Wenn es Frühling wird in Wien

von Petra Hartlieb 
4,2 Sterne bei34 Bewertungen
Wenn es Frühling wird in Wien
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Positiv (27):
Bellis-Perenniss avatar

Eine gelungene Fortsetzung "Winter in Wien", der Geschichte der Marie Haidinger

Kritisch (2):
wandablues avatar

Sehr süß und absolut altmodisch. Aber man kann noch mal in Lektüre wie früher schwelgen. Wenn man will. Ich will nicht!

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Inhaltsangabe zu "Wenn es Frühling wird in Wien"

Wien, 1912. Nach einer Kindheit in Armut hat Marie Haidinger es geschafft. Seit wenigen Monaten ist sie Kindermädchen in der Sternwartestraße 71 – dem Haushalt des berühmten Schriftstellers Arthur Schnitzler im gediegenen Cottage-Viertel. Als sie für ihren Dienstherrn in der nahe gelegenen Buchhandlung auf der Währinger Straße ein Buch abholt, lernt sie eine völlig neue Welt kennen: Die Welt der Bücher. Und Oskar, den ebenso charmanten wie mittellosen Buchhändler, der ihr schon bald Avancen macht. Aber meint Oskar es auch ernst mit ihr?
Wie brüchig das Glück sein kann, wird Marie klar, als Sophie, das Dienstmädchen der Schnitzlers, nach einer Abtreibung fast stirbt. Und als sie zufällig mithört, dass der Hausherr Oskar spätabends im feinen 'Sacher' gesehen hat – in Begleitung einer überaus hübschen jungen Dame …
Vor dem Hintergrund der Werke Arthur Schnitzlers und genau recherchierter historischer Ereignisse lässt Petra Hartlieb das Wien des großen Dichters wiederauferstehen – vom Dienstbotentrakt bis in die glamourösen Salons der freigeistigen Intellektuellen der Zeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832198480
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:180 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:20.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gelungene Fortsetzung "Winter in Wien", der Geschichte der Marie Haidinger
    Im Frühling wächst und gedeiht alles - auch die zarte Liebe

    Man schreibt das Jahr 1912. Marie, das Kindermädchen bei der Familie Schnitzler hat es geschafft. So, wie es sich ihre Großmutter gewünscht hat, besucht sie mit dem Buchhändler Oskar Nowak das k. und k. Hoftheater.  

    Es scheint, dass die zarten Bande zwischen dem zum Teilhaber der Buchhandlung aufgestiegenen Oskar und Marie, jäh durch die Verlegerstochter Fanni Gold bedroht werden. Doch Fanni ist erfrischend offen und erklärt, an einer Ehe mit einem Mann nicht interessiert zu sein. Dann begibt sie sich auf eine Weltreise und besteigt den Luxusdampfer „Titanic“. 

    Wie eng Glück und Leid beieinander liegen erkennt Marie, als das Dienstmädel im Hause Schnitzler, Sophie, nach einer verpfuschten Abtreibung fast verblutet, während sie selbst mit Oskar lange Spaziergänge unternimmt. 

     

    Meine Meinung: 


    Die Fortsetzung zu „Ein Winter in Wien“ ist sehr gut gelungen. Für mich hätten es durchaus noch ein paar Dutzend Seiten mehr sein können. Autorin Petra Hartlieb weiß wovon sie schreibt, ist sie doch selbst Eigentümerin von mehreren Buchhandlungen. Ihre bildhaften Beschreibungen lassen die Leser den Geruch der Bücher und der gehobenen gutbürgerlichen Küche einatmen. Doch nicht nur die schöne Seite Wiens wird beleuchtet, sondern auch die Ängste und Nöte der jungen Frauen, die aus allen Teilen der Monarchie in die Hauptstadt kommen, und auf ein besseres Leben hoffen. Nicht alle haben das Glück, Anna, die resolute Köchin, die ihr gutes Herz hinter ihrer Schroffheit verbirgt, kennen zu lernen.  

    Die Charaktere sind wieder gut getroffen. Besonders Oskar entwickelt sich rechtschaffen. Da er mit Marie ernste Absichten hat, besucht er ihre Eltern in Oberösterreich und ist über die Aggression, die ihm entgegenschlägt, entsetzt. Nur die Großmutter, die im Ausgedinge ihr Leben fristet, ist freundlich zu ihm. 

