Petra Hulová Endstation Taiga

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Inhaltsangabe zu „Endstation Taiga“ von Petra Hulová

Im Jahre 1946 bricht der dänische Forscher Hablund Doran in die sibirische Eiswüste auf, in das kleine Dorf Charyn. Er ist fasziniert von dem so fremd anmutenden Leben der völlig abgeschiedenen Bewohner und möchte einen Dokumentarfilm über sie drehen. Doch er kommt nie wieder zurück. 60 Jahre später macht sich sein Landsmann, der Anthropologie-Student Erske Jenkel, auf den Weg nach Sibirien, um herauszufinden, was damals geschah.

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  • Rezension zu "Endstation Taiga" von Petra Hulová

    Endstation Taiga

    Beagle

    02. March 2011 um 16:02

    „Mit Endstation Taiga hat sich Petra Hulova einen Platz in der Weltliteratur verdient. Der Ruhm, den ihr dieser Roman einbringen wird, wird ihr lange bleiben.“ (Tyden) – So steht es auf der Rückseite geschrieben. Und ich kann dem nicht widersprechen! Spannend, wie ein Thriller, informativ, wie ein Reisebericht und erzählerische Meisterleistung fügen sich in diesem Buch zusammen. Im Jahr 1946 bricht der Däne Hablund Doran zu einer Expedition nach Sibirien auf. In dem kleinen Dorf Charyn möchte er einen Reportagefilm über das Leben der dortigen Menschen drehen. Ihre Bräuche haben ihn fasziniert und er will dies einem breiten Publikum bekannt machen. Doch er soll nie mehr zurückkehren. Schon bald lässt seine Frau Marianne in verschiedensten Zeitungen Aufrufe abdrucken, dass sie Expeditionen, um ihren Mann zu suchen, finanziert. Doch es melden sich nur Scharlatane. 60 Jahre später wird der Student Erske Jenkel auf eine dieser alten Anzeigen aufmerksam. Er beschließt, seinen lange vergessenen Landsmann zu suchen. Oder zumindest, herauszufinden, was mit ihm geschah, denn Hablund müsste inzwischen an die 100 Jahre alt sein. So bricht der Student ebenfalls nach Charyn auf. Das Dorf hat sich in all den Jahren kaum verändert. Noch immer liegt es mit dem angrenzenden Ort Cevapik im Streit, dort, wo die „Rübenschädel“ hausen, die Ureinwohner dieses Landstrichs. Die Russen von Charyn haben sich noch immer nicht mit ihnen verbunden, leben ihr eigenes Leben. Erske kommt bei der Familie Kavaryc unter. Die Tochter arbeitet in der örtlichen Poststation, sie ist somit eine der wichtigsten Personen im Dorf. Die alten Kacarycs sind zum Teil Nachfahren der Kar, den „Rübenschädeln“, doch, da sie auch zur Hälfte Russen sind, werden sie im Dorf geduldet. Aber Erske erfährt nicht viel über Hablund. Die Zeitgenossen, die ihn noch kannten, sind bis auf wenige Ausnahmen alle inzwischen gestorben. Nur Saska, seine Charyner Ehefrau, lebt noch, aber sie gibt sich nur den vollkommen sinnlosen Hoffnungen hin, Hablund würde eines Tages wieder aus dem Zug steigen. Denn auch Charyn hat er verlassen, ohne, dass Saska ihn jemals wieder gesehen hat. Wo also, ist der Däne abgeblieben? Der Roman gliedert sich immer wieder in verschiedene Erzählabschnitte. Es wird aus den Perspektiven von Hablund, Erske, Marianne und Fedorek (dem Ehemann der Postbeamtin) erzählt. Petra Hulova beschreibt diesen kargen Landstrich dabei so detailgetreu, dass man ihn wahrlich sympathisch finden muss. Sie erzählt vom harten Leben, von der lebensnotwendigen Transsibirischen Eisenbahn und den einfachen Leuten. „Endstation Taiga“ ist ein Buch, das man mit zunehmender Seitenzahl nicht mehr aus der Hand legen kann, so beeindruckend ist es geschrieben!

