Petra Oelker Das klare Sommerlicht des Nordens

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Inhaltsangabe zu „Das klare Sommerlicht des Nordens“ von Petra Oelker

Zwei Frauen im Hamburg der Kaiserzeit. Sidonie Wartberger führt ein von materiellen Sorgen unberührtes Dasein in einer Villa an der Hamburger Außenalster. Doch die junge Ehefrau aus jüdischem Haus fühlt sich eingezwängt wie in ein Korsett. Sie träumt von einem anderen, viel freieren Leben.§Dora Lenau wohnt am unteren Ende der Stadt, im Hafenviertel, in kümmerlichen Verhältnissen. Sie träumt von finanzieller Unabhängigkeit, von einem kleinen Atelier für Avantgarde-Mode.§Als ihre Not am größten ist, kreuzen sich die Wege der beiden Frauen. Gemeinsam wagen sie es, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben ... Petra Oelkers Reisen in die Geschichte Hamburgs bewegen hunderttausende Leser.

So lala, es fehlte irgendwie der Pep und der Schluss war mir ein bisschen zu offen...

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    Das klare Sommerlicht des Nordens

    BettinaR87

    12. September 2014 um 08:06

    Hamburg, vor dem ersten Weltkrieg. Dora Lenau ist mit ihrer Tante gerade den Gassen entronnen und lebt in einer normalen Wohnung. Trotzdem ist und bleibt sie eine einfache Näherin ohne weitere Ausbildung. Als sie in ihrer Arbeit aus Unbedachtheit und Wut eine Schachtel Bänder mitnimmt, muss sie um ihre Anstellung fürchten. Insbesondere, weil ihr Cousin Theo sie kurzerhand damit erpresst … Wie gut, dass eine Bekannte ihrer Chefs eine Näherin für ihr eigenes Geschäft benötigt und Dora ‚ausleiht‘. Dort trifft sie auf die melancholische Sidonie Wartberger. Die betuchte Dame jüdischer Wurzeln hatte mehrere Fehlgeburten hinter sich. Für die junge Ehefrau Rückschläge, die die Psyche erheblich belasten. Durch einen Zufall verbringen die beiden immer mehr Zeit miteinander bis sie merken, dass das Leben vor allem eins ist: kurz. Wie lange wollen sie noch warten, bis sie ihre jeweiligen Träume verwirklichen? Die Kritik Das Buch liest sich so locker leicht wie eine Sommerbrise. Jetzt am Anfang des Herbst wirkt das wie ein Versprechen auf den nächsten Sommer. Die Szenen und örtlichen Gegebenheiten in Hamburg sind sehr anschaulich beschrieben. Sie fesseln den Leser so lange, bis er sich selbst an der Alster entlanggehen sieht und selbst ein Bayer ein Alsterwasser bestellen möchte. Ein bisschen schade ist es, dass sich die beiden Frauen relativ spät im Buch überhaupt begegnen. So richtig unwiderruflich miteinander verbunden werden sie auch nicht. Am Ende werden alle Einzelschicksale aufgelöst. Dabei kommt es zu keinen Überraschungen. Es wirkt fast etwas so, als hätte sich die Autorin die Sache etwas zu leicht gemacht. Vor allem: Etwas zu schnell, gerade, weil Dora und Sidonie sich so spät begegnen. Die Autorin ist im Schreiben geübt und hat umfangreich recherchiert. Das kommt der Handlung und den Charakterrn unglaublich zu Gute. Aber auch an der Sprache merkt man es. Längst vergessene Ausdrücke werden hier so selbstverständlich verwendet, dass man sich glatt in diese Zeit vor dem ersten Weltkrieg zurückversetzt fühlt. Quasi eine sprachliche Wiederentdeckungsreise, die den Leser nicht durch komplizierte Wortgebirge führt. Vielmehr eine luftige Erzählung, die dem Leser einen Hauch Sommer durch den Regen in die Erinnerung bringt.