    Geschickt verwebt Petra Hartlieb Fakten und Fiktion. Schmunzeln muss ich, als über den Rückgang an Lesern und dem Niedergang der Buchhandlungen bzw. Buchverlage gesprochen worden ist. Die Ängste, die Büchermenschen heute plagen, haben sich seit hundert Jahren nicht geändert.

     

    Fazit:

     

    Vor dem Hintergrund des Fin de Siècle lässt Petra Hartlieb, die „gute, alte Zeit“ wieder auferstehen, die für Dienstboten oft gar nicht so gut war. Gerne gebe ich für diesen einfühlsamen Blick in den Dienstbotentrakt 4 Sterne und hoffe auf eine Fortsetzung.

     

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    ConnyKathsBookss avatar
    ConnyKathsBooksvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Nette nostalgische Geschichte für zwischendurch
    Charmant- nostalgische Geschichte

    Wien, 1912: Seit wenigen Monaten ist die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Marie Haidinger nun Kindermädchen im Haushalt der Schnitzler-Familie und glücklich über ihre Stellung. Ihre große Liebe hat sie auch schon gefunden - mit Oskar, dem charmanten, aber mittellosen Buchhändler, der sie in die Welt des Theaters und der Literatur einführt. Aber meint es Oskar wirklich ernst mit ihr?

    "Wenn es Frühling wird in Wien" stammt aus der Feder von Petra Hartlieb, die mir bislang nur durch "Meine wundervolle Buchhandlung" bekannt war. Umso gespannter war ich auf ihren Ausflug ins Wien der Belle Époque und wurde nicht enttäuscht. Den Vorgänger "Ein Winter in Wien" habe ich zwar nicht gelesen, dennoch fiel mir der Einstieg sehr leicht.

    Ich-Erzählerin Marie ist eine sympathische Protagonistin, die ich auf Anhieb in mein Herz geschlossen habe. Wir bekommen hier einen interessanten Einblick in das Dienstmädchendasein um die Jahrhundertwende und in den Haushalt des berühmten Dichters Arthur Schnitzler. Viel Tiefe und Spannung darf man allerdings nicht erwarten. Der Roman wird sehr ruhig erzählt und eventuelle Probleme werden nur mal kurz gestreift. Alles ist recht lieb und nett und sehr nostalgisch. Ein bisschen heile Welt halt. Dennoch besitzt die Geschichte ihren ganz eigenen Charme. Man fühlt sich einfach wohl beim Lesen und kann die Seele so richtig baumeln lassen. Alle Romantiker kommen natürlich auch auf ihre Kosten, denn Oskar und Marie nähern sich weiter an. Die beiden sind ein schönes Paar, müssen aber noch ein paar Liebeswirren überstehen.

    Gut gefallen haben mir die Passagen über Bücher und Lesen, wie z.B. diese hier: "Sechsundzwanzig Zeichen, um im Kopf einmal um die Erde, ins Mittelalter oder auf den Mond zu reisen." (S. 119) - Wie wahr! 26 Buchstaben eröffnen einem wirklich die ganze Welt. Die Autorin hat hier auch gleich ihren Arbeitsplatz mit eingebaut - eine schöne Idee. Denn Oskars Buchhandlung in der Währinger Straße 122 heißt heute "Hartliebs Bücher". Und das hier auch noch das Titanic-Unglück eine Rolle spielt, hat mich als Titanic-Fan besonders gefreut. Das Ende kommt dann allerdings recht abrupt. Potential für weitere Bände ist somit da.

    Insgesamt kann ich daher "Wenn es Frühling wird in Wien" empfehlen. Eine charmant-nostalgische Geschichte, die mich gut unterhalten hat. 4 Sterne von mir.

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    tinstamps avatar
    tinstampvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Die 176 Seiten lassen keine ausufernde Handlung zu, jedoch lebt dieser eher ruhige Roman von der wunderbaren Atmosphäre und seinem Charme
    Band 2 hat mir noch besser gefallen...

