Petra Piuk

 4.1 Sterne bei 47 Bewertungen
Petra Piuk

Lebenslauf von Petra Piuk

Geboren 1975 in Güssing, Burgenland. Lebt in Wien. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Ihr Debütroman „Lucy fliegt“ wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien ausgezeichnet. Mit einem Auszug daraus wurde sie zum Floriana Literaturwettbewerb eingeladen. 2016 erhielt sie den Literaturpreis des Landes Burgenland.

Alle Bücher von Petra Piuk

Lucy fliegt

Lucy fliegt

 (25)
Erschienen am 01.02.2016
Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman

Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman

 (22)
Erschienen am 17.08.2017

Neue Rezensionen zu Petra Piuk

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Rezension zu "Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman" von Petra Piuk

Eine Anleitung zur Dekonstruktion klischeehafter Provinzromantik
lippunermarcvor einem Tag

Der perfekte Heimatroman kommt vermutlich als Groschenheft daher: Eine romantische Liebesgeschichte, eine idyllische Bergkulisse, stereotypes Dorfpersonal… Rundum heile Welt also. Dass dieses Sujet bei österreichischen Schriftsteller_innen immer wieder Anlass zum beharrlichen Kratzen am schuldlos-naiven Heimatbild ist, kennt man von Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Marlene Streeruwitz oder Josef Winkler. Petra Puik, Jahrgang 1975 und somit mindestens eine Generation jünger, reiht sich mit Toni und Moni in die illustre Riege ein. Ihre Anleitung zum Heimatroman ist zugleich eine Anleitung zur Dekonstruktion klischeehafter Provinzromantik, und so kommen in der Geschichte, die von patriarchaler Macht, sexueller, körperlicher, verbaler Gewalt, Verlogenheit und Intrigen nur so strotzt, nicht nur die handelnden Figuren zu Wort, sondern auch die Erzählerin sowie – zumeist in Fußnoten – die Autorin und die Lektorin, die gern den Rotstift ansetzt und ganze Passagen durchstreicht. Die Grundidee, die Entstehung eines Romans auf diversen Metaebenen ironisch offenzulegen und sich so an dem Genre Heimatliteratur abzuarbeiten, ist großartig, erschöpft sich jedoch – vorrangig aufgrund einer gewissen Redundanz in der Auseinandersetzung von Autorin und Lektorin –  etwas zu schnell, um 200 Seiten lang gleichermaßen gut zu unterhalten. Nichtsdestotrotz ist Toni und Moni eine außergewöhnliche Empfehlung – Kreuzworträtsel, Fragebogen und Raum für eigene Notizen inklusive.


Diese Rezension erschien zuerst auf meinem Blog www.lippunermarc.wordpress.com.

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Rezension zu "Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman" von Petra Piuk

„Toni und Moni“ ans Herz gelegt
Luis_Stabauervor 7 Monaten

Herzhaft lachen ist befreiend, wenn das Lachen steckenbleibt bringt es dich weiter.

Und wie ich gelacht habe (am Anfang), und wie das Steckenbleiben immer mehr zum Würgen wurde!

Vor Jahren wurde mir während einer Kur von Therapeutinnen das Lesen von Karl Valentin verboten, mein Lachen hatte die Kojen zu stark geschüttet. Ich glaube, „Toni und Moni – Oder: Eine Anleitung zum Heimatroman“ hätten sie mir auch verboten.

Im zweiten Teil die Schluckbeschwerden: Tief in der Kehle und zu spüren über die Ohren, bis hinab in die Zehen habe ich sie wahrgenommen und sie regen mich immer noch an.

Wie die Schriftstellerin, wie Petra Piuk, wie Toni und Moni und auch ein wenig wie die Lektorin, bemühe ich auch einen alten Hadern: „Ich sprenge alle Ketten“ grölten sie alle und ließen nicht ein Kettenglied eingehängt in diesem Mysterien- ups, Literaturspiel. Vielleicht habe ich noch nie ein Buch gelesen, in dem die Fußnoten, das Personenverzeichnis (beinahe alle Alphabet Buchstaben), die Perspektivenwechsel, ein Dorf und meine Erinnerungen als Leser so treffend eingesetzt, beziehungsweise angestoßen wurden.

Herzliche Gratulation Petra, Frau Schriftstellerin und Tanja

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Rezension zu "Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman" von Petra Piuk

Petra Piuk | TONI & MONI
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten

*** Die folgende Rezension erschien erstmals auf meinem Blog www.booksterhro.wordpress.com. Schaut mal vorbei, ich freu mich auf Euren Besuch! ***

In Schöngraben an der Rauscher ist die Welt noch in Ordnung. Die Landschaft ist malerisch und immer scheint die Sonne. Die strammen Landburschen lieben die hübschen Dorfmädchen. Die Männer sind im Wirtshaus und ihre Frauen hinterm Herd, wo sie auch hingehören. Die Schöngrabener lieben ihre Heimat, die schöne Musik, das gute Essen und den guten Wein, denn sie sind gute Menschen unter Gottes Segen.

In dieser österreichischen Idylle wachsen Toni und Moni auf. Sie sind füreinander bestimmt, denn die liebe Frau Schriftstellerin will es so. Doch – ach du Schreck! – da kommt der fesche Michael und schnappt dem Toni die Moni vor der Nase weg. Das glückliche Ende ist in Gefahr! Los, Toni! Du musst um die Moni kämpfen, sonst springen uns die Leser ab! Doch es kommt noch schlimmer: Die Moni, diese Nestbeschmutzerin, will ihre Heimat verlassen und in die große Stadt ziehen, wo doch jeder weiß, dass dort die Frauen in der U-Bahn von den Flüchtlingen vergewaltigt werden, und keinen interessiert’s! Das kann doch unser Toni nicht zulassen! Frau Schriftstellerin, so tun Sie doch was...

Eines gleich vorweg: Ich habe bei einem Buch lange nicht mehr so viel und so laut lachen müssen, wie bei TONI UND MONI. Was Petra Piuk (*1975) hier zwischen die Buchdeckel hämmert, ist zum Brüllen komisch, ist so voller Sarkasmus und Provokation, so dermaßen anti … das ist literarischer Punk! Hier werden gekonnt alle Regeln der Heimatroman»kunst« aus den Angeln gehoben, Piuk gräbt sich durch die dicke Schicht aus Kitsch und Schnulz und gibt nach und nach den Blick frei auf den schmutzigen Boden darunter. Dort kommen ganz unverblümt Sexismus, Fremdenhass und häusliche Gewalt zum Vorschein.

Bei ihrer Sezierarbeit macht Piuk eine Metaebene nach der anderen auf: Sie streitet sich in zahlreichen Fußnoten mit ihrer Lektorin, ändert zähneknirschend die Geschichte des Dorfes, um sie erzürnten Leserbriefen anzupassen, lässt die Schöngrabener sich ihrer Fiktionalität bewusst werden und verliert sich dank einer Schreibblockade zusehends im Äther zwischen den Zeilen. Ein großer Spaß für Postmodernisten also.

Der Humor ist – je nach Thema, das gerade beackert wird – teils harmlos witzig, teils übel makaber, in jedem Falle aber entlarvend. Natürlich bedient sich Piuk auf beiden Seiten an Klischees, sowohl bei der Heimatidylle mit ihrem güldenen Schein, als auch bei der Subgesellschaft, die sie vorführen will. Aber die Message ist klar und deutlich, und ich kann mir vorstellen, dass TONI UND MONI in manchen Gegenden nicht gerade auf Wohlwollen stößt. Mich hat der Roman ein bisschen an Reinhard P. Grubers AUS DEM LEBEN HÖDLMOSERS erinnert, wo ähnlich – wenn auch nicht ganz so heftig – auf etwaige Konventionen gepfiffen wird. Für mich hat Piuks Roman das Zeug zum Kultbuch. Ein deftiger Schlag in die Fressen der Schlager-mitschunkelnden Heile-Welt-Doppelmoralisten.

Mein Tipp: Wenn Ihr dieses Jahr nur ein Buch lesen dürftet, nehmt dieses.

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Gespräche aus der Community

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Worum geht's?

Eine schöne Musik, eine heile Familie und eine Liebesgeschichte – das ist das Rezept für einen gelungenen Heimatroman. Schöner und heiler als in Schöngraben an der Rauscher kann die Welt gar nicht sein: heimatverbundene Menschen, ein starkes Wir und eine bevorstehende Hochzeit. Wären da nicht ständig diese Störungen: eine Großcousine, die den Mord in der Familie aufdecken will, eine Moni, die sich in einen Michael verliebt, Figuren, die sich nicht an die Regeln halten, und eine Romanautorin, die mit niederträchtigen Mitteln das glückliche Ende konterkariert.
Im Rahmen einer Gebrauchsanweisung entwirft Petra Piuk die provinzielle Antiidylle und zerstört Stück für Stück den Schein einer heilen Welt. Bitterböse und zugleich höchst unterhaltsam führt sie den Heimatroman ad absurdum und hebelt alle Regeln des klassischen Erzählens aus.

"Die Hebamme stülpt eine Saugglocke über meinen Schädel und zerrt mich aus dem Mutterloch heraus. Ich bekomme einen Schlag auf den Rücken, beginne zu schreien und lerne meine erste Lektion fürs Leben: Eine Watschen ist gesund."

Petra Piuk

geboren 1975 in Güssing, Burgenland. Lebt in Wien. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Ihr Debütroman „Lucy fliegt“ wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien ausgezeichnet. Mit einem Auszug daraus wurde sie zum Floriana Literaturwettbewerb eingeladen. 2016 erhielt sie den Literaturpreis des Landes Burgenland.


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Letzter Beitrag von  krimielsevor einem Jahr
Meine Rezension, sehr verspätet...Entschuldigung! https://www.lovelybooks.de/autor/Petra-Piuk/Toni-und-Moni-oder-Anleitung-zum-Heimatroman-1453971750-w/rezension/1518769842/ Auch wenn ich „nur“ drei Sterne vergeben habe, bleibt das Buch bei mir. Wie schon in der Runde geschrieben ist es ein Buch, das ich mir laut vorgesehen sehr gut vorstellen kann. Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit.
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Worum geht's?

Lucy ist 23 und heißt eigentlich Linda. Sie ist süchtig nach Bewunderung und hat ein großes Ziel: Hollywood. Wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin zu werden, ist ihr ziemlich egal, Hauptsache, es geht schnell. Allerdings steht ihr da so einiges im Weg: Sie hat kein Geld, sie hat Flugangst, und dann ist der Schwangerschaftstest auch noch positiv. Verbissen klammert sie sich an ihre Traumwelt, bis sie die Realität vollkommen aus den Augen verliert. 

In diesem spannungsgeladenen Roman eröffnet Petra Piuk mit viel schwarzem Humor einen ungefilterten Einblick in den Bewusstseinsstrom ihrer Protagonistin. Dabei zeigt sie die (Un-)Möglichkeiten, aus schwierigen Verhältnissen nach ganz oben zu gelangen.

Ich glaub nicht nur, dass ich es schaffen werde, ich weiß, dass ich es schaffen werde, und wisst ihr, wieso ich weiß, dass ich es schaffen werde, weil ich bis jetzt alles geschafft hab.“

Erscheinungstermin: 8. Februar 2016


Petra Piuk

geboren 1975 in Güssing, Burgenland. Lebt und arbeitet als freie Autorin und Fernsehredakteurin in Wien. Schauspielausbildung. Jahrelange Tätigkeit im Doku-Soap-Bereich. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Die Arbeit an ihrem Roman wurde durch das Projekt-Stipendium für Literatur (BKA) gefördert. „Lucy fliegt“ ist ihr erster Roman.

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