Petra Ivanov Geballte Wut

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Inhaltsangabe zu „Geballte Wut“ von Petra Ivanov

Sebastians Leben ist eine einzige Abwärtsspirale. Seine Eltern sind von seinen schulischen Leistungen enttäuscht, Freunde hat er kaum. Eine Lehrstelle findet er nur dank der Beziehungen seines Vaters, eines Zahnarztes an der Zürcher Goldküste. Einzig im Billardspielen ist Seb wirklich gut. Als er dabei Isabella kennenlernt, scheint sein Leben eine Wende zu nehmen. Doch es kommt anders als erwartet. Statt auf sicheren Boden, führt ihn diese Beziehung aufs Glatteis. Unfähig, sich aufzufangen, schlittert Seb geradewegs in eine Katastrophe.

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    Geballte Wut
    Tom_Zai

    Tom_Zai

    25. March 2014 um 16:24

    Ich habe eben „Geballte Wut“ ausgelesen. Alice Gabathuler hat es hier auf Lovelybooks schon besprochen und zwar so phantastisch, dass ich nur noch um meine eigene Leseerfahrung ergänzen möchte.   Gerade das Spüren „der zweiten Haut“, wie Alice sich ausdrückt, die unverrückbare Sicht durch den jugendlichen Täter, Sebastian, hindurch, ist nicht ganz einfach auszuhalten. Anfänglich fällt mir das erstaunlich leicht. Bis Sebastian den Opfern gegenübersteht und sie erzählen hört – von seiner Tat, die er selber so anders wahrnimmt. Da ist etwas geschehen mit mir. Ich wollte nur noch weg aus dieser Haut und habe meine eigenen jugendlichen Kinder am See sitzen sehen, wo sie auf einen Sebastian treffen. Und dann habe ich gedacht: „Hoffentlich wird der Kerl weggesperrt, für immer am liebsten, kranker Typ, der er ist.“   Aber Petra Ivanov macht es mir durch den inneren Dialog, den sie Sebastian vor Schranken führen lässt, unmöglich, ihn derart abzuurteilen, abzukanzeln, wegzuschliessen, wie ich das reflexartig wünschte – ja bestimmt schon beim einen oder anderen Verbrechen, das publik geworden ist, gefordert habe. Es ist nicht das grenzenlose Verständnis für den Täter, das sie bei mir wecken kann. Das will sie wohl auch gar nicht. Aber mir wird bewusst, dass jede Situation, jede Handlung, aus einer logischerweise subjektiven Sicht wahrgenommen und ausgeführt wird. Und genau diese Sicht des Täters, in die ich als Leser gezwungen werde, kann ich verblüffenderweise nachvollziehen. Alice nennt dieses Gefühl „beklemmend“. Genau das ist es, was ich dabei fühle.   Gratulation, Petra Ivanov! Ich glaube du hast ein Buch geschrieben, dass jeder Lesegeneration, von jugendlich bis alt, einen persönlichen Blick in den Kopf eines Straftäters ermöglicht. Es wird Einzug halten in die Liste der Lehrbücher für angehende Juristen. Kein reisserisches Buch, bis ins Kleinste recherchiert, brillant geschrieben, ein Meisterwerk.

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  • Ein mutiges Buch

    Geballte Wut
    AliceGabathuler

    AliceGabathuler

    04. February 2014 um 08:10

    Geballte Wut ist ein mutiges Buch. Mutig, weil es keinen strahlenden Helden hat, sondern die Geschichte eines Jugendlichen erzählt, der ein verabscheuungswürdiges Verbrechen begangen hat, dessen Opfer zwar überlebten, aber ein Leben lang gezeichnet sein werden. Sebastian, der jugendliche Täter, kommt aus einem gutbürgerlichen Elternhaus, hat materiell alles. Und dennoch wird er zu einem Täter, den wir - wäre Petra Ivanov nicht in ihn hineingeschlüpft wie in eine zweite Haut - nicht verstehen würden. Es ist auch so schwierig genug, ihn zu verstehen (es gelingt nicht immer), aber durch Petra Ivanov gewinnen wir Einblicke in sein Inneres, die Sebastian gegen aussen nicht zulässt. Beklemmend, wie er am Ende des Prozesses nach der Frage, ob er noch etwas zu sagen hat, in einen unendlichen Gedankengang eintaucht, den wir nachlesen können, am Ende jedoch nichts sagt. Schon in früheren Büchern hat Petra Ivanov zu Bildern gegriffen, wenn sie ihre Jugendlichen etwas ausdrücken lassen möchte, für das sie keine Worte finden. Diesmal nimmt sie Billard zum Symbol, eröffnet damit die Geschichte und lässt sie auch damit enden. Dazwischen verlässt sie nie, nicht für einen Moment, die Perspektive. Sie bleibt in der Haut des Jugendlichen. In einer Erzählsprache, die keinen Moment unstimmig oder falsch klingt. Sie beschönigt nichts, sie erklärt nichts, sie analysiert nicht (die Analysen bekommen wir nur durch Sebastian vermittelt, wenn er über seine Therapiesitzungen berichtet). Nur die einzelnen Kapitel beginnen mit Gesetzesparagraphen und Regeln, fast so, als könne man mit dieser kühlen, amtlichen Sprache den Schrecken dämmen, das Unfassbare fassen, Sinn in das Unsinnige bringen. Geballte Wut ist nicht nur ein mutiges Buch, es ist auch ein sehr gutes Buch. Eines, bei dem alles stimmt. Eines, das Fragen aufwirft. Eines, das nicht so schnell wieder loslässt.

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