Petra Morsbach

 3.9 Sterne bei 58 Bewertungen
Autor von Justizpalast, Opernroman und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Petra Morsbach

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Justizpalast

Justizpalast

 (16)
Erschienen am 08.10.2018
Opernroman

Opernroman

 (12)
Erschienen am 08.09.2015
Dichterliebe

Dichterliebe

 (9)
Erschienen am 12.01.2015
Gottesdiener

Gottesdiener

 (7)
Erschienen am 08.10.2018
Der Cembalospieler

Der Cembalospieler

 (6)
Erschienen am 18.06.2018
Plötzlich ist es Abend

Plötzlich ist es Abend

 (4)
Erschienen am 08.10.2018
Geschichte mit Pferden

Geschichte mit Pferden

 (2)
Erschienen am 18.06.2018
Petra Morsbach - PLÖTZLICH IST ES ABEND

Petra Morsbach - PLÖTZLICH IST ES ABEND

 (1)
Erschienen am 01.01.1996

Neue Rezensionen zu Petra Morsbach

Neu

Rezension zu "Opernroman" von Petra Morsbach

Opern Roman
FoxisBuecherschrankvor einem Monat

Von Kindheit an, bin ich mit Opern großgeworden und wurde so später selber zu einer begeisterten Hörerin von Opern und Operetten. Trotz einer Hörbehinderung ist die Oper für mich, abgesehen von Schlagern, Musik die die Seele erfüllt. Einmal gehört und ins Herz geschlossen oder wie sagte Edward zu Vivien in „Pretty Woman“:

Entweder man liebt die Oper oder man hasst sie. Dazwischen gibt es nichts.

Das finde ich, trifft es und deshalb war das Buch „Opern Roman“ von Petra Morsbach wirklich mal ein Blick hinter die Kulissen einer Bühne. Und der Vorhang hebt sich für den Leser mit der Frage:

Was passiert hinter den Kulissen eines Kleinstadttheaters?
Viel, vieles geahntes und Ungeahntes. Schade, dass es ohne Intrigen und Boshaftigkeiten nicht abgeht. Man erfährt auf gut erzählte Art und Weise nicht nur viel Wissenswertes, sondern auch sehr viel menschliche Tragödien.
Vor allem, dass Erfolge oft durch Missgunst und Neid nicht stattfinden.
Aber auch unendlich viel Tragik und übersteigertes Selbstwertgefühl.
Feinfühlig und äußerst gekonnt beschreibt die Autorin selbst die traurigen und auch lustigen Momente der vielen Protagonisten über Ballett, Chor, Orchester,Diven und Helden.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, viel gelacht, den Kopf geschüttelt und mir gedacht, es wird mal wieder Zeit in die Oper zu gehen. 

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Rezension zu "Justizpalast" von Petra Morsbach

Justizpalast
BluevanMeervor 6 Monaten

Das ist also unsere Gerechtigkeitsfabrik. Am Ende hoher, höhlenartiger Zimmer sitzen Richter wie Grottenolme auf Papierbergen, jeder für sich. Nach drei Wochen Aktenwühlerei fragte Thirza Frau Meindl nach den offenen Verfahren der beiden Kollegen und erhielt die Antwort: hundertdreißig und hundertfünfundvierzig.

(S. 101)

 Thirza Zorniger hat es nicht leicht und hatte es nie leicht. Ihr Vater, ein erfolgreicher Schauspieler, hat die Familie verlassen. Die kleine Thirza kommt zu ihrem Großvater und zwei Tanten nach München Passig. Hauptsache, sie funktioniert und macht keine großen Schwierigkeiten. Bei ihrem Großvater findet sie zwar stabile Verhältnisse, aber auch eine klare Vorstellung davon, wie das Leben zu sein hat. Als Thirza, genau wie der Großvater, Juristin werden möchte, bricht dieser in Gelächter aus. Ihr Großvater kann sich nicht vorstellen, dass Thirza in dieser Männerwelt bestehen kann. Die unaufgearbeitete Rolle des Großvaters während des Nationalsozialismus, schwebt wie ein dunkler Schatten über der Geschichte.

Thirza kämpft und will allen das Gegenteil beweisen. Sie beißt sich durch ihr Studium und gibt nicht auf, bis sie selbst eine Robe tragen darf. Sie wird Staatsanwältin, Richterin am Amtsgericht, dann am Landgericht, zum Schluss Vorsitzende einer Zivilkammer. Der Erfolg fällt Thirza nicht in den Schoss, sie gibt alles dafür. Allein, ihr Privatleben bleibt dabei auf der Strecke. Thirza ist auch in ihrer Freizeit eher Grottenolm. Sie fährt alleine in den Urlaub und manchmal geht sie sogar während ihres Urlaubs ins Gericht, so sieht Arbeitshaltung aus. Freunde hat sie kaum, diejenigen, die sie hat, sind ebenfalls Juristen. Thirza glaubt lange Zeit, dass diese Einsamkeit zu ihrem Leben dazu gehört. Der Justizpalast in München ist ihre Wirkungsstätte, die Fälle, mit denen sie zu tun hat, wirken mitunter erschreckend dröge und sehr echt.

