Petra Ivanov Hafturlaub

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Inhaltsangabe zu „Hafturlaub“ von Petra Ivanov

Hafturlaub. Wenn die ehemalige Polizistin Jasmin Meyer das Wort bloß hört, wird ihr übel – auch sie wurde Opfer einer Gewalttat. Nun aber muss sie sich ihren Ängsten stellen: Die 11-jährige Fanny wird bedroht, und Jasmin vermutet, dass ein Strafgefangener dahintersteckt. Da stellt sich heraus, dass einer der Verdächtigen ein Klient ihres Lebenspartners ist, des Anwalts Pal Palushi. Als der Vergewaltiger Hafturlaub erhält, realisiert Jasmin, dass sie ganz auf sich allein gestellt ist. Doch um Fanny zu beschützen, scheut sie vor nichts zurück.

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    Hafturlaub
    Tom_Zai

    Tom_Zai

    18. October 2014 um 16:43

    Das neuste Werk von Petra Ivanov ist das zweite aus der Meyer- und Palushi-Reihe und vor Kurzem im Appenzeller Verlag erschienen. Die Reihe ist eng verknüpft mit der Flint- und Cavalli-Reihe. Plot Hafturlaub Eine Justizbeamtin findet in der Schultasche ihrer Tochter einen anonymen Drohbrief. Da die Mutter insbesondere Urlaubsgesuche von verwahrten Triebtätern behandelt, geht sie davon aus, dass ihre Tochter in Gefahr ist. Der Zettel könnte von einem Strafgefangenen auf Hafturlaub oder einem Komplizen in der S-Bahn in die Schultasche geschmuggelt worden sein. Die seit Kurzem von ihrem Mann getrennt lebende Mutter engagiert Jasmin Meyer, die Ex-Polizistin, um ihre Tochter zu beschützen und herauszufinden, von wem die Gefahr ausgeht. Pal Palushi, Anwalt und Freund von Jasmin, übernimmt ausgerechnet das Mandat für einen der Hauptverdächtigen, der alles daran setzt, an einem ganz bestimmten Tag begleiteten Hafturlaub zu bekommen. Schattenwurf Ich wollte auch mal so einen Titel kreieren – damit es nicht als offensichtliche Kopie rüberkommt, habe ich das erste Nomen zweisilbig gewählt Petra Ivanov versteht es meisterhaft, gesellschaftlich brisante Themen mit persönlichen Schicksalen zu verknüpfen und sie in Wechselwirkung zu stellen. Alles hat eine Schattenseite, jede Medaille eine Kehrseite. Zwischen diesen Polen, zwischen den Extremen, die regelrechte Schlagschatten werfen, siedelt die Autorin ihren Plot und ihre Protagonisten an. Dabei bleibt sie subtil und differenziert, verzichtet auf Plakatives, lotet die Grauzonen aus. Themen Jasmin Meyer, die in der Gewalt des „Metzgers“ („Tiefe Narben“) war, ist immer noch stark traumatisiert und weit davon entfernt, ein unbelastetes Leben zu führen. Der Bewachungsauftrag ist Segen und Fluch zugleich. Auch die Beziehung zwischen Jasmin und Pal wird davon belastet. Er ist der Anwalt eines der Hauptverdächtigen. Jasmins Perspektive hat eine unglaubliche Wucht, Pals analytischer Geist gibt den Themen Schärfe. Das Dilemma der Justizbeamtin, die hin- und hergerissen ist zwischen ihren beruflichen Pflichten und jenen als Mutter, ist fantastisch dargestellt. Weil sie für die Haftbedingungen, sogar Entlassungen, zuständig ist, gerät ihre Tochter in Gefahr. Jeder freigelassene Täter allerdings stellt auch eine Bedrohung dar – nicht nur für sie, sondern für die Gesellschaft. Die Not des Langzeitgefangenen ist glaubwürdig beschrieben. Auch das Justizsystem selber befindet sich in einem Dilemma: jeder Zwischenfall mit Triebtätern auf Hafturlaub führt automatisch zu mehr Zurückhaltung bei den Bewilligungsverfahren. Wer will schon die Verantwortung für ein Kapitalverbrechen auf Urlaub übernehmen? Petra Ivanov stellt aber auch die Gegenfrage: Wer soll die Verantwortung für ein verschwendetes Leben hinter Gittern übernehmen? Sie klagt weder an, noch liefert sie selber Antworten. Sie schafft es, dass der Leser und die Leserin sich ganz von selber mit diesem schwierigen Thema beschäftigen. Dass man dies gescheiter nicht auf die unreflektierte Weise, wie es immer häufiger in Kommentarspalten von Online-Medien geschieht, tun soll, das wird schon klar, wenn man Hafturlaub liest. Dann ist da noch der innere Konflikt des bedrohten Mädchens. Es fühlt sich zerrissen zwischen ihren getrennt lebenden Eltern, dem Drang nach Freiheit auch, der im Widerspruch zur erdrückenden Sorge ihrer Mutter und der permanenten Bewachung steht. Es gibt noch mehr Themen zu entdecken. Die einen sind offensichtlich, andere ganz fein in den Plot verwoben. Ich mag zum Beispiel die Szene, in der sich Pal Palushi von seinem Vater, dem Patriarchen, massregeln lässt, während Pals Mutter in der Küche etwas brutzelt. Ausgerechnet Pals Mandant, der Gesuchsteller für den Hafturlaub, durchschaut die Mechanismen seines Anwalts und zeichnet mit seinen Bemerkungen ein noch tieferes Bild des Protagonisten. Meinung Petra Ivanov ist die Meisterin des sorgfältig recherchierten Krimis und des fein verstrickten Plots. Dabei scheut sie sich nicht, schwierige Gesellschaftsthemen anzupacken. Wie sie es schafft, diese Themen auf die Ebene des persönlichen Dramas herunterzubrechen, hat schon grosse Klasse. Bestellen beim Verlag HAFTURLAUB, Appenzeller Verlag 2014, Fr. 39.80, 320 S., ISBN: 978-3-85882-697-8

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