Petros Markaris

 4 Sterne bei 266 Bewertungen
Autor von Hellas Channel, Nachtfalter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Petros Markaris

International bekanntester griechischer Autor unserer Zeit: Petros Markaris, Sohn eines Armeniers und einer Griechin, wurde im Jahre 1937 in Istanbul geboren. Aufgewachsen auf einer der Prinzeninseln, beschloss er in Wien Volkswirtschaft zu studieren. Vor der Schriftstellerei war er als Übersetzer, Drehbuchautor und Filmemacher tätig. Er kann Deutsch, Griechisch und Türkisch fließend sprechen. Bekannt wurde der griechische Autor vor allem durch seine Kriminalromane um den schrulligen Ermittler Kostas Charitos. Petros Markaris setzt sich nicht nur mit aktuellen Geschehnissen kritisch auseinander, sondern ist auch ein Vermittler im griechisch-deutschen Dialog. Für seine bemerkenswerte und friedensschaffende Funktion, erhielt er die Goethe-Medaille. Der Autor lebt seit einiger Zeit in Athen.

Neue Bücher

Zeiten der Heuchelei

Erscheint am 22.07.2020 als Hardcover bei Diogenes.

Alle Bücher von Petros Markaris

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Cover des Buches Hellas Channel9783257062410

Hellas Channel

 (46)
Erschienen am 01.01.2000
Cover des Buches Nachtfalter9783257603248

Nachtfalter

 (33)
Erschienen am 23.04.2013
Cover des Buches Live!9783257604290

Live!

 (28)
Erschienen am 26.02.2014
Cover des Buches Faule Kredite9783257601787

Faule Kredite

 (24)
Erschienen am 27.07.2012
Cover des Buches Die Kinderfrau9783257240412

Die Kinderfrau

 (22)
Erschienen am 23.03.2010
Cover des Buches Der Großaktionär9783257606348

Der Großaktionär

 (22)
Erschienen am 17.12.2014
Cover des Buches Zahltag9783257242683

Zahltag

 (21)
Erschienen am 29.01.2014
Cover des Buches Zurück auf Start9783257069259

Zurück auf Start

 (11)
Erschienen am 25.03.2015

Neue Rezensionen zu Petros Markaris

Neu

Rezension zu "Der Tod des Odysseus" von Petros Markaris

Kein Kurzgeschichtenschreiber
Duffyvor 7 Monaten

Petros Markaris hat schon sehr viele Bücher geschrieben und am bekanntesten sind die mit seinem Kommissar Charitos. Der findet auch in diesem schmalen Band mit sieben Kurzgeschichten seinen Platz. In knappen Kriminalfällen, die nicht besonders spannend sind. Aber das ist die Gefahr, die es bei Kurzkrimis immer gibt. In jedem Fall ist Markaris ein Mann der Langform, nur hier findet der Kommissar sein ideales Betätigungsfeld und kann nach Lust und Laune seinen etwas „langsameren“ Kollegen zeigen, warum er der Chef ist.

Dafür ist etwas anderes bei diesen Geschichten erwähnenswert, denn auch hier schafft es der Autor, der für die Aktualität in seinen Büchern bekannt ist, einiges über Griechenland, die Griechen und die politische Lage zu sagen. Dabei geht es manchmal recht tief in die nationale Seele, die Markaris ganz genau kennt. Das sind die Momente in diesem Buch, wo es teilweise auch sehr persönlich und bekennend wird. Bei aller Kritik, die da manchmal an Griechenland durchschimmert, merkt man doch, dass der Autor sein Land liebt, ohne auch nur einen Moment Gefahr zu laufen, einer nationalistischen Strömung in irgendeiner Form Nahrung zu geben. Im Gegenteil, von Markaris wissen wir, dass er stets kritisch, aber nie destruktiv, ein aufmerksamer Beobachter nicht nur seines Landes ist.

Doch das alles täuscht nicht darüber hinweg, dass er kein Kurzgeschichtenschreiber ist. Die Romanform ist wie für ihn geschaffen und dieses Buch kann nur ein Appetitanreger sein, denn er braucht einfach Platz, um seine Geschichten von allen Seiten zu erzählen. Das ist jetzt keine negative Wertung, sondern ein subjektives Empfinden von jemandem, der den Romanschreiber Markaris sehr schätzt.

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Rezension zu "Offshore" von Petros Markaris

Woher kommt das Geld?
schillerbuchvor einem Jahr

Schon der zehnte Fall für Kostas Charitos – nach einer Pause hatte ich richtig Lust, mal wieder dem griechischen Kommissar auf seinen Wegen durch Athen zu folgen!

Der Inhalt

Das griechische Osterfest wird dieses Mal wieder fast normal gefeiert: Nach dem Umzug geht man in die Taverne und lässt es sich schmecken, denn die Krise ist vorbei, es geht aufwärts mit Griechenland. Nicht nur die europäischen Regierungen sondern vor allem die Griechen sind begeistert. Endlich können sie sich wieder Autos auf Pump kaufen oder auch mal ein Wochenende verreisen. Aber Kommissar Charitos und vor allem seine Frau Adriani misstrauen dem Aufschwung, denn sie fragen sich: Woher kommt eigentlich plötzlich das ganze Geld?

Aber Kostas kann sich mit dieser Frage nicht lange beschäftigen, denn es passieren Morde, 3 an der Zahl: Ein leitender Beamter an der Tourismusbehörde, ein Reeder und ein Journalist im Ruhestand, der jedoch auf seinem Blog unbequeme Fragen stellte, werden tot aufgefunden. Alle drei Morde sind jeweils schnell aufgeklärt und genau das macht Charitos misstrauisch……..

Die Hauptpersonen

Der Krimi wird wie immer aus der Perspektive von Kostas Charitos erzählt. Es kommt in diesem Band zu einer Allianz zwischen ihm und seinem Vorgesetzten Gikas. Bisher gerieten die beiden immer wieder aneinander, aber nun müssen sie sich gegen den neuen stellvertretenden Polizeipräsidenten verbünden, einen Bürokraten, der ihnen durch ständiges Nachfragen das Leben schwer macht. Als im Laufe der Ermittlungen in den 3 Mordfällen jedes Mal Migranten als Täter verhaftet werden und der Vizepolizeipräsident immer rigider weitere Nachforschungen untersagt, geht Kostas Charitos auf’s Ganze und riskiert sogar seine Stelle.

Natürlich kommt auch das Private nicht zu kurz: Adriani kann in der Küche endlich wieder aus dem Vollen schöpfen und Tochter Katerina, Schwiegersohn Fanis und Nachbar Sissis kulinarisch verwöhnen. Katerina freut sich besonders, daß sie in einer der neu gegründeten grichischen Firmen eine Festanstellung als Juristin bekommt – im Gegensatz zu ihren Eltern hinterfragt sie jedoch nicht, wie es eigentlich zu dem plötzlichen Aufschwung kommen konnte.

Meine Meinung

Ich habe diesen Krimi sehr gerne gelesen, denn er ist weit mehr als ein normaler, gut konstruierter Krimi. Das ist dieser Roman durchaus auch,  darüber hinaus geht Markaris der Frage nach, wie die Bevölkerung eines Landes, das über Jahre hinweg wirtschaftlich am Existenzminimum gelebt hat, damit umgeht, wenn es plötzlich wieder bergauf geht. Und er kommt zu dem Schluss, daß seine Griechen sehr schnell wieder so leben wie vor der Krise: Es werden Kredite aufgenommen für neue Wohnungen oder Autos, es wird gereist, jeder freut sich über die Gehaltserhöhungen. Aber niemand fragt sich, woher eigentlich das Geld plötzlich kommt, wie die zahlreich in’s Land strömenden neuen Firmen sich finanzieren und ob die Rückkehr der Reeder wirklich ihrem Patriotismus geschuldet ist. Je tiefer er bohrt, desto klarer wird ihm, daß die neue Regierung von Hintermännern gesteuert wird, die in Griechenland ein gigantisches Experiment durchführen, bei dem illegale Gelder für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Und wenn jemand nicht mitspielt, dann kann das gefährlich für ihn werden, Sündenböcke werden in den vielen Migranten gefunden. Dieses Experiment scheint erfolgreich zu laufen und am Ende muss Kostas sich entscheiden, ob er mitspielen will.

Fazit: Ein spannender Krimi, gut konstruiert mit einem wirklich interessanten Gedankenexperiment als Thema. Und mit einem Ende, das neugierig macht auf den nächsten Band!

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W

Rezension zu "Drei Grazien" von Petros Markaris

ch freue mich auf jedes neue Buch
WinfriedStanzickvor einem Jahr


 

In allen seinen bisherigen Romanen der letzten Jahre hat sich der griechische Schriftsteller Petros Markaris mit seinem Kommissar Kostas Charitos, seiner Familie und seinen Kollegen und Bekannten als ein kritischer und Chronist der griechischen Verhältnisse gezeigt. Insbesondere seine Trilogie zur Finanzkrise mit den Bänden „Faule Kredite“, „Zahltag“ und „Abrechnung“ hat seinen Landsleuten schonungslos den Spiegel vorgehalten, aber auch den Lesern in Deutschland etwa eine ganz andere Sicht der tatsächlichen Lebensverhältnisse in Griechenland unter der Krise und der Knute der EU vermittelt.

 

Markaris nutzt mit Kriminalromamen ein literarisches Genre, um die gesellschaftlichen und politischen Zustände und Veränderungen der griechischen Gesellschaft im Zuge der Globalisierung  zu analysieren und zu beschreiben. Er unterhält nicht nur, sondern macht nachdenklich.

 

In seinem neuen Roman „Drei Grazien“ geht es dem Kommissar und seiner Familie ähnlich wie den meisten anderen Griechen wirtschaftlich wieder sehr viel besser als noch in den Jahren der großen Krise. Außerdem hat er durch den Rückzug seines Chefs Gikas auf das Altenteil die Chance auf eine nicht mehr für möglich gehaltene Beförderung.

 

Doch zunächst einmal macht er zusammen mit seiner Frau Adriani seit vielen Jahren zum ersten Mal richtig Urlaub. Sie fahren nach Epirus in ihre alte Heimat und lernen in dem Hotel, in dem sie sich einquartiert haben, drei ältere Frauen kennen, die Kostas bald die „drei Grazien“ nennt. Durchaus wohlwollend, denn Kostas und Adriani freunden sich mit den drei Frauen richtig an. Auch nach der Rückkehr nach Athen werden sie ihren Kontakt aufrechterhalten. Und wie man als aufmerksamer Leser zu Beginn schon richtig vermutet hat, werden die „drei Grazien“ im späteren Verlauf der Handlung noch eine wichtige Rolle spielen.

 

Denn kaum zurückgekehrt ins Athener Polizeipräsidium sieht sich Kostas nicht nur mit etlichen Personalveränderungen konfrontiert, die ihm völlig neue Chancen für seine Karriere eröffnen, sondern auch mit einem Mord an einem Minister. Dieser  mit Gift getötete Minister war bis vor kurzem erfolgreicher Professor an der Athener Universität, bevor er in die Politik wechselte, natürlich ohne die Sicherheit seines Professorenamtes aufzugeben. Ein Bekennerschreiben weist auf den Umstand hin, dass durch solche Praktiken nicht nur die Studenten leiden, sondern auch andere Hochschullehrer mehr unterrichten müssen. Ