Petra Morsbach Dichterliebe

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Inhaltsangabe zu „Dichterliebe“ von Petra Morsbach

Über deutsche Befindlichkeiten und sensible Künstlerseelen.
Der Lyriker Henry Steiger war in der DDR ein Star. Dann kam die Wende und mit ihr ein unsanftes Erwachen. Im Westen liest niemand Gedichte, sagt sein Verleger und rät zu einem Liebesroman. Aber Henry hält Prosa für unter seiner Würde. Bis die junge West-Kollegin Sidonie seine Phantasie beflügelt. Ein deutsch-deutscher Roman, der der Welt der DDR die raue Wirklichkeit nach der Wende gegenüberstellt, treffsicher und voll subtiler Komik.

Abgebrochen... das ist leider nicht so ganz mein Thema

— Marjuvin

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  • Der Dichter nach der Wende

    Dichterliebe

    serendipity3012

    25. June 2015 um 18:16

    Der Dichter nach der Wende Henry Steiger hat seinen Zenit als Lyriker überschritten: In der DDR bekannt und angesehen, haben sich die Dinge nach der Wiedervereinigung für ihn verändert: Kaum jemand liest noch Lyrik, man kennt und achtet ihn nicht mehr. Zudem ist er nicht mehr der Jüngste. Henry lebt nunmehr in einer Künstlerenklave mit anderen Stipendiaten, denen er sich überlegen fühlt und verliebt sich in die junge westdeutsche Debütautorin Sidonie, die er zugleich als naiv und erfrischend empfindet. Petra Morsbach erzählt in ihrem Roman „Dichterliebe“ vom Leben Henrys zu Beginn der 90er Jahre, in denen der Lyriker gezwungen ist, unter anderem schlecht bezahlte Übersetzungsarbeiten anzunehmen, um sich überhaupt finanziell – mehr schlecht als recht – über Wasser halten zu können. Dabei ist es Henry selbst, der seine Geschichte erzählt und der den Leser direkt an seinen Gedanken teilhaben lässt: Er ist kein Sympathieträger, kommt arrogant und selbstgerecht daher, dann wieder trieft er wieder nur so vor Selbstmitleid. Warum das trotzdem sehr angenehm und kurzweilig zu lesen ist? Weil Morsbach diesen Henry Steiger immer ein wenig überzeichnet und der ganze, kluge Roman von feinem Humor und Ironie durchzogen ist. Da sind zum Beispiel die Passagen, in denen Henry sich fast gegen seinen Willen in Sidonie verliebt – seiner Meinung nach kann sie ihm natürlich nicht das Wasser reichen: ‚„Poetisch…“ sagt Sidonie andächtig. Hier muß ich ein bißchen leiden, denn Poesie poetisch finden bezeugt eine ähnliche Kompetenz wie Wein süffig finden – was sonst will Wein als gesoffen sein? Ich vermerke aber positiv, daß gängige Westadverbien fehlen: Sie hätte ja auch echt poetisch sagen können, oder total spannend.“’ „S. 79 Sowieso steht Henry der Wende und den Veränderungen, die diese mit sich bringt, ambivalent gegenüber. Vieles wurde einfacher, aber irgendwie bleibt er auf der Strecke: Prosa soll er nun schreiben, rät ihm sein Verleger, einen Liebesroman am besten, aber das könne doch jeder, meint Henry, das sei unter seiner Würde. Allerdings muss Geld her, auch für den Scheidungsprozess, in dem er gerade steckt. Man könne einen Prozesskostenzuschuss beantragen, so Sidonies Vorschlag. Er solle seine Übersetzungen und Lesungen nachweisen, und dabei werde ja nicht so viel herauskommen, so dass man ihm einen Zuschuss zuerkennen werde. „’Ich stolpere über das Wort Übersetzungen. Ich mache keine Übersetzungen, sondern Nachdichtungen, doch welchen Sinn hat es, Sidonie den Unterschied zu erklären?“’ S. 54 Im Laufe des Romans erfährt der Leser einiges über Henrys Vergangenheit, über Kollegen und seine meist mehr oder weniger arrogante Haltung ihnen gegenüber, über viele Frauen, gescheiterte Beziehungen. Man könnte kritisieren, dass die eigentliche Geschichte hier nicht vorankommt, dass hier Episoden aneinander gereiht werden, aber durch Morsbachs geschliffenen Stil und ihren so feinen Humor, dadurch, dass sie diesen Henry, der ein echter Stinkstiefel sein kann, niemals ganz ernst nimmt, liest sich das durchgehend unterhaltsam. So ist der Roman vor allem eine genaue Charakterstudie Henry Steigers, der sich so oft von der Welt unverstanden und zu wenig anerkannt fühlt. Ein sensibler Künstler eben. „Dichterliebe“ ist ein interessanter Ausflug in eben dieses Künstlermilieu, in dem Henry sich bewegt, und eine gelungene Geschichte um Menschen kurz nach der Wiedervereinigung. Die Autorin trifft den Ton, bewegt sich gekonnt zwischen Ernsthaftigkeit und Komik. Petra Morsbach weiß, wovon sie schreibt. Dies trifft im Übrigen in gleichem Maß auf ihren „Opernroman“ zu, der sehr realitätsnah die Dynamiken zwischen den Beschäftigten an einem Opernhaus abbildet, und der hiermit ebenso empfohlen sei.