    Bewertung: 4 1/2 Sterne

    Der Folgeband zu "Ein Winter in Wien" von Petra Hartlieb schließt nahtlos an den ersten Band an. Marie, das Kindermädchen im Hause Arthur Schnitzlers, fühlt sich bei ihrem Arbeitgeber wohl und arbeitet gerne als Kindermädchen für den berühmten Schriftsteller. Auch mit Oskar, dem Buchhändler ihres Herzens, verbindet sie noch immer eine tiefe Freundschaft und unschuldige Liebe. Als ihr Arbeitgeber Marie zwei Karten für das k.u.k. Hoftheater schenkt, erlebt sie einen unvergesslichen Abend und erfüllt gleichzeitig den Wunsch ihrer Großmutter....ein Wiener Theaterbesuch......

    Petra Hartlieb hat die Atmosphäre der Kaiserzeit in Wien wieder wunderbar eingefangen. Man erlebt mit den Dienstboten der Schnitzlers das "normale" Leben, das sich nicht immer einfach gestaltet. Gemeinsam begleiten wir Marie durch ihren Alltag als Kindermädchen bei den Schnitzlers. Es gibt Eifersüchteleien, die eine oder andere Tragödie und nebenbei erfährt man etwas mehr über das Buchhändlerleben am Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts. Noch spürt man in der Geschichte nichts vom politischen Wandel....

    Marie ist ein sehr einfaches, aber wissbegieriges Mädchen. Ihr Erstaunen und die Freude über Kleingkeiten machen sie einfach liebenswert. Sie kümmert sich liebevoll um die Kinder der Schnitzlers, Heinrich und die kleine Lilli. Der Standesunterschied zwischen Oskar und ihr verunsichert sie etwas, besonders als dieser die Aussicht hat, später den Buchladen seines Chefs zu übernehmen.
    Oskar macht sich ebenfalls Gedanken über seine Zukunft. Als Vollwaise und mittellos, erscheint ihm dieses Angebot zu "groß". Doch auch ein anderer Buchhändler hat Pläne mit ihm....

    Die Autorin beleuchtet die gesellschaftlichen Unterschiede der damaligen Zeit sehr gut. Mit Maries Familie, die in Oberösterreich einen kleinen Bauernhof bewirtschaftet und von der Hand in den Mund lebt, bis zu den Dienstboten in Wien, einer, für die damalige Zeit aus dem gesellschaftlichen Rahmen fallenden Buchhändlerstochter und der High Society von Wien liegen Welten.
    Einige Leser bemängelten in ihren Rezensionen, dass der politische Wandel dieser Zeit kaum eine Rolle spielt. Ich finde jedoch, dass man in diesem Roman ein Kindermädchen begleitet, das nur einmal im Monat einen Tag frei hat und aus dem Haus kommt. Maries ganzes Leben spielt sich in den vier Wänden der Schnitzlervilla ab und ihre wenige Freizeit möchte sie mit Oskar verbringen. Weltpolitische oder gesellschaftliche Ereignisse erfährt man am ehesten aus der Zeitung und auch diese ist den Herrschaften des Hauses vorbehalten. Die negativen Besprechungen kann ich deswegen nicht ganz verstehen.
    Auch wer hier von einer kitschigen Liebesgeschichte spricht, scheint einen anderen Roman gelesen zu haben. Im ersten Band haben sich Marie und Oskar nicht einmal geküsst und auch in diesemn Folgeband passiert liebestechnisch zwischen den Beiden fast gar nichts. Was hier kitschig sein soll, verstehe ich nicht!

    Das Buchhändlerleben kommt ebenfalls nicht zu kurz. Amüsant fand ich, dass sich diese bereits vor hundert Jahren genauso um sinkende Leserzahlen sorgten. Ebenso wird die geschichtsträchtige Buchhandlung der Autorin im Roman miteinbezogen.
    Besonders hervorheben möchte ich auch wieder das wunderschön gestaltete Cover mit Jugendstilelementen.

    Schreibstil:
    Die wunderbare Atmosphäre von Wien um 1912, der Belle Epoque, hat Petra Hartlieb großartig eingefangen. Die Sprache und die Umgangsform ist der Zeit angepasst, jedoch hatte ich das Gefühl, dass der Altwiener Sprachgebrauch diesmal mehr in den Hintergrund rückt. Neben der bildhaften Beschreibung von Wien, haben die Charaktere diesmal mehr Tiefe und sind sehr authentisch dargestellt.