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  • gefühlvoll

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    SLovesBooks

    07. September 2014 um 23:38

    Beschreibung: Das klare Sommerlicht des Nordens erzählt von einem Jahr der Entscheidungen im Leben zweier junger Frauen und ihrer Freunde und Familien in Hamburg anno 1906. Sidonie Wartberger lebt frei von materiellen Sorgen in einer Villa an der Hamburger Außenalster. Als geliebte junge Ehefrau und Mitglied einer weltoffenen und kunstsinnigen jüdischen Familie kann sie sich die meisten ihrer Wünsche erfüllen. Der in diesen Jahren rapide wachsende Antisemitismus erreicht die Wartbergers (noch) nicht. Nach einer Lebenskrise und der Begegnung mit einer vergnügten Clique von Malerinnen und Malern im idyllischen Alstertal erlebt die bisher schüchterne Sidonie ihre Welt plötzlich anders, sie fühlt sich eingezwängt wie in ein Korsett und träumt bald von einem freieren Leben als Malerin. Die 19jährige Dora Lenau ist Näherin in einer schlichten Modemanufaktur. Sie lebt bei Verwandten am Rand des Hafenviertel in kümmerlichen Verhältnissen und träumt davon, ihre kreativen Ideen gegen alle Widerstände in einem eigenen Atelier für Avantgarde-Mode zu verwirklichen. Als sie im Zorn eine große Dummheit begeht, wird sie erpressbar (Vetter Theo entwickelt sich zu einem echt miesen Patron). Ihre Ziele scheinen endgültig unerreichbar. Dora und Sidonie, zwei Frauen aus sehr verschiedenen Welten, begegnen sich schließlich in der Nähstube und im benachbarten Atelierzimmer unter dem Dach der Villa am Alsterufer; der Blick auf die Wünsche und Wege der jeweils anderen bringt bei beiden Frauen die Starre ihrer Gedanken in Bewegung, lässt bisher Unmögliches möglich erscheinen ... Meine Meinung: Dieses Buch hat mir gut gefallen, es beschreibt gefühlvoll die Lebenssituation von zwei Frauen mit der ganzen Facette von Emotionen. Ich habe selten einen historischen Roman gelesen, der mich auf der emotionalen Schiene derart angesprochen hat wie dieser. Die Autorin beherrscht das atmosphärische Schreiben außergewöhnlich gut. Dennoch ist der Roman flüssig zu lesen. Die Charakter haben eine derartige Tiefe, dass man glauben könnte man kennt sie bereits seit Jahren und man wäre die besten Freundinnen. Durch die Detailverliebtheit der Autorin wird eine derartige Authentizität erzeugt. Es handelt sich bei diesen Charakteren um wirklich perfekt ausgearbeitete Figuren. Die Geschichte ist wirklich mitreißend und auch historisch interessant, ich kann diesen Roman uneingeschränkt empfehlen, er hat mir sehr gefallen. 

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  • Leserunde zu "Das klare Sommerlicht des Nordens" von Petra Oelker

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    PetraOelker

    Hallo, Ihr da draußen! Diesmal bin ich mit meiner LovelyBooks-Leserunde ziemlich spät dran. Mein neuer Roman Das klare Sommerlicht des Nordens steht schon seit einigen Tagen in den Buchhandlungen zum Verkauf, die erste Lesung (mit schwerem Premierenfieber) ist absolviert .... Trotzdem wünsche ich mir viele Bewerbungen für eines der 20 Frei-Exemplare und Eure anregenden Rückmeldungen. Das klare Sommerlicht des Nordens erzählt von einem Jahr der Entscheidungen im Leben zweier junger Frauen und ihrer Freunde und Familien in Hamburg anno 1906. Sidonie Wartberger lebt frei von materiellen Sorgen in einer Villa an der Hamburger Außenalster. Als geliebte junge Ehefrau und Mitglied einer weltoffenen und kunstsinnigen jüdischen Familie kann sie sich die meisten ihrer Wünsche erfüllen. Der in diesen Jahren rapide wachsende Antisemitismus erreicht die Wartbergers (noch) nicht. Nach einer Lebenskrise und der Begegnung mit einer vergnügten Clique von Malerinnen und Malern im idyllischen Alstertal erlebt die bisher schüchterne Sidonie ihre Welt plötzlich anders, sie fühlt sich eingezwängt wie in ein Korsett und träumt bald von einem freieren Leben als Malerin. Die 19jährige Dora Lenau ist Näherin in einer schlichten Modemanufaktur. Sie lebt bei Verwandten am Rand des Hafenviertel in kümmerlichen Verhältnissen und träumt davon, ihre kreativen Ideen gegen alle Widerstände in einem eigenen Atelier für Avantgarde-Mode zu verwirklichen. Als sie im Zorn eine große Dummheit begeht, wird sie erpressbar (Vetter Theo entwickelt sich zu einem echt miesen Patron). Ihre Ziele scheinen endgültig unerreichbar. Dora und Sidonie, zwei Frauen aus sehr verschiedenen Welten, begegnen sich schließlich in der Nähstube und im benachbarten Atelierzimmer unter dem Dach der Villa am Alsterufer; der Blick auf die Wünsche und Wege der jeweils anderen bringt bei beiden Frauen die Starre ihrer Gedanken in Bewegung, lässt bisher Unmögliches möglich erscheinen ... Eine Leseprobe findet ihr unter dem Link: http://www.rowohlt.de/fm/131/Oelker_Das_klare_Sommerlicht_des_Nordens.pdf Nun geht es los: Bewerbt Euch! Dazu gilt es, eine Frage zu beantworten: Von welchem berühmten Anleger starten heute die Alsterdampfer zur Fahrt kreuz und quer über die Außenalster und in die romantischen Kanäle? Das ist selbst für Fremdlinge in dieser schönen Stadt besonders in Zeiten des Internets ein leicht zu lösendes Rätsel. Oder? Ach ja, die Bewerbungsfrist. Sie endet am 12. Juli um Mitternacht. Zur Geisterstunde - dingdong.

