Petra Piuk

 4.2 Sterne bei 46 Bewertungen
Petra Piuk

Lebenslauf von Petra Piuk

Geboren 1975 in Güssing, Burgenland. Lebt in Wien. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Ihr Debütroman „Lucy fliegt“ wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien ausgezeichnet. Mit einem Auszug daraus wurde sie zum Floriana Literaturwettbewerb eingeladen. 2016 erhielt sie den Literaturpreis des Landes Burgenland.

Alle Bücher von Petra Piuk

Lucy fliegt

Lucy fliegt

 (25)
Erschienen am 01.02.2016
Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman

Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman

 (21)
Erschienen am 17.08.2017

Neue Rezensionen zu Petra Piuk

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Luis_Stabauers avatar

Rezension zu "Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman" von Petra Piuk

„Toni und Moni“ ans Herz gelegt
Luis_Stabauervor 5 Monaten

Herzhaft lachen ist befreiend, wenn das Lachen steckenbleibt bringt es dich weiter.

Und wie ich gelacht habe (am Anfang), und wie das Steckenbleiben immer mehr zum Würgen wurde!

Vor Jahren wurde mir während einer Kur von Therapeutinnen das Lesen von Karl Valentin verboten, mein Lachen hatte die Kojen zu stark geschüttet. Ich glaube, „Toni und Moni – Oder: Eine Anleitung zum Heimatroman“ hätten sie mir auch verboten.

Im zweiten Teil die Schluckbeschwerden: Tief in der Kehle und zu spüren über die Ohren, bis hinab in die Zehen habe ich sie wahrgenommen und sie regen mich immer noch an.

Wie die Schriftstellerin, wie Petra Piuk, wie Toni und Moni und auch ein wenig wie die Lektorin, bemühe ich auch einen alten Hadern: „Ich sprenge alle Ketten“ grölten sie alle und ließen nicht ein Kettenglied eingehängt in diesem Mysterien- ups, Literaturspiel. Vielleicht habe ich noch nie ein Buch gelesen, in dem die Fußnoten, das Personenverzeichnis (beinahe alle Alphabet Buchstaben), die Perspektivenwechsel, ein Dorf und meine Erinnerungen als Leser so treffend eingesetzt, beziehungsweise angestoßen wurden.

Herzliche Gratulation Petra, Frau Schriftstellerin und Tanja

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Rezension zu "Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman" von Petra Piuk

Petra Piuk | TONI & MONI
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Monaten

*** Die folgende Rezension erschien erstmals auf meinem Blog www.booksterhro.wordpress.com. Schaut mal vorbei, ich freu mich auf Euren Besuch! ***

In Schöngraben an der Rauscher ist die Welt noch in Ordnung. Die Landschaft ist malerisch und immer scheint die Sonne. Die strammen Landburschen lieben die hübschen Dorfmädchen. Die Männer sind im Wirtshaus und ihre Frauen hinterm Herd, wo sie auch hingehören. Die Schöngrabener lieben ihre Heimat, die schöne Musik, das gute Essen und den guten Wein, denn sie sind gute Menschen unter Gottes Segen.

In dieser österreichischen Idylle wachsen Toni und Moni auf. Sie sind füreinander bestimmt, denn die liebe Frau Schriftstellerin will es so. Doch – ach du Schreck! – da kommt der fesche Michael und schnappt dem Toni die Moni vor der Nase weg. Das glückliche Ende ist in Gefahr! Los, Toni! Du musst um die Moni kämpfen, sonst springen uns die Leser ab! Doch es kommt noch schlimmer: Die Moni, diese Nestbeschmutzerin, will ihre Heimat verlassen und in die große Stadt ziehen, wo doch jeder weiß, dass dort die Frauen in der U-Bahn von den Flüchtlingen vergewaltigt werden, und keinen interessiert’s! Das kann doch unser Toni nicht zulassen! Frau Schriftstellerin, so tun Sie doch was...

Eines gleich vorweg: Ich habe bei einem Buch lange nicht mehr so viel und so laut lachen müssen, wie bei TONI UND MONI. Was Petra Piuk (*1975) hier zwischen die Buchdeckel hämmert, ist zum Brüllen komisch, ist so voller Sarkasmus und Provokation, so dermaßen anti … das ist literarischer Punk! Hier werden gekonnt alle Regeln der Heimatroman»kunst« aus den Angeln gehoben, Piuk gräbt sich durch die dicke Schicht aus Kitsch und Schnulz und gibt nach und nach den Blick frei auf den schmutzigen Boden darunter. Dort kommen ganz unverblümt Sexismus, Fremdenhass und häusliche Gewalt zum Vorschein.