    Fazit:
    Die 176 Seiten lassen keine ausufernde Handlung zu, jedoch lebt dieser eher ruhige Roman von der wunderbaren Atmosphäre und seinem (Wiener) Charme. Die liebevoll erzählte Geschichte vom Kindermädchen Marie hat mich für kurze Zeit in die Wiener Kaiserzeit zurückversetzt. Mir hat "Wenn es Frühling wird in Wien" noch einen Ticken besser gefallen, als "Winter in Wien" und ich empfehle es sehr gerne weiter.

    Kommentare: 4
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    Gwendolyn22s avatar
    Gwendolyn22vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Bezaubernde Erzählung im Wien des letzten Jahrhunderts. Die Sprache hat mir gut gefallen.
    Bezauberndes Büchlein über ein Dienstmädchen im Jahr 1912

    Dienstmädchen Marie arbeitet für die Familie Schnitzler.

    Auf einem Botengang zur Buchhandlung lernt sie den Buchhändler Oskar kennen – und verliebt sich. Allerdings hat eine befreundete Familie seines Chefs Pläne, ihre Tochter mit Oskar zu verheiraten.


    Zauberzart und sanft erzählt Petra Hartlieb die Geschichte, die im Wien Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Schön beschreibt sie die Sitten und Gebräuche, die Wiener Sprache fließt passend in die Erzählung ein.


    Schade nur, dass der Untergang der Titanic das einzige historisch relevante Ereignis ist, das Petra Hartlieb wirklich in ihrem Roman verarbeitet.


    Ein schöner Band, der zwar nicht unbedingt Lust auf den Frühling macht, da er so gut wie keine Rolle spielt – aber dafür auf Wien, schöne Buchhandlungen und einen Einblick in die Vergangenheit. Ich mag die Sprache und die Atmosphäre, die dieses Büchlein vermittelt.


    Von mir gibt es 4 Sterne.

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    Findabhairvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Auf einen Winter folgt immer ein Frühling&dieser wird die Gefühle aller beleben. Eine gelungene Fortsetzung.
    Wenn Wien im Frühling erwacht...

    Wie gut meint es doch das Leben mit Marie Haidinger. Endlich scheint sie in Wien angekommen zu sein.
    Doch was bringt Oskar, der charmante Buchhändler ihre Gefühlswelt durcheinander. So zart wie seine Gefühle für ihn scheinen, so vorsichtig ist sie. Hat ihr doch erst das kürzliche Unglück von Sophie gezeigt, wie sehr Liebe und Lust umschlagen können. Doch könnte sie dass Oskar zutrauen? Aber auch Oskar kämpft mit sich. So sehr wie ihm Marie seit ihrer ersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf geht, so sehr sorgt er sich im seine Zukunft. Denn kann der ein junger Mensch nur von Liebe leben? Da scheint ihm sein Chefin eine schicksalhafte Zukunft in die Hand geben zu wollen, doch was steckt hinter dem Arrangement mit der Tochter eines Arbeitskollegen.

    Meine Meinung
    Und wir sind zurück in der bezaubernden Welt von Wien, um 1912. Marie und Oskar scheinen nun ihrer Herzen zarten Liebe einen kleinen Schubs gegeben zu haben. Doch was mich noch mehr fasziniert hat, ist dass Oskar Marie in die Welt der Bücher einführt.
    Der Satz: „Wie sehr können 26 Buchstaben meine Welt doch verändern.“, haben mich zutiefst berührt. Den wie sehr hat uns die Bücherwelt den selbst verändert und das bereits ab unserem aller ersten Buch. Und genau diese Eindrücke erleben wir durch Marie wieder.
    Auch in dieser historischen Fortsetzung, fasziniert einen die einfachen Sätze und Wortwendungen mit dem typischen, sprachlichen Wiener Charme. Und doch ist dieser spannungsreicher wie Band eins, denn hier reagieren die Charaktere noch echter und lebendiger. Denn nicht nur sie wachsen und reifen mit der Zeit. Den hinter der ganzen Geschichte steckt eine wirkliche Geschichte. Denn welches historische Ereignis fällt uns allen ein, wenn wir an das Jahr 1912 denken…
    Auch war es interessant, einen tieferen Einblick in Marie’s Vergangenheit zu erhalten. Selbst jetzt spüre ich noch den kalten Hauch, der mir zwischen den Sätzen entgegen wehte. Umso mehr freut es mich, dass Marie so ein lebenslustiger Charakter ist. Doch auch hier durchläuft sie wie Oskar einen inneren Reifeprozess. Denn die beiden sehen einem aufregenden Leben in Wien entgegen.