Kein Wunder, denn Petra Morsbach hat mit über 50 Jurist*innen gesprochen und so Einblicke in den Arbeitsalltag am Gericht erhalten. Der Aktenstau, die offenen Verfahren, das Gefühl, den Geschädigten häufig nicht einmal Recht zuteil werden zu lassen - diese Aspekte des Richterberufs erfasst Morsbach klar und unglaublich präzise. Die kauzigen, arroganten, weisen und zum Teil überraschend leidenschaftlichen Jurist*innen, denen Thirza begegnet, haben eins gemeinsam: ihr Zuhause ist der Justizpalast. Thirza, ein funktionierendes Rädchen im Getriebe, gibt ihr Bestes und doch ist das häufig nicht genug. Mindestens 100 Fälle aus Thirzas Alltag werden den Leser*innen auf den knapp 500 Seiten präsentiert. Die steinreiche Millionenerbin, die um ein paar tausend Euro vor Gericht kämpft, ist genau so teil dieser illustren Sammlung von Fällen wie die Nachbarn, die sich darüber in die Haare kriegen, dass die Bäume ein paar Zentimeter gekürzt werden sollen. Das ist mal traurig, mal skurril (eine Frau verliert ihren Mann durch einen Wal, nun ja, solche Dinge passieren), manchmal eben auch etwas trocken zu lesen.

Startet Thirza noch voller Elan und Idealismus in ihre Karriere, wird ihr spätestens als Richterin klar, dass erfolgreiche Strafprozesse nach vier goldenen Regeln ablaufen. Erstens, Vergleiche sind das A und O, zweitens, am besten niemand klagt, drittens, wird ein Urteil aufgehoben, hat irgendeine richterliche Instanz versagt, weil das Urteil nicht hieb-und stichfest begründet wurde und viertens, Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe. Das Privatleben steht in starkem Kontrast zu dieser Welt der Akten und nicht immer gerechten Urteile. Nach einigen gescheiterten Versuchen findet Thirza mit Max dann doch das große Glück - wenn auch nicht für die Ewigkeit.

Morsbach hat einen herrlichen selbstironischen Stil, den man leicht überlesen kann. Thirza sagt zum Beispiel, sie als Hauptfigur, dürfe jetzt ohne Weiteres das Thema wechseln. Und als Thirza einmal ein Buch in die Hand nimmt, legt sie es mit den Worten: "Morsbach, keine Ahnung, was daran komisch sein soll" wieder weg.

Hat man den Roman gelesen, hat man auch als juristischer Laie das Gefühl, irgendwie ein bisschen mehr verstanden zu haben. Davon wie Gesetze und das Justizsystem funktionieren und leider auch davon, wie Richter*innen, Sachbearbeiter*innen und alle Beamt*innen des Justizapparates leicht von dieser großen Aufgabe zerrieben werden können. Denn da Recht und Gerechtigkeit nicht immer zusammen fallen, kann es häufig nur eine Annäherung an ein vermeintlich gerechtes Urteil geben. Gerade deshalb ließ mich der Roman zum Ende hin, sehr melancholisch werden.  Misst sich das Können eines Richters an seinen gnadenlosen Urteilen, seinem Einfühlungsvermögen oder seinem Bearbeitungseifer, wenn es um offene Verfahren geht? Was bleibt von einem immer korrekt geführten Leben im Dienst einer großen Sache?

Für Justizpalast hat Morsbach den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 erhalten.

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Rezension zu "Gottesdiener" von Petra Morsbach

Lebensnah
Milagrovor 9 Monaten

Petra Morsbach ist derzeit in den Bücherregalen meiner Bekannten vertreten, insbesondere ihr aktuelles Buch 'Justizpalast' wurde häufig hochgelobt. Ich habe mir allerdings ein älteres Buch ausgesucht, Gottesdiener. Mich hat der Titel gleich angesprochen, zusammen mit dem Titelbild ist man auch gleich mitten in der Geschichte. Der eigentliche Handlungsrahmen erstreckt sich vom letzten Adventssonntag bis Weihnachten. Auf den 400 Seiten finden sich dabei aber viele Rückblicke auf das Leben der Titelfigur namens Isidor. Das Aufwachsen des Kindes bei einfachen Leuten, die ihr Kleinkind am Tisch festbinden, weil sie den Hof versorgen müssen, der erste Kontakt mit einem Buch , das Vorlesen beim Pfarrer und dann die Feststellung, dass Isidor lesen kann, ohne wie sonst zu stottern als er aus kirchlichen Texten liest. Sein Weg in Richtung Theologie erscheint dadurch nur folgerichtig. Eine beeindruckende, letztlich aber doch normale Lebensgeschichte schließt sich an. Theologisches Seminar, die Ausbildung bei ernüchterten Kollegen, der Umgang innerhalb einer kleinen bayerischen Gemeinde. Ich habe viele Situationen wiedererkannt, die Geschichte blieb alltäglich. Das war aber vielleicht gerade das Besondere daran, es gibt keine riesigen Glaubenszweifel, Zweifel, ja, aber nicht diese totale Abkehr. Es gab Alkoholprobleme, Zwist, Versuchung, aber alles so geschrieben, dass es authentisch war. Der Priester als Mensch mit alltäglichen Problemen und Nöten, das war sehr lesenswert.

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