Bei ihrer Sezierarbeit macht Piuk eine Metaebene nach der anderen auf: Sie streitet sich in zahlreichen Fußnoten mit ihrer Lektorin, ändert zähneknirschend die Geschichte des Dorfes, um sie erzürnten Leserbriefen anzupassen, lässt die Schöngrabener sich ihrer Fiktionalität bewusst werden und verliert sich dank einer Schreibblockade zusehends im Äther zwischen den Zeilen. Ein großer Spaß für Postmodernisten also.

Der Humor ist – je nach Thema, das gerade beackert wird – teils harmlos witzig, teils übel makaber, in jedem Falle aber entlarvend. Natürlich bedient sich Piuk auf beiden Seiten an Klischees, sowohl bei der Heimatidylle mit ihrem güldenen Schein, als auch bei der Subgesellschaft, die sie vorführen will. Aber die Message ist klar und deutlich, und ich kann mir vorstellen, dass TONI UND MONI in manchen Gegenden nicht gerade auf Wohlwollen stößt. Mich hat der Roman ein bisschen an Reinhard P. Grubers AUS DEM LEBEN HÖDLMOSERS erinnert, wo ähnlich – wenn auch nicht ganz so heftig – auf etwaige Konventionen gepfiffen wird. Für mich hat Piuks Roman das Zeug zum Kultbuch. Ein deftiger Schlag in die Fressen der Schlager-mitschunkelnden Heile-Welt-Doppelmoralisten.

Mein Tipp: Wenn Ihr dieses Jahr nur ein Buch lesen dürftet, nehmt dieses.

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awogflis avatar

Rezension zu "Lucy fliegt" von Petra Piuk

Generation: Ich bin ein Star
awogflivor 10 Monaten

Vorab möchte ich gleich eine persönliche Befangenheitserklärung für diesen Roman abgeben: Ich bin zu alt für dieses Buch!

… Denn es ist in Jugendsprech geschrieben. Fehlende Verben und Präpositionen nerven mich sehr, vor allem wenn sowas niedergeschrieben ist. Aber was sage ich: ES NERVT MICH IMMER! Dabei muss bei mir nicht ständig alles total korrekt formuliert sein, und ich bin auch Verfechterin des Dialekts, aber diese Verkürzungen wie: „Kann ich ein Eis?“ (Was? haben? stehlen?) oder: „Ich geh Aldi“ (Was? Zu Aldi? Aldi ausrauben?) machen mich komplett wahnsinnig.

Gleich einer zwangsgestörten Deutschlehrerin, die berufliches von privatem nicht trennen kann, möchte ich permanent den Rotstift ansetzen und korrigieren, was meine persönliche Lesefreude gegen Null tendieren lässt.

Dabei ist dieser Stil selbstverständlich ur-authentisch, denn Lucy 23 kommt aus Wien Floridsdorf aus der Unterschicht und kann tatsächlich nicht anders sprechen, vor allem weil die Geschichte als innerer Monolog angelegt ist.

Inhaltlich thematisiert die Story sehr brilliant viele ernste Themen, mit denen junge Leute heutzutage konfrontiert sein können: Den Traum ein Star zu werden, um aus der miefigen Vorstadt und der Unterschicht rauszukommen, die Kritik an den Castingshows, die junge Menschen mit so einer Vision ausnutzen und diese wie ein Zootier quasi am Nasenring dem amüsierten Publikum vorführen, die vergeigte Ausbildung der Generation Z, die keinen Plan B zu ihrem relativ irrealen Traum hat, reich und berühmt zu werden, Mobbing in der Schule und vieles andere mehr.

Allmählich – je länger Lucy innerlich monologisiert – tun sich extreme Abgründe auf: Sexueller Missbrauch vom Stiefvater in ganz jungen Jahren und natürlich auch noch eine Co-Täterin, die eigene Mutter, die das Kind als Lügnerin abstempelt, machen bald klar, warum Lucy in der Schule auch ständig in Schwierigkeiten geriet. Sie manfestiert ihren Ruf als Schlampe erstens selbst, weil sie nichts dabei findet, recht wahllos Sex zu haben, ist aber auch permanent sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen ausgesetzt. Ein Teufelskreis aus sexualisiertem Verhalten von Pädophilenopfern – sie findet es ja schon nahezu normal, belästigt und vergewaltigt zu werden, denn sie verwechselt diese Untaten damit, beliebt zu sein – zieht sie immer tiefer in den Strudel als Opfer hinein.