    Fazit:
    Dieser Frühling in Wien von Petra Hartlieb ist eine gelungene Fortsetzung. Er ist spannender, farbenreicher als der Winter und verspricht einen tollen Vorgeschmack auf dem kommenden Sommer.

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    S
    SunshineBaby5vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schnörkellos und dadurch wunderbar
    Schnörkellos erzählt

    Das Buch "Wenn es Frühling wird in Wien" erzählt aus dem Leben des Buchhändlers Oskar, sowie dem Kindermädchen Marie, die sich ineinander verlieben. Beide haben wenig Geld, so dass eine gemeinsame Zukunft eigentlich aussichtslos erscheint. Trotzdem können sie nicht voneinander lassen. 

    Liebevoll erzählt Petra Hartlieb aus dem Leben der beiden; aus ihrem Alltag, von ihren Sorgen, ihren Begegnungen mit anderen Menschen, ihren Plänen. Es gibt auf wunderbare, schnörkellose Weise Einblick in das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Stimmung des Buches lässt den Leser richtig eintauchen. Die Charaktere sind richtig sympathisch dargestellt und wirken absolut authentisch. Man möchte einfach immer weiter lesen. Das Buch endet leider viel zu schnell, so dass man nur auf einen zweiten Band hoffen kann.

    Die Sprache der Autorin gefällt mir sehr gut, so dass man direkt in die Geschichte einsteigen kann. Zwischendurch erfährt der Leser auch etwas über die Vergangenheit von Marie und Oskar was zusätzliche Einblicke gewährt. Hierdurch steigt nochmal die Spannung und auch das Verständnis für die Entwicklungen.

    Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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    Naibenaks avatar
    Naibenakvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Liebenswert und süß, aber kitschiger als "Ein Winter in Wien"
    Liebenswert und süß, aber kitschiger als Teil 1

    Als ganz besonders liebenswert und mit Wohlfühlfaktor versehen habe ich den ersten Teil dieser Reihe von Petra Hartlieb - Ein Winter in Wien - in Erinnerung. Deshalb habe ich nicht lang überlegt, als der Nachfolger zur Verlosung stand. Überkommt mich doch ab und zu durchaus das Bedürfnis nach leichterer Kost, und da habe ich gedacht, mit Marie und Oskar steht einem entspannten Wohlfühlleseerlebnis nichts im Weg. Mit entsprechenden Erwartungen bin ich also an Teil 2 herangegangen. So weit, so schön.

    Wir erfahren nun Weiteres aus dem Leben der lieben Marie, die eine grausame und lieblose Kindheit in Oberösterreich auf dem Land gehabt hat, und die nun so gesegnet ist mit ihrer Stelle als Kindermädchen im Schriftsteller-Hause der A.Schnitzlers, in Wien. Sie ist vernarrt in die beiden Schnitzler-Sprösslinge (was auf Gegenseitigkeit beruht), hat ein gutes, wenn auch sehr von Arbeit erfülltes Leben und hat ja nun auch den Oskar kennengelernt. Den Buchhändler. Bereits im ersten Teil ein wenig angenähert, geht die zaghafte Annäherung nun weiter. Mit der einen oder anderen kleinen Hürde. Aber insgesamt doch alles sehr auf Sparflamme. Und diese Sparflamme zieht sich durch die gesamte Geschichte. Große, lodernde Emotionen kann man in diesem "Romänchen" nicht erwarten. Diese Geschichte bleibt in allem - seien es nun gravierende Ereignisse, Liebeleien oder das Leben der Schnitzlers - an der Oberfläche. Sie plätschert so dahin und das ist gar nicht so schlimm, wie ich finde. Denn es ist eben von vorne bis hinten leichte Kost. Der Schreibstil ist ganz lieb und zart und flüssig lesbar. Was mich aber diesmal etwas frustriert hat, sind die vermeintlich großen Ereignisse, wie in diesem Fall der Untergang der Titanic, die wohl für mehr Spannung sorgen sollen... *gähn* ;) Oder aber solche besonders kitschbehafteten Momente, wenn eine Verkupplungsaktion mit Oskar ansteht, er mit einer anderen Frau gesehen wird, Marie schmollt... etcpp. So etwas mag ich nicht besonders und deshalb hat mir dieser zweite Teil im Ganzen auch nicht so gefallen wie der erste. Viel lieber hätte ich noch ein wenig mehr über die Schnitzlers erfahren. Da ist definitiv Luft nach oben. Aber mit weiteren Teilen ist zu rechnen und so kann man vielleicht noch hoffen ;) Allerdings glaube ich nicht, dass ich diese Reihe noch weiter verfolgen mag. Mal schauen.