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  • Rezension zu "Endstation Taiga" von Petra Hulová

    Endstation Taiga

    Mr. Rail

    04. August 2010 um 11:16

    Es war schon immer ein großer Traum von mir, mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Sibirien zu fahren. Endlose Weite, nur das monotone Geräusch der Schienen fressenden Lokomotive im Ohr und die Sinne geschärft für die Fremdheit des Landes und seiner Bewohner. Endstation Taiga von Petra Hulová hat mich auf eine solche Reise entführt. Der einsame rote Koffer inmitten des sibirischen Eises hat mich selbst zu demjenigen gemacht, der ihn dort abgestellt hat. Aktiv in der Rolle des lesenden Betrachters. Ausgestattet nur mit dem Nötigsten und darauf hoffend, dass es der jungen Schriftstellerin gelingt, mich mit all dem auszustatten, was ich zum Überleben in der menschenfeindlichen Landschaft benötige. Der dänische Forscher Hablund Doran begibt sich unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1946 auf die Reise nach Sibirien. Getrieben von der Faszination für die Einsamkeit des Landes möchte er einen Dokumentarfilm über die Menschen, ihr Leben und ihre Bräuche drehen. Gegen den Widerstand seiner Ehefrau Marianne verlässt er Kopenhagen, reist nach Moskau und verlässt die Transsibirische Eisenbahn in der Abgelegenheit der sibirischen Eiswüste. Die Bewohner des kleinen Dorfes Charyn erwarten keinen Fremden, niemand steigt sonst hier aus und noch schwerer ist es, den Ort zu verlassen. Die Menschen haben sich mit dem Leben in dieser Region arrangiert. Die Cevapik, sibirische Ureinwohner, leben hier mit ausgesiedelten Russen zusammen, gemeinsam und doch durch eine ganze Kultur voneinander getrennt. Aufeinander angewiesen und doch weiter voneinander entfernt, als es dem Leben in dieser Umgebung zuträglich ist. Genau hier versucht Hablund, Kontakte zu knüpfen, ins Gespräch zu kommen und an das Ziel seiner Reise zu kommen – das Leben in Sibirien für die Nachwelt festzuhalten. Marianne wartet verzweifelt in Kopenhagen auf ein Lebenszeichen ihres Mannes – doch vergebens. Hablund kehrt nie wieder nach Hause zurück. Ein einziger Brief bleibt Marianne. Sechzig Jahre später macht sich der dänische Student Erske Jenkel auf den Weg nach Sibirien, um herauszufinden was damals geschah. Sich vorsichtig herantastend, versucht er in das Gedächtnis der Menschen einzudringen um behutsam Informationen zu sammeln. Mitten aus dem europäischen Alltag gerissen ist ihm zu keinem Zeitpunkt bewusst, dass er seit sechzig Jahren erst der zweite Fremde ist, der Charyner Boden betritt. Bei jedem Schritt, jedem Gespräch und jedem Blickkontakt steht er in den Spuren Hablund Dorans ohne sie sofort zu erkennen. Wird er das Rätsel um des Verschwinden seines Landsmannes lösen können – und warum hat er sich überhaupt nach Sibirien begeben? Diese Fragen haben mich, wie von böigem Steppenwind getrieben, durch den Roman fliegen lassen. Petra Hulova hat eine Geschichte in Zeitscheiben entstehen lassen und ihre Protagonisten mit einer Schnittmenge von Menschen konfrontiert, die beiden in unterschiedlichem Alter begegnet sind. Endstation Taiga ist ein faszinierender Generationen-Roman, in dem alle Aspekte des Lebens in Sibirien vor dem Hintergrund der immer weiter fortschreitenden Vermischung der beiden Charyner Kulturgruppen eine gewichtige Rolle spielen. Es hat mich gefesselt zu erkennen, von wem die Menschen abstammen, die Erske begegnet – herauszufinden in welcher Beziehung sie und ihre Vorfahren zu Hablund standen, um so meinen eigenen Weg durch die Zeitscheiben einer sibirischen Dorfgemeinschaft zu finden. Diesen Weg habe ich mir nicht nur erlesen, sondern auch erarbeitet, indem ich die Generationen Charyns in einem Stammbaum verewigte und diesen über sechzig Jahre nachvollzog. Da ich ihn hier nicht abbilden kann - empfehle ich den Link: http://literatwo.wordpress.com/2010/08/04/endstation-taiga-von-petra-hulova/ Daraus ergeben die Kreuzungen der Lebenswege zweier dänischer Forscher mit denen der Menschen in Sibirien. Vielleicht ist diese Skizze eine kleine Hilfe beim Lesen des Romans – sie beinhaltet keine „Spoiler“ und führt nicht zur Lösung des Rätsels um den verschwundenen Hablund Doran. Die muss man selbst finden. Der Weg dorthin ist einzigartig!

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  • Rezension zu "Endstation Taiga" von Petra Hulová

    Endstation Taiga

    Clari

    11. July 2010 um 17:51

    Archaische Welt! Mit ihrem Roman „ Endstation Taiga“ entführt Petra Hulová in eine fremde, archaische Welt. Der Forscher Hablund Doran verlässt eines Tages im Jahr 1946 seine Frau Marianne in Kopenhagen. Es zieht ihn in eine fernab der Zivilisation gelegene Gegend in Sibirien. Charyn ist das Dorf am Ende der Welt, in dem Hablund einen Dokumentarfilm drehen will. Eine fremde Welt ist das wahrlich, in die der Held schließlich eindringt. Zuerst wird er von Buro gefangen gehalten, bis ihn dieser wieder laufen lässt, und er sich in dem Dorf umsehen kann. Buro hat den zweiten Weltkrieg mit gemacht und ist ein echter Sowjet geworden. Er weiß etwas von der Welt, das er seinen Mitbewohnern abspricht. Er musste Befehle vollziehen, Gefangene zurückbringen und in gewisser Weise ist ihm Hablund verdächtig. Viele eigenartige Figuren tauchen auf und werden in ihrem sozialen Verbund gezeigt. Es zeigt sich, dass hier Gefangene des Krieges ihrer Arbeit nachgehen, und dass Hunger, Not und Kälte die täglichen Begleiter des Lebens sind. Hablund will eines Tages endlich seine Marianne anrufen. Es gelingt ihm nicht! Nichts funktioniert und so allmählich dämmert ihm, dass man ihm nicht glaubt, dass er so ganz freiwillig hier ist. Wie kann man ihm glauben, da er keinen Reisepass und keinen Zugfahrschein und keine Aufenthaltsbewilligung besitzt? Wie ein düsteres Gewitter zieht sich eine Schlinge um seinen Hals, von der er nichts ahnt. Sechzig Jahre, nachdem Hubland verschwunden und in Kopenhagen nie wieder aufgetaucht ist, macht sich der Student Erske auf, um den Spuren Hublands nachzugehen. Verworren und vielschichtig zeigt die Autorin eine Kultur, die der unseren total fremd ist. Düster und dräuend will keine rechte Freude aufkommen, weil die Geheimnisse um Land und Leute zu groß sind. Petra Hulová schreibt in einem Stil, der dem nüchternen, abergläubischen und archaischen Inhalt gerecht wird. Kriegsfolgen, Gefangenschaft, mystische Gepflogenheiten und die Abgeschiedenheit der Gegend wachsen zu einem unheimlichen Gebilde heran. Man ahnt mehr, als dass man weiß, dass sich hier ein dramatisches Unheil zusammenbraut. Fremdartig bleibt die Geschichte bis zuletzt. Was ist Sinn und Absicht dieser Erzählung? Sind es Zustände, von denen wir in den westlichen Zivilisationen nichts wissen? Mir hat sich der Sinn nicht erschlossen. Die Autorin Petra Hulová gilt als hoffnungsvolles Talent in Tschechien.

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