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    • 318
  • Das klare Sommerlicht des Nordens

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    mecedora

    Hamburg, 1906: Während überall im Deutschen Reich nationalsozialistische und "rassebewusste" Organisationen immer stärkeren Zulauf finden und das Reich langsam, aber sicher auf einen der verheerendsten Kriege in der Geschichte zusteuert, kämpfen in der Hansestadt zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, mit ganz anderen Problemen.  Sidonie Wartberger hat eigentlich alles. Als Ehefrau eines erfolgreichen jüdischen Beamten führt sie ein ebenso behütetes wie materiell sorgenfreies Leben in einer ruhigen Villa an der Außenalster. Aber eigentlich alles zu haben, macht nicht glücklich, wenn etwas Entscheidendes fehlt: Freiheit und Erfüllung. Dora Lenau hingegen ist einfache Näherin in einer Manufaktur. Sie kämpft mit den Unbillen der immer drohend über ihr schwebenden Armut, mit dem sie umgebenden Elend - und mit ihren Träumen von Selbstverwirklichung, finanzieller Unabhängigkeit und einer eigenen Modelinie. Petra Oelker spannt in ihrem historischen Roman "Das klare Sommerlicht des Nordens" einen höchst einnehmenden atmosphärischen Schirm auf, der den Leser schon nach wenigen Seiten in das Buch und die beschriebenen Ereignisse hineinfallen lässt - so tief, dass man beinah verwirrt auf seine Umgebung blickt, taucht man wieder aus den Seiten hervor. Eloquent erzählt sie nicht nur das Leben zweier ebenso außergewöhnlicher, wie für das beginnende 20. Jahrhundert sicherlich durchaus auch normaler Frauen, zweier Frauen mit Wünschen, Zweifeln, Ambitionen im Kampf gegen Konventionen und die Grenzen ihrer Zeit. Sie erzählt eine ganze Gesellschaft, zeichnet ein vielschichtiges und ebenso schillerndes, edel perlmutterfarben glänzendes, wie auch in Grau- und Brauntönen abgestuftes Bild einer ganzen Generation und der Hansestadt Hamburg. Einnehmend vermag sie die verschiedenen Lebenswelten zu einer Einheit zusammenzufügen, aus ganz unterschiedlichen Teilen, mit ganz unterschiedlichen Menschen und Schicksalen, ohne dass Brüche und Diskrepanzen entstehen. Petra Oelkers Stil ist erfrischend anspruchsvoll in der Welt der historischen Romane, sorgfältig angepasst an die erzählte Zeit und mit viel Liebe zum Detail und einem ausgeprägten Sprachgefühl ausgestaltet. Gleiches gilt für ihre Figuren: sie werden mit all ihren Ecken und Kanten, Abgründen und (vielleicht ab und an falschen) Entscheidungen in ganz nonchalanter Weise so plastisch beschrieben, dass man sie, träfe man sie auf der Straße, sofort erkennen würde. Mich hat dieser Roman in jeder Hinsicht überzeugt: in meinem Hunger nach literarischer Qualität, in meinem Wunsch, in eine Geschichte und die Historie einzutauchen, vor allem aber in der so plastisch ausgestalteten Atmosphäre der Hansestadt Hamburg an der Schwelle zum so wechselvollen 20. Jahrhundert. Für dieses authentische Buch, das auch in literarischer Hinsicht ein wahrer Genuss ist, gibt es von mir ohne Einschränkung alle fünf möglichen Sterne.

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    • 2
  • Rezension zum Buch

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    AlexandraStrawberry

    30. August 2014 um 14:21

    Das klare Sommerlicht des Nordens, Petra OelkerPreis: 14.99 € Erscheinungsdatum: 1. Juli 2014 Broschiert: 416 Seiten INHALT: Zwei Frauen, ein Traum. Freiheit. Sidonie Wartberger führt ein von materiellen Sorgen unberührtes Dasein in einer Villa an der Hamburger Außenalster. Doch die junge Ehefrau aus jüdischem Haus fühlt sich eingezwängt wie in ein Korsett. Sie träumt von einem anderen, viel freieren Leben. Dora Lenau wohnt am unteren Ende der Stadt, im Hafenviertel, in kümmerlichen Verhältnissen. Sie träumt von finanzieller Unabhängigkeit, von einem kleinen Atelier für Avantgarde-Mode. Als ihre Not am größten ist, kreuzen sich die Wege der beiden Frauen. Gemeinsam wagen sie es, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben ... MEINUNG: Cover: Passt sehr gut zum Inhalt -> 5/5Idee: Die Gegensätze der Freundinnen waren spannend -> 4.5/5Umsetzung: Mehrheitlich sehr gut gelungen -> 4/5Charaktere: Die beiden Frauen waren mir sehr sympatisch :-) -> 5/5Schreibstil: Sehr detailliert und schön zu lesen 5/5 Fazit: Das Buch konnte mich begeistern und ich fühlte mich während des Lesens wie ins letzte Jahrhundert versetzt! Eine tolle Zeitreise mit einer spannenden Handlung! Vielen Dank für diese tolle Leserunde!

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  • Ein Roman zum Darin-Wohlfühlen und Eintauchen in die Zeit um die Jahrhundertwende

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    sterntaler2014

    25. August 2014 um 20:30

    Sidonie und Dora. Zwei ganz unterschiedliche Frauen, zwei unterschiedliche Lebenswelten, ein Thema: Beide sind unzufrieden mit ihrem Leben, beide wollen Veränderung. Doch wie soll das im Hamburg um die Jahrhundertwende möglich sein? Die Handlung ist in zwei Erzählstränge unterteilt. Und so lernt man zum einen Sidonie Wartberger kennen, eine wohlsituierte junge Ehefrau aus jüdischem Haus. Augenscheinlich mangelt ihr an nichts. Sie lebt in einer Villa an der Außenalster, gehört zur angesehenen Gesellschaft in Hamburg. Doch hinter der Fassade beginnt es zu bröckeln. Nach mehreren Fehlgeburten hat sie das Gefühl, dass sie die Erwartungen ihrer Familie nicht mehr erfüllen kann. Als ihr Mann ihr einen Malkurs schenkt, flackert in ihr eine alte Leidenschaft wieder auf. Die Malerei. Ein zweiter Erzählstrang nimmt die Leser mitten hinein in das ärmliche Hamburg, in die Gängeviertel, in die Hamburger Neustadt. Dora, eine Näherin in einer Manufaktur, muss für ihren Lebensunterhalt hart arbeiten und träumt dennoch von mehr, von einer erfüllenden und kreativen Tätigkeit. Als sie überraschenderweise eine Stelle als Aushilfsnäherin bei den Wartbergers angeboten bekommt, treffen die beiden Frauen aufeinander, die sich in ihrem Lebenswunsch näher sind als manche Gesellschaftsschranken glauben machen. Petra Oelker erzählt aber nicht nur die Geschichte der beiden Frauen, sondern zeichnet ein buntes und vielschichtiges Bild der damaligen Gesellschaft. Mode, Kunst, Emanzipierung, Psychologie, Antisemitismus, der Umgang mit Krankheiten und noch vieles mehr werden eingewoben. Und so entsteht ein fein gezeichnetes Bild. Petra Oelker hat einen schön zu lesenden Stil, mit vielen leisen Zwischentönen. Und wenn man auch manch Gedankengängen der Figuren folgen muss, wird es dabei nie langweilig. Mein Fazit: Ein wunderschöner historischer Roman, der die spannende Zeit um die Jahrhundertwende aufleben lässt. Vielleicht hätte man ein paar der vielen Nebenfiguren weglassen können und auch der Schluss kommt etwas abrupt, was auch der Epilog, der die Geschichten der einzelnen Figuren etwas weitererzählt, nicht mehr ganz auffangen kann. Dennoch ist das ein Roman zum Darin-Wohlfühlen.

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  • Zwei Frauenschicksale in Hamburg um 1900

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    Dreamworx

    Hamburg 1906. Sidonie ist eine junge verheiratete jüdische Frau, die mit ihrem Ehemann privilegiert im Hause ihrer Schwiegereltern in einer Villa an der Außenalster lebt. Eigentlich hat sie alles, was man sich wünschen kann: einen wohlhabenden Haushalt, einen liebenden Ehemann und nichts, dass sie entbehren muss. Doch sie leidet darunter, dass sie die Erwartungen der Familie und ihres Mannes nicht erfüllen und ihnen kein Kind schenken kann. Sie wird nach zwei Fehlgeburten depressiv und schwermütig. Um sie von ihrem Schmerz abzulenken, verordnet ihr Mann ihr eine vierwöchige Auszeit in einem Malkurs, denn Sidonie war schon früher eine ganz passable Malerin. Nach ihrer Rückkehr lernt sie durch einen glücklichen Zufall Dora kennen, eine Aushilfsnäherin aus ärmlichen Verhältnissen mit unbekannter Herkunft, die in Sidonies Haushalt Ausbesserungen vornehmen soll. Die beiden Frauen, so unterschiedlich sie von ihrer Herkunft sind, verstehen sich gut und jede lernt durch die andere eine neue Sichtweise auf die Welt. Petra Oelkers historischer Roman „Das klare Sommerlicht des Nordens“ ist ein Gesellschaftsroman der besonderen Art. Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen, sehr bildreich und intensiv, als Leser kann man regelrecht in den Sätzen schwelgen und fühlt sich zurückversetzt in eine bereits 100 Jahre zurückliegende Zeit. Sowohl die damalige Gesellschaftsstruktur ist sehr schön herausgearbeitet als auch das in der Bevölkerung geschürte Misstrauen gegenüber Juden aufgezeigt. Die Erzählung teilt sich in zwei Handlungsstränge, in dem einen wird das Leben und die Welt um Sidonie beleuchtet, der andere befasst sich mit Dora und ihrem Umfeld. Die Charaktere der Hauptprotagonistinnen sind sehr detailliert und liebevoll gezeichnet, wirken wunderbar authentisch und lebensecht. Obwohl die beiden Frauen von ihrer Herkunft her nicht unterschiedlicher sein könnten, verbindet sie nach einiger Zeit ihres Kennenlernens eine ungezwungene Beziehung, fast könnte man es Freundschaft nennen. Während Sidonie die Sehnsucht zur Malerei und dem Gebrauch und Einsatz von Farben, Licht und Schatten verspürt, wünscht sich Dora einen eigenen Mode- und Schneidersalon, wo sie endlich nach ihren Entwürfen Kleider nähen und den Kundinnen näher bringen kann. Die unerfüllten Träume verbinden die beiden Frauen, jeder von ihnen fehlt eine Vertrauensperson, der sie sich mitteilen können und der unvoreingenommen zuhört und Rat gibt, woraus beide Kraft und Mut schöpfen, sich ihren Träumen zu stellen und womöglich andere damit vor den Kopf zu stoßen, wenn sie sich aufmachen, diese zu verwirklichen. Ein wunderschöner Roman über eine unkonventionelle Freundschaft, über heimliche Träume und den Mut zur Tat und dem dazugehörenden Widerstand durch die Gesellschaft und die Familie. Ein historischer Roman, der in die Tiefe geht und sich mit den Gedanken und Gefühlen der Frauen zur damaligen Zeit beschäftigt. Ein wahrer Lesegenuss, absolut empfehlenswert.