    Fazit: Auch der zweite Teil dieser Reihe um Marie und Oskar in Wien ist liebenswerte, süße und schöne Kost für die kleinen Pausen zwischendurch. Ich habe aber die (vermeintlichen) Spannungsmomente als recht konstruiert und kitschig empfunden. Deshalb hat mich Teil 2 im Ganzen nicht so abholen können, wie es der erste Teil geschafft hat.

    Kommentare: 2
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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Nostalgisch und altmodisch und ein bisserl verstaubt. Aber durchaus zum Wohlfühlen
    Nostalgisch mit Wohlfühlfaktor

    Die Geschichte von Marie und Oskar geht weiter.

    Das liebe Kindermädel Marie hat doch tatsächlich ein Rendezvous mit dem jungen Buchhändler Oskar, noch dazu im herrschaftlichen Wiener  K.u K. Hofburgtheater. Die Karten dazu hat sie von ihrem Brotherren, Arthur Schnitzler als Geschenk erhalten

    Sehr langsam und  zart gedeiht die Liebesbeziehung zwischen Marie und Oskar. Wenn nicht die herrschenden Konventionen wären, immerhin schreiben wir das Jahr 1912. Zauberhaft, altmodisch und ein bisserl verstaubt erleben wir Maries Alltag mit den beiden anvertrauten Kindern Lili und Heini. Genauso liebevoll wie Marie  mit den Kindern geht Petra Hartlieb mit ihren Protagonisten um. Ja, es ist ein Liebesroman vor einer nostalgischen Kulisse und trotzdem ist die Geschichte weder süßlich noch kitschig. Trotz aller Romantik zeigt die Autorin eine Zeit, die wie in ein Korsett gezwängt ist, nicht nur textil sondern vor allem auch moralisch und gesellschaftlich. Es gibt noch die Trennung „zu ebener Erde und im ersten Stock“, die eigene Welt der Herrschaften und ihrer Untergebenen. Die Schwierigkeiten, in die junge Frauen sich bringen konnten finden in diesem Buch genauso Platz und wie leicht man dabei ohne soziales Netz unter die Räder kommen konnte. Auch die Selbstbestimmung der Frau, selbst aus der „besseren Gesellschaft“ war unüblich und unerwünscht

    Neben der zwischenmenschlichen Liebesgeschichte ist es aber auch eine Liebeserklärung ans Lesen, die Literatur und vor allem an eine ganz bestimmte wundervolle Buchhandlung.

    Wenn es Frühling wird in Wien bietet angenehme Unterhaltung mit Wohlfühlfaktor, darüber hinaus ist das Buch optisch und haptisch ansprechend gestaltet, so dass einem kurzweiligen Lesevergnügen nichts im Wege steht.

     

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    Bibliomaries avatar
    Bibliomarievor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein nostalgischer, ja fast altmodischer kleiner Roman, aber liebenswert und herzig.
    Wiener Frühling

    Marie ist ein Mädchen vom Land. Als Kindermädchen im Haushalt von Arthur Schnitzler kommt sie ein wenig mit der „feinen“ Welt in Berührung. Im Vorgängerbuch lernte sie Oskar, einen jungen Buchhändler kennen und traut sich gar nicht an eine Liebe zu denken, denn auch bei Angestellten und Dienstboten gibt es eine Hierarchie und ein Buchhändler steht doch viel weiter oben, als ein kleines Stuben-oder Kindermädel. Dann schenkt ihr Schnitzler zwei Theaterkarten zu Weihnachten und mit Oskar verbringt sie staunend und beeindruckt glückliche Stunden im K & K Hoftheater. Eine ganz neue Welt eröffnet sich Marie.

