Petra Pauls-Gläsemann

 5 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Die Briefschreiberin, VergeSSen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Petra Pauls-Gläsemann

Die Briefschreiberin

Die Briefschreiberin

 (4)
Erschienen am 23.10.2014
VergeSSen

VergeSSen

 (1)
Erschienen am 29.08.2017
Handeln statt Denken

Handeln statt Denken

 (0)
Erschienen am 19.09.2016
Mein kleiner Mann im Ohr

Mein kleiner Mann im Ohr

 (0)
Erschienen am 25.04.2018

Neue Rezensionen zu Petra Pauls-Gläsemann

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E

Rezension zu "VergeSSen" von Petra Pauls-Gläsemann

Die NS-Zeit und die Folgen aus der Sicht der Täter und deren Nachkommen - absolut lesenswert!
Edition-Lumenvor einem Jahr

Wider dem Vergessen lautet mein erster Eindruck, nachdem ich das Buch gelesen habe. Selten war mir die Vergangenheit so direkt präsentiert worden wie auf diesen 164 Seiten. Ich fühlte mich zeitweise in die Zeit versetzt, in der diese Erzählung stattfindet und wurde durch den Schreibstil der Autorin zum Zweifel angeregt, ob das alles eine fiktive Geschichte ist oder ob die Realität nicht doch zugeschlagen hat - wenn auch rein unbewusst. Nachdem ich das Buch von Petra Pauls-Gläsemann gelesen habe, steht für mich fest: Es gibt kein Vergessen! - und ihre Geschichte ist aufregend, spannend und gleichzeitig erschütternd, weil sie viele noch lebende Nachkommen von NS-Tätern beschreibt.
Das kurz zu meiner persönlichen Meinung, was das Buch angeht.
Das Taschenbuch "VergeSSen" von Petra Pauls-Gläsemann ist in der Edition Lumen, einer privaten Autoren- und Künstlergemeinschaft am 31.8.2017 erschienen, umfasst 164 Seiten und somit das letzte Werk der Autorin, nach eigenen Angaben.
Schon 2001 veröffentlichte sie den Roman Levitikus Erben, der sich mit einer ähnlichen Thematik auseinandersetzt.
Die Autorin selber ist verheiratet und lebt zurückgezogen im Schwarzwald. Sehr interessant ist die Tatsache, dass sie die Enkelin des Oberscharführers Johann Pauls ist, der von 1943 bis 1945 in der Wachmannschaft des Konzentrationslagers in Stutthof (Nähe Danzig) eingesetzt worden sein soll. (Quelle: Wikipedia)

Der Text ist in sieben Kapitel eingeteilt, passend eingeleitet durch Zitate berühmter Persönlichkeiten, die einen Hinweis auf den Inhalt geben, und zeitbezogen mit Rückblenden aufeinander aufgebaut.
Sie spielt gekonnt mit den Stilmitteln, benutzt Anaphern ("Ein Mann der schoss und erschossen wurde. Ohne Rang. Ohne Bedeutung." ) ebenso  wie Oxymorone ( „Pawel, lass die Toten ihre Toten begraben.“ , oder sie benutzt die Emphase, um rhetorisch auf etwas Wichtiges hinzuweisen. (Er hatte tatsächlich Ähnlichkeit mit ihrer Mutter. Sie hatte Ähnlichkeit mit ihm!), und vieles mehr. Das verleiht dem Inhalt eine besondere Lebendigkeit und intensiviert die Symbolik dieser Erzählung. Es lässt sich dadruch auch fließend lesen, obwohl es sehr oft zum Nachdenken anregt. Einige Sachverhalte müssen neu überdacht werden, der Leser ertappt sich selbst dabei, wie er Vorurteile aus dem Weg räumt und sich eine neue Sicht der Dinge aufbaut.
Die einzelnen Hauptdarsteller selber zu Wort kommen zu lassen, aus ihrer Sicht zu schreiben, verleiht diesem Buch etwas ganz Besonderes. Man bekommt das Gefühl, selbst am Schauplatz mit dabei zu sein, die Welt aus der Sicht dieser Personen zu sehen, sich in sie hinein zu fühlen und ihre Denkweise zu verstehen.
Dadurch wird die Spannung immer weiter aufgebaut. Was dachte die Frau des Nazis Pawel über ihren Mann? Wie empfand der Obersturmbannführer seine Arbeit im KZ? Warum kam er auf die Idee, anderen Menschen - vor allem Kindern - zu helfen? Wieso konnte die KZ-Wächterin Maria von Olschewik nicht mit ihrer Familie über das Grauen reden? Wie erlebten die Kinder der Pawels die Flucht nach Westen? Wieso gaben sie ihr Erbe weiter an ihre eigenen Kinder? Fragen über Fragen, die hier nach und nach beantwortet werden und mich sehr beeindruckt haben.
Die Nachkommen der Täter aus heutiger Sicht zu Wort kommen zu lassen, verdient meinen größten Respekt!
Der Autorin ist mit diesem Buch nicht nur eine Art Aufarbeitung ihrer eigenen Familiengeschichte gelungen, sie hat mich persönlich auch intensiver an dieses Thema herangeführt und meine Sichtweise auf die Dinge nachhaltig verändert.
Ein Buch, das sich hervorragend im (Schul) Unterricht als Lektüre eignet und sicher noch für Zündstoff sorgen wird.











