Petra Wodtke Das Anna-Phänomen

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Inhaltsangabe zu „Das Anna-Phänomen“ von Petra Wodtke

Jung und selbstbewusst, aber ziellos – herangewachsen zwischen der Entwicklung des World Wide Web und der Markteinführung des ersten iPhones sowie Finanzkrisen und steigender Jugendarbeitslosigkeit, hat sich die Generation Y nicht nur Selbstverwirklichung als oberstes Ziel gesetzt, sondern auch das Lebensgefühl der Unsicherheit verinnerlicht. »Why?« wurde zur Grundsatzfrage. Ihre nicht konservativen Modelle von Beruf, Freizeit und Familie revolutionieren die Gesellschaft im Stillen. Kompromisse sind keine Lösung mehr – Optionen gibt es zuhauf. Als »Digital Natives« legen ihre Mitglieder großen Wert auf eine umfangreiche Bildung und das Ausloten individueller Leidenschaften. Doch im Wirbel der Multioptionsgesellschaft Halt suchend, finden sie mehr Fragen als Antworten und befinden sich auf einer immerwährenden Reise: frei und unabhängig, aber ohne feste Lebensplanung – und irgendwie einsam. So wie Anna … Anna wohnt in Berlin-Wedding. Sie ist in einer Beziehung mit Max, der auch ihr Nachbar und ihr Arbeitskollege ist. Außerdem hat sie eine Affäre mit Olli, Jan und Emil, der in Australien wohnt, und ein bisschen auch mit Lisa. Noch nicht ganz angekommen in der eigenen Mitte, will sie nichts verpassen. Doch gleichzeitig merkt sie zunehmend, dass sie in diesen Beziehungen und auch in dieser Stadt nicht mehr glücklich ist. Dass sie einen neuen Nachbarn mit einer wahnsinnigen Katze bekommt, Olli seine Freundin Vera heiraten will, sich zwischen Max und Lisa eine Beziehung entwickelt und Anna merkt, wie sie sich in Emil verliebt, während Jan sich zunehmend als Arschloch entpuppt, macht eine Neuorientierung nicht gerade leichter. Ausschweifende Partynächte und anonyme Clubbekanntschaften helfen Anna auch nur noch bedingt, sich in ihrem Leben zurechtzufinden. So begibt sie sich auf die Suche nach einem neuen Ich. DAS ANNA-PHÄNOMEN handelt ganz grundlegend vom Erwachsenwerden – sich von sich selbst zu emanzipieren nämlich – und stellt die gegenwartsnahe Frage nach der Möglichkeit einer persönlichen Orientierung im überindividualisierten Leben der Großstadt.

