Petra Piuk Lucy fliegt

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Inhaltsangabe zu „Lucy fliegt“ von Petra Piuk

Lucy ist 23 und heißt eigentlich Linda. Sie ist süchtig nach Bewunderung und hat ein großes Ziel: Hollywood. Wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin zu werden, ist ihr ziemlich egal, Hauptsache, es geht schnell. Allerdings steht ihr da so einiges im Weg: Sie hat kein Geld, sie hat Flugangst, und dann ist der Schwangerschaftstest auch noch positiv. Verbissen klammert sie sich an ihre Traumwelt, bis sie die Realität vollkommen aus den Augen verliert. In diesem spannungsgeladenen Roman eröffnet Petra Piuk mit viel schwarzem Humor einen ungefilterten Einblick in den Bewusstseinsstrom ihrer Protagonistin. Dabei zeigt sie die (Un-)Möglichkeiten, aus schwierigen Verhältnissen nach ganz oben zu gelangen.

Ein etwas anderer Roman, der überspitzt die Welt einer jungen Frau beschreibt, die unbedingt nach Hollywood will, egal zu welchem Preis!

— MsChili
MsChili

Ein ungewöhnliches, pffiffig-skurriles Buch mit einer gewöhnungsbedürftigen, aber durchaus symphatischen Protagonistin.

— Andrea_Stift-Laube
Andrea_Stift-Laube

Ein Buch, das aus dem Rahmen fällt und meine Erwartungen noch übertroffen hat. Natürlich auch originell zum Thema Casting-Show-Wahnsinn...

— vanessabln
vanessabln

Österreichisch, skurril, fiktion?

— Sumsi1990
Sumsi1990

Tragisch komische Gratwanderung zwischen Realität und Fiktion. Ein aussergewöhnliches Buch!

— Zinu
Zinu

Ein Buch, dass schon durch seine gestalterischen Details wie das kleine Daumenkino verzückt!

— elane_eodain
elane_eodain

Protagonistin und Leser durchlaufen gemeinsam eine Wandlung von Tränen lachen zu Tränen weinen

— Lovely90
Lovely90

Schaut Ihr gerne Reality Shows? Nach dieser Lektüre nicht mehr!

— alasca
alasca

leseempfehlung! anders als erwartet. stilistisch geschmackssache

— sternchennagel
sternchennagel

eine schonungslose Reise mit Lucy, die es bis ganz nach oben schaffen möchte. sprachlich authentisch, interessant, gewöhnungsbedrüftig

— Gwenliest
Gwenliest

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  • Anders als erwartet mit einem ganz eigenen Sprachstil

    Lucy fliegt
    MsChili

    MsChili

    26. April 2017 um 18:35

    „Lucy fliegt“ ist das Debüt von Petra Piuk und halt von Lucy, die eigentlich Linda heißt und unbedingt nach Hollywood möchte um Oscar-Preisträgerin zu werden. Doch das ist gar nicht so einfach und Lucy versinkt immer mehr in ihrer eigenen Welt und verliert die Realität völlig aus den Augen.   Dieses Debüt ist anders, alleine schon der sehr ungewöhnliche Sprachstil. Die Sätze sind oft abgehakt und ohne Verb und springen schnell von einem zum anderen. Es fehlt ein wenig die Struktur und das hat mir anfangs größere Probleme bereitet als erwartet. Doch die interessante Thematik (Ein „Niemand“ möchte nach Hollywood) macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Lucy ist ein besonderer Mensch, sie wirkt wenig intelligent und dennoch war es faszinierend ihren Weg zu begleiten. Die Autorin bringt es sehr überspitzt herüber und doch findet man viel in der heutigen Zeit bei jungen Menschen wieder. Einerseits ist sie doch sehr unsicher, andererseits will sie ihren Traum definitiv verwirklichen. Hier erlebt man einiges, was mich sprachlos gemacht hat, denn Lucy fehlt doch ein wenig der Bezug zur Realität.   Wenn man mit dem Sprachstil klar kommt, ist das Buch definitiv lesenswert. Eine überspitzte Erzählung, die Realität und Fiktion ein wenig vermischt.

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  • Wirr und der Schreibstil hat mir gar nicht gefallen

    Lucy fliegt
    anushka

    anushka

    29. December 2016 um 22:35

    Lucy sitzt in einem Flieger und reflektiert zwischen Flugangstattacken ihr bislang recht kurzes Leben. Sie ist 23 und heißt eigentlich Linda, aber mit diesem Namen kann man kein Star werden und das wird Lucy ganz bestimmt. Denn sie ist auf dem Weg nach Hollywood zu ihrer ersten Rolle. Hollywood weiß zwar noch nichts davon, aber Lucy probt schon einmal ihre Oscarrede.Das Gute an diesem Buch ist, dass es recht dünn und schnell weggelesen ist. Zum Rest kann ich nur sagen: auf ca. Seite 50 habe ich das Buch erst einmal abgebrochen. Der Schreibstil hat mich schier wahnsinnig gemacht. Nur jeder dritte Satz ist vollständig und enthält alle nötigen Satzelemente. Die restlichen Sätze sind oft Wiederholungen direkt vorangegangener Sätze und vermissen meist das Ende. Manchmal erschließt sich dadurch der Sinn eines Satzes nicht, vor allem wenn das Verb fehlt. Die Gedanken der Protagonistin wirken dadurch so extrem sprunghaft, dass es mich ganz nervös gemacht hat. Aufgrund zahlreicher Rezensionen habe ich mich überwunden, das Buch wieder aufzuschlagen und zu Ende zu lesen. Den Schreibstil habe ich dabei weitestgehend zu ignorieren versucht. Dabei ist mir dann oft die extreme Naivität der Protagonistin aufgestoßen, die mit 23 teilweise denkt und erzählt wie ein kleines Kind. Die Kritik an der Casting-Show-Industrie konnte es dann für mich auch nicht mehr retten. Zumal das für mich auch nur am Ende deutlich wurde. Lucys ständige Frage nach der Kamera, die ich zunächst für eine weitere ihrer Einbildungen hielt, macht erst Sinn als man am Ende erfährt, dass tatsächlich alle Casting-Show-Teilnehmerinnen (bzw. die Finalistinnen) im Flieger sitzen samt dazugehöriger Filmcrew.Letztlich kommt dieses Buch bei meinem persönlichen Lesegeschmack auf noch 3 Sterne, da es durchaus wichtige Kritik an der Gesellschaft und dem Fernsehen enthält und Lucy als Angehörige der Wiener Unterschicht den Traum verkörpert, diesem Leben durch Reality-TV-Ruhm zu entkommen, obwohl Lucy aus der Nachbarschaft bereits Negativbeispiele bekannt sind. Wenn man sich endlich vom Schreibstil lösen und dahinter blicken kann und sich die Zeit nimmt, nach Beenden des Buches alle Puzzleteile zusammenzufügen, ergibt sich letztlich doch eine interessante Geschichte mit interessanten Implikationen. Insofern hat mich das Buch noch lange beschäftigt. Doch während des Lesens waren mir die Informationen zu Lucys Casting-Show-Karriere zu verworren und der Schreibstil hat mich einfach nur gestört. Es ist definitiv ein ungewöhnliches Buch, doch man sollte vorher wissen, worauf man sich einlässt.

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  • Lucy, 23, witzig, originell, tragisch... Satire oder Realität?

    Lucy fliegt
    vanessabln

    vanessabln

    07. June 2016 um 09:47

    "Lucy fliegt" ist ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art, ein aktuelles Thema (vielleicht sogar die moderne Realität junger Menschen) wurde hier unterhaltsam bis satirisch aufbereitet. Schon der Schreibstil ist anders als gewohnt, was anfangs vielleicht irritiert, aber insgesamt doch seinen Sinn macht. Die Sätze sind nicht vollständig und gehen schon mal ineinander über, denn Lucy besteht hinter ihrer attraktiven Fassade aus den unterschiedlichsten, permanent fließenden Gedanken, Sorgen, Erinnerungen und Träumen. Sie hat so viele davon, dass sie ständig pflanzliche Notfalltropfen, Entspannungsübungen und innere Durchhalte-Slogans prarat haben muss. Obwohl das Buch eher eine Abfolge von inneren Monologen ist, weil der Leser nur Lucys Perspektive kennt, die ab und an verständlicherweise auch mal wirr ist, verliert das Buch nicht an Struktur bzw. den Faden, was schon eine Kunst ist.Die junge Protagonistin ist originell, witzig, tragisch, übertrieben, scheinbar mit wenig Intelligenz gesegnet, und trotzdem in ihrer eigenen Logik nachvollziehbar. Sie schwankt zwischen nüchterner Realität, in der ihr alle in die Quere kommen (die Männer, die sowieso immer nur das Eine wollen, dazu die neidische weibliche Konkurrenz und natürlich alle anderen) und ihren kühnen Träumen, in denen sie ein berühmter Hollywood-Star ist (oder wird), dem die Welt zu Füßen liegt. Die schöne Fassade ist für Lucy alles und Männer nur ein Mittel, sich selbst zu beweisen oder ihrem Traum näher zu kommen. Für ihr Ziel, Schauspielerin zu werden, tut sie schließlich alles. Wird sie tatsächlich nach Hollywood kommen? Denn im Flugzeug sitzt sie nach einigen Schlamasseln bereits.Gäbe es kein Privatfernsehen mit all seinen junge Menschen prägenden Reality- und Casting-Shows, wäre die Figur Lucy einfach nur eine junge Frau mit einem gewaltigen Problem. Aber wo sind die Grenzen zwischen Normalität und psychischer Störung in Zeiten von Facebook, ständiger Selbstoptimierung und ständig lächelnder Fassade? Was passiert, wenn die Prämisse "Alles ist möglich, wenn du es nur richtig willst" strikt verfolgt wird? Das führt "Lucy fliegt" dem Leser beeindruckend und auf die Spitze getrieben vor Augen, zum Glück ohne erhobenen Zeigefinger und nie von oben herab.

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  • Einfach nur skurill...

    Lucy fliegt
    Sumsi1990

    Sumsi1990

    17. May 2016 um 13:09

    Ich musste dieses Buch unbedingt lesen. Nachdem ich eine Leseprobe gelesen habe, hat mich der Schreibstil extrem gefesselt, also auf in die Buchhandlung und kaufen :)Kurz zum Inhalt: Anfang bekommt man mit, dass Lucy, 23 (vormals Linda) trotz ihrer Flugangst in ein Flugzeug steigt. Im Zuge dieses Fluges verarbeitet diese ihr bisheriges Leben und ihre Träume. Mehr will ich auch schon nicht verraten, weil sich das Puzzle erst kleinweise zusammensetzt. Ich als Österreicherin muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat, dass das Buch von einer Wiener Familie handelt. Man kann diese Unterschichtsicht ganz gut nachvollziehen, wenn man weiß, was wirklich in Wien los ist (z.B. Gemeindewohnbau, Reality-Soaps, etc.). Dieser Aspekt des Romans hat mir sehr gut gefallen, da ich auch gerne Bücher lese, die in meinem Heimatland spielen.Ich muss jedoch anmerken, dass dieser Roman nichts für jemanden ist, der auf diese Unterschichtbevölkerung allergisch reagiert. Klar der Roman ist überspitzt und bedient sich auch so manchem Klischee, aber meiner Meinung nach ist er passend. Auch die primäre Aussage, dass es für jede gescheiterte Existenz eine Vorgeschichte gibt, wurde von der Autorin sehr gut aufgegriffen. Mir hat dieser Roman, obwohl der Schreibstil, welcher oftmals ohne Verben auskommt sehr gewöhnungsbedürftig ist, sehr gut gefallen. Es regt zum Nachdenken an und teilweise ist die Grenze von Realität und Fiktion sehr verschwommen!

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  • Leserunde zu "Lucy fliegt" von Petra Piuk

    Lucy fliegt
    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Lucy ist 23 und heißt eigentlich Linda. Sie ist süchtig nach Bewunderung und hat ein großes Ziel: Hollywood. Wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin zu werden, ist ihr ziemlich egal, Hauptsache, es geht schnell. Allerdings steht ihr da so einiges im Weg: Sie hat kein Geld, sie hat Flugangst, und dann ist der Schwangerschaftstest auch noch positiv. Verbissen klammert sie sich an ihre Traumwelt, bis sie die Realität vollkommen aus den Augen verliert.  In diesem spannungsgeladenen Roman eröffnet Petra Piuk mit viel schwarzem Humor einen ungefilterten Einblick in den Bewusstseinsstrom ihrer Protagonistin. Dabei zeigt sie die (Un-)Möglichkeiten, aus schwierigen Verhältnissen nach ganz oben zu gelangen. „Ich glaub nicht nur, dass ich es schaffen werde, ich weiß, dass ich es schaffen werde, und wisst ihr, wieso ich weiß, dass ich es schaffen werde, weil ich bis jetzt alles geschafft hab.“ Erscheinungstermin: 8. Februar 2016 Petra Piuk geboren 1975 in Güssing, Burgenland. Lebt und arbeitet als freie Autorin und Fernsehredakteurin in Wien. Schauspielausbildung. Jahrelange Tätigkeit im Doku-Soap-Bereich. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Absolventin der Leondinger Akademie für Literatur. Die Arbeit an ihrem Roman wurde durch das Projekt-Stipendium für Literatur (BKA) gefördert. „Lucy fliegt“ ist ihr erster Roman. >> Informationen zum Buch >> Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 31. Jänner 2016 für eines von 15 Leseexemplaren von "Lucy fliegt". Sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet.  Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Bewerbung" verwenden. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!  > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at > Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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    • 183
  • Tragisch komische Gratwanderung zwischen Realität und Fiktion

    Lucy fliegt
    Zinu

    Zinu

    17. March 2016 um 15:58

    Mit Lucy, die eigentlich Linda heisst, begab ich mich auf eine tragisch komische Gratwanderung zwischen Realität und Fiktion. Ein wirklich aussergewöhnliches Buch, das mich schnell in seinen Bann gezogen hat.Die Autorin erzählt Lucys Geschichte, indem sie die Leser buchstäblich an den Gedanken der total realitätsfremden 23-Jährigen teilhaben lässt. Es handelt sich dabei selten um klare Gedankengänge. Es sind vielmehr Gedanken, Erinnerungen und Wunschträume, die nicht zu Ende gedacht werden, die ins Leere laufen oder die scheinbar zusammenhanglos einfach auftauchen und im Kopf umherschwirren - so, wie die Gedankenwelt halt nun mal ist.Zugegeben, den Einstig in die Lektüre fand ich nicht einfach. Die abgehackten Sätze und die Wiederholungen sind dann doch recht speziell und meiner Meinung nach ein ziemlich gewöhnungsbedürftiges, wenn auch mutiges Stilmittel. Aber je mehr ich las, desto besser fand ich in die Geschichte hinein und ich hatte rasch das Gefühl, dass dieser Schreibstil ganz gut zu Linda/Lucy passt, die verzweifelt nach Anerkennung, Bewunderung und Liebe strebt.Auch wenn man während des Lesens immer mal wieder etwas verwirrt sein mag, am Ende wird sich alles auf- und erklären und selbst der gewöhnungsbedürftige Schreibstil wird wunderbar ins Gesamtbild passen.Das Buch ist ein wahres Leseerlebnis. Lucys Geschichte ist eine moderne Tragödie, die den aufmerksamen Leser nachdenklich zurück lässt.FazitTragisch komische Gratwanderung zwischen Realität und Fiktion. Ein aussergewöhnliches Debüt! Wer sich vom experimentellen Schreibstil nicht abschrecken lässt, sollte das Buch unbedingt lesen.

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  • tragisch, packend und ungewöhnlich

    Lucy fliegt
    Donauland

    Donauland

    „Lucy fliegt“ ist der Debütroman von Petra Piuk, der einem überrascht und woanders hinführt als man erwartet. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die an Größenwahn und Realitätsverlust leidet und taucht in ihre Psyche ein. Lucy kann man nicht vergessen, sie bleibt in einem in Erinnerung, spätestens wenn man von Castingshows und Reality Shows hört oder liest, denkt man an diese tragische Figur. Lucy, eigentlich Linda, hat einen Traum, sie möchte Schauspielerin in Hollywood werden und den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle gewinnen. Für dieses Ziel ist sie sogar bereit, in ein Flugzeug zu steigen, trotz ihrer Flugangst. Sie träumt und verliert dabei die Realität völlig aus den Augen. Der Leser begleitet Lucy auf ihren Flug vom Boarding bis hin zur Landung. So ist man gleich mitten in der Geschichte und landet in Lucys Gedankenwelt. Wirre Gedanken jagen ihr durch den Kopf, der Leser merkt das sofort, denn man liest unvollendete Sätze, eigentlich nur abgehackte, unlogisch aneinandergereihte Gedanken. Anfangs sind diese bruchstückhaften Gedankengänge anstrengend zu lesen, aber sie passen zu Linda. Wohin die Reise geht, ist für den Leser ungewiss. Dafür erfährt man aus Lucys Vergangenheit, bekommt einen Einblick in ihre Leben, ihre Jugend und Kindheit. Als Kind hätte sie einfach nur in den Arm genommen werden wollen, sie wollte einfach geliebt werden. Je mehr man von Lucy erfährt, desto fassungsloser wird man. Ich hielt Lucy erst für naiv, denn sie sollte unbedingt Ruhm erlangen, egal wie. Als Kind ist sie auf der Suche nach Anerkennung und aber auch nach Liebe, die sie vergeblich versucht zu bekommen. Sie belügt sich und biegt sich ihre Welt, egal mit welchen Mitteln, zurecht, bis sie schließlich daran zerbricht. Das Cover gefällt mir, es ist ein richtiger Eyecatcher und der Titel in Form eines Kofferanhängers. Besonders gelungen finde ich das Daumenkino mit den Flugzeuggrafiken, sie zeigen die Flugbahn bzw. Lucys Stimmung an, zum Ende hin dreht es sich nur mehr, wie wird es für sie weitergehen? Lucy fliegt ist kein gewöhnliches Buch, denn es ist anders und landet in einer fiktiven Welt. Beim Lesen begleitet man eine junge, realitätsferne Frau während eines Fluges und bekommt einen Einblick in ihre Psyche und ihr bisheriges Leben. Das Ende ist stimmig und löst alles auf, doch ihr Leben ist tragisch.

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    • 2
  • Rezension zu "Lucy fliegt" von Petra Piuk

    Lucy fliegt
    dorli

    dorli

    01. March 2016 um 16:59

    Die 23-jährige Lucy will eine berühmte Schauspielerin werden. Hollywood ist ihr Ziel. Und ein Oscar für die beste weibliche Hauptrolle darf natürlich auch nicht fehlen. Lucy weiß, dass sie es schaffen kann und ist bereit für ihren Lebenstraum alles zu tun. Sie steigt trotz ihrer Flugangst in ein Flugzeug und los geht’s… In „Lucy fliegt“ wartet Petra Piuk mit einem sehr ungewöhnlichen Schreibstil auf. Sie legt Lucy unvollständige Sätze in den Mund. Anfangs befremdlich, fühlt sich dieser Stil aber schon nach wenigen Seiten richtig an. Er passt zu Lucy und zu ihrer Geschichte, denn Lucy, die eigentlich Linda heißt, scheint manche Gedanken nicht wirklich zu Ende zu denken. Lucy wirkt zunächst sehr lustig. Man schmunzelt über ihre Pläne und ihre wenig durchdachten Aktionen, lacht über die naive Art und Weise, wie sie sich ihr Leben ausmalt. Doch nach und nach wird klar, dass hier kaum etwas lustig ist. Während Lucy im Flugzeug sitzt, erzählt sie aus ihrem Leben – diese Rückblenden werden im Verlauf der Geschichte immer häufiger und dramatischer. Mit jeder gelesenen Seite wird deutlicher, dass Lucy die Realität aus den Augen verloren hat, in einer Traumwelt gefangen ist und keinerlei Selbstwertgefühl hat. Lucy ist eine junge Frau, der es von Kindesbeinen an an Liebe und Anerkennung gemangelt hat – ein Mangel, den sie durch die Verwirklichung ihrer abgedrehten Träumereien auszugleichen versucht. Sie wünscht sich, dass alle zu ihr aufschauen und sie bewundern. Für dieses Ziel macht sie alles. Dass sie nur ausgenutzt, belächelt, verschaukelt und verspottet wird, registriert sie zwar, schiebt die Bosheiten aber beiseite und ist sich sicher, dass sie es allen zeigen wird. Sie landet in einer Casting-Show. Wird für eine quotenträchtige Geschichte gedemütigt und rutscht unaufhaltsam auf einen Abgrund zu… „Lucy fliegt“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in ihre eigene Realität flüchtet und aus dieser Parallelwelt nicht wieder herausfindet. Ein großartiger, sehr bewegender Roman. Absolute Leseempfehlung!

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  • Packender Roman zwischen Realität und Fiktion,

    Lucy fliegt
    regina101

    regina101

    29. February 2016 um 21:52

    In einem durch gelesen. Der Schreibstil ist zu Beginn ungewöhnlich, aber man wird direkt mitgerissen, da im Prinzip die Gedanken der Protagonistin beschrieben werden, welche - wie alle Gedanken - aus Sprüngen bestehen, aus nicht fortgeführten und zu Ende gedachten Sätzen etc. Wirklich ein grandioser Schreibstil, gepaart mit einer eindringlich beschriebenen Lucy bzw. Linda, die Protagonistin des Buches, welche mit Anfang 20 ihren Lebenstraum, Schauspielerin zu werden, verwirklichen will. Dabei verschwimmen bei ihr jedoch am Ende Realität und Wirklichkeit. Ich wurde von Lucy und ihrem Traum gepackt. Das Buch hat mich mitgerissen, vielleicht auch, weil es wahrscheinlich vielen Mädchen Anfang 20 so geht, dass sie diesen Traum der Schauspielerei leben möchten. Das ist die Realität, in einer sehr fiktiven Welt. Und ich wollte in jeder Sekunde wissen: wie geht es weiter, wie endet es und was ist Lucy für eine Person. Am Ende des Buches hat man auf jeden Fall mehrere amüsanten Lesestunden hinter sich und hat mit Lucy bis am Ende mitgefiebert. Sehr empfehlenswert!

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  • Tragisch, mitreißende Erzählung, die einen aufwühlt

    Lucy fliegt
    MiraBerlin

    MiraBerlin

    25. February 2016 um 11:55

    Lucy lebt in ihrer eigenen Welt und ist in dieser gefangen. Denn Lucy ist eigentlich Linda und 23 Jahre alt und nicht, wie sie seit Jahren behauptet, 18 Jahre. Eine abgeschlossene Ausbildung hat sie nicht: warum denn auch? Immerhin ist sie ein geborener Star! Der Oscar ist schon zum Greifen nah. Sie muss halt nur noch entdeckt werden. Aber das ist bekanntlich schwer, wenn die anderen vor Neid auf das eigene Talent verblassen und einem nur deswegen ungerechterweise keine Chance geben. Aber so einfach will Linda - äh - Lucy natürlich nicht aufgeben. Das Buch hat mich sehr stark an "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun erinnert. Auch mit den Elementen aus der Epoche der Neuen Sachlichkeit hat dieses Buch einiges gemein, was mir persönlich sehr gefallen hat. Die Sprache ist hier auch sehr einfach gehalten und erinnert sehr stark an Unterschied. Oft treten Ellipsen auf, bei denen vor allem die Verben weggelassen werden. Gerade das war am Anfang ein wenig seltsam: die Sätze ergaben weiterhin Sinn, aber dennoch fiel einem immer auf, dass die Sprache nicht ganz stimmig ist. Das gibt sich aber mit der Zeit, weil man sich auch immer mehr an Lucys Gedankenströme gewöhnt. Gerade dadurch brechen Sätze oft sinnlos ab und sind nicht unbedingt logisch strukturiert. Die Sprache ist halt sehr "realitätsnah" und nicht dafür da, um Eindruck zu hinterlassen. In ihrer eigenen Welt ist sie definitiv gefangen. Immer wieder hätte ich Lucy am liebsten schütteln wollen, damit sie aufwacht. Hin und wieder wollte ich sie auch einfach in den Arm nehmen, weil sie mir so leid tat. Das hat mich selbst überrascht, weil die Protagonistin keine sympathische Figur ist und selbst Schuld an ihrem Unglück trägt, in das sie sich immer wieder selbst hineinmanövriert. Eigene Fehler kann sie sich gar nicht eingestehen und so baut sie sich immer mehr ihr eigenes Lügengerüst auf, das sie selbst glaubt. Sie ist hoffnungslos allein und verloren. Und genau das ist hier der Unterschied zwischen Leser und Lucy: der Leser wird andauernd desillusioniert und sieht, wie hoffnungslos ihre Versuche sind, während sie in ihrem Realitätsverlust förmlich aufgeht und denkt, auf diese Art und Weise ihr Glück zu finden. Dass sie sich damit immer mehr kaputt macht, merkt sie selbst nicht. Auf Lucys Persönlichkeit möchte ich gar nicht so genau eingehen, um nicht zu viel vorwegzunehmen, aber das Problem ist, dass sie sich so sehr nach Aufmerksamkeit sehnt, weil sie nie welche bekommen hat und ihr schon in frühster Kindheit ausgeredet wurde, dass ihre Wahrnehmung der Realität entspricht. Dementsprechend hat sie jeglichen Bezug zur Wirklichkeit verloren und treibt einsam und allein in einer Seifenblase durch ihre Traumwelt. Einsicht gibt es bei ihr nicht. Die Geschichte ist sehr bewegend, da sie auch durch Rückblenden lebt, und man so auch bemerkt, was alles in ihrem Leben schief gelaufen ist. Immer wieder denkt man: eigentlich hätte sie daraus doch was lernen müssen! Dem ist aber leider nie so. Das Ende empfand ich als sehr stimmig und passend. Ich hätte mir kein besseres vorstellen können und habe mir schon gedacht, dass es so enden würde. Insgesamt ist die Geschichte sehr realistisch, da es leider viele dieser gescheiterten Persönlichkeiten gibt. Nicht umsonst gibt es immer so viele Anwärter für sämtliche Castingshows. Gerade das hat mich auch noch zum Nachdenken angeregt. Dieses Buch wird mich wohl noch länger beschäftigen...

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  • Eine recht ungewöhnliche Geschichte

    Lucy fliegt
    Lesezeichen16

    Lesezeichen16

    18. February 2016 um 19:47

    Inhaltsangabe Lucy ist 23 und heißt eigentlich Linda. Sie ist süchtig nach Bewunderung und hat ein großes Ziel: Hollywood. Wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin zu werden, ist ihr ziemlich egal, Hauptsache, es geht schnell. Allerdings steht ihr da so einiges im Weg: Sie hat kein Geld, sie hat Flugangst, und dann ist der Schwangerschaftstest auch noch positiv. Verbissen klammert sie sich an ihre Traumwelt, bis sie die Realität vollkommen aus den Augen verliert. In diesem spannungsgeladenen Roman eröffnet Petra Piuk mit viel schwarzem Humor einen ungefilterten Einblick in den Bewusstseinsstrom ihrer Protagonistin. Dabei zeigt sie die (Un-)Möglichkeiten, aus schwierigen Verhältnissen nach ganz oben zu gelangen. Lucy fliegt ist der erste Roman von Petra Piuk. Der Klapptext versprach mir eine spannungsgeladene Geschichte, die mit viel schwarzem Humor ausgestattet ist und dank einer Leserunde durfte ich diesen Roman mitlesen. Der Einstieg in dieses Buch fiel mir wegen dem sehr ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin sehr schwer. Hier werden einzelne Sätze ständig wiederholt oder bleiben gar unvollendet. Die Geschichte wird aus der Sicht von Lucy erzählt und hier darf der Leser in eine sehr kuriose Geschichte eintauchen. In kurzen Kapiteln darf Lucys aus ihrem Leben erzählen. Diese werden immer durch „Off- Texte“ eingeleitet. Des Öfteren fragte ich mich: Was will mir Lucy mitteilen? Will sie mir sagen, dass sehr naiv ist oder einen Hang zur Übertreibung hat? Hier wurde mir sehr schnell klar, dass Lucy auf dem besten Wege ist, jeglichen Bezug zur Realität zu verlieren. Vielleicht hat sie ihn sogar verloren. Manchmal war es einfach nur komisch, dann wieder tottraurig und andererseits blieb ich fassungslos zurück. Was tut man nicht alles um einmal berühmt zu sein und von anderen geliebt und verehrt zu werden? Für mich war es eine recht ungewöhnliche Reise mit einer realtitätsfremden Frau, die ständig auf der Suche nach Anerkennung und Liebe war. Ich hoffe für sie, dass sie einen Weg und einen Menschen finden wird, der ihr das mal geben kann.

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  • "Da war nichts so wie bei Pretty Woman, sag ich euch, gar nichts war da wie bei Pretty Woman" [S.103

    Lucy fliegt
    sternchennagel

    sternchennagel

    17. February 2016 um 18:16

    Dieser Debütroman war für mich sehr überraschend und der Inhalt völlig unerwartet. Cover und Inhaltsangabe versprechen eine spritzige Unterhaltung, vielleicht humorvoll? Vielleicht ein Abenteuer? Auch wenn es sich dann doch als was ganz anderes entpuppte, waren die Vermutungen gar nicht so falsch. Wir begleiten in dem recht kurzem Buch von 192 Seiten, eine junge Österreicherin auf einem Flug und dürfen dabei einen Blick in Ihre Psyche und ihr Leben werfen. Geschrieben wurde das Buch aus der Perspektive von Lucy, die eigentlich Linda heißt, indem wir ihren Gedanken lauschen dürfen, unterbrochen nur zeitweise von kurzen Dialogen mit weiteren Flugpassagieren. Kapitel werden nicht direkt unterschieden, jedoch ein neuer Abschnitt durch eine "Stimme aus dem Off" gekennzeichnet, die bissig und wissend ein Urteil über Lucy/Linda im kommenden Abschnitt fällt. "Lucy,23, träumt ihr Leben. Lebt ihren Traum, wollten wir natürlich sagen. Lucy lebt ihren Traum. Träumt ihr Leben, so ein Schwachsinn. Immer diese Versprecher." [S.152] Das Buch beginnt sehr humorvoll, ironisch, jedoch auch etwas holprig, denn wer vollständig ausformulierte Sätze schätzt, der sucht sie in diesem Buch vergeblich. Auch wenn mir dies nicht so ganz zusagte, da es meinen Lesefluss störrte, gehört es zu dem Gesamtbild der Protagonistin das mit diesem Roman gezeichnet wird. Das Lachen wird jedoch von Abschnitt zu Abschnitt verhaltener, den Lucy lässt und bei Ihren Gedankenkreiseln, an Erinnerungen an die Kindheit Jugend und letzten Wochen Teilhaben. Petra Piuk hat es auf sehr ungewöhnliche Weise und mithilfe ihrer Dokusoap-Erfahrungen geschafft, uns an der Psyche und dem Werdegang einer jungen Frau teilhaben zu lassen und dem Leser das Grinsen im Gesicht gefrieren zu lassen. "Da war nichts so wie bei Pretty Woman, sag ich euch, gar nichts war da wie bei Pretty Woman" [S.103] Aber das Buch kann noch mehr! Es ist eine Kritik an unserem TV-Konsumverhalten, an unseren Wertevorstellungen und sogar an der Bildungspolitik. So wenig Seiten es auch sind, sie haben sehr viel Inhalt zu bieten und ich kann dieses Buch jedem Empfehlen der Interesse an der Psyche des Menschen hat, offen für experimentellere Schreibstile ist und inhaltsschwere Themen nicht scheut.

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  • Lucy will hoch hinaus

    Lucy fliegt
    VroniMars

    VroniMars

    17. February 2016 um 15:21

    In Petra Piuks Debütroman "Lucy fliegt" geht es um die dreiundzwanzig-jährige Linda, die eigentlich Lucy heißt. Sie ist süchtig nach Bewunderung und hat ein großes Ziel: Hollywood. Wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin zu werden, ist ihr ziemlich egal, Hauptsache, es geht schnell. Allerdings steht ihr da so einiges im Weg: Sie hat kein Geld, sie hat Flugangst, und dann ist der Schwangerschaftstest auch noch positiv. Verbissen klammert sie sich an ihre Traumwelt, bis sie die Realität vollkommen aus den Augen verliert.  Die Protagonistin Linda alias Lucy steht im absoluten Fokus der Geschichte. Wir begleiten sie auf einen Flug, wobei wir durch Flashbacks immer mehr über sie erfahren. Es wird schnell deutlich, dass sie eine Persönlichkeitsstörung hat. Sie hat ein völlig verzehrtes Bild von sich selbst, unrealistische Ziele, ein übersteigertes Selbstbewusstsein einhergehend mit enormen Komplexen und ein unersättliches Geltungsbedürfnis. Schüttelt man am Anfang noch den Kopf über dieses peinliche Mädchen, legt sich dies schnell, wenn man mehr über sie erfährt. Man kann einfach nur Mitleid mit ihr haben. Alles was sie von sich gibt, kann man letztendlich nicht ernst nehmen, weil sie sich ständig selbst belügt. Sie meint beispielsweise: "Ich glaub nicht nur, dass ich es schaffen werde, ich weiß, dass ich es schaffen werde, und wisst ihr, wieso ich weiß, dass ich es schaffen werde, weil ich bis jetzt alles geschafft hab." Dabei erkennt man aber schnell, dass sie eigentlich noch nichts in ihrem Leben erreicht hat: kein Schulabschluss, keine Ausbildung, keine feste Beziehung, keine guten Freunde, kein Familienzusammenhalt, ...  Die Geschichte wird aus Sicht von Linda erzählt, naja eigentlich bekommen wir einen ungefilterten Einblick in ihren Kopf. Dementsprechend ist auch der Satzbau abgehakt und elliptisch. Diese Sprachgestaltung ist ungewohnt und teilweise auch anstrengend zu lesen, wird aber dem Inhalt gerecht. Linda ist ja sehr einfältig und einfach gestrickt. Eingeleitet wird jedes Kapitel mit einem ironischen Intro angelehnt an die Off-Sprecher in Reality-Shows. Der Wortwitz bringt einem des Öfteren zum Schmunzeln. Das Lachen insgesamt ist mir aber schnell vergangen. Auch wenn Situationskomik durchaus vorhanden ist, überwog bei mir einfach die Fassungslosigkeit über die Taten dieser Person.  Alles in allem ist der Roman etwas ganz anderes, als ich erwartet habe. Ich würde sogar sagen, dass der er heraussticht, weil es einfach mal etwas völlig anderes ist. Ich würde das Buch als ungefilterte Charakterstudie eines Menschen, der völlig dem Größenwahn verfällt, beschreiben. 

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  • Wie real ist Reality?

    Lucy fliegt
    alasca

    alasca

    16. February 2016 um 18:33

    Wie real ist Reality? „Lucy fliegt“ ist der erste Roman von Petra Piuk, Schauspielerin, freie Autorin und Fernsehredakteurin. Ihre Heldin Lucy hat einen Traum, seit sie als 10jährige zum ersten Mal die Oscar-Verleihung im Fernsehen gesehen hat: Sie will Schauspielerin werden und den Oscar gewinnen. „Lucy hat ein Ziel. Und für dieses Ziel tut sie alles. Sogar in ein Flugzeug steigen.“ Der Roman beschreibt die Geschehnisse dieses Fluges vom Boarding bis zur Landung. Die Leserin steigt mit in den Flieger und ist gleich mittendrin in der Geschichte und vor allem in Lucys Kopf. In dem geht es drunter und drüber, denn sie hat Flugangst, und ein Gedanke jagt den nächsten. Ihr hektischer Bewusstseinsstrom kommt meist ohne Verben aus, und bald ist offensichtlich, dass Lucy nicht nur ihre Sätze, sondern auch ihre Gedanken nicht beendet. Am Anfang der Story ist nicht ganz klar, wohin sie unterwegs ist – tatsächlich nach Los Angeles? Da ist ihre Naivität noch witzig: „Jeden Cent gespart. Jeden Cent, den ich nicht für Schuhe, Partys und Schauspielratgeber ausgegeben.“ Aber bald bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Mehr und mehr fließen in ihren Bewusstseinsstrom Erinnerungen ein, Stück für Stück ergibt sich das Bild eines psychisch verwahrlosten und zutiefst bedürftigen Kindes im attraktiven Körper einer Frau, die alles tut, um sich erwünscht und geliebt zu fühlen und dabei zum Opfer wird. In ihrer geistigen Verquastheit gibt es hin und wieder klare Momente: „Ich wollte ja auch immer nur in den Arm.“ Mich hat das authentische Nebeneinander von Naivität, Komik und Tragik von Piuks Figur enorm beeindruckt. Mag man am Anfang auch Verachtung empfinden oder genervt von ihr sein, ist man bald ganz auf ihrer Seite und verzweifelt schier an ihren katastrophal falschen Entscheidungen. Den Kapiteln aus Lucys Bewusstseinsstrom sind kurze Texte vorangestellt, die ironisch verkürzt und zunehmend zynisch das Geschehen kommentieren, ganz wie in den Off-Texten, die in den meisten Reality-Formaten die Filmsequenzen anmoderieren. Piuk, die mehrere Jahre lang im Doku-Soap-Bereich tätig war, führt an Lucys Beispiel die ganze menschenverachtende Sparte vor. Sicher hat sich jeder schon mal gefragt, was das für Leute sein mögen, die sich in den gängigen Formaten vor einem Millionenpublikum blamieren. Haben diese Menschen wirklich eine selbstbestimmte Entscheidung getroffen, oder ist diese das Ergebnis von Bedürftigkeit und Verführung? Am meisten amüsiert das Publikum sich über besonders schrille, durchgeknallte Typen, deren Not man ihrer grellen Fassade nicht ansehen kann - es sind die Lucys dieser Welt, die Quote machen, aber niemals einen Preis gewinnen. Witziges Gimmick des liebevoll ausgestatteten Bandes sind die Flugzeuggrafiken, die nicht nur ein Daumenkino ergeben, sondern vielleicht auch ein Indikator für Lucys Verfassung sind: als das Flugzeug landet, hat Lucy jede Bodenhaftung verloren. Fazit: Ein sprachlich und inhaltlich origineller Roman, süffig zu lesen und mit Appell. Gucken Sie noch, oder denken Sie schon? TV abschalten und unbedingt lesen!

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  • Ein besonderes Buch

    Lucy fliegt
    Lovely90

    Lovely90

    15. February 2016 um 20:09

    Dieses ist ein besonderes Buch, zu dem es mir schwer fällt, die richtigen Worte zu finden. Ohne zu Beginn zu wissen, wohin mich der Roman trägt, mit seiner sehr eigenen Sprache, die zunächst sperrig wirkt, bald aber selbstverständlich, die perfekt passt zu Lucy, dieser sonderbaren Frau, für die man wenig Verständnis aufbringt, mit ihren verrückten Prinzipien und naiven Handlungen, habe ich gemeinsam mit ihr eine Wandlung durchgemacht, Tränen gelacht, dann nur noch geschmunzelt, schließlich Tränen geweint. Lasst euch zu Beginn nicht sprachlich abschrecken, Lucy hält eine ganz eigene Realität für euch bereit. Ein besonderer, lesenswerter Roman.

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