Die abenteuerlustige und eigenständige Poppy Bridgerton hat sich geschworen, niemanden zu heiraten, der es ihr nicht bezüglich Intellekt und Interessen gleichtun kann. Leider scheint es so jemanden nicht in London zu geben. Als sie deshalb an die Küste nach Dorset flieht, findet sie am Strand eine Schmugglerhöhle. Doch sie wird von den Schmugglern entdeckt und auf ihr Schiff entführt. Und selbst in ihrer misslichen Lage merkt Poppy, dass der Kapitän des Schiffs, Andrew James, nicht nur ungeheuer attraktiv, sondern auch ein wahrer Gentleman ist. Dabei ahnt sie noch nicht einmal, wer sich hinter ihrem galanten Verführer wirklich verbirgt ...
Nachdem ich hier den Klappentext gelesen habe, hatte ich ehrlicherweise keine großen Erwartungen an dieses Buch und hätte vielleicht sogar diesen Teil der Rokesby-Reihe übersprungen, wenn ich den Klappentext vorher mal angeschaut hätte.
Diese Prämisse hat bei mir eher negative und äußerst klischeebeladene Assoziationen hervorgerufen. Aber da ich das Buch schon mal in Händen hatte und die Reihe bisher ja wirklich nett für Zwischendurch war, habe ich einfach mal gehofft, dass es nicht ganz so schlimm wird.
Zum Glück hat Julia Quinn dann auch viele der von mir befürchteten Klischees gekonnt umschifft.
Poppy hält sich auf dem Schiff tatsächlich hauptsächlich in der Kabine des Kapitäns auf, zu ihrer eigenen Sicherheit. Allerdings erhält sie von Andrew relativ schnell einen eigenen Schlüssel zur Kabine, damit sie sich eben nicht ganz so sehr wie eine Gefangene fühlt - auch, wenn sie das natürlich ist.
Die Schiffsreise ist dann auch nicht sonderlich ereignisreich.
Sie und Andrew lernen sich langsam kennen, wobei er ihr natürlich nie erzählt, wer er wirklich ist. Es funkt ein wenig zwischen ihnen, was sie natürlich niemals zugeben würden und sie haben ein paar kleinere Wortgefechte.
Alles nicht sehr aufregend, viel Geplätscher, aber doch recht nett.
Poppy erinnerte mich allerdings etwas zu sehr an ihre Cousine Billie Bridgerton, die wir im ersten Teil der Reihe kennen gelernt haben und die seither mit Andrews Bruder verheiratet ist - was auch ein Grund ist, warum Andrew ihr nicht erzählen will, wer er wirklich ist, da er Angst hat, sich sonst einigen Ärger mit seiner Familie einzuhandeln.
Als das Schiff dann endlich in Lissabon anlegt, nimmt die Handlung noch mal ein wenig an Fahrt auf und es wird sogar mal ein wenig spannend.
Wie das Paar daraufhin noch mal zum Ende hin voneinander getrennt wird, ist zumindest innovativ. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, was mich umso mehr erfreut hat, da wir so weitere Klischees umschiffen konnten.
Das erneute Zusammentreffen fand ich dann ebenfalls ziemlich passend für diese Geschichte und konnte mich tatsächlich überzeugen - auch, wenn einige Punkte natürlich mal wieder sehr schnell abgehandelt wurden, damit es schnell zum Happy End kommen konnte.
Insgesamt hat mich dieses Buch also tatsächlich positiv überraschen können.
Fazit: Einige erwartete Klischees wurden hier gekonnt umschifft und obwohl es die meiste Zeit nur ein wenig vor sich hin plätschert bevor es zum Ende hin tatsächlich noch mal ein wenig spannend wird, ist es doch eine durchaus schöne Liebesgeschichte mit einem süßen Ende, wenn auch ohne große Überraschungen und relativ wenig Handlung. Aber durchaus nett für Zwischendurch, was ich gerade genau so auch gesucht habe, daher: 4 Sterne.