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S

Rezension zu "Die Briefschreiberin" von Petra Pauls-Gläsemann

Ein ganz besonderer Roman
Susa-Lesemausvor einem Jahr

Der Roman von Petra Pauls-Gläsemann, deutsche Autorin aus Grafenhausen im Schwarzwald, umfasst als Taschenbuch 160 Seiten. Doch es reicht aus, um eine spannende Geschichte zu erzählen, die aus der Gegenwart in die Zukunft führt. Genaugenommen in das Jahr 2066. Die Realität wird dabei immer im Auge behalten - also keine Roboter und andere S.F.-Charaktäre.
Der Buchumschlag entspricht dem Inhalt - der Süden Deutschlands wurde von einer Reaktorkatastrophe im französischen Fessenheim verstrahlt, danach ist nichts mehr so wie früher. Obwohl es weiterhin Menschen gibt, sterben viele an den Folgen. Der Mensch ist kontrollierbar und austauschbar geworden.Einige Überlebende verstecken sich außerhalb der kontrollierten Städte und entwickeln ihre geistigen Fähigkeiten, die notwendig zum Überleben sind. In diese Welt gelangt eine junge Frau, die einen Anschlag überlebt und fliehen muss. Sie ist Ärztin und entdeckt eine neue Lebensweise, die gar nicht so neu ist - das Heilen mit der Natur und andere übersinnliche Fähigkeiten. Dass auch sie diese Fähigkeiten besitzt, macht sie zu einer Briefschreiberin und versetzt damit der ganzen Geschichte eine besondere Spannung, die sich mit Religion, Politik und Verschwörungstheorien vermischt.
Das Ende bringt eine außergewöhnliche Wende in das Geschehen, wie man sich zum Beispiel den Weltuntergang vorstellen könnte, der eigentlich nur einen Neuanfang, eine neue Chance verdeutlicht.
Eine sehr unterhaltsame Lektüre, die nachdenklich stimmt, was unsere Zeit angeht und wohin das alles führen kann ...

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Leelas avatar

Rezension zu "Die Briefschreiberin" von Petra Pauls-Gläsemann

Fesselnde und düstere Zukunftsvision
Leelavor 4 Jahren

Im Jahr 2017 war es zu einer nuklearen Katastrophe gekommen, die das Leben an der deutsch-französischen Grenze grundlegend verändert hat. Wir verfolgen nun das Leben von Laura, die in der Zeit nach der Katastrophe geboren wurde und in einer der wenigen Städte wohnt, die es noch gibt. Wir erfahren, dass sich die Gesellschaft mittlerweile grundlegend verändert hat und eine neue Weltordnung hat es sich zru Aufgabe gemacht, Menschen mittels Bewusstseinskontrolle gefügig zu machen. Um all dem entgegenzuwirken bekommt Laura eine ganz eigene und ungewöhnliche Mission...

Dieses Buch hat mein Interesse geweckt, weil es eine wirklich spannende Zukunftsvision versprach. Dass es zudem im schönen Südbaden spielt, war für mich ein Pluspunkt, da man sich so alles direkt besser vorstellen kann, als eine ähnliche Handlung in den weit entfernten Staaten.
Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt, denn Petra Pauls-Gläsemann hat hier eine düstere Zukunftsvision geschaffen, die toll und nachvollziehbar beschrieben wird. Den Zerfall der Gesellschaft kann man bildlich miterleben und es werden einige bekannte Verschwörungstheorien aufgegriffen und gut verarbeitet. Der Titel des Buches zauberte mir jedoch zuerst Fragezeichen ins Gesicht, auch wenn ich schon vorher vermutet hatte, dass dies nicht einfach nur ein Endzeit-Roman ist. Die Auflösung zur "Briefschreiberin" sollte lieber jeder selbst lesen und ich sage an dieser Stelle nur soviel, dass das Buch weit mehr ist, als "Endzeit" und hier durchaus noch einmal überrascht.

Das Ende kam für mich leider etwas abrupt; eine Fortsetzung könnte ich mir an dieser Stelle gut vorstellen. Sehr gut gefielen mir die klare Sprache und das Stichwortverzeichnung am Schluss.

Insgesamt war dieses Buch eine echte, positive Überraschung für mich, die ich weiterempfehlen kann.

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Gespräche aus der Community

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Anonymas avatar
Hallo liebe Lesefreunde!
Ich möchte eine Leserunde im Namen der Edition Lumen eröffnen, die freundlicherweise drei Bücher zur Verfügung stellt.
Da es sich hier eher um einen sehr außergwöhnlichen Science-Fiktion-Roman handelt, sind vor allem Leserinnen und Leser eingeladen, die sich nicht scheuen "über den Tellerrand hinauszublicken", wie es die Autorin so schön formuliert.
Die Bücher werden unter allen Einsendern bis zum 31.1.2015 verlost. Dazu einfach eine eMail an edition-lumen.de Betreff "Leserunde Anonyma" schicken. Die drei Gewinner werden direkt per Mail angeschrieben. Das Buch erhaltet ihr kostenlos über den Autorenverlag zugeschickt.
Dafür verpflichtet ihr euch eine Rezension für dieses Buch zu schreiben und euch in der Leserunde über das Buch auszutauschen.
Alle anderen Teilnehmer/innen können jedoch auch mitlesen und erhalten das Buch als Leseprobe.
Ich würde mich über einen regen Austausch freuen, denn dieser Roman liegt mir sehr am Herzen.
Eure Anonyma

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