Weiters wird auch angedeutet, dass Lucy an einer bipolaren Störung leiden könnte, was von den Burschen und Männern – was sage ich eigentlich – was von allen weidlich ausgenutzt wird.

Ihre Chancen auf echte Zuneigung und Liebe kann sie auch nicht erkennen und nutzen, am Ende ist sie nicht nur Opfer sondern auch ein bisschen Täterin, die vor allem ihr Leben versaut.

Fazit:
Der Plot ist rasant und großartig. Wenn man über die furchtbare Sprache hinwegkommen kann, wird man die Geschichte sehr genießen. Ich konnte es leider nicht so gut.

Kommentare: 2
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Gespräche aus der Community

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Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

Worum geht's?

Eine schöne Musik, eine heile Familie und eine Liebesgeschichte – das ist das Rezept für einen gelungenen Heimatroman. Schöner und heiler als in Schöngraben an der Rauscher kann die Welt gar nicht sein: heimatverbundene Menschen, ein starkes Wir und eine bevorstehende Hochzeit. Wären da nicht ständig diese Störungen: eine Großcousine, die den Mord in der Familie aufdecken will, eine Moni, die sich in einen Michael verliebt, Figuren, die sich nicht an die Regeln halten, und eine Romanautorin, die mit niederträchtigen Mitteln das glückliche Ende konterkariert.
Im Rahmen einer Gebrauchsanweisung entwirft Petra Piuk die provinzielle Antiidylle und zerstört Stück für Stück den Schein einer heilen Welt. Bitterböse und zugleich höchst unterhaltsam führt sie den Heimatroman ad absurdum und hebelt alle Regeln des klassischen Erzählens aus.

"Die Hebamme stülpt eine Saugglocke über meinen Schädel und zerrt mich aus dem Mutterloch heraus. Ich bekomme einen Schlag auf den Rücken, beginne zu schreien und lerne meine erste Lektion fürs Leben: Eine Watschen ist gesund."

Petra Piuk

geboren 1975 in Güssing, Burgenland. Lebt in Wien. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Ihr Debütroman „Lucy fliegt“ wurde mit der Buchprämie der Stadt Wien ausgezeichnet. Mit einem Auszug daraus wurde sie zum Floriana Literaturwettbewerb eingeladen. 2016 erhielt sie den Literaturpreis des Landes Burgenland.


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Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht!

Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme! 

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krimielses avatar
Letzter Beitrag von  krimielsevor einem Jahr
Meine Rezension, sehr verspätet...Entschuldigung! https://www.lovelybooks.de/autor/Petra-Piuk/Toni-und-Moni-oder-Anleitung-zum-Heimatroman-1453971750-w/rezension/1518769842/ Auch wenn ich „nur“ drei Sterne vergeben habe, bleibt das Buch bei mir. Wie schon in der Runde geschrieben ist es ein Buch, das ich mir laut vorgesehen sehr gut vorstellen kann. Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit.
Zur Leserunde
Verlag_Kremayr-Scheriaus avatar

Worum geht's?

Lucy ist 23 und heißt eigentlich Linda. Sie ist süchtig nach Bewunderung und hat ein großes Ziel: Hollywood. Wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin zu werden, ist ihr ziemlich egal, Hauptsache, es geht schnell. Allerdings steht ihr da so einiges im Weg: Sie hat kein Geld, sie hat Flugangst, und dann ist der Schwangerschaftstest auch noch positiv. Verbissen klammert sie sich an ihre Traumwelt, bis sie die Realität vollkommen aus den Augen verliert. 

In diesem spannungsgeladenen Roman eröffnet Petra Piuk mit viel schwarzem Humor einen ungefilterten Einblick in den Bewusstseinsstrom ihrer Protagonistin. Dabei zeigt sie die (Un-)Möglichkeiten, aus schwierigen Verhältnissen nach ganz oben zu gelangen.

Ich glaub nicht nur, dass ich es schaffen werde, ich weiß, dass ich es schaffen werde, und wisst ihr, wieso ich weiß, dass ich es schaffen werde, weil ich bis jetzt alles geschafft hab.“

Erscheinungstermin: 8. Februar 2016


Petra Piuk

geboren 1975 in Güssing, Burgenland. Lebt und arbeitet als freie Autorin und Fernsehredakteurin in Wien. Schauspielausbildung. Jahrelange Tätigkeit im Doku-Soap-Bereich. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Die Arbeit an ihrem Roman wurde durch das Projekt-Stipendium für Literatur (BKA) gefördert. „Lucy fliegt“ ist ihr erster Roman.

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Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Bewerbung" verwenden. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht!

Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen.

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