Petra Reski Bei aller Liebe

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Inhaltsangabe zu „Bei aller Liebe“ von Petra Reski

Ein neuer Fall für Serena Vitale! In Palermo wird ein deutscher Staatsanwalt ermordet aufgefunden – ausgerechnet auf dem Straßenstrich der Transvestiten. Serena Vitale will mit dem Fall nichts zu tun haben, schließlich nehmen afrikanische Schlepperbanden all ihre Zeit in Anspruch, denn am Elend der Flüchtlinge wollen viele verdienen. Doch der Staatsanwalt ermittelte in Deutschland gegen die Mafia, und Serena Vitale ist sonnenklar, dass es sich keinesfalls um ein Verbrechen aus Leidenschaft handelt. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst in die Ermittlungen zu stürzen.

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  • Anregender, teils amüsanter, durchaus aber auch spannender Krimi

    Bei aller Liebe

    michael_lehmann-pape

    27. November 2017 um 09:20

    Anregender, teils amüsanter, durchaus aber auch spannender KrimiDer Fall scheint ja eigentlich klar.Da ist dieser deutsche Staatsanwalt., Aus Köln. Der seinen liederlichen erotischen Interessen lieber fern der Heimat nachgehen möchte (Diskretion ist eben alles) und leider an die falschen gerät.Denn jene „Transe“, die er wohl aufgesucht hat in Palermo und er selbst überleben die Begegnung nicht.Das Reski genügend Wortwitz besitzt, um umgehend zu fragen, warum ein „Kölner“ für so was nach „Palermo“ muss, ist nur einer der vielen kleinen Spitzen im Buch, die mit hintergründigem Humor bis hin zur derben Spitze die Lektüre durchgehend immer wieder auflockern.Dazu gehört das Spiel mit Vorurteilen, Dass für den gestandenen Mafioso in Sizilien alles andere einfach „türkisch“ ist (auch wenn es Nigerianer sind, von denen er meint, zu sprechen). Dass Dino, Sohn eines Capos, gerade eine längere Zeit in Deutschland untergetaucht, sich so seine Gedanken über „schlechtsitzende Anzüge“ macht. Ohne auch nur im Geringsten seine Interessen persönlich oder „geschäftlich“ zu vernachlässigen (auch wenn ihm die „Traditionen“ gehörig auf den Nerv gehen).Dass jene „blonde Wucht“ Demiana, die dem Journalisten Wieneke ziemlich massive Tipps geben könnte (wen der Mann mal zuhören würde und von seinem hohen Ross politischer Recherche absteigen könnte (das Ross ist eh schon längst unter ihm zusammengebrochen)) zur Unzeit aufsucht und damit eine gewisse Spannung zwischen ihm und seiner „feurigen““ Sizilianerin Francesca umgehend entfacht (wobei Reski das so dynamisch und mit zwinkerndem Auge erzählt, dass es keineswegs platt sondern, im Gegenteil, sehr unterhaltsam die Seiten füllt), bietet dabei den eigentlichen „Eingang“ in den Hintergrund des Falles.Auch wenn dieser Ort der kleinen Kneipe, die Wienekes zweites Standbein ist, dabei reichlich unprätentiös wirkt und eher erotisches Schmachten die Luft im Raum füllt denn gefährliche Kriminelle mit Mafia-Hintergrund.Der in Palermo von der bewährten, erotisch ein wenig unausgefüllten, Staatsanwältin Serena Vitale aufgegriffen wird, auch wenn ihre engsten Kollegen dabei mehr oder minder die Augen rollen.Mit Verve, wunderbar gestalteten „Lokalkolorit-Szenen“ (die immer auch die Personen selbst als „Sammelstellen“ lokaler Mentalitäten ausgestaltet) gehen so der Journalist und die Staatsanwältin von zwei Seiten aus an die Auflösung des Geschehens heran. Und stoßen Schritt für Schritt in ein Wespennest aus finanziellen Interessen, politischen Ränken hinter den Kulissen, abgezockten Mafia-Größen (und ebenso debilen Handlangern), dass am Ende (nicht gänzlich humorlos, aber dann sehr viel stringenter als bei den Ermittlungen) zu höchster Gefahr für Leib und Lebend er beiden und ihrer Umgebung führen werden.Das es nicht wenigen, die ihr Geld machen wollen, nutzt, wenn die Lage „katastrophal“ ist (in diesem Fall, was die Mengen an Flüchtlingen angeht, die in Europa aktuell zu versorgen sind), weil dann nämlich nicht auf jede Quittung geachtet wird und das Geld reichlich fließt (das bei Weitem nicht in ganzer Höher den Flüchtlingen und deren Versorgung zu Gute kommt) und dass die gute, alte „Cosa Nostra“ dabei, wie immer perfekt organisiert, eine große Hand aufhält, das schwant den Ermittlern durchaus. Wieweit die Ränke aber reichen, überrascht diese (und den Leser) dann doch.Spannend, flüssig, mit Tempo, mit viel Augenzwinkern, mit filmreif gestalteten Szenen, in denen die Personen letztlich dennoch ernst genommen werden, legt Petra Reski wieder einmal eine anregende Kriminallektüre mit dem „besonderen Touch“ vor.

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