Petra Reski

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Autorenbild von Petra Reski (© Paul Schirnhofer)

Lebenslauf von Petra Reski

Petra Reski wurde 1958 in Unna geboren. Bekannt wurde sie als deutsche Autorin und Journalistin. Ihr Vater stammt aus Ostpreußen ihre Mutter aus Schlesien. Ihre Kindheit verbrachte sie im Ruhrgebiet. In Trier studierte Reski Sozialwissenschaften und Romanistik. Nach dem Studium verbrache sie einige Jahre an der Henri-Nannen-Schule. Im Jahre 1988 begann Reski beim Stern als Redakteurin im Auslandsressort zu arbeiten. 1991 zog Reski nach Venedig wo sie noch heute lebt und arbeitet. Sie erhielt mehrere Preise und Nominierungen für ihre Arbeit. Größerer Bekanntheit verdankt sie ihren Büchern über die Mafia. 2010 berichtete Sie in einer Zeit-Reportage darüber wie italienische Kollegen, welche über die Mafia schreiben sowohl Leben als auch Existenz riskieren. Reski ist Mitglied beim Berufsverband von freuen Journalistinnen und Journalisten namens »Freischreiber e.V.«

Alle Bücher von Petra Reski

Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426303061)

Als ich einmal in den Canal Grande fiel

 (20)
Erscheint am 03.04.2023
Cover des Buches Der Italiener an meiner Seite (ISBN: 9783426425350)

Der Italiener an meiner Seite

 (18)
Erschienen am 02.12.2013
Cover des Buches Mafia (ISBN: 9783426426616)

Mafia

 (9)
Erschienen am 03.03.2014
Cover des Buches Palermo Connection (ISBN: 9783455004885)

Palermo Connection

 (11)
Erschienen am 17.07.2018
Cover des Buches Die Gesichter der Toten (ISBN: 9783455004892)

Die Gesichter der Toten

 (5)
Erschienen am 17.07.2018
Cover des Buches Palazzo Dario (ISBN: 9783548607092)

Palazzo Dario

 (5)
Erschienen am 12.01.2007
Cover des Buches Mafia. 100 Seiten (ISBN: 9783150205259)

Mafia. 100 Seiten

 (4)
Erschienen am 28.09.2018
Cover des Buches Meine Mutter und ich (ISBN: 9783548604909)

Meine Mutter und ich

 (4)
Erschienen am 01.11.2004

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Petra Reski

Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426278468)
booklovings avatar

Rezension zu "Als ich einmal in den Canal Grande fiel" von Petra Reski

Faszinierendes Portrait einer untergehenden Stadt
booklovingvor einem Jahr

MEINE MEINUNG

In ihrem neuesten, sehr unterhaltsamen Sachbuch „Als ich einmal in den Canal Grande fiel – Vom Leben in Venedig" nimmt uns die deutsche Autorin Petra Reski mit auf einen sehr persönlichen Ausflug nach Venedig. Schon nach wenigen Seiten war ich gefangen von Reskis wundervoll lebendigen, humorvollen und mitreißenden Erzählstil.
Bereits seit 1991 hat sie sich in „die schönste Stadt der Welt“ verliebt und zu ihrer Wahlheimat auserkoren –natürlich aber auch der Liebe zu „ihrem Venezianer“ wegen, wie uns die „Wahlvenezianerin“ gesteht. 
Kein Wunder, dass sie die Stadt mit all ihren Besonderheiten und kleinen Wundern, die liebenswerten alteingesessenen Bewohner und unberührten Ecken wie keine Zweite kennt. Aber leider bekommt sie auch die vielfältigen Schattenseiten zu spüren, muss sie doch tagtäglich die negativen Auswirkungen des Massentourismus miterleben . 
Äußerst anschaulich und kenntnisreich führt Reski uns vor Augen, was es bedeutet in dieser pittoresken Lagunenstadt zu leben, denn Tag für Tag erlebt sie hautnah mit, wie dieses Sehnsuchtsziel von Touristen aus aller Welt gnadenlos überrannt oder fast alljährlich vom obligatorischen Hochwasser bedroht wird. Als Expertin kann sie uns aus erster Hand von vielen schockierenden Fehlentwicklungen in dieser Stadt und ihren zahllosen Bedrohungen im Laufe der Zeiten berichten und lässt uns einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen werfen. Nicht nur der immense Kreuzfahrttourismus, die zunehmende Wasserverschmutzung setzen der Stadt immer mehr zu, sondern auch skrupellose Immobilienspekulationen, die die letzten echten Venezianer ans Festland vertreiben, oder korrupte Kommunalpolitiker, die eher für den eigenen Profit als das Wohl ihrer Wählerschaft und dem einzigartigen Unesco Kulturerbe am Herzen liegt. Gekonnt und detailreich zeichnet die Autorin ein melancholisch stimmendes, aufrüttelndes und schonungsloses Portrait von Venedig.
Doch auch an den vielfältigen faszinierenden Seiten Venedigs und der beeindruckenden Historie lässt sie uns teilhaben. Leidenschaftlich und voller Liebe zu ihrer neuen Heimat erzählt Reski von den alten Traditionen, der tiefen Verwurzelung der Venezianer und nimmt uns mit zu den vielen mystischen Geheimnissen und kulturellen Schönheiten der romantischen Lagunenstadt. So bleibt es auch nicht aus, dass man vom besonderen Zauber dieser einzigartigen Stadt gefangengenommen wird! Großen Spaß beim Lesen haben mir beispielsweise die Schilderungen über die abenteuerlichen Exkursionen der Autorin mit ihrem kleinen Boot bereitet, wenn sie sich todesmutig unter den misstrauischen Blicken der Gondolieri in Zentimeterarbeit durch das Gewirr in den Kanälen vorbei an Gondeln navigiert. 
Petra Reski ist ein vielschichtiges Portrait und leidenschaftliche Hommage mit kurzweiligen, mitreißend erzählten Anekdoten und auch nachdenklich stimmenden Geschichten über ihre Wahlheimat Venedig gelungen. 

FAZIT
Ein wundervoll unterhaltsames und sehr persönliches Buch, das sehnsüchtiges Fernweh weckt und neugierig macht, auf eine faszinierende, dem schleichenden Untergang geweihte Stadt, für die es sich aber unbedingt zu kämpfen lohnt.
Eine sehr empfehlenswerte und hochinteressante Lektüre für alle Venedig-Liebhaber und solche, die es noch werden wollen!


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Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426278468)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Als ich einmal in den Canal Grande fiel" von Petra Reski

Wenn die Ehrlichkeit beim eigenen Weltbild aufhört
Dr_Mvor einem Jahr

Was nicht wahr sein soll, verdrängt der Mensch gerne. Das kann man an diesem sehr lehrreichen Buch wieder einmal sehen. Eigentlich im Ruhrgebiet beheimatet, lebt die Autorin nun schon 30 Jahre in Venedig. Dadurch besitzt sie einen Blick von ganz verschiedenen Perspektiven. Sie versteht die Sicht der Alteingesessenen, kennt Venedig als Touristin und ist dennoch eine Bürgerin dieser Stadt, aber eben keine mit Wurzeln dort. Der tägliche Irrsinn, der sich in dieser todgeweihten Siedlung immer wieder aufs Neue bis zur Corona-Zeit abspielte, traf sie ebenso hart wie die Einheimischen. Venedig stirbt, aber nicht im Wasser, sondern als Opfer von Menschenmassen, die diese Stadt unbedingt einmal im Leben gesehen haben wollen. Auf diesen Massenansturm ist die noch verbleibende Hülle ausgerichtet. Als Stadt für ihre Bürger funktioniert sie immer weniger.

Was wirklich in Venedig los ist, sieht man als Tourist natürlich nicht. Wie auch? Man kommt am Bahnhof an oder auf dem Flughafen, ist entweder Tagestourist oder hat sich irgendwo einquartiert. Dann fährt man mit der Gondel durch den Canal Grande oder läuft durch die Gassen, kauft ein paar Andenken und zischt wieder ab. Wenn man prominent ist und sich ein Hotel mieten kann, lässt es sich in Venedig auch gut heiraten. Ganz hartgesottene Zeitgenossen stehen auf Deck 14 eines Kreuzfahrtschiffes und lassen sich am Markusplatz vorbeischippern. Darüber kann man sich wirklich aufregen, denn das ist in jeder Hinsicht abartig. Allein die Größenverhältnisse sprechen Bände, und man muss nicht Hydrodynamik studiert haben, um zu verstehen, dass jede Durchfahrt solcher Schiffe Schaden anrichten muss.

Aber was solls? Alles Herumjammern, das man auch in diesem Buch intellektuell getarnt und gut geschrieben liest, nützt nichts. Denn auch die Autorin macht sich bei aller ehrlichen Schilderung der Wirklichkeit dieser Stadt etwas vor. Alle Bürgermeister der letzten Jahrzehnte haben diesen Unsinn und andere blödsinnige Dinge und Projekte in die Wege geleitet. Und alle wurden auf demokratische Weise gewählt. Das muss man jedenfalls bis zum Beweis des Gegenteils glauben. Es gibt ihn mehrheitlich nicht, den Widerstand gegen all diese fürchterlichen Dinge. Nicht in Venedig und auch nicht anderswo in Italien. Die Wege des Geldes sind insbesondere in Italien schwer zu durchschauen. Und man kann wählen, was man will, irgendwie kommt am Ende sowieso immer dasselbe heraus.

Liest man dieses Buch, dann kann man den Eindruck gewinnen, in Venedig gäbe es tatsächlich so etwas wie wehrhaften Bürgersinn. Doch die tatsächlichen Ereignisse sprechen eine ganz andere Sprache. Insofern ist dieses Buch bei aller Ehrlichkeit auch unehrlich und deckt die wahren Verhältnisse eher nicht auf. Vielmehr beschreibt es die Sicht der Autorin und ihrer Freunde, wobei man viele Eindrücke von dieser Stadt bekommt, von denen man ausgeschlossen ist, wenn man tatsächlich als Tourist dorthin fahren sollte. Venedig ist eine sterbende Illusion. Vielleicht wird die Stadt irgendwann an China verkauft. Man ist ja bereits auf dem besten Wege.

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Cover des Buches Als ich einmal in den Canal Grande fiel (ISBN: 9783426278468)
UlrikeZas avatar

Rezension zu "Als ich einmal in den Canal Grande fiel" von Petra Reski

Ist verantwortungsvoller Tourismus in Venedig möglich?
UlrikeZavor einem Jahr


Petra Reski ist seit etwa 30 Jahren Wahlvenezianerin und kennt die Stadt wirklich wie kaum ein anderer. Man merkt, wie sehr ihr Venedig am Herzen liegt und wie sehr ihr selbiges oft blutet, wenn sie Zeugin wird, wie die Stadt immer mehr zu einem Open-Air-Museum, einer Kulisse für Instagramfotos verkommt.

Die Sache mit dem Tourismus ist wirklich ein zweischneidiges Schwert für Venedig. Das die Menschenmassen, die sich durch die Stadt drängen, nicht gut für so ein kleines Städtchen sein können und das Leben für die noch wenigen Verbliebenen schwer machen, liegt auf der Hand. Bei vielem stimme ich Petra Reski völlig zu. Riesige Kreuzfahrtschiffe, neben denen der Markusplatz wie eine Puppenstube aussieht, sind inakzeptabel und da lasse ich auch das Argument, dass sie (vielen) Venezianern Arbeit geben, nicht gelten, denn durch die Zerstörung der Stadt werden sie langfristig noch viel mehr Menschen ihres Arbeitsplatzes berauben. Auch Auswüchse wie Picknick auf dem Markusplatz veranstalten, in Badekleidung in Kirchen gehen, Selfies machen, während man im Hochwasser planscht, da fehlen mir auch die Worte. Bei anderen Punkten bin ich mir nicht so sicher. So prangert die Autorin an, dass immer mehr Wohnraum verloren geht, da dieser als Airbnb genutzt wird, dass immer mehr kleine Läden aufgeben mussten und stattdessen dort jetzt Souvenirläden oder Eisdielen zu finden sind. Die Sache mit den fehlenden Tante-Emma-Läden kann ich zwar schon verstehen, zumal man in Venedig ja nicht mal schnell ins Auto springen kann und zum nächsten Laden fahren kann, aber dennoch ist das ein Phänomen, das (leider)unserer Zeit geschuldet ist. Auch wenn ich da nostalgisch in meine Kindheit blicke, muss man da wohl – auch in Venedig- realistisch sein. Und auch bei der Argumentation Reskis, dass aufgrund der vielen Airbnbs Wohnraum in Venedig fehlt, bin ich nicht völlig von ihrer Argumentation überzeugt. Es sind halt doch viele ehemalige Venezianer, die aufs Festland ziehen und ihre Immobilien auf Venedig vermieten. Für viele ist es tatsächlich bequemer, auf dem Festland zu leben und zu arbeiten. Und wer sollte es verdenken, wenn sie sich ein so lukratives Nebeneinkommen entgehen ließen. 

Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass Petra Reskis Intention ist, komplett von einem Besuch in Venedig abzuraten. Es sind nämlich wirklich viele Menschen in dieser Stadt vom Tourismus abhängig. Vielmehr verstehe ich es als ein Plädoyer für verantwortungsvollen Tourismus.

Insgesamt ist es  ein wirklich empfehlenswertes, informatives und gleichzeitig sehr unterhaltsam geschriebenes Buch, vor allem wenn die Autorin Episoden aus ihrem Privatleben mit dem Venezianer an ihrer Seite einfließen lässt. Besonders amüsiert hat mich, weshalb die beiden für ihre Hochzeit dem Ruhrgebiet Vorzug gegeben haben.


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