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    Das Anna-Phänomen

    nana_fkb

    23. June 2016 um 17:44

    Klappentext: Anna schläft mit Max. Und mit Olli, Emil, Jan. Und manchmal knutscht sie auch mit Lisa. Aber dann stellt sie fest: Freunde hat sie eigentlich keine. Also beschließt sie, dass sich etwas ändern muss. Anna wohnt in Berlin-Wedding. Sie ist in einer Beziehung mit Max, der auch ihr Nachbar und ihr Arbeitskollege ist. Außerdem hat sie Affären, One-Night-Stands und irgendwie auch ein gebrochenes Herz. Verpassen will sie nichts, doch gleichzeitig bemerkt sie, dass das, was sie bisher hatte, nicht mehr das ist, was sie glücklich macht. So verkörpert sie als Antiheldin das Phänomen einer ganzen Generation: Sie ist orientierungslos und spaßfixiert, ihre Beziehungen sind unverbindlich. Doch dann beschließt sie, sich auf die Suche nach einem neuen Ich zu begeben. Das Anna-Phänomen handelt vom Erwachsen-werden – davon, sich von sich selbst zu emanzipieren. Und vom ganz kleinen Versuch, glücklich zu sein. Meine Meinung: Als ich mich für dieses Buch entschieden habe, dachte ich, dass die Hauptfigur, Anna, wirklich versucht, etwas an ihrem Verhalten und ihren Beziehungen zu ändern. Zumindest hatte ich beim Klappentext den Eindruck, dass es darauf hinausläuft. Doch ich muss (leider) sagen, dass sie zwar zwischendurch Momente hat, wo sie ihr eigenes Verhalten in Frage stellt, doch grundsätzlich ändert sie bis zur letzten Seite nichts an ihrem Verhalten. Aber von vorn: Direkt der erste Satz lautet “ ‚Wie ist das für dich, Max zu betrügen, Anna?‘, fragt Olli.“ Wie ihr merkt: man ist direkt in der Geschichte drin. Es gibt kein langes Vorstellen der Charaktere. Man landet direkt in einer von vielen Affären, die Anna hat. Auf den ersten Blick wirkt sie sehr offen, lebensfroh, glücklich mit ihrem Leben. Aber von Seite zu Seite wird klar: so glücklich ist sie eigentlich gar nicht. Jeder sagt ihr, wie schön sie ist. Schön? Nein, schön findet sich Anna wirklich nicht. Was wahrscheinlich hauptsächlich an ihrer Narbe im Gesicht liegt, die sie schon ihr ganzes Leben mit sich rum trägt. Und vielleicht ist sie auch der Grund, warum Anna versucht, mit so ziemlich jedem Mann (mal abgesehen von Achim, einem verrückten Mann aus ihrem Haus) und auch einigen Frauen ins Bett zu springen. Oder zumindest ein bisschen rumzuknutschen. Das ist nichts Verwerfliches. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie das eigene Liebesleben auszusehen hat. Begleitet man Anna weiter im Buch, fällt schnell auf, dass sie wirklich jede Situation – sei es auch nur ein Stau auf der Autobahn – nutzt, um ihre Lust zu befriedigen. Ihr scheint es nichts auszumachen, dass andere Leute sie erwischen könnten oder sogar offensichtlich zuschauen. Sie handelt in dieser Weise sehr gefühlsbetont. Doch nach und nach wird klar, dass die Geschichten immer verworrener werden. Und durch verschiedene Entwicklungen der Männer in ihrem Leben (einer heiratet, der andere will mit ihr nichts mehr zu tun haben) wird ihr klar, dass sie ihr aktuelles Verhalten gar nicht so glücklich macht, wie sie es immer gedacht hat. Zumindest kam es mir als Leserin so vor, als hätte sie das begriffen. Doch leider warte ich vergeblich bis zur letzten Seite und merke: sie ändert rein gar nichts. Der Klappentext, der mir zumindest den Eindruck vermittelt hat, dass sie aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen und neue Wege einschlagen will, hat mich getäuscht. Sie wirkt zwar auf den letzten 50 Seiten nachdenklicher, doch eine Änderungen ist nicht in Sicht. Das finde ich sehr schade, weil mich vor allem interessiert hätte, wie sie aus diesem Leben ausbricht und es schafft, möglicherweise eine „normale“ Beziehung einzugehen. Ohne, dass man sich gegenseitig betrügt oder von Anfang an klar ist, dass man nicht exklusiv zusammen ist. Leider ist es in diesem Buch nicht dazu gekommen. Das hat mich etwas enttäuscht. Grundsätzlich hat mir der direkte Schreibstil von Wodtke sehr gut gefallen. Da wird nicht lang drumherum geredet, sondern alles sehr direkt erzählt. Für das Buch ist das auf jeden Fall die richtige Art. Eine andere Beschreibung hätte nicht unbedingt gepasst denke ich. Anna ist sehr gut beschrieben worden. Ich konnte sie mir richtig vorstellen, wie sie durch die Clubs in Berlin zieht, die Männer und Frauen um sich herum beobachtet und überlegt, wen sie besonders attraktiv findet. Etwas schade finde ich, dass die einzelnen Kapitel eigentlich für sich stehen. Es gibt keine richtige zusammenhängende Geschichte wie ich finde, sondern nur aneinander gereihte Themen. Der rote Faden dabei ist natürlich trotzdem Anna und ihr Liebesleben. Ich muss leider sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat. Ich hatte mir etwas anderes darunter vorgestellt. Hatte gehofft, dass sich im Laufe des Buches eine Anna zeigt, die gerne eine richtige Beziehung haben möchte und dafür zumindest einen Teil ihres Verhaltens ändert. Da das aber leider nicht so war, mir aber auf dem Klappentext eigentlich so eine Veränderung versprochen wurde, gebe ich dem Buch leider nur 2 Sterne.

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  • Ein Buch über Einsamkeit und Verlorenheit und wie man es zu kompensieren versucht.

    Das Anna-Phänomen

    aly53

    20. August 2015 um 17:53

    Ich fand die Kurzbeschreibung recht ungewöhnlich und war gespannt was da auf mich zukommt. Anna, die Hauptperson, ist sehr zerrissen und verloren. Ich hatte meine Mühe damit sie sympathisch zu finden. Ihr ganzes Leben ist einfach völlig verworren und sie muss eigentlich erst noch herausfinden was sie möchte und was und wo ihr Platz im Leben ist. Ihr Leben besteht größtenteils aus Bettgeschichten. Sie tingelt dabei von einem Bett zum nächsten. Die Konsequenzen egal, das interessiert sie eigentlich nicht besonders. Ob es dabei um Männlein oder Weiblein geht, ist eigentlich vollkommen egal, sie fühlt sich bei beiden wohl. Mehr oder weniger handelt der gesamte Inhalt eigentlich über dieses Thema. Aber hier geht es nicht nur um die geschriebenen Worte, es geht auch darum, was zwischen den Zeilen steht. Anna fühlt sich einsam und ungeliebt. Dieses Ganze versucht sie mit Bettgeschichten zu kompensieren, aber eigentlich möchte sie viel mehr. Aber ihre Umgebung sieht das nicht. Keiner möchte mehr von ihr. Erschreckend auf den ersten Blick, aber ich denke Anna muss ihr Leben ändern, um etwas in ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen ändern zu können. Man hat eigentlich das Gefühl, sie wird von jedem nur ausgenutzt. Niemand sieht die wahre Anna. Auch wir als Leser, bekommen davon nicht allzuviel zu sehen. Das fand ich doch etwas traurig. Es hat mich gestört das bei Anna so gar keine Entwicklung spürbar war. Sie merkt zwar, daß ihr Leben nicht das ist, was sie will. Aber es ist schwer da rauszukommen und etwas neues beginnen. In ihren Mitmenschen hat sich jedoch etwas verändert, sie haben sich weiterentwickelt, wenn auch nur etwas. Für mich war es mühsam quasi immer den gleichen Strudel zu lesen. Das Ende fand ich dann leider auch etwas abrupt. Die Charaktere hierbei sind sehr vielschichtig und skurill gestaltet. Das sind Leute dabei, da dachte ich, das gibts doch nicht. Schön, fand ich das auch auf die Umgebung und die Mitmenschen eingegangen wurde. Auf den ersten Blick ist das Buch nichtssagend und viele werden sich fragen, was die Autorin eigentlich damit bezwecken soll. Ihr müsst dafür hineinhorchen, vielleicht findet ihr die Antwort. Leider fand ich dieses Buch ziemlich vorhersehbar, es gab keine überraschenden Entwicklungen für mich. Hierbei erfahren wir die Perspektive von Anna, das macht sie menschlicher. Gewöhnungsbedürftig ist manchmal die Ausdrucksweise, aber irgendwie passt sie dazu. Die einzelnen Kapitel haben eine kurze Länge. Der Schreibstil ist fließend, aber stellenweise auch etwas langatmig. Toll, war die Berliner Sprache mittendrin. Mir hat hier etwas mehr Nervenkitzel und die Entwicklung Annas gestört. Das Cover und der Titel passen gut. Fazit: Ein Buch über Einsamkeit und Verlorenheit und wie man es zu kompensieren versucht. Einerseits ziemlich interessant, aber andererseits auch zu vorhersehbar. Schade. Mich konnte es nicht völlig überzeugen. Es gab einige Schwächen, die mich doch gestört haben. Ich vergebe 3 von 5 Punkten, da mir die Grundidee gut gefällt, es aber noch ausbaufähig ist.

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