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    • 2
  • Das klare Sommerlicht des Nordens

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    moorlicht

    Der Roman ist vor allem eines: Schwer zu fassen. Sehr schön beschrieben die Gegebenheiten Hamburgs im Jahr 1905 mit Krankheiten, Umbruch, raffgierigen Miethaien, Frauen, die sich erst langsam die Arbeitswelt erobern. Und bei allem Wissen trotzdem verblüffend, dass es schon damals Judenhass gab. Hitler wurde wirklich von langer Hand der Weg bereitet. Dabei ist es bis zum 3. Reich noch ein gutes Stück Weg. "Die Zeiten werden immer besser", sagte er und lehnte sich entspannt zurück. "Da weiß man, wohin man in die Sommerfrische gehen kann. Borkum bietet judenfreie Ferien, die besseren Orte im Harz und in Bayern auch. Wenn das keine famose Werbung ist!" (S. 159) Dora's Familie hat es endlich geschafft von einer baufälligen Slumgegend - den sogenannten Gängen - in ein Wohngebiet umzuziehen, dass dem Namen vielmehr gerecht wird: Der Neustadt. Natürlich können sie sich diese teurere und für ihre Verhältnisse schon beinah luxuriös zu nennende Wohnung nur mit vereinten Mitteln leisten. Da kommt es nicht ungelegen, dass Dora eine vorübergehende Stelle als Aushilfsschneiderin bei der wohlhabenden jüdischen Familie Wartberger angeboten bekommt. Sidonie Wartberger hat bereits die 2. Fehlgeburt hinter sich. Die Medikamente, die ihr helfen sollen, ihre 'Melancholie' in den Griff zu bekommen, beruhigen zwar und lassen die junge Frau in einem betäubten gleichmütigen Zustand durch die gesellschaftlichen Verpflichtungen wandeln... wirklich hilfreich sind sie nicht. Vielleicht hilft der Sommermalkurs an der Alster - frische klare Luft und die Gesellschaft gleichgesinner junger Damen aus guten Hamburger Familien. Die Autorin zeigt einen passenden Schreibstil für das frisch begonnene Jahrhundert im deutschen Kaiserreich. Nach und nach lernt man beim Lesen immer mehr die damals erwarteten Verhaltensweisen kennen. Gerade durch die Verfolgung der Gedanken der Menschen, die einem dadurch immer vertrauter werden, erfährt man viele Gegebenheiten, die so wohl kaum jemals ausgesprochen werden könnten. Gelegentlich kommt es zwar etwas arg langatmig vor, aber gerade das bringt die Verschiedenheit der einzelnen Charaktere wesentlich näher, als es mit Worten allein kaum möglich wäre. Speziell Dora's Cousin Theo ist ein Blatt für sich. Man wartet beim Lesen ständig darauf, dass etwas schlimmes passiert. Eine Katastrophe, von der man beim Lesen das immer wiederkehrende Gefühl hat, dass sich die Schlinge langsam aber unaufhaltsam zuzieht. Genauso übrigens bei Sidonie und ihrer Familie. Ständig die hintergründige Erwartung, jeden Moment könnte sich etwas Unvorhergesehenes ereignen. Die Geschichte handelt neben durch Theo verursachten Verwicklungen zum größten Teil von Zusammenleben der Familie Wartberger um die Jahrhundertwende. Zusammen mit Stippvisiten bei Dora's Tante Anna in der Neustadt und gelegentlichen Besuchen bei deren Freundinnen Marlene und Julie in deren gemeinsamen Wohnung. Nach und nach bin ich sehr vertraut mit den Mädels geworden, ganz besonders mit Sidonie Wartberger. Man teilt ihre Vorlieben, ihre Ängste und möchte auch manchmal ganz ordentlich jemanden durchschütteln und den Kopf waschen - besonders Dora und Marlene. Bei Theo ist da sowieso schon alles vergebens. Der hängt fest im Netz der künftigen NSDAP. Zum Glück und zu meiner völligen Zufriedenheit ist auch die Frage um den verschwundenen Gablonzer Schmuck völlig erklärt worden. Andernfalls wäre es das große Manko in dem Buch geworden. So war es vielmehr ein gelungener Schachzug der Autorin, weil man bis zum Ende mitgefiebert und darauf gewartet hat, dass es zum großen Knall deswegen kommt. Und damit hing natürlich auch die Frage im Raum, warum immer noch nichts passiert ist. Im Rückblick ist Sidonie meine liebste Figur in dem Buch. Die Melancholie bleibt ihr erhalten - aber sie hat gelernt, damit umzugehen. Und auch, ihren eigenen Kopf durchzusetzen. Mit aller Contenance, versteht sich. "Eine Ehefrau sei immer das Aushängeschild ihres Gatten, das verpflichtete zur Makellosigkeit, dem könne sich keine entziehen. (S. 408) Dora kommt im Vergleich etwas schwächer rüber. Was vermutlich daran liegt, dass sie noch ihren Weg sucht oder anders gesagt, den Mut sucht, sich gegen Theo aufzulehnen und zu ihrem Brötchengeber zu gehen. Bis zuletzt hat man das Gefühl, daß sie ihren Weg nicht allein findet - vielmehr wird sie an die Hand genommen und bekommt ordentlich Hilfestellung. Ich hätte mich mehr mit ihr anfreunden können, wenn Dora auch einmal selber Courage gezeigt hätte - auch auf die Gefahr hin, noch mehr in Schwierigkeiten zu geraten. Ein besonderer Leckerbissen sind die Einblicke in die Künstlerszene - ganz besonders die van Gogh-Ausstellung in Hamburg. Das Aufkommen verwegener Mode laut Dora und ebensolche Gemälde, würde man Sidonie dazu befragen. Das Cover passt hervorragend zum gezeichneten Bild des Romans. Die Pastelltöne mit den beiden am Strand flanierenden Damen lassen an ruhige Nächte am Alsterufer denken. Wenn man auch ganz entfernt die ersten aufziehenden Anzeichen kommenden Unheils ahnen kann: Für die Familien des Jahres 1905 geht alles seinen gewohnten Gang in einem Leben, von dem die wenigsten große Veränderungen erwarten. Im Fazit: Es war das Wagnis wert. Copyright by: Moorlicht, geschrieben für Die Zaunreiterin

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    • 3
  • Leben in Hamburg um 1900

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    thora01

    16. August 2014 um 22:13

    Das Buch spielt in Hamburg um 1900. Es ist in 2 Lesestränge aufgegliedert. Diese sind gleich bedeutend mit dem Leben und dem Stand der zwei Frauen. Sidonie Wartberg ist eine junge Frau aus sehr gutem Hause. Sie lebt im Luxus. Aber auch ihr Leben hält schwere Zeiten für sie bereit. Der andere Strang behandelt das Leben von Dora, Sie ist eine arme Akkordnäherin. Sie schafft es gerade so sich mit ihrer Arbeit über Wasser zu halten. Durch einen sehr großen Zufall kommt Dora als Näherin in das Haus der Familie Wartberg. Dabei begegnen sich Sidonie und Dora. Beide bewundern das Leben der Anderen. Aufgrund dieser Begegnungen orientieren sich beide Damen in ihrem Leben neu. Dazu durchbrechen Sie die damalige Gesellschaftsordnung. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich würde von der Autorin direkt in das Hamburg von 1900 versetzt. Mir hat die Beschreibung der Umgebung sehr gut gefallen. Ich konnte mir die Stadt richtig vorstellen obwohl ich noch nie in Hamburg gewesen bin. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die beiden Hauptpersonen und deren Leben sind sehr toll beschrieben. Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gemacht die Handlung sehr genau zu recherchieren. Ein kleines Manko habe ich dennoch gefunden: Der Schluss ist für mich ein wenig zu schnell gewesen. Ich hätte sehr gerne noch mehr über die Leben von den Protagonisten erfahren.

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  • Hamburg kurz nach der Jahrhundertwende

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    anne_lay

    14. August 2014 um 16:48

    Zwei für ihre Zeit ungewöhnliche Frauengestalten werden hier beschrieben.  Auf der einen Seite Sidonie Wartberger, vom Schicksal nicht nur verwöhnt, obwohl sie aus gutem Hause stammt und sich daher nicht um ihren Lebenunterhalt sorgen muss. Dora, die andere junge Frau, muss genau dies: Ihre eigenen Ideen immer wieder hintenanstellend, verdient sie ihren Lebensunterhalt als Akkordnäherin in einer Manufaktur.  Immer wieder wechseln die Erzählstränge und zu Beginn fiel es mir etwas schwer, die vielen Personen und Schauplätze zu sortieren, dann aber war ich im Geschehen angekommen und habe gespannt verfolgt, was den beiden Frauen widerfährt. Für mich ist das eine der Stärken dieses Buches. Die Figuren sind lebensnah und mitreißend gezeichnet und quasi nebenbei entsteht ein Bild der damaligen Gesellschaft aus zwei vollständig unterschiedlichen Perspektiven. Einfühlsam werden die Veränderungen in Kunst, Arbeitswelt und Gesellschaft beschrieben, die sich vollziehen und die sich für die nahe Zukunft andeuten.  Für mich ist das Buch aber nicht abgeschlossen. Abrupt endet der Roman mit einem Epilog, in dem die meisten Erzählstränge beendet werden. Gerade noch in der sorgsam aufgebauten Welt schwelgend, wurde ich herausgerissen. Zwar habe ich "das Ende" erfahren (einige Fäden werden auch offen gelassen), aber zumindest einige der beschriebenen Entwicklungen hätte ich mir auch innerhalb des Romans beendet gewünscht. Schade. Die Erzählkunst der Autorin hat mich sehr beeindruckt. Ihr Wissen über Zeit, Kunst und Gesellschaft machen einen großen Reiz in diesem Werk aus.  Für den etwas schwierigen Einstieg und das abrupte Ende ziehe ich jedoch einen Stern ab. Andere Leser mögen dies anders empfinden, insofern kann ich nur empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen und das Werk zu lesen.

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  • Hamburg kurz nach der Jahrhundertwende

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    anne_lay

    14. August 2014 um 16:47

    Zwei für ihre Zeit ungewöhnliche Frauengestalten werden hier beschrieben.  Auf der einen Seite Sidonie Wartberger, vom Schicksal nicht nur verwöhnt, obwohl sie aus gutem Hause stammt und sich daher nicht um ihren Lebenunterhalt sorgen muss. Dora, die andere junge Frau, muss genau dies: Ihre eigenen Ideen immer wieder hintenanstellend, verdient sie ihren Lebensunterhalt als Akkordnäherin in einer Manufaktur.  Immer wieder wechseln die Erzählstränge und zu Beginn fiel es mir etwas schwer, die vielen Personen und Schauplätze zu sortieren, dann aber war ich im Geschehen angekommen und habe gespannt verfolgt, was den beiden Frauen widerfährt. Für mich ist das eine der Stärken dieses Buches. Die Figuren sind lebensnah und mitreißend gezeichnet und quasi nebenbei entsteht ein Bild der damaligen Gesellschaft aus zwei vollständig unterschiedlichen Perspektiven. Einfühlsam werden die Veränderungen in Kunst, Arbeitswelt und Gesellschaft beschrieben, die sich vollziehen und die sich für die nahe Zukunft andeuten.  Für mich ist das Buch aber nicht abgeschlossen. Abrupt endet der Roman mit einem Epilog, in dem die meisten Erzählstränge beendet werden. Gerade noch in der sorgsam aufgebauten Welt schwelgend, wurde ich herausgerissen. Zwar habe ich "das Ende" erfahren (einige Fäden werden auch offen gelassen), aber zumindest einige der beschriebenen Entwicklungen hätte ich mir auch innerhalb des Romans beendet gewünscht. Schade. Die Erzählkunst der Autorin hat mich sehr beeindruckt. Ihr Wissen über Zeit, Kunst und Gesellschaft machen einen großen Reiz in diesem Werk aus.  Für den etwas schwierigen Einstieg und das abrupte Ende ziehe ich jedoch einen Stern ab. Andere Leser mögen dies anders empfinden, insofern kann ich nur empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen und das Werk zu lesen.

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  • ein Traum

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    eskimo81

    13. August 2014 um 12:04

    Sidonie Wartberger, aus reichem, jüdischem Hause, müsste eigentlich glücklich sein. Sie hat alles, ein gutes Ansehen, ein liebevoller Ehemann, Geld... Trotz allem fühlt sie sich eingeengt. Kann sie ihre Fesseln sprengen? Dora Lenau, Waise, lebt in kümmerlichen Verhältnissen. Sie träumt von finanzieller Unabhängigkeit für ein Schneideratelier. Kann sie ihren Traum verwirklichen? Zwei Frauen die sich am Schneideweg ihres Lebens treffen... Ein historisches Buch, dass mich begeistert hat! Wäre da nicht dieser abrupte, für mich fast zu unfertiger Schluss gewesen. Irgendwie, als ob Petra Oelker dachte, hier setzt ich den Schlusspunkt. Ich mag nicht mehr. Ohne Aufklärung, ohne Ende. Im Epilog wird zwar in der sehr, sehr kurzen Fassung ein bisschen Aufklärung (für mich ist nach wie vor nicht alles schlüssig) betrieben, wenn man dies aber mit dem Gesamtwerk vergleicht, detaillierte, wundervolle Sätze, ist es nur eine Enttäuschung. Die Sprache ist sehr bildlich und man erfährt viele historische Ereignisse zu dieser Zeit. Fazit: ein wundervolles Buch über zwei Frauen in verschiedenen Welten. Ein Schluss, der Enttäuschend ist. Es hat mich trotz allem gepackt und in eine schöne Welt entführt. Aufgerundete 4 Sterne, 3.5 sind leider nicht wählbar.

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  • Lesen - in damalige Verhältnisse eintauchen - und auch noch Geschichte lernen - spitze

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    Gudrun67

    10. August 2014 um 17:34

    In diesem Buch, das Anfang 1900 spielt, hat es Petra Oelker geschafft, mich in die damalige Zeit zu versetzen. Das Leben der Protagonistinnen Sidonie und Dora könnte unterschiedlicher nicht sein, sie haben jedoch insgeheim die gleichen Träume und können sich gegenseitig helfen, diese zu verwirklichen. Durch den lebensnahen Schreibstil fühlte ich mich den Protagonistinnen sehr nah und konnte einerseits das Leben der besseren Gesellschaft, wie auch das Leben der Minderbemittelten sehr gut nachvollziehen. Das Buch erklärt auch sehr interessant und verständlich die politischen Verhältnisse, gerade auch im Umgang mit dem Judentum. Hier werden auch einige jüdische Sitten und Gebräuche toll ins Geschehen eingeknüpft.

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  • Ein Buch wie ein Gemälde

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    TochterAlice

    ist Petra Oelkers neueste Kreation aus dem Hamburg vergangener Zeiten - gleichsam mit gekonnten Pinselstrichen zeichnet sie ein Bild der Stadt und ihrer Einwohner im frühen 20. Jahrhundert: 1905/1906 spielt ihre neueste Darstellung zweier eigenwilliger Frauen, die ihren eigenen Weg gehen. Sidonie und Dora - zwei interessante Frauen aus unterschiedlichen geselleschaftlichen Ebenen, die vielschichtig und faszinierend gezeichnet sind - das ist Petra Oelker wie so oft ganz toll gelungen. Beide suchen ihren Weg in einer Gesellschaftsstruktur, in der das Leben für Frauen quasi bereits vorbestimmt ist und ihre Eigenständigkeit eher unterbunden wird. Jede hat ihr eigenes Umfeld, nur durch Zufall "geraten sie aneinander" auf eine höchst inspirierende Art für jede von ihnen. Doch auch dieses Umfeld, bei Sidonie Hamburgs jüdische Oberschicht, bei Dora - wenn auch im weitesten Sinne - die Arbeiterklasse: also jeweils mit allem, was im beginnenden 20. Jahrhundert dazugehörte, ist überaus anschaulich und vielschichtig illustriert, um in der Sprache der Bilder, die so gut zu diesem Buch passt, zu bleiben. Doras unangenehmer Cousin Theo, ihre erste Fördererin, die Schneiderin Gretchen Richter, ihre ebenso kluge wie kranke Freundin Marlene - das sind ebenso wie Sidonies Mann Viktor, ihre wohlwollenden Nachbarn Claire und Raimund Blessing, ihr wunderbarer Schwiegervater Jakob Wartberger detailliert gezeichnete, eindrückliche Charaktere, bei denn ich an die "Buddenbrooks" denken musste. Und es gibt noch einige mehr, die ich Ihnen in diesem Rahmen nicht vorstellen kann, da müssen Sie schon zum Buch selbst greifen und es lohnt sich absolut! Ein Meisterwerk ist Petra Oelker gelungen mit diesem Gemälde in Buchform, der Illustration der zwei Leben tapferer Frauen, die so gar nicht dem damals gängigen - und in der Regel vorgezeichneten - Gesellschaftsbild folgen wollten: sie - und einige der Nebenfiguren sind für ihre Zeit durchaus freche Frauen, die sich auf ihre Art und Weise ihren Teil vom Kuchen nehmen. Ich will es gar nicht verhehlen: aus meiner Sicht ist dies das Highlight einer ohnehin großartigen Autorin, die schon so viele gute Bücher - und das in unterschiedlichen Genres - geschrieben hat. Auch das ein wenig abrupte und in der ein oder anderen Richtung etwas knappe Ende schränkt meine Euphorie bezüglich dieses Buches nur so geringfügig ein, dass ich es dennoch von ganzem Herzen empfehle. Wer in nächster Zeit nur einen historischen Roman lesen will, der sollte zu diesem greifen: Recherche, Sprache, Humor und Stil - abgesehen von Geringfügigkeiten stimmt hier einfach alles!

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  • Ein schöner historischer Schmöker

    Das klare Sommerlicht des Nordens

    tonks

    10. August 2014 um 13:48

    Inhalt: Dora und Sidonie leben beide im Hamburg von 1905 und scheinen doch Welten voneinander entfernt: Während Dora in den Armenvierteln wohnt und sich als Näherin ihren Lebensunterhalt verdient, lebt Sidonie als Ehefrau des Finanzrates, gut umsorgt von Köchin, Butler und Dienstmädchen, an der schönen Außenalster. Beide jedoch kämpfen mit Schicksalsschlägen, wünschen sich ein selbstbestimmtes, selbstständiges Leben und träumen von Freiheit. Ihre Wege kreuzen sich schließlich und dadurch wird sich für beide neue Wege auftun ... Meine Meinung: Petra Oelker hat einen wunderschönen, stimmungsvollen Roman geschrieben, in dem das Hamburger Leben Anfang des 20. Jahrhunderts in all seinen Facetten lebendig wird. Schön und sehr interessant fand ich auch Ausflüge in die Kunst und Malerei, in jüdische Sitten und frühen Antisemitismus. Die vielen Wendungen, Figuren, Nebenstränge und Überraschungen, die die Handlung bereit hält, habe ich in meinem kurzen Resumé absichtlich nicht erwähnt, um nicht zu spoilern - man darf sich jedoch als Leser auf beste Unterhaltung freuen!

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