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  • Kunst und Gesellschaft

    Dichterliebe

    Chrischan

    30. March 2013 um 11:01

    Die Wende brachte für einige DDR-Persönlichkeiten nicht nur Befreiung. Eine von ihnen ist der einst angesehene Lyriker Harry Steiger, der sich mühsam im vereinten Deutschland mit Prosa, mit Liebesromanen durchschlagen soll. Wie entwürdigend für einen Lyriker. Als plötzlich Sidonie in Harrys Leben tritt, scheint alles besser zu werden … Petra Morsbachs Roman ist nachdenklich und poetisch. Nicht nur eine Rückschau auf vermeintlich bessere Zeiten, sondern vor allem eine Frage nach der Stellung des Künstlers in unserer Gesellschaft. ©Christian Hesse, Februar 2013

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  • Rezension - Dichterliebe

    Dichterliebe

    GlamourGirl80

    20. March 2013 um 13:40

    Henry war in der DDR ein bekannter Lyriker, der der Regierung kritisch gegenüber stand, im Privatleben so seine Probleme hatte und eigentlich immer nur Freiheit gesucht hat. Nach der Wende bleibt die ersehnte Freiheit jedoch aus. Für Henry geht es bergab. Nach wie vor ist die Kunst sein Leben, aber weder auf finanzieller, noch auf sozialer Ebene kann er wahre Erfolge vermelden und so bleibt ihm nur sein Porsche und ein paar andere Künstler, die wie er, ein Stipendiat erhalten haben und gemeinsam in mehr oder weniger einfachen Verhältnissen zusammenleben und sich ihrer Kunst-Leidenschaft widmen. Für Henry eine schwierige Zeit, denn er hängt der Vergangenheit nach, seinem Bekanntheitsgrad in der DDR, seinen Ansichten und ganz generell seinem Leben. Neue Dimensionen eröffenen sich ihm als er sich verliebt und durch seine Angebete, eine Wessi-Frau, auch auf lyrischer Ebene ein neues Hoch erlebt. Doch wer hoch fliegt kann auch tief fallen... "Dichterliebe" wurde mir von buch.de zugesandt, damit ich es vor dem Erscheinen lesen und rezensieren konnte. Es fiel mir von Anfang an sehr schwer mich in die Story reinzulesen und interessiert bei der Sache zu bleiben. Das lag weniger an dem Schreibstil als daran, dass mich das Thema einfach nicht fesseln konnte. Im Prinzip handelt es sich um die Lebens- und Sinnkrise eines alternden Lyrikers der schon viel erlebt und gesehen hat, der mal erfolgreich war und dann abgestürzt ist, dazu kommt noch ein wenig Ostalgie und das ergibt dann eine Lebensgeschichte und kleine Gesellschaftsstudie die zwar gut geschrieben ist, aber keinesfalls jedermanns Geschmack sein dürfte. Für mich ist Henry ein äusserst facettenreicher Charakter, der hauptsächlich schlecht drauf ist und seiner Vergangenheit sowie der Vergangenheit im Allgemeinen nachtrauert und das auch voll auskostet. Dabei hat er einen gewissen Hang zur Dramatik, was ihn teilweise schon in einem fast lächerlichen Licht dastehen lässt und seine Ansichten sind stellenweise doch sehr zweifelhaft. Dennoch steckt hinter dieser Fassade ein weicher Kern, der auch im Lauf des Romans immer wieder leicht durchschimmert. Generell ist Henry einfach ein Mensch mit Vergangenheit, der sich Freiheit wünscht und sie weder im Osten, noch im Westen finden konnte und der sich selber fast verloren hat. Die Story ist tiefgründig, sie macht nachdenklich und ist melancholisch. Es handelt sich nicht um ein Buch das man einfach mal so kurz weglesen kann. Ich bin eine sehr schnelle Leserin und lese gute Bücher oftmals an einem Tag durch. Bei diesem Buch musste ich mich immer wieder zum weiterlesen motivieren, mir war das Buch zu schwer und das Thema lag mir einfach nicht. Sehr störend waren für mich auch die dauernden Gedankensprünge von Henry. Dreht es sich gerade noch um das Hier und Jetzt steckt man in der nächsten Sekunde schon wieder in einem Rückblick in dem es um das DDR Regiem geht oder um Henry's persönliche Geschichte. Dazu kommen häufige Zitate verschiedenster Lyrik mit denen ich ebenfalls wenig anfangen konnte. Insgesamt ist das Buch sehr gut geschrieben, die Autorin hat ihren Roman mit grosser Tiefe und mit viel Herzblut geschrieben. Wenn einen das Thema interessiert, dann wird man an dem Buch wahre Freude haben. Für jeden dem Lyrik nicht liegt und der für alternde Lyriker, die einen Lebenskrise haben und in ihrem Leben nur der Lyrik einen wirklich wichtigen Stellenwert zugestehen, keinen Sinn hat, kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Für mich war das Buch leider nichts und deswegen kann ich auch keine Lese-Empfehlung aussprechen. Das Buch bekommt von mir 2 von 5 Sternen. http://www.glamour-buecherregal.de/

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