    Wir sind in Wien, im Jahr 1912 – noch lebt man glücklich. Die Stadt wirkt wie der Hintergrund einer Operette. „Frühling in Wien“ ist eine herzige Geschichte. Ich wähle diesen Ausdruck ganz bewusst, da es liebenswert, aber nie süßlich geschrieben ist. Es wirkte wie aus der Zeit gefallen, entführte es mich für einige Lesestunden in eine vergangene Welt der Operetten und Theater. Nicht von ungefähr hatte ich immer die Melodie des alten Wiener Lieds „Im Prater blüh‘n wieder die Bäume“ im Ohr, auch wenn das zeitlich nicht ganz passt. Das Buch ist unterhaltsam und leicht, vielleicht ein wenig altmodisch im Stil, will nie mehr als unterhalten und das ist gekonnt gelungen.
    Die Schilderung des Schnitzlerschen Haushalts hat mir ausnehmend gut gefallen, die Eifersüchteleien der „Gnädigen Frau“ und die eigene Welt der Dienstboten im Souterrain. Da werden auch nicht die Nöte eines Stubenmädels verschwiegen, die in „Schwierigkeiten“ geriet und nur noch einen Ausweg sah.
    Ebenso interessant war die Welt des

    Buchhandels, auch vor 100 Jahren fürchteten sich die Buchhändler schon vor sinkenden Leserzahlen und prophezeiten das Ende des Buchs. Außerdem darf die geschichtsträchtige Buchhandlung der Autorin auch eine Nebenrolle spielen.

    Auch wenn ich den ersten Teil noch nicht gelesen hatte, die Vorgeschichte der Figuren nicht kannte, war ich gleich inmitten des Geschehens. Das nicht sehr umfangreiche Büchlein ist sehr sorgfältig und liebevoll ausgestattet und auch als Geschenk wunderbar geeignet.

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    Lesemamas avatar
    Lesemamavor 6 Monaten
    Hohe Erwartungen ...

    .. wurden nicht erfüllt


    Zum Buch:
    Marie, ein einfaches Mädchen auf einem Bauernhof geboren und aufgewachsen, wird Kindermädchen im Haus von Dr. Arthur Schnitzler.
    Im Winter (wurde in Teil eins 'Winter in Wien') geschrieben, lernte sie den Buchhändler Oskar kennen. Mit ihm gemeinsam geht sie ins Theater und auch sonst bahnt sich da wohl was an ...


    Meine Meinung:
    Ich sah das Buch, es machte mit dem nostalgischen Cover und auch weil es ein Hardcover ist, auf mich einen hochwertigen Eindruck, und wollte es lesen.
    Ich versprach mir (oder soll ich sagen, ich erhoffte mir) eine großartige Geschichte, da ich bisher nur sensationelles über den ersten Teil gehört hatte.
    So ging ich mit großen Erwartungen an die Lektüre ran und war nach noch nicht mal zwanzig Seiten schon total genervt. Die ständigen Wiederholungen müssen echt nicht sein.
    Nun zog sich der leichte, seichte Stil durch das ganze Buch. Ich hatte immer das Gefühl, ich verpasse was, oder mir entging der Sinn des Ganzen.


    Ich muss gestehen, ich lese gerne romantische, gefühlvolle Liebesgeschichten, aber noch nicht einmal das war hier gegeben. Mich konnte das Buch nicht erreichen. Es fehlte nicht nur Tiefe, die ich alleine schon wegen der Aufmachung erwartete, nein, es kam während des ganzen Buches keine zusammenhängende Geschichte raus. Es war ein loses Aneinanderreihen von irgendwelchen Ereignissen. Völlig belanglos und im Endeffekt auch einfach zuviel des Guten.


    Fazit:
    Mich konnte dieses Buch so überhaupt nicht begeistern. Es fehlte der rote Faden, es war, als würde mir jemand erzählen, was er Gestern mittag gemacht hat.
    Mit waren es zu viele Baustellen, die am Ende einfach nicht zusammen fanden.
    Langer Rede, kurzer Sinn, mich hat das Buch total enttäuscht. Meine Erwartungen waren zu hoch und wurden bitter enttäuscht. Für mich wird es eher kein Wiedersehen in Wien geben.

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