Petra Waldherr Die Ratsherrentochter

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Inhaltsangabe zu „Die Ratsherrentochter“ von Petra Waldherr

Wymphen, im Jahre 1523. Die junge Bürgerstochter Anna wird Opfer einer Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Getrieben vom Willen zu überleben, willigt sie in eine Ehe mit dem Mann ein, der sie eigentlich hinrichten sollte. Fortan fristet sie ihr Dasein am Rande der Gesellschaft. Wird es Anna gelingen, den wahren Mörder zu entlarven? Und werden die Wymphener Bürger sie, das Weib eines Henkers, wieder in ihre Kreise aufnehmen?

Tolle Geschichte mit kleinen Hängern

— ChattysBuecherblog

Ein wirklich genialer historischer Roman. Spannend, fesselnd und sehr unterhaltsam. Bitte eine Fortsetzung oder weitere historische Romane.

— hasirasi2

fesselnd!

— EFST79

Spannender Roman mit einem Einblick in das Leben einer Henkersfamilie, die am Rande der Gesellschaft leben, und einer Tochter aus gutem Haus

— Cappuccino-Mama

Ein traumhaft toller, packender historischer Roman ♥

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein neues Lieblingsbuch! 💛 💙 💜 💚 Einfach wunderschön erzählt!

— Sternenstaubfee

Ein guter Historsicher Roman mit allem was dabei sein muss!! Klare Leseempfehlung!

— Buechersammler

historischer Roman mit kriminalistischen Zügen.

— esposa1969

lehrreich, fesselnd und zum verlieben ... schreit nach einer fortsetzung!

— vienna

Entführen und begeistern lassen - es lohnt allemal

— Gudrun67

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    Die Ratsherrentochter

    ChattysBuecherblog

    21. July 2017 um 18:45

    Untertitel: Die Freibitte des Wymphener Henker Zum Inhalt: Anna zieht mit ihrem Bruder, der Mutter und dem Stiefvater nach Wymphen. Der Stiefvater Steffen Brel ist dort ein angesehener Bürger und Ratsherr. Auf dem Weg dorthin begegnen sie Michael Kremer, dem Sohn des Scharfrichters. Michael verliebt sich Hals-über-Kopf in die Bürgerstochter. Anna wird kurze Zeit später Opfer einer Intrige und zum Tode verurteilt.  Michael steht zu ihr und hilft, den Täter ausfindig zu machen. Meine Meinung: Die Autorin schafft es durch einfühlsame Worten eine wunderschöne Liebesgeschichte zu erzählen, die bedingt durch die historischen Gepflogenheiten jedoch schon wieder grausam waren. Aufgrund der gesellschaftlichen Stellung des Scharfrichters, war es für diese Familien kaum möglich, eine Beziehung außerhalb der Scharfrichterdynastie zu führen. Für den Leser wird dieses Leben des Unehrbaren sehr detailliert dargestellt, so dass man die Abgrenzung deutlich spüren konnte. Allein an der Szene mit der Brosche, die die kleine Nichte Michaels von der Straße aufhebt wird deutlich, mit welchen Ängsten oder Feindschaften die Leute im späten Mittelalters Umzügen hatten. Übrigens, für alle die das Buch oder die Szene nicht kennen: die Brosche wurde durch die Kinderhand sozusagen "entbehrt". Sehr gut fand ich die altdeutschen Namen die im Roman verwendet wurden. Haydelberch (Heidelberg), Wymphen (Bad Wimpern) etc. Durch diese Begrifflichkeiten wird der Leser noch mehr in die Geschichte eingebunden. Fazit: Trotz einiger kleiner Schwächen (zähe Hänger und einige langatmig Dialoge) habe ich  dieses Buches sehr genossen und werde es historisch begeisterten Lesern auf jeden Fall empfehlen. Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung der Geschichte.

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  • Die Ratsherrentochter von Petra Waldherr - Historischer Roman um 1500

    Die Ratsherrentochter

    ChattysBuecherblog

    05. March 2015 um 20:05

    Untertitel: Die Freibitte des Wymphener Henker Zum Inhalt: Anna zieht mit ihrem Bruder, der Mutter und dem Stiefvater nach Wymphen. Der Stiefvater Steffen Brel ist dort ein angesehener Bürger und Ratsherr. Auf dem Weg dorthin begegnen sie Michael Kremer, dem Sohn des Scharfrichters. Michael verliebt sich Hals-über-Kopf in die Bürgerstochter. Anna wird kurze Zeit später Opfer einer Intrige und zum Tode verurteilt. Michael steht zu ihr und hilft, den Täter ausfindig zu machen. Meine Meinung: Die Autorin schafft es durch einfühlsame Worten eine wunderschöne Liebesgeschichte zu erzählen, die bedingt durch die historischen Gepflogenheiten jedoch schon wieder grausam waren. Aufgrund der gesellschaftlichen Stellung des Scharfrichters, war es für diese Familien kaum möglich, eine Beziehung außerhalb der Scharfrichterdynastie zu führen. Für den Leser wird dieses Leben des Unehrbaren sehr detailliert dargestellt, so dass man die Abgrenzung deutlich spüren konnte. Allein an der Szene mit der Brosche, die die kleine Nichte Michaels von der Straße aufhebt wird deutlich, mit welchen Ängsten oder Feindschaften die Leute im späten Mittelalters Umzügen hatten. Übrigens, für alle die das Buch oder die Szene nicht kennen: die Brosche wurde durch die Kinderhand sozusagen "entbehrt". Sehr gut fand ich die altdeutschen Namen die im Roman verwendet wurden. Haydelberch (Heidelberg), Wymphen (Bad Wimpern) etc. Durch diese Begrifflichkeiten wird der Leser noch mehr in die Geschichte eingebunden. Fazit: Trotz einiger kleiner Schwächen (zähe Hänger und einige langatmig Dialoge) habe ich dieses Buches sehr genossen und werde es historisch begeisterten Lesern auf jeden Fall empfehlen. Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung der Geschichte.

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  • Die Ratsherrentochter

    Die Ratsherrentochter

    Blaustern

    28. January 2015 um 13:00

    Wymphen im Jahre 1523: Anna ist 20 und zieht mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach Wymphen, da ihre Mutter dort den Ratsherren Steffen Brel heiratet. Leider wird sie dort Opfer einer hinterhältigen Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Um ihr Leben zu retten, willigt sie in die Heirat mit dem Scharfrichter Michael Kremer ein, und führt fortan ein Leben am Rande der Gesellschaft unter ihrem Stand. Doch Anna will den wahren Mörder finden und ihn anklagen. Und wird sie an der Hand des Henkers wieder in die Gesellschaft zurückfinden können? Die Mischung aus History, Krimi und Erfindung ist hier wunderbar gelungen und das in einer Sprache, die der Vergangenheit einmalig angepasst ist. Die Atmosphäre spürt man so von der ersten Seite an und zieht einen magisch in das Geschehen, welches bewegend und detailliert erzählt wird. Hier wurde große Recherchearbeit geleistet, um das Leben der Bevölkerung im 16. Jahrhundert so deutlich darzustellen, insbesondere auch das Leben einer Henkersfamilie. Man lernt eine Menge, auch über die Seifenherstellung und die Heilkunde mit Kräutern. Die Personen sind umfassend gezeichnet und sehr real. Michael ist dabei besonders gut gelungen. Er hat einen starken Charakter und Herz und liebt Anna wirklich. Seine Schwester Greta steht ihm in nichts nach und unterstützt ihn eifrig. Der Schreibstil ist bildhaft und fesselnd und lässt sich gut lesen.

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  • Von der Gesellschaft verachtet und ausgegrenzt

    Die Ratsherrentochter

    Cappuccino-Mama

    23. October 2014 um 19:31

    Ein Genre, das ich gerne vom Gmeiner-Verlag lese, sind historische Romane. Am liebsten lese ich hier Romane mit Leuten aus dem Volk – egal ob es sich um die des gehobenen Standes handelt, oder um Randgruppen. In diesem Roman sind beide vertreten: Anna, die (Stief-)Tochter eines Ratsherrn ist, aber auch Michael, der den Beruf des Henkers ausübt. Das Cover / Gestaltung Das Buchcover besteht aus dem Ausschnitt eines Gemäldes von Lukas Cranach dem Älteren mit dem Titel „Portrait of a Woman“ und stammt aus dem Jahr 1525. Cranach malte auch Bilder des Reformators Martin Luther und arbeitete zudem als Hofmaler am kursächsischen Hof – ich vermute mal, dass daher auch dieses Gemälde stammt. Zeitlich gesehen wurde das Bild sehr gut ausgewählt, denn zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist auch der Handlungszeitraum des Romans. Der Hintergrund ist, wie bei den historischen Romanen des Gmeiner Verlags üblich, in einem matten Schwarz. Das Motiv hingegen ist glänzend gestaltet. Abgebildet ist auf dem Cover ein aufwendig gearbeitetes Kleid in Rot- und Orangetönen – weit ausgeschnitten, die Ärmel gerafft, und das „Oberteil“wohl mit kleinen Perlen bestickt. Mein erster Blick blieb jedoch an den sonderbar wirkenden Handschuhen hängen, die zur damaligen Zeit modern waren.An den Fingergelenken sind die Handschuhe geschlitzt und über den Handschuhen trägt die abgebildete Dame einige mit Edelsteinen besetzte Goldringe – zweifelsohne handelt es sich um eine Dame der gehobenen Schicht. Gezeigt wird vor allem der Oberkörper der Dame, so dass das fehlende Gesicht Platz für eigene Vorstellungen lässt. Dadurch dass die Risse in der Farbe des Gemäldes zu sehen sind, wirkt das Bild besonders antik. Auch bei diesem Buch findet sich auf den Innenseiten der Buchdeckel ein Motiv. Auf grünem Hintergrund ist das Bild eines Fahnenschwingers abgebildet. Es handelt sich um ein Motiv aus einer Sammlung von Holzschnitten (Wapen des Heyligen Römischen Reichs Teutscher Nation) aus dem Jahr 1545 und stammt von Jakob Köbel (eventuell aber auch von Jacob Kallenberg – so ganz geklärt ist das nicht, aufgrund der Initialen IK). Auf der gegenüberliegenden Buchseite findet man lediglich das Wort Wimpfem in altertümlichen Lettern – eine weitere Schreibweise des Städtenamens. Es wäre natürlich toll, wenn auch die Angaben zur Abbildung des Fahnenschwingers in einer neuen Auflage vermerkt wäre, um interessierten Lesern die Suche danach zu erleichtern. Die Angaben zum Titelmotiv findet man übrigens im „Kleingedruckten“ zu Beginn des Buches, was mir persönlich sehr gut gefällt, weil man so dank Internet auch das Originalbild auf sich wirken lassen kann. Die Handlung: 1523 – Anna Eblin, eine junge Frau, verlässt mit ihrer Mutter Amalia und ihrem Bruder Peter ihren Heimatort nahe der Stadt Hall verlassen. Die kränkliche Mutter hat nach dem Tod ihres Vaters einen Ratsherrn aus Wymphen geheiratet. Doch schon die Anreise der Familie steht unter keinem guten Stern: Die Straßen sind rutschig und auch auf der Fähre kommt es zu einem folgenschweren Vorfall. Schon bald steht Anna im Mittelpunkt des Geredes. Man spricht davon, dass Steffen Brel, der Ratsherr und Annas Stiefvater, ein Auge auf die junge Frau geworfen hätte. Das Gerede der Leute macht sich ein Mitglied des Rats zu Nutzen und spinnt eine Intrige. Als Steffen Brel eines Tages ermordet wird, wird Anna wegen Mordes vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Doch der junge Henker Michael bittet um Annas Hand. Getrieben vom Wunsch, den Schuldigen seiner verdienten Strafe zuzuführen, willigt Anna schließlich in die Heirat ein und führt fortan ein Leben am Rande der Gesellschaft. Wird Anna den Täter überführen und wieder in die Gesellschaft der Wymphener Bürger aufgenommen werden?... Meine Meinung: Der Roman DIE RATSHERRENTOCHTER trägt noch den Zusatz DIE FREIBITTE DES WYMPHENER HENKERS. Der Begriff der Freibitte dürfte so manchem Leser nicht geläufig sein. Nach einem Zitat des Adalbero, Bischof von Laon, folgt eine Erklärung bezüglich der sogenannten „Unehrlichen“, zu denen nicht nur die Henker und ihre Familien zählten, sondern auch die Huren, Bader und Abdecker. Ein Scharfrichter konnte eine zum Tode Verurteilte von den Oberen einer Stadt freibitten und sie ehelichen. Doch viele Verurteilte zogen in diesem Fall doch den Tod vor. Was mir gleich zu Beginn auffiel: Die Autorin verwendet für die Städte und Flüsse die damalige Schreibweise – so ist von der Jaxt (Jagst), dem Nekker (Neckar), sowie von Hailbrun (Heilbronn), Wymphen (Bad Wimpfen), Meckmul (Möckmühl) oder Haydelberch (Heidelberg),... die Rede. Eines wird mal wieder ganz deutlich: Hinter gutbürgerlichen Fassaden herrscht noch lange nicht Harmonie und Frieden, vielmehr brodelt es dort. Und nicht jeder, der ein Ausgestoßener der Gesellschaft ist, ist zugleich auch ein schlechter Mensch. Dort, wo die „Unehrlichen“ leben herrscht in diesem Roman vielmehr ein liebevolles Miteinander. Die zwanzigjährige Anna muss gemeinsam mit ihrer Mutter und dem jüngeren Bruder ihre Heimat, einen Ort nahe Schwäbisch Hall, verlassen. Sie hatte damals keine andere Wahl, nachdem der Vater gestorben war und die Mutter sich erneut vermählte. Mit Wehmut denkt sie zurück an das Leben mit ihrem geliebten Vater. Als Erinnerungsstück blieb ihr lediglich eine Brosche. Auf mich wirkt Anna recht vernünftig, zumindest dann, wenn man sie mit ihrer Freundin Apollonia vergleicht. Vor den Launen ihres Stiefvaters fürchtet Anna sich – nicht zuletzt aufgrund des gesundheitlichen Zustands ihrer Mutter, die sich nicht gegen ihn wehren kann. Amalia, Annas und Peters Mutter, wirkt recht kränklich. Ihre Kinder machen sich große Sorgen um die Mutter. Ich hatte die Sorge, dass Amalia bald sterben könnte. Vielleicht ein Grund, Steffen Brel zu heiraten, den sie nur von gelegentlichen Besuchen her kannte. Wahrscheinlich wollte sie ihre Kinder im Falle ihres Todes abgesichert wissen, das war zumindest meine Vermutung. Peter, Annas 16jähriger Bruder, sollte eigentlich eine Ausbildung bei seinem Onkel in Haydelberch beginnen. Doch der Stiefvater hatte mit ihm ganz andere Pläne, bediente sich gar am Erbe seiner Stiefkinder. So muss Peter schließlich eine Lehre machen, obwohl er nicht gerade der geborene Handwerker ist – Widerspruch duldet der Stiefvater keinen. Steffen Brel ist alles andere als ein liebevoller und fürsorglicher Ehemann und Stiefvater. Schnell wird klar, dass er Amalia, Annas und Peters Mutter, nicht aus Liebe geheiratet hat, sondern vielmehr wegen ihres kleinen Vermögens. Die Charakterzüge des Ratsherrn sind alles andere als positiv – Brel ist ein cholerischer Mensch, der auch nicht davor zurückschreckt, die Hand gegen seine schwächliche Frau zu erheben. Er verlangt absoluten Gehorsam und duldet keine Widerworte. So hat Steffen Brel auch als Mitglied des Alten Rats nicht nur Freunde – vor allem ein Mitglied des Jungen Rats ist sein erbitterter Gegner. Steffen, ein arroganter Mann, der gefühlskalt und kaltschnäuzig ist, und für den Geld und Erfolg das wichtigste im Leben ist. Michael Kremer ist der Henker (oder auch Scharfrichter – der mit dem Schwert richtet) von Wymphen. Nach dem Tod des Vaters trat er an dessen Stelle. Doch der feinfühlige, gutaussehende junge Mann hadert mit seinem Schicksal. Als Unehrlicher (so die Bezeichnung) ist er ein Außenseiter, ein Ausgestoßener, dazu gezwungen, den ungeliebten Beruf eines Henkers auszuüben. Tagsüber wird er gemieden, man geht auf Abstand, um durch eine bloße Berührung nicht „unrein“ zu werden, des Nachts schleicht man sich zu ihm, um sich Heilmittel bei ihm zu kaufen, aber auch Talismane. Mein absoluter Liebling in diesem Buch ist zweifelsohne Michael. Und dann soll Michael ausgerechnet die Frau hinrichten, die er von ganzem Herzen liebt! Wunderbar hat die Autorin beschrieben, wie sehr er unter der Situation leidet, mit seinem Schicksal hadert, dann in größter Not zum letzten Mittel greift: Der Freibitte! Anna soll ihn ehelichen, um ihr Leben zu retten, muss dafür jedoch einen hohen Preis bezahlen. Apollonia ist die verwöhnte Tochter des Bürgermeisters. Während ihre Freundin Anna ein sittsames Leben führt, wirkt die lebensfrohe Freundin geradezu schamlos – spielt regelrecht mit dem Feuer. Dass sie einen sehr viel älteren Mann heiraten muss, trägt sie mit Fassung - und nimmt sich weiterhin ihre Freiheiten. Ob das ein gutes Ende nimmt ist fraglich. Feit Morstatt gehört dem Jungen Rat an. Er wäre zwar eine gute Partie für Anna, doch Steffen Brel und Feit Morstatt hassen sich abgrundtief. Anna hat den Verdacht, dass Feit ihr den Hof macht und fühlt sich dadurch auch etwas geehrt. Ich mochte den angeberischen und draufgängerischen Feit ebensowenig wie ich Steffen mochte – beide sind sich ähnlicher als sie es selbst wahrhaben wollen. Sie wollen beide die Macht, den Ruhm und das Geld. Feits oberstes Ziel ist es, in den Alten Rat aufzusteigen, doch Steffen würde dies nie zulassen. Anna und Michael – es ist wohl eine Art Magie, die zwischen den beiden besteht. Michael bewundert die hübsche junge Frau, ist von ihr fasziniert. Er hingegen weckt in ihr Gefühle, die sie jedoch nicht wahrhaben will und verdrängt – schließlich ist eine Verbindung zwischen ihnen undenkbar. Selbst als die beiden unter einem Dach leben verabscheut Anna Michael – aber nicht dafür wie er ist, sondern dafür was er ist – obwohl er nie eine andere Wahl hatte, den Beruf des Scharfrichters zu ergreifen. Ich bin zugegebenermaßen ein bisschen verliebt in die Figur des Henkers. Anna mochte ich zwar auch, doch mitunter empfand ich sie geradezu als undankbar. Statt froh zu sein, dem Tod durchs Schwert entkommen zu sein, hadert sie mit ihrem Schicksal. Sie heiratet einen Ausgestoßenen der Gesellschaft, doch dafür bekommt sie einen Mann, der sie achtet und vor allem auch von ganzem Herzen liebt! Die Familie seiner Schwester nimmt Anna gerne in die Familie auf, obwohl diese aus gutem Hause stammt und das einfache Leben nicht kennt. Man behandelt sie dennoch respektvoll und begegnet ihr verständnisvoll. Anna jedoch kann mitunter richtig ungerecht sein, behandelt Michael herablassend, begegnet ihm mit Ablehnung. Letztendlich kann sie einfach nur nicht aus ihrer Haut, was man ihr auch nicht verdenken kann, angesichts ihrer Erziehung, sowie den Vorstellungen der Gesellschaft. Manchmal schien es, als würde Anna geradezu darauf warten, aus einem bösen Traum zu erwachen um dann alles hinter sich zu lassen. Natürlich hatte ich Mitleid mit Anna – jäh wird sie aus ihrer einst so heilen Welt brutal herausgerissen und findet sich in einer auswegslosen Lage wieder. Margaretha Gröpler, genannt Greta, ist Michaels Schwester. Sie lebt mit ihrem Mann Wilhelm und der kleinen Tochter Elisabeth im Hause ihres Vaters, kümmert sich um den alten und kranken Mann, versorgt ihn hingebungsvoll. Greta ist die gute Seele des Hauses. Sie ist heilkundig, verdient mit ihren Kräutern etwas zum Lebensunterhalt dazu. So manch einer schleicht sich nachts zum Haus des Henkers, wenn ihn ein Leiden plagt. Als der alte Henker stirbt, tritt Michael an dessen Stelle. Sowohl Margaretha als auch ihr Mann Wilhelm sind warmherzige Menschen, die voll und ganz hinter Michael und seinen Entscheidungen stehen. Mir hat es aber auch die kleine Elisabeth, genannt Lisbeth, angetan. Ein neugieriges, wissbegieriges, niedliches kleines Mädchen, liebenswert und sehr einfühlsam. Sie begegnet Anna gleich ganz offen, ohne Vorurteile und mit kindlicher Neugier. Überhaupt ist die gesamte Henkersfamilie tolerant, verständnisvoll und geradezu schon modern eingestellt für die damalige Zeit. Greta und Wilhelm pflegen einen liebevollen Umfang miteinander, das Töchterlein ist ihr Sonnenschein. Wäre da nicht dieser „Makel“, der ihnen allen auferlegt ist – sie könnten ein sorgloses Leben führen. Wieder einmal bewahrheitet sich, dass früher die Leute keinesfalls besser waren als heutzutage. Da wird ein Jude von Jugendlichen drangsaliert, es wird munter intrigiert, gemordet und sich an anderer Leute Habe bereichert. Man begeht ohne mit der Wimper zu zucken Ehebruch, verprügelt sein Weib, betrügt Kunden – die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Nein, die Welt war damals auch nicht besser. Dementsprechend gibt es im Buch Szenen, die den Leser schwer schlucken lassen, Szenen, die schockieren, aber zum Glück auch einige heitere Episoden, sei es das Verhalten der kleinen Elisabeth oder die Verkleidung Apollonias an Fastnacht. Auch wenn Recherchen mühsam sind, hier haben Autoren historischer Romane meinen allergrößten Respekt, sind diese Nachforschungen oft von Erfolg gekrönt. Doch manchmal eben auch nicht. Hier ist es die Fastnacht, welche die Autorin herausforderte. Wenn das Archiv nichts hergibt, kommt die schriftstellerische Freiheit zum Zuge, was ich vollkommen in Ordnung finde, schließlich handelt es sich bei diesem Roman um keinen Tatsachenbericht. Ebenso legitim finde ich es, wenn eine historisch belegte Person in einem Roman auftaucht, was aber mitunter nur durch eine Veränderung der Lebensdaten möglich ist. Dies wird dann aber auch im Anhang erwähnt. Wunderbar hat die Autorin die örtlichen Gegebenheiten beschrieben. Doch dadurch wurde auch die Neugier geweckt. Wie sehr hätte ich mir im Buch einen Stadtplan aus der damaligen Zeit gewünscht. Doch leider fand sich für das Buch kein passender Plan, was ich natürlich schade fand. Ebenfalls gefreut hätte ich mich über eine Karte mit der Reiseroute. Anna reiste mit ihrer Familie und dem Stiefvater von (Schwäbisch) Hall nach Wymphen (Bad Wimpfen). Gerne hätte ich da erfahren, wie diese Route verlief – an welchen Orten sie wohl vorbeikamen auf ihrer Reise zwischen Kocher und Jagst. Natürlich sind diese Karten nicht zwingend notwendig, aber eben ein schönes und auch nützliches Extra. Ich persönlich greife während des Lesens gerne auf vorhandene Karten im Buch zurück. Statt eines Nachworts der Autorin findet man in diesem Buch im Anhang eine Danksagung mit Quellenangaben, die sehr übersichtlich gestaltet ist. Unter „Dichtung und Wahrheit“ sind die Personen aus diesem Roman aufgeführt. Statt der sonst meist verwendeten Sternchen bei den Namen der Personen, die historisch belegt sind, findet man hier hinter jedem Namen Anmerkungen zur jeweiligen Person. Ich persönlich ziehe zwar die Sternchen-Variante vor, weil ich diese übersichtlicher finde, letztendlich zählt jedoch das Vorhandensein. Wünschen würde ich mir, dass es in der Fortsetzung dann ein Nachwort gibt, denn das vermisse ich bei historischen Romanen meist sehr, wenn es nicht vorhanden ist. Ich frage mich dann, was die Beweggründe für dieses Buch war, ob es einen Bezug zum Handlungsort gab, oder ein besonderer Anlass, bzw. Ereignis, den Autor zu diesem Buch inspirierte. Hier war es unter anderem die geographische Nähe zu Bad Wimpfen, weshalb die in Möckmühl geborene Autorin, diese Stadt, sowie ihren Geburtsort im Buch verewigte. Das Glossar findet man hier unter dem Stichwort „Begriffe“. Ein Glossar finde ich immer sehr wichtig, um den Lesern die alten Bezeichnungen zu erklären, die man ansonsten oft selbst recherchieren müsste. Meist kenne ich die Begriffe bereits aus anderen historischen Romanen, in diesem Buch stieß ich jedoch auf viele Begriffe, die mir nicht geläufig waren. Innerhalb der Handlung gab es zudem einige Sternverweise, die einige zusätzliche Informationen für den Leser enthielten, was mir auch sehr gut gefiel. Die im Buch verwendete Schrift ist recht klein, weshalb sich auf den einzelnen Seiten relativ viel Text befindet, zumal es zwischen den einzelnen Abschnitten keine Leerzeichen gibt. Die Kapitel tragen eine aussagekräftige Überschrift, darunter befindet sich das Datum, inklusive Wochentag. Das gefiel mir sehr gut, da man so gleich wusste, zu welcher Jahreszeit die Handlung stattfand, ob gerade ein Werk-, Sonn- oder gar Feiertag war. Das Verwenden der alten Namen verlieh dem Roman einen besonderen Charme und ließ die Handlung dadurch besonders authentisch wirken. Kleines Detail am Rande: In einer Episode hat Götz von Berlichingen, der in der Gegend zuhause war, einen kleinen Gastauftritt. Der Schluss des Romans war etwas anders als erwartet – nicht für jeden gab es ein Happy End. Dennoch kann ich das Ende voll und ganz akzeptieren, das die Autorin gewählt hat. Mit etwas Wehmut habe ich das Buch geschlossen – Anna und Michael, sowie dessen Familie sind mir sehr ans Herz gewachsen. Doch ein kleiner (oder doch eher ein großer?) Trost bleibt: Die Autorin schreibt bereits an einer Fortsetzung. Insofern freue ich mich auf ein spannendes Wiederlesen. Fazit: Ich habe in letzter Zeit einige historische Romane gelesen und alle haben sie mich begeistert. Auch bei diesem historischen Roman bestätigt sich wieder einmal, dass dieses Genre alles andere als „verstaubt“ ist, und selbst junge Leser faszinieren kann. Dieser Roman reizte mich schon wegen der Handlungsorte, wohne ich doch nicht so weit entfernt von Bad Wimpfen. Von mir erhält das hervorragend recherchierte und spannend geschriebene Buch mit seinen ausdrucksstarken Charakteren eine absolute Leseempfehlung und somit 5 Sterne.

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  • Ein traumhaft toller, packender historischer Roman

    Die Ratsherrentochter

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. October 2014 um 10:59

    Die Ratsherrentochter Petra Waldherr Klappentext: Wymphen, im Jahre 1523. Die junge Bürgerstochter Anna wird Opfer einer Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Getrieben vom Willen zu überleben, willigt sie in eine Ehe mit dem Mann ein, der sie eigentlich hinrichten sollte. Fortan fristet sie ihr Dasein am Rande der Gesellschaft. Wird es Anna gelingen, den wahren Mörder zu entlarven? Und werden die Wymphener Bürger sie, das Weib eines Henkers, wieder in ihre Kreise aufnehmen? Schreibstil: "Die Ratsherrentochter" ist ein unheimlich toller historischer Roman, der gleichermaßen Romantik, Dramatik und Spannung vereint. Die Protagonistin Anna ist zusammen mit ihrem männlichen Protagonisten Michael unheimlich sympathisch. Deren Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar, aber gerade das ist es ja, was die Charaktere so perfekt macht. Besonders gefallen hat mir, dass der historische Hintergrund des Buches absolut nicht zu kurz kam. So auch über Michaels Beruf und generell über die Verhältnisse zu dem Jahr 1523. Michael hat in diesem wunderbaren Roman ein sehr schweres Los gezogen - als Scharfrichter verliebt er sich in Anna, die Tochter des Ratsherren, die er wegen seines Standes eigentlich niemals bekommen kann. Aufgrund einer Fehlentscheidung des Gerichts wird Anna zum Tode verurteilt und Michael bittet sie frei. Ich habe mit Anna und Michael gelacht und geweint. Zusammen mit Michaels Schwester habe ich Kranke geheilt und mit Kräutern verschiedene Salben und Pasten hergestellt. Ich habe Charaktere gehasst und ihnen buchstäblich den Tod an den Leib gewünscht. Zusammen mit Anna bin ich auf der Flucht gewesen und habe eine Hinrichtung erlebt, habe ein Geständnis erzwungen, eine romantische Nacht auf einem Maskenball verbracht und zuletzt sehr, sehr viele Tränen heraus gelassen. Das Buch "die Ratsherrentochter" war einfach ein grandioses Buch, welches mich von Anfang bis Ende immer unterhalten hat. Die Spannung ist nie abgerissen und die Geschichte ist sich selbst immer treu geblieben. Die Charaktere sind einem so schnell ans Herz gewachsen, dass man alles mit durchfühlt und durchlebt hat. Einfach ein grandioses Werk welches Petra Waldherr da zum Leben erweckt hat. Für dieses wundervolle, historische Buch gibt es von mir 5 von 5 Sternen. Noch dazu natürlich eine absolute Kaufempfehlung! Dieses Buch muss man als historischer Romanfan einfach gelesen haben!!!

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  • Annas Reise ins ungewisse

    Die Ratsherrentochter

    JessicaLiest

    26. September 2014 um 20:43

    Mehr zum Inhalt: Bad Wimpfen -damals Wymphen-, im 16. Jahrhundert.Die junge Bürgerstochter Anna muss nach der erneuten Heirat der Mutter ihr Heimatdorf verlassen und in der ihr unbekannten Stadt Wymphen ein neues Leben beginnen. Wie neu und wie anders sich dieses jedoch noch gestalten wird, ist bei der Ankunft in Wymphen von niemandem absehbar. Die Gerüchte nämlich, dass der angesehene Bürger offensichtlich ein Auge auf seine hübsche Stieftochter geworfen hat, nutzt ein ehrgeiziges und aufstrebendes Mitglied des Jungen Rates, um eine hinterhältige Intrige zu spinnen. Wenig später wird Annas Stiefvater ermordet und die unschuldige Anna deswegen angeklagt. Nun bleibt ihr nur noch eine Möglichkeit. Getrieben von dem Willen, zu leben, nimmt sie die Freibitte ihres Henkers an und geht die Ehe mit ihm ein, Fortan fristet sie ihr Leben am Rande der Gesellschaft und kann sich nur schwer in ihr neues Leben fügen. Doch selbst wenn es Anna gelingen sollte, den wahren Mörder zu entlarven ... werden die Wymphener Bürger sie, das Weib eines Henkers, wieder in ihre Kreise aufnehmen? Cover:  Das Cover ist einfach schön. Es sprang mir sofort ins Auge. Das darauf sehende Kleid ist einfach wunderschön. Schreibstil: Der Schreibstil war wirklich großartig. Die Sprache ist der damaligen Zeit so wundervoll angepasst, dass man meinen könnte ich wäre selbst dabei gewesen. Er hat sich flüssig und angehen lesen lassen. Die Zeit beim lesen verging wie im Flug. Charaktere: Ich fand sie einfach alle großartig. Ich habe mit ihnen gelebt, gelitten, gelacht, ich habe sie stets begleitet. Ich bin ein Teil von ihnen geworden. Aber hier mal meine Lieblinge: Anna: Sie wurde zum Tode verurteilt, bis Michael sie freibittet. Von da an beginnt ihre Geschichte. Die kleine Liebesgeschichte zwischen ihr und Michael war einfach toll. Aber nicht alles wendete sich zum Guten … Michael: Er ist einfach großartig. Er kämpft um Annas Liebe, er ist eine starke Persönlichkeit. Er ist liebenswerter und sympathischer Kerl der das Herz am rechten Fleck hat. Michaels Schwester Grete: Ach sie und ihre kleine wunderbare Tochter, ich habe so gerne von ihnen gelesen. Greta ist ein toller Charakter und steht tatkräftig hinter ihrem Bruder. Spannung, Spannung und noch mehr Spannung. Die Charaktere wurden allesamt gut beschrieben, ich hatte von der jeweiligen Person stets ein Bild vor Augen. Meine Meinung: Dieses Buch brachte eine Achterbahn der Gefühle mit sich. Ich habe mitgelitten, gelacht, geweint, das volle Programm. Über das damalige Leben habe ich viel gelernt. Wenn ich meine Sicht mit ihrer vergleiche, denke ich mir immer wieder, mensch, wir haben es so gut und doch sehen wir das nicht immer. Die Spannung hielt sich das ganze Buch über. Ich habe es regelrecht verschlungen. Es hat mich einfach in einen Bann gezogen. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle das ich dieses wundervolle Buch lesen durfte.

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  • Das Leben in einer baden-württembergischen Stadt zu Beginn des 16. Jahrhunderts

    Die Ratsherrentochter

    allegra

    22. September 2014 um 08:08

    HandlungWir sind im Jahr 1523 in Wimphen, dem heutigen Bad Wimpfen. Die junge Bürgertochter Anna zieht mit ihrem Bruder und ihrer Mutter nach Wimphen, weil ihre Mutter den Wimphener Ratsherrn Steffen Brel geheiratet hat. Anna lernt in der Bürgermeistertochter Apollonia recht schnell eine gute Freundin kennen, die ihr das Einleben in der neuen Heimat erleichtert. Doch mit ihrem Stiefvater hat sie weniger Glück. Er ist sehr jähzornig, wird gewalttätig gegenüber der Mutter und kommt der hübschen Anna zu nah. Im späteren Verlauf wird Anna Opfer einer Intrige. Sie wird unschuldig als Mörderin zum Tod verurteilt und nur der Henker hat ihr Schicksal in der Hand. Meine Meinung Durch die sehr detailreiche Erzählweise konnte ich sehr schnell in die Welt des beginnenden 16. Jahrhunderts eintauchen. Anhand von zahlreichen Rezepten und Erklärungen bringt die Autorin das Handwerk des Henkers dem Leser näher. Ebenfalls das Küferhandwerk, das Annas Bruder Peter erlernt, als auch zahlreiche Bräuche werden ausführlich dargestellt. Ich mag es sehr, wenn ich von der Zeit neben der Handlung der Figuren auch Wissenswertes mitbekomme. Dennoch war es mir manchmal fast etwas zuviel, weil die Ausflüge in die Lebensweise der Menschen die Handlung manchmal nicht wirklich vorangebracht haben und meinen Lesefluss etwas behinderten. Schade finde ich, dass die Handlung zum Großteil, bereits im Verlagstext vorne im Buch und hinten auf dem Rücken verraten wird. Von der Aufklärung der Tat hätte ich gerne noch etwas mehr gelesen. Der Schluss ist sehr gut gewählt und lässt auch eine Fortsetzung in einem anderen Umfeld als dem des Henkers in Wimphen zu. Der angenehme Schreibstil der Autorin machte es mir sehr leicht, in Annas Welt einzutauchen. Leider ist der Satz des Buches etwas gewöhnungsbedürftig. Neben der eher kleineren Schrift, gibt es Seiten auf denen es kaum Absätze gibt, was in meinem Fall das Lesen im Bus doch etwas erschwert hat. Hinten im Buch ist ein ausführliches Personenverzeichnis mit Erklärungen zu der Vielzahl an historisch verbürgten Figuren, die im Laufe des Buches einen Auftritt haben. Ergänzt wird der Anhang durch ein Glossar mit Begriffserklärungen. Mein Fazit Dieses Buch ist ein schöner historischer Roman über den Ort Bad Wimphen im Jahr 1523. Wer die Ortsgeschichte kennt, wird vermutlich viele bekannte Namen lesen. Trotz der 500 Seiten fand ich die eigentliche Handlung etwas dünn, ich habe mich aber dennoch gut unterhalten gefühlt und bin gespannt, ob es eine Fortsetzung gibt.

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  • Ein sehr guter regionaler historischer Roman!

    Die Ratsherrentochter

    Cellissima

    Wymphen, im Jahre 1523. Die junge Bürgerstochter Anna wird Opfer einer Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Getrieben vom Willen zu überleben, willigt sie in eine Ehe mit dem Mann ein, der sie eigentlich hinrichten sollte. Fortan fristet sie ihr Dasein am Rande der Gesellschaft. Wird es Anna gelingen, den wahren Mörder zu entlarven? Und werden die Wymphener Bürger sie, das Weib eines Henkers, wieder in ihre Kreise aufnehmen? ****** Das Lesejahr 2014 ist um einen ganz besonderen historischen Roman reicher. Mit "Die Ratsherrentochter" ist Petra Waldherr eine Geschichte gelungen, die den Leser von der ersten Zeile an vollends in ihren Bann zieht und ihren ganz eigenen Zauber entfaltet. Waldherr´s Schreib- und Erzählstil ist außerordentlich gut, eindringlich, und so breitet sich die Atmosphäre schnell aus - schon auf der Reise nach Wymphen ist die Kälte, die düstere, unheilvolle Grundstimmung deutlich spürbar. Die Figuren sind allesamt sehr gut und komplex gezeichnet und dadurch sehr interessant. Die Autorin hat auch hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet, die Figuren so authentisch wie nur möglich erschaffen - man muss sie, von Ausnahmen einmal abgesehen, einfach in´s Herz schließen. Etwa die Hälfte des Buches dient gewissermaßen der Vorbereitung des Kerns und Schwerpunktes der Geschichte - ohne dass dabei auch nur kurz Langeweile aufkommen würde. Die Autorin erzählt so gekonnt, dass man meint, selbst im Wymphen des 16. Jahrhunderts zugegen zu sein, und lehrt uns ganz nebenbei, neben all dem Lesevergnügen, so viel über das Leben zu dieser Zeit im Allgemeinen und innerhalb der Stadtmauern Wymphens im Speziellen: über Leben, Stellung und Arbeit des Henkers, über Heilkunst, Seifenherstellung ... das ist nicht nur wunderschön zu lesen, sondern auch überaus lehrreich und authentisch. Petra Waldherr verwebt hier sehr gekonnt Geschichte und Fiktion, historischen Roman und Kriminalroman. Auch abseits der eigentlichen Geschichte ist dieses Buch überaus gut ausgestattet und versorgt den interessierten Leser mit dem nötigen, fundierten Hintergrundwissen. Negativ anzumerken ist einzig und allein, dass die Schrift wirklich etwas klein geraten ist, was leider auch jüngere Augen bald ein wenig ermüdet. ****** Fazit: Ein ganz besonderer historischer Roman, der einen in´s Bad Wimpfen des Jahres 1523 abtauchen lässt und herrliche Lesestunden schenkt. Hier bleibt nur ein Wunsch offen: der nach einer baldigen Fortsetzung!

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    • 2

    PetraWaldherr

    19. September 2014 um 22:34
    Cellissima schreibt Wymphen, im Jahre 1523. Die junge Bürgerstochter Anna wird Opfer einer Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Getrieben vom Willen zu überleben, willigt sie in eine Ehe mit dem Mann ein, der ...

    Herzlichen Dank für deine schöne Rezension! :-D

  • DER historische Roman 2014

    Die Ratsherrentochter

    vienna

    DER historische Roman 2014 das Cover Das Cover sprang mir durch seine leuchtenden, intensiven Farben direkt ins Auge. Das abgebildete Kleid ist wunderschön, unverkennbar einer vergangenen Epoche entsprungen. Den fehlenden Kopf der Dame befürworte ich sehr, so kann ich meine eigene Fantasie bemühen, wenn ich mir unter dem Lesen ein Bild von der Ratsherrentochter machen will. Zu bemängeln hätte ich lediglich, dass der Name der Autorin und der Buchtitel mit einem weißen Balken unterlegt sind. Das ist mir bereits bei der "Diabolischen List" aufgefallen, gibt dem Buchdeckel einen altmodischen Anstrich, auf den man verzichten könnte, wenn es nach meinem Geschmack ginge. die Story Die Bürgerstochter Anna Eblin wird zum Tode verurteilt, nachdem sie Opfer einer hinterhältigen Intrige wird. Ihr Rachedurst und starker Überlebenswille lassen sie in eine Ehe mit dem Scharfrichter Michael einwilligen, der sie aus Liebe freibittet. Im Jahre 1523 jedoch führt die Familie eines Scharfrichters ein Leben am Rande der Gesellschaft. Anna muss sich an ein Dasein unter ihrem Stande gewöhnen. Wird sie den wahren Mörder überführen können und als Frau eines Henkers den Weg in die Gesellschaft zurückfinden? die Meinung Ich könnte mich in dieser Rezension auf vier Worte beschränken: Ich bin total begeistert! Mit großem Bedauern habe ich meine kleine Zeitreise in das 16. Jahrhundert beenden müssen. Petra Waldherr ist mit diesem Roman ein wahrhaft historischer Leckerbissen gelungen. Durch ihre bildhafte und klare Sprache, die konsequent der damaligen Zeit angepasst ist, hat sie einen wahren Bilderreigen vor meinen Augen entstehen lassen. Ich war plötzlich ein Teil der kleinen Gemeinde in Wymphen und schien immer in gebührendem Abstand zu den handelnden Figuren das Geschehen zu beobachten. Es wurde intensive historische Recherche betrieben und mit fiktiven Handlungssträngen gekonnt verwebt. Ich habe viel gelernt über das Leben verschiedener Bevölkerungsschichten im Jahr 1523, insbesondere Aufschluss über die Existenz einer Henkersfamilie erhalten, die von der höheren Gesellschaftsschicht verachtet, gleichzeitig aber willkommener Ratgeber in der Kunde von Kräutern und Heilmitteln war. Petra Waldherr ist auch nicht davor zurückgeschreckt, unangenehme Begebenheiten aus dieser Zeit detailliert zu beschreiben bis mir das Gruseln kam. Dabei ist sie nie ins Sensationslüsterne oder Blutrünstige abgerutscht, sondern hat sich auf eine sachliche Darstellung beschränkt. Die Geschichte ist vollgespickt mit Anekdötchen und kleinen Randerzählungen, die nicht unbedingt zum Fortgang der Haupthandlung beitragen, dennoch ein Gewinn für das Einfinden in die damalige Zeit sind. Die Figuren sind mit viel Glaubwürdigkeit und Tiefgang gezeichnet und es tut weh, sie nun zurückzulassen. Mal ehrlich, wann verliebt man sich als gestandene Frau in den Protagonisten eines Romans? Obwohl er von Beruf Henker ist? Und stellt dann amüsiert fest, dem Gros der Damen, die an dieser Leserunde teilgenommen haben, geht es genauso? Michael ist einfach eine gelungene Hauptfigur und an der Seite seiner starken Schwester Greta, die klaglos, tatkräftig und mit viel Herz ihr Leben zu meistern weiß, die tragende Säule. Schlußendlich bleibt mir nur eine Frage: Wie vergebe ich den sechsten Stern? Ich bedanke mich beim Gmeiner Verlag und der Autorin für das Rezensionsexemplar und die tolle Leserunde, die nicht nur sehr informativ war, sondern auch viel Spaß bereitet hat und hoffe inständig auf eine Fortsetzung. Die Schrift dürfte dann aber gerne etwas größer sein.

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    • 9
  • Ein wunderschönes Buch! 💛 💙 💜 💚

    Die Ratsherrentochter

    Sternenstaubfee

    Wymphen (Bad Wimpfen) 1523: Die 20-jährige Anna reist mit ihrer Mutter Amalia, Bruder Peter (16) und der Magd Walburga nach Wymphen. Hier soll ihre neue Heimat sein, denn Amalia hat den hiesigen Ratsherren Steffen Brel geheiratet. Anna lebt sich rasch ein, doch dann wird sie Opfer einer Intrige und zum Tode verurteilt. Der Scharfrichter Michael Kremer macht von seinem Recht Gebrauch, Anna um ihre Hand zu bitten. So entgeht sie dem Tode, lebt jetzt allerdings als Unehrliche und wird von allen Bürgern gemieden. Mein Leseeindruck: Dieser über 500 Seite starke Historische Roman hat es geschafft, mich ab der ersten Seite zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. Die Geschichte von Anna wird so detailliert und unterhaltsam erzählt, dass ich immer "live" dabei war! Ganz tolles Kopfkino! Es war immer spannend, unterhaltsam und manchmal auch einfach wunderschön! Lehrreich ist das Buch zudem auch, denn man erfährt sehr viel über das Leben der Menschen damals im 16. Jahrhundert.   Die Autorin schreibt so fesselnd und eindrucksvoll, dass ich immer das Gefühl hatte, in die Zeit zurückzureisen. Ich konnte mit Anna und Michael mitfühlen und habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Um so mehr freue ich mich nun auf eine Fortsetzung! Allen Lesern von Historischen Romanen kann ich "Die Ratsherrentochter" nur ans Herz legen! Es ist ein wundervolles Buch und zählt ab jetzt zu meinen Lieblingsbüchern und ist ein Lese-Highlight 2014!

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    • 2

    clary999

    14. September 2014 um 19:05
  • Wymphen im 16. Jahrhundert

    Die Ratsherrentochter

    flieder

    12. September 2014 um 21:08

    Wir schreiben das Jahr 1523 in Wymphen. Nachdem Annas Vater vor einem Jahr starb heiratete ihre Mutter den Wymphener Ratsherren Steffen Brel. Er ist ein sehr harter Mann und das Leben an seiner Seite ist für die Familie nicht einfach. Als Anna durch eine Intrige zum Tode verurteilt wird bricht für ihre Mutter und ihren Bruder eine Welt zusammen. Nur eine Heirat mit dem geächteten Henker Michael kann ihr Leben noch retten. Michael, der erst seit kurzem sein Amt in Wymphen ausübt, lernte Anna durch Zufall auf seinem Heimweg kennen und fühlte sich gleich zu ihr hingezogen. Doch ihre Entscheidung über Leben oder Tod liegt ganz alleine bei ihr, den mit der Henkersfamilie möchte niemand etwas zu tun haben. Die Ratsherrentochter besticht durch eine Mischung aus Wahrheit und Fiktion. Viele der beschriebenen Personen haben so tatsächlich gelebt, was am Ende des Buches im Anhang auch belegt wird. Die verschiedenen Charaktere sind sehr gut beschrieben und man leidet oder ärgert sich mit ihnen. Eigentlich ist man es ja gewohnt, dass der Henker immer der Böse ist, deshalb war ich in diesem Buch überrascht, dass er ein sehr einfühlsamer Mensch ist der seinen Beruf hasst.  Der Schreibstil zeichnet sich durch seine flüssige und bildhafte Sprache aus und hatte mich schnell in seinen Bann gezogen. Liebhaber des historischen Genres werden hier auf keinen Fall zu kurz kommen und werden diesen Roman lieben

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  • Wymphener Geschichte spannend erzählt!

    Die Ratsherrentochter

    Buechersammler

    07. September 2014 um 18:05

    Inhalt: Wymphen, im Jahre 1523. Die junge Bürgerstochter Anna wird Opfer einer Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Getrieben vom Willen zu überleben, willigt sie in eine Ehe mit dem Mann ein, der sie eigentlich hinrichten sollte. Fortan fristet sie ihr Dasein am Rande der Gesellschaft. Wird es Anna gelingen, den wahren Mörder zu entlarven? Und werden die Wymphener Bürger sie, das Weib eines Henkers, wieder in ihre Kreise aufnehmen? Meine Meinung: Zunächst muss ich sagen das Petra Waldherr einen sehr angenehmen Schreibstil hat. Daher kann man gleich in den Roman eintauchen, ohne sich erstmal mit der Art des Schreibens auseinander zu setzten. Auch die Sprahwahl ist super gewählt, somit befindet man sich sofort in der Geschichte. In diesen Historischen Roman dürfen wir in ein Leben blicken was sonst nur sehr selten Angesprochen wird oder überhaupt Beachtung bekommt. Wir schauen in das Leben eines Scharfrichters. Wir erfahren einerseits liebevoll beschriebene Details aus dem normalen Alltag dieses Personenkreises, aber auch unschöne Wahrheiten über Aufgaben die dieser Beruf mit sich bringt. In diesem Roman ist alles dabei =) wir haben Liebe, Angst, Hilflosigkeit, Dramatik, Spannung und vieles mehr! Allein das ist schon ein Grund dieses Buch zu lesen, weil nicht jeder Roman einen Leser an so vielen Themen teilhaben lässt! Die Autorin schafft es jedem Charakter eine eingene Persöhnlichkeit zu verschaffen, die durch das ganze Buch spürbar ist. Man leidet, lacht und fiebert mit den Protagonisten mit und ist jedesmal erleichtert, wenn etwas gut ausgegangen ist. Anna und Micheal sind wahnsinnig sympatisch, da sie beide offen und mit dem Herzen durchs Leben gehen. Daher ist es nicht wunderlich das die beiden ein gewisses Interesse aneinander zeigen. Die beiden passen sehr gut zu einander. Auch die anderen Darsteller, ob gut oder böse, werden sehr deutlich beschrieben und man erhält eine klare Vorstellung. Es ist total spannend mit den beiden ihren Weg zu gehen und man ist direkt traurig wenn man sie dann gehen lassen muss. Zum Schluss muss ich noch sagen das ich Lisbet total ins Herz geschlossen habe! Diese Kleine wird so toll von Petra Waldherr dargestellt und ist für mich einer der besten Charakter in dem Buch! Wer Historische Romane gerne liest oder liebt sollte sich dieses einmalige Lesevergnügen nicht engehen lassen! Klare Leseempfehlung!!

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  • Gelebte Geschichte wunderbar erzählt

    Die Ratsherrentochter

    Dreamworx

    07. September 2014 um 15:09

    1523. Nachdem Anna Eblins Vater seit einem Jahr tot ist, hat ihre Mutter erneut geheiratet. Da es sich bei ihrem Stiefvater Steffen Brel um einen Wymphener Ratsherrn handelt, zieht die ganze Familie nun in die Reichsstadt. Auf dem Weg dorthin begegnet Anna dem jungen Michael, dem Sohn des Henkers, der nach Jahren als Lehrling in der Fremde nun ebenfalls mit seinem Meisterstück auf dem Rückweg nach Wymphen ist, da sein Vater im Sterben liegt. Michael verliebt sich auf Anhieb in Anna, doch die unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellungen der beiden Familien keinen Zweifel darüber, dass eine Verbindung zwischen den beiden jungen Leuten undenkbar ist. Michaels Familie ist durch seinen Beruf als Henker in der Gesellschaft geächtet und lebt am Rande der Gesellschaft, während Anna durch ihren Stiefvater zur angesehenen Schicht gehört. Als Anna Opfer einer Intrige und zum Tode verurteilt wird, rettet sie nur die Ehe mit ihrem eigenen Henker. Dadurch wird sie selbst zur Ausgestoßenen. Wird Anna herausfinden, wer sie in diese Lage gebracht hat und wird sie sich an ihren neuen Platz in der Gesellschaft gewöhnen? Petra Waldherr hat mit ihrem historischen Roman „Die Ratsherrentochter“ ein wunderbares Buch vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und bildhaft, dabei emotional und authentisch in der Sprache der damaligen Zeit und katapultiert den Leser direkt ins Jahr 1523, wo er den Protagonisten direkt über die Schulter sehen kann. Der Spannungsbogen baut sich von der ersten Seite an auf und wird über den gesamten Roman sehr hoch gehalten. Durch die akribische Recherche der Autorin werden reale Personen sehr schön mit fiktiven Charakteren verflochten und lassen so Geschichte wieder lebendig werden. Die Protagonisten sind sehr vielschichtig, liebevoll und detailliert angelegt, wirken dadurch sehr authentisch. Michael ist ein ehrlicher und liebenswerter Kerl mit dem Herz am rechten Fleck, ohne Arg, mitfühlend und hilfsbereit, ein echter Sympathieträger. Anne dagegen wirkt zu Beginn erst sympathisch, um sich dann erst einmal alle Sympathiepunkte zu verspielen durch ihr Benehmen und ihr Gehabe. Sie ist mutig, clever und befindet sich in einer schwierigen Lage, aus der sie sich mit aller Macht zu befreien suchte. Erst im Laufe der Geschichte versteht man ihre Situation besser. Greta ist diejenige, die alles zusammenhält und jedem zu Hilfe kommt, ein wunderbarer Charakter, der einem das Herz aufgehen lässt. Auch die kleinen nebenbei eingestreuten Geschichten, sei es nun das Herstellen von Seife, das Sammeln von Kräutern oder Behandeln von Krankheiten, all dieses erweckt die damalige Zeit um die erzählte Geschichte zum Leben und lässt dem Leser für die Spanne des Buchlesens vor dem inneren Auge alles sehr wirklich erscheinen. Ein wunderbares Kopfkino! Die Ausstattung des Buches ist auch nicht zu verachten. Es wurde mit einem schönen Cover, einem Glossar und auch mit einem Quellen- und Personenverzeichnis ausgestattet. Ebenfalls gibt die Autorin dem Leser ein Wörterverzeichnis mit an die Hand, um all die alten Bezeichnungen besser zu verstehen. Petra Waldherr ist ein außergewöhnlicher historischer Roman gelungen, der seinesgleichen sucht. Gefühlvoll, aber auch realistisch beschreibt sie die damalige Zeit und lässt sie für den Leser wiederauferstehen. So sieht gelebte Geschichte aus, eine absolute Leseempfehlung für alle Historienliebhaber. Wundervoll gemacht, Chapeau, Frau Waldherr!  

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  • Die Freibitte des Wymphener Henkers

    Die Ratsherrentochter

    esposa1969

    Hallo liebe Leser, gerade durften ich wieder an einer historischen Leserunde teilnehmen: == Die Ratsherrentochter - Die Freibitte des Wymphener Henkers == Autorin: Petra Waldherr == Inhalt: == Wymphen, im Jahre 1523. Die junge Bürgerstochter Anna wird Opfer einer Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Getrieben vom Willen zu überleben, willigt sie in eine Ehe mit dem Mann ein, der sie eigentlich hinrichten sollte. Fortan fristet sie ihr Dasein am Rande der Gesellschaft. Wird es Anna gelingen, den wahren Mörder zu entlarven? Und werden die Wymphener Bürger sie, das Weib eines Henkers, wieder in ihre Kreise aufnehmen? == Leseeindrücke: == Anna, die Ratsherrentochter, wird aufgrund eines Ränkespiels zu Tode verurteilt. Durch " die Fürbitte des Wymphener Henkers" Michael, bittet er sie frei, weil er sich zudem in sie verliebt hat. Es bleibt ihr keine andere Wahl, als - um zu überleben - der Heirat mit ihm einzuwilligen. Fortan lesen wir voller Spannung und Faszination, wie schwer es zur damaligen Zeit ein Scharfrichter und seine Familie hatten, Anerkennung zu erhalten. Wie man Menschen seinerzeit hinrichtete wird sehr detailliert beschrieben und war schon ganz schön brutal, nicht von der Schreiweise her, sondern von der Sache an sich, Bei der Hinrichtungsszene wurde mir ganz komisch. Auch, dass man Selbstmörder zur damaligen Zeit gehäutet hat und ihnen die Fingerkuppen abgenommen hat, fand ich sehr interessant zu lesen. Ich liebe historische Romane und ich schweife gerne ab in ferne Jahrhunderte, in denen die Sitten rauer, die Lebensweisen gnadenloser sind. In dem Roman "Die Ratsherrentochter"  bringt uns die Autorin dieser Zeit näher, so dass ich mich während des Lesens fast schon mitten in der Handlung befunden habe. Nymphen, das heutige Bad Wimpfen, liegt nur wenige Fahrminuten von meinem Heimatort entfernt, insofern kenne ich dieses Städtchen durch meine Besuche sehr gut und habe mir die Handlung auch fast bildlich vorstellen können. Die beiden Protagonisten Anna, sowie ihr Liebster Michael, der Scharfrichter, werden sehr real und authentisch skizziert. Beide Charaktere sind starke Persönlichkeiten und dem Leser mehr als sympathisch. Ich habe während des Lesens immer wieder mutgehofft, ob Anna die unermessliche Liebe von Michael irgendwann erwidern wird, ich verrate euch natürlich nicht, ob sie es je tun wird... Zu Beginn des Lesens habe ich sofort nach hinten geblättert, um zu sehen, ob sie ein Personenregister und Glossar in dem Buch befindet und wurde freudig fündig. Gerade bei historischen Romanen, die sich oft auch an wahren Begebenheiten anlehnen, immens wichtig. Auch finde ich es schön zu erfahren, wie die Städte und Flüsse in diesem Roman, wie heute Heilbronn, Neckar, Heidelberg ... in altertümlich hießen! Und der Onkel war seinerzeit noch der Oheim, herrlich. Zudem gefällt mir, dass unter den Kapiteln die Zeitangabe zu erkennen ist. Man weiß immer wieviel Zeit zwischen den Ereignissen verstrichen ist. Die 540 Seiten habe ich regelrecht und geradezu verschlungen und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen! Vielen Dank by esposa1969

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    • 2

    Floh

    07. September 2014 um 14:05
  • Ein großartiger historischer Roman

    Die Ratsherrentochter

    lila_socken

    07. September 2014 um 09:34

    „Die Ratsherrentochter“ von Petra Waldherr hat mich wirklich begeistert. Zu Beginn habe ich mich ein wenig geärgert, dass im Klappentext eine wichtige Schlüsselstelle schon beschrieben ist und habe befürchtet, dass dadurch die Spannung weg wäre. Das war dann aber überhaupt nicht der Fall. Ich habe die ganze Zeit darauf hin gefiebert, wann es endlich soweit ist! Die Charaktere sind toll beschrieben. Sie sind dabei aber nicht einfach gut oder böse, sondern vielschichtig mit Ecken und Kanten. Die inneren Konflikte von Anna und Michael sind so gut beschrieben, dass ich ihre Handlungen immer nachvollziehen konnte. Generell ist der Schreibstil von Petra Waldherr toll. Sie beschreibt die Umgebung, an denen die Geschichte spielt, so eindringlich, dass ich mich an diese Orte versetzt fühlte. Man steht also dabei, egal ob es ein großes Fest gibt, eine Verletzung behandelt wird oder ein Mensch gerichtet wird. Dabei bekam ich die ganze Gefühlspalette mit, egal ob Ekel, Freude oder Mitleid. Auf jeden Fall ein Grund dafür, dass ich das Buch nur schweren Herzens aus der Hand legen konnte, um meinen Alltag zu bewältigen. In dem Buch sind Fiktion und wahre Begebenheiten eng miteinander verknüpft, was die Zeitreise noch authentischer macht. Petra Waldherr beschreibt dazu noch viele Fakten, z.B. über das Leben und die Tätigkeiten des Henkers, die ich bisher noch nicht kannte und die ich daher mit großem Interesse verfolgt habe. Außerdem gibt es immer wieder kleine Anekdoten am Rande, die die Haupthandlung zwar nicht gradlinig voran bringen, dafür aber dazu beitragen, dass ich mich nach Wymphen versetzt gefühlt habe und ich mir diese Welt noch bildlicher vorstellen konnte. „Die Ratsherrentochter“ ist ein wirklich toller historischer Roman. Ein kleiner Schatz, den ich allen Liebhabern von Geschichten mit großen Gefühlen und historischen Begebenheiten ans Herz legen möchte. Ich gebe diesem Roman sehr gerne fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus!

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