Petra Pauls-Gläsemann VergeSSen

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Inhaltsangabe zu „VergeSSen“ von Petra Pauls-Gläsemann

Die Geschichte der Familie Pawel aus Danzig über vier Generationen, umfasst die historische Zeitspanne von 1914 - 2001. Eine Erzählung, die sich mit Schuld, Scham und Vergessen, aber auch der Flucht in den Westen und die Jahre danach auseinandersetzt, und nach einer Antwort auf die Frage nach dem "Warum" sucht. Wer waren die Menschen, die in der Nazi-Zeit zu Tätern, zu Mördern wurden? Was haben sie den Generationen danach als Erbe hinterlassen? Wie gingen sie mit ihrer Schuld und Scham, mit der Verantwortung ihrer Familie gegenüber um? Wie können vererbte Traumata aufgelöst werden, die noch Generationen danach eine Belastung darstellen?
Fragen, die sich die Autorin auch persönlich stellen musste, um Licht in das dunkle Kapitel ihrer Familiengeschichte zu bringen.
Eine spannende Erzählung, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet, und auf ganz sensible Weise die Protagonisten zu Wort kommen lässt.

"Ein sehr einfühlsam geschriebenes Buch über die Nazizeit aus der Sicht von Tätern und Mittätern, sowie deren Nachkommen."

— Edition-Lumen

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  • Die NS-Zeit und die Folgen aus der Sicht der Täter und deren Nachkommen - absolut lesenswert!

    VergeSSen

    Edition-Lumen

    02. September 2017 um 15:48

    Wider dem Vergessen lautet mein erster Eindruck, nachdem ich das Buch gelesen habe. Selten war mir die Vergangenheit so direkt präsentiert worden wie auf diesen 164 Seiten. Ich fühlte mich zeitweise in die Zeit versetzt, in der diese Erzählung stattfindet und wurde durch den Schreibstil der Autorin zum Zweifel angeregt, ob das alles eine fiktive Geschichte ist oder ob die Realität nicht doch zugeschlagen hat - wenn auch rein unbewusst. Nachdem ich das Buch von Petra Pauls-Gläsemann gelesen habe, steht für mich fest: Es gibt kein Vergessen! - und ihre Geschichte ist aufregend, spannend und gleichzeitig erschütternd, weil sie viele noch lebende Nachkommen von NS-Tätern beschreibt. Das kurz zu meiner persönlichen Meinung, was das Buch angeht. Das Taschenbuch "VergeSSen" von Petra Pauls-Gläsemann ist in der Edition Lumen, einer privaten Autoren- und Künstlergemeinschaft am 31.8.2017 erschienen, umfasst 164 Seiten und somit das letzte Werk der Autorin, nach eigenen Angaben. Schon 2001 veröffentlichte sie den Roman Levitikus Erben, der sich mit einer ähnlichen Thematik auseinandersetzt. Die Autorin selber ist verheiratet und lebt zurückgezogen im Schwarzwald. Sehr interessant ist die Tatsache, dass sie die Enkelin des Oberscharführers Johann Pauls ist, der von 1943 bis 1945 in der Wachmannschaft des Konzentrationslagers in Stutthof (Nähe Danzig) eingesetzt worden sein soll. (Quelle: Wikipedia) Der Text ist in sieben Kapitel eingeteilt, passend eingeleitet durch Zitate berühmter Persönlichkeiten, die einen Hinweis auf den Inhalt geben, und zeitbezogen mit Rückblenden aufeinander aufgebaut. Sie spielt gekonnt mit den Stilmitteln, benutzt Anaphern ("Ein Mann der schoss und erschossen wurde. Ohne Rang. Ohne Bedeutung." ) ebenso  wie Oxymorone ( „Pawel, lass die Toten ihre Toten begraben.“ , oder sie benutzt die Emphase, um rhetorisch auf etwas Wichtiges hinzuweisen. (Er hatte tatsächlich Ähnlichkeit mit ihrer Mutter. Sie hatte Ähnlichkeit mit ihm!), und vieles mehr. Das verleiht dem Inhalt eine besondere Lebendigkeit und intensiviert die Symbolik dieser Erzählung. Es lässt sich dadruch auch fließend lesen, obwohl es sehr oft zum Nachdenken anregt. Einige Sachverhalte müssen neu überdacht werden, der Leser ertappt sich selbst dabei, wie er Vorurteile aus dem Weg räumt und sich eine neue Sicht der Dinge aufbaut. Die einzelnen Hauptdarsteller selber zu Wort kommen zu lassen, aus ihrer Sicht zu schreiben, verleiht diesem Buch etwas ganz Besonderes. Man bekommt das Gefühl, selbst am Schauplatz mit dabei zu sein, die Welt aus der Sicht dieser Personen zu sehen, sich in sie hinein zu fühlen und ihre Denkweise zu verstehen. Dadurch wird die Spannung immer weiter aufgebaut. Was dachte die Frau des Nazis Pawel über ihren Mann? Wie empfand der Obersturmbannführer seine Arbeit im KZ? Warum kam er auf die Idee, anderen Menschen - vor allem Kindern - zu helfen? Wieso konnte die KZ-Wächterin Maria von Olschewik nicht mit ihrer Familie über das Grauen reden? Wie erlebten die Kinder der Pawels die Flucht nach Westen? Wieso gaben sie ihr Erbe weiter an ihre eigenen Kinder? Fragen über Fragen, die hier nach und nach beantwortet werden und mich sehr beeindruckt haben. Die Nachkommen der Täter aus heutiger Sicht zu Wort kommen zu lassen, verdient meinen größten Respekt! Der Autorin ist mit diesem Buch nicht nur eine Art Aufarbeitung ihrer eigenen Familiengeschichte gelungen, sie hat mich persönlich auch intensiver an dieses Thema herangeführt und meine Sichtweise auf die Dinge nachhaltig verändert. Ein Buch, das sich hervorragend im (Schul) Unterricht als Lektüre eignet und sicher noch für Zündstoff sorgen wird.

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