Die Protagonistin Bella arbeitet als Gebärdensprachdolmetscherin und gerät in den Fall der gehörlosen Köchin Christina, die von einem Stalker verfolgt wird. Was zunächst mit unangenehmen Situationen beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer ernsthaften Bedrohung.
Besonders gefallen haben mir die Einblicke in die Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Menschen und in die Arbeit des Dolmetschens. Der Roman macht dabei ganz nebenbei auf Barrieren aufmerksam, die Hörende vermutlich häufig gar nicht wahrnehmen. Ich habe sogar die beigelegte Karte mit dem Gebärdenalphabet genutzt und mich ein wenig darin verloren.
Auch die Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen: Zürich, das Restaurant, das Essen und das Chalet von Bellas Vater passen wunderbar zu einem herbstlichen Lesetag.
Bella ist eine sympathische und nachvollziehbare Hauptfigur, auch die Beziehung zu ihrem Vater fand ich angenehm realistisch. Etwas mehr Tiefe hätte ich mir dagegen bei Christina gewünscht. Obwohl ihre Situation zunehmend bedrohlich wird, konnte ich emotional nicht ganz so viel Nähe zu ihr aufbauen.
Insgesamt ein souverän geschriebener, schnell zu lesender Krimi, der mir vor allem durch sein Thema und seine Atmosphäre im Gedächtnis bleiben wird.




























