Petra Reski

 3,7 Sterne bei 79 Bewertungen
Autorenbild von Petra Reski (© Paul Schirnhofer)

Lebenslauf von Petra Reski

Petra Reski wurde 1958 in Unna geboren. Bekannt wurde sie als deutsche Autorin und Journalistin. Ihr Vater stammt aus Ostpreußen ihre Mutter aus Schlesien. Ihre Kindheit verbrachte sie im Ruhrgebiet. In Trier studierte Reski Sozialwissenschaften und Romanistik. Nach dem Studium verbrache sie einige Jahre an der Henri-Nannen-Schule. Im Jahre 1988 begann Reski beim Stern als Redakteurin im Auslandsressort zu arbeiten. 1991 zog Reski nach Venedig wo sie noch heute lebt und arbeitet. Sie erhielt mehrere Preise und Nominierungen für ihre Arbeit. Größerer Bekanntheit verdankt sie ihren Büchern über die Mafia. 2010 berichtete Sie in einer Zeit-Reportage darüber wie italienische Kollegen, welche über die Mafia schreiben sowohl Leben als auch Existenz riskieren. Reski ist Mitglied beim Berufsverband von freuen Journalistinnen und Journalisten namens »Freischreiber e.V.«

Alle Bücher von Petra Reski

Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426278468)

Als ich einmal in den Canal Grande fiel

 (15)
Erschienen am 01.03.2021
Cover des Buches Der Italiener an meiner Seite (ISBN: 9783426779804)

Der Italiener an meiner Seite

 (18)
Erschienen am 01.08.2007
Cover des Buches Mafia (ISBN: 9783426426616)

Mafia

 (9)
Erschienen am 03.03.2014
Cover des Buches Palermo Connection (ISBN: 9783455650112)

Palermo Connection

 (10)
Erschienen am 14.09.2015
Cover des Buches Palazzo Dario (ISBN: 9783548607092)

Palazzo Dario

 (5)
Erschienen am 12.01.2007
Cover des Buches Meine Mutter und ich (ISBN: 9783548604909)

Meine Mutter und ich

 (4)
Erschienen am 01.11.2004
Cover des Buches Die Gesichter der Toten (ISBN: 9783455651409)

Die Gesichter der Toten

 (4)
Erschienen am 20.01.2017
Cover des Buches Mafia. 100 Seiten (ISBN: 9783150205259)

Mafia. 100 Seiten

 (3)
Erschienen am 28.09.2018

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Petra Reski

Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426278468)UlrikeZas avatar

Rezension zu "Als ich einmal in den Canal Grande fiel" von Petra Reski

Ist verantwortungsvoller Tourismus in Venedig möglich?
UlrikeZavor einem Monat


Petra Reski ist seit etwa 30 Jahren Wahlvenezianerin und kennt die Stadt wirklich wie kaum ein anderer. Man merkt, wie sehr ihr Venedig am Herzen liegt und wie sehr ihr selbiges oft blutet, wenn sie Zeugin wird, wie die Stadt immer mehr zu einem Open-Air-Museum, einer Kulisse für Instagramfotos verkommt.

Die Sache mit dem Tourismus ist wirklich ein zweischneidiges Schwert für Venedig. Das die Menschenmassen, die sich durch die Stadt drängen, nicht gut für so ein kleines Städtchen sein können und das Leben für die noch wenigen Verbliebenen schwer machen, liegt auf der Hand. Bei vielem stimme ich Petra Reski völlig zu. Riesige Kreuzfahrtschiffe, neben denen der Markusplatz wie eine Puppenstube aussieht, sind inakzeptabel und da lasse ich auch das Argument, dass sie (vielen) Venezianern Arbeit geben, nicht gelten, denn durch die Zerstörung der Stadt werden sie langfristig noch viel mehr Menschen ihres Arbeitsplatzes berauben. Auch Auswüchse wie Picknick auf dem Markusplatz veranstalten, in Badekleidung in Kirchen gehen, Selfies machen, während man im Hochwasser planscht, da fehlen mir auch die Worte. Bei anderen Punkten bin ich mir nicht so sicher. So prangert die Autorin an, dass immer mehr Wohnraum verloren geht, da dieser als Airbnb genutzt wird, dass immer mehr kleine Läden aufgeben mussten und stattdessen dort jetzt Souvenirläden oder Eisdielen zu finden sind. Die Sache mit den fehlenden Tante-Emma-Läden kann ich zwar schon verstehen, zumal man in Venedig ja nicht mal schnell ins Auto springen kann und zum nächsten Laden fahren kann, aber dennoch ist das ein Phänomen, das (leider)unserer Zeit geschuldet ist. Auch wenn ich da nostalgisch in meine Kindheit blicke, muss man da wohl – auch in Venedig- realistisch sein. Und auch bei der Argumentation Reskis, dass aufgrund der vielen Airbnbs Wohnraum in Venedig fehlt, bin ich nicht völlig von ihrer Argumentation überzeugt. Es sind halt doch viele ehemalige Venezianer, die aufs Festland ziehen und ihre Immobilien auf Venedig vermieten. Für viele ist es tatsächlich bequemer, auf dem Festland zu leben und zu arbeiten. Und wer sollte es verdenken, wenn sie sich ein so lukratives Nebeneinkommen entgehen ließen. 

Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass Petra Reskis Intention ist, komplett von einem Besuch in Venedig abzuraten. Es sind nämlich wirklich viele Menschen in dieser Stadt vom Tourismus abhängig. Vielmehr verstehe ich es als ein Plädoyer für verantwortungsvollen Tourismus.

Insgesamt ist es  ein wirklich empfehlenswertes, informatives und gleichzeitig sehr unterhaltsam geschriebenes Buch, vor allem wenn die Autorin Episoden aus ihrem Privatleben mit dem Venezianer an ihrer Seite einfließen lässt. Besonders amüsiert hat mich, weshalb die beiden für ihre Hochzeit dem Ruhrgebiet Vorzug gegeben haben.


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Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426278468)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Als ich einmal in den Canal Grande fiel" von Petra Reski

Ein Plädoyer für die Erhaltung der Lagunenstadt
Bellis-Perennisvor 3 Monaten

Üblicherweise steht die Anzahl der Sterne am Ende einer Rezension. Doch für diese Hommage an die Serenissima breche ich mit dieser Gewohnheit: 5 Sterne für Petra Reskis leidenschaftliches Plädoyer für die Erhaltung der Lagunenstadt, dem ich mich gerne anschließe. 

Also von Beginn an: 

Petra Reski, die deutsche Journalistin und Buchautorin, die durch ihre Sizilien-Krimis rund um Serena Vitale bekannt ist, lebt seit 1991 in Venedig, weil ihr ein Venezianer über den Weg gelaufen ist (dessen Namen sie hier niemals nennt, sondern nur vom „Venezianer“ spricht.  

Sie schreibt voller Leidenschaft von Ebbe und Flut, von morschen Pfählen, von zerbröselndem Mauerwerk, korrupten Stadtväter, die die Stadt dem Verfall preisgeben, von Venezianern, die, weil sie das große Geld wittern, ihre Wohnungen verkaufen oder an Touristen vermieten.  

„Nicht mal die Pestepidemie von 1630 war so effektiv bei der Beseitigung der letzten Venezianer wie die Erfindung der Ferienwohnung: in Venedig vermietet niemand mehr Wohnungen an Venezianer, sondern nur noch an Touristen.“ 

Sie schreibt von Kreuzfahrtschiffen, die durch ihre Bugwellen das ohnehin schon poröse Mauerwerk weiter zerstören, vom Ausverkauf historischer Palazzi durch die Stadtväter, die gleich eine Baugenehmigung für allerlei gesichtslose Hotels oder Konsumtempel dazulegen und vom Widerstand gegen diese Machenschaften. Zahlreiche Bürgerinitiativen kämpfen gegen diese mafiösen Strukturen. 

„Der Tourist will allein sein auf der Welt, das ist sein größtes Problem.“

 Ich war vor rund 30 Jahren das letzte Mal in Venedig. Manchmal habe ich Sehnsucht nach der Stadt, die seit Jahrhunderten den Gezeiten trotzt. Doch will ich nicht auch noch (m)einen Beitrag zur Zerstörung der Serenissima leisten. Deshalb verkneife ich mir eine Reise in die Lagunenstadt. Ich möchte sie so in Erinnerung behalten, wie sie damals war: kleine Geschäfte wie Bäcker, Pastaladen, Gemüsehändler, Fleischhauer, Blumenläden und natürlich (ganz wichtig für mich) Schuhgeschäfte, statt der gesichtslosen, uniformen Kaufhausketten, deren Ware man in jeder größeren Stadt der Welt bekommt.  

Petra Reski lässt mit ihrer Schilderung ihre Leser das alte Venedig noch einmal (?) Revue passieren. Mit ihrem flüssigen und farbenprächtigen Erzählstil, nimmt sie uns an die Hand, schlendert mit uns über die zahlreichen Brücken (über 450) und durch verwunschene Calli. Sogar einen der seltenen Gärten dürfen wir an ihrer Seite entdecken. 

Schmunzeln musste ich über die ungewöhnliche Wahl der Hochzeitslocation: statt Venedig (wie 100.000 andere weit gereiste Paare), eine Feier im Ruhrgebiet. 

Fazit: 

Wer Venedig wirklich liebt, reist mit umweltfreundlich mit der Bahn an. Ich stimme Petra Reski zu, dass es an uns allen liegt, die Serenissima zu erhalten. Gerne gebe ich dieser Hommage an die Serenissima 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426278468)Dreamworxs avatar

Rezension zu "Als ich einmal in den Canal Grande fiel" von Petra Reski

"Es gibt zwei Arten von Städten: alle anderen und Venedig." (Henry James)
Dreamworxvor 3 Monaten

Für jemanden, der lange Zeit in der geheimnisvollen Lagunenstadt Venedig verbracht hat, kommt Petra Reskis Buch „Als ich einmal in den Canale Grande fiel“ einem Tatsachenroman gleich. Die Autorin ist seit fast 30 Jahren Bewohnerin der italienischen „Diva“ und weiß nicht nur um die Schönheiten der Stadt, sondern vor allem um die großen Probleme und Zerstörung, die durch Immobilienspekulationen, korrupte Stadtväter oder Kreuzfahrttourismus immer mehr an Fahrt aufgenommen haben und den Einwohnern das Leben immer schwerer machen. Umso schöner ist ihre Art, dem Leser ihre Faszination und Liebe für Venedig sowie deren Bewohner nahe zu bringen.

Wer Venedig einmal besucht hat, wird der Schönheit und der Magie dieser Stadt schnell erliegen, solange er sich etwas Märchenhaftes im Herzen bewahrt hat. Reski schildert mit flüssigem, farbenprächtigem Erzählstil, nimmt den Leser an die Hand und schlendert mit ihm über die zahlreichen Brücken, durch verwunschene Gassen und lässt ihn durchs Schlüsselloch so manches zauberhaft anmutendes Gebäude sehen, um die andere Seite der Fassade zu erblicken. Wo früher alte Venezianer lebten, die durch hohe Mieten vertrieben wurden, ziehen nun im Tagestakt Touristen in die alten Gemäuer, wo sie über einen Feriendomizilanbieter eine Unterkunft angemietet haben. Auch die typischen kleinen italienischen Läden, die Fisch, Käse, Schinken oder allerlei andere traditionelle Waren anbieten, verschwinden immer mehr aus dem Stadtbild, um Platz zu machen für Designerstores oder Ramschläden, die nur noch weit entfernt mit der Tradition der Stadt oder des Landes zu tun haben. Es ist das schnelle Geld, das lockt, wenn die Kreuzfahrtschiffe fast mitten in der Stadt anlegen und die Touristen wie Heuschrecken in die Stadt einfallen, um in kurzer Zeit ganz Venedig zu vereinnahmen. Das Seufzen und Aufatmen der Bewohner ist regelrecht im Leserkopf zu vernehmen, wenn die riesigen Meeresschiffe mit ihrer Fracht die Stadt wieder verlassen. Dabei ist es völlig unverständlich, dass den Riesenschiffen die Zufahrt bis fast in die Stadt hinein überhaupt gestattet ist, denn durch ihr Gewicht höhlen sie die Lagunen aus und beschädigen die Bausubstanz erheblich, aber auch die Umweltbelastung und –verschmutzung ist erheblich. Aber der schnöde Mammon hat schon immer alle Ratten aus ihren Löchern gelockt, so ist es auch mit den korrupten Politikern, die dafür alles tun würden und so ihre Stadt zu zerstören. Da ist es besonders wichtig, dass es Bürgerinitiativen gibt, die sich den Kampf gegen all dieses Ungemach auf die Fahne geschrieben haben. Sie kämpfen nicht nur gegen die Hochwasserschäden, sondern vor allem dafür, dass ihre geliebte, wunderschöne, verwunschene Stadt auch weiterhin die ihre bleibt.

Doch bei all den momentanen Schwierigkeiten ist Venedig immer noch ein Sehnsuchtsort, an dem viele heiraten, einmal den mystischen Karneval im Nebel miterleben oder einfach mit einer Gondel an den vielen prächtigen Palazzi vorbei durch die Lagunen fahren wollen, vielleicht sogar auf dem Canal Grande – in den die Autorin wirklich hineingefallen ist. Man möchte am liebsten hinterherspringen!

Wer Venedig liebt, reist nicht mit dem Kreuzschiff an und bringt der Stadt sowie den Bewohnern den nötigen Respekt entgegen, um dort unbeschwert die Schönheit und Grandezza der alten Lagunenschönheit zu genießen. Reski hat Recht – das geht uns alle an und mehr Achtsamkeit ist wünschenswert, um dieses städtische Kleinod zu erhalten.

Absolut wertvolle Lektüre mit verdienter Empfehlung!!!

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