 

    Fünf Sterne für dieses Sittenbild aus der "guten alten Zeit", die so gut gar nicht war.

    Kommentare: 2
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    FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar
    FreydisNeheleniaRainersdottirvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schöne kleine Anekdote über die Familie Schnitzler und einem fleißigen Kindermädchen mit trauriger Vergangenheit.
    Eine kurze, detailgetreue Geschichte, die eigentlich eher in die Weihnachtszeit passt

    Ein Winter in Wien, das war mir vorher nicht bewusst, ist eigentlich eine kurze, historische Weihnachtsgeschichte über die Familie des österreichischer Erzählers und Dramatikers Arthur Schnitzler und ihr Kindermädchen Marie. Was solls, dann habe ich eben eine Weihnachtsgeschichte im Februar gelesen. Gelohnt hat es sich allemal, denn seit vielen Jahren bin ich Fan von Erzählungen, in denen es um große Persönlichkeiten des 18., 19. und 20. Jahrhunderts geht. Auch hier kam ich wieder auf meine Kosten, ist doch die Geschichte sehr detailliert geschrieben. Selbst der damals aufkeimende Antisemitismus findet an mehreren Stellen Erwähnung und hinterlässt irgendwie ein flaues Gefühl, wenn man doch weiß, in was dieser in den 1930ern schließlich gipfelte. Jedoch ist diese Geschichte auch noch mehr, eine Romanze, ein modernes Märchen, das irgendwie Hoffnung bringt, spielt sie doch auch in einer Zeit, wo Frauen nichts weiter waren, als das Eigentum ihrer Männer, ihrer Väter oder Dienstherren und sie quasi ohne deren Erlaubnis nichts tun durften. Und trotzdem findet die junge Marie irgendwie ihren Weg, ist Arthur Schnitzler zu ihrem Glück einen freundlichen Dienstherren gefunden. Diese Geschichte, ist sie auch ein wenig kurz, ist absolut lesenswert.

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    Athenes avatar
    Athenevor 2 Jahren
    Wien um 1910 zur Weihnachtszeit


    INHALT:
    Wien um 1910 zur Weihnachtszeit. In einem Haus im Wiener Cottage-Viertel bereiten sich die Bewohner auf den Weihnachtsabend vor.

    FAZIT:
    Der Einstieg in das Buch fiel mir außerordentlich schwer, denn das Buch ist nicht nur mit österreichischen Vokabeln und Mundart versehen, sondern auch mit alten Formulierungen wie "Frauenzimmer", "Bub" usw.
    Ich brauchte einige Seiten, um in der Zeit des Buches anzukommen. Rückblickend muss ich jedoch sagen, dass dieser Stil zum Buch passt. Ein Buch zur Kaiserzeit im verschneiten Wien kann nicht in moderner Sprache verfasst werden. Doch sowas liest man nicht alle Tage.

    Die Weihnachtszeit bedeuten für die Köchin Anna, das Dienstmädchen Sophie und das Kindermädchen Marie Arbeit und besondere Vorbereitungen, während die Kinder des guten Hauses Heinrich und Lili dem Weihnachtsabend entgegen fiebern.

    In diesem Buch wird durch Erinnerungen von Marie und der Gegenwart deutlich, dass die einzelnen Gesellschaftschichten durch ihren Stand, Ihre Religion und ihre finanziellen Mittel zu unterschiedlichen Gestaltungen des Festes gezwungen wurden. Marie kommt aus ärmlichen Verhältnissen und in ihrer Kindehit hingen Papierstreifen zur Zierde am Baum, bei dem Dichter Herrn Schnitzler, Maries Arbeitgeber, hängen Süßigkeiten, Strohsterne und lackierte Zapfen am Baum und wie wir aus einem vorgelesenen Zeitungsartikel erfahren, sieht es bei der Kaiserfamilie nochmal etwas anders aus, denn da gibt es schließlich die Hofbäckerei.

    Das Leben des realen Dichters Arthur Schnitzler gibt hier für die Protagonistin Marie die Rahmenbedingungen vor. Dies fand ich sehr interessant, da mir bislang nicht viel über Arthur Schnitzler bekannt war.
    Marie hatte einen schweren Start ins Leben und die Stelle als Dienstmädchen gibt ihr eine hervorragende Chance im Leben. Sie lernt den Buchhändler Oskar kennen, der sie mit Anstand umwirbt. Doch einige Ereignisse lassen sie um ihre Anstellung bangen.

    Durch Arthurs Schnitzlers und Oskars Affinität zu Büchern ist dieses Buch für Bücherwürmer zur Weihnachtszeit eine nette Ehrung an das gedruckte Wort. Eine interessante Gesellschaftsstudie verpackt in einer weihnachtlichen Geschichte mit Herz: 3 von 5 Punkte.

    http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2017/01/petra-hartlieb-ein-winter-in-wien-von.html

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    Petra Hartlieb, Wiener Buchhändlerin und Autorin, kennt den Stoff, aus dem die Träume sind. Geschickt flicht sie in ihr Wintermärchen Zeit- und Literaturgeschichte ein, erzählt von der Conditio der Dienstboten - und von der Kunst, einen Buchladen zu führen.

    Warmherzig erzählt Petra Hartlieb von verschneiten historischen Gassen und dem Weg zum Glück. Ein perfekter Roman für gemütliche Advents- Nachmittage bei Tee und Plätzchen.

    Petra Hartlieb entführt den Leser in die Zeit des Jugendstils und verzückt Bibliophile mit entsprechender Umschlaggestaltung. Eine Ode an die Literatur und an Wien im Schnee.

    Ein warmherziges und manchmal fast märchenhaftes Buch, in dem die kleinen Gesten die großen Wendungen bringen.

    Ein herzerwärmendes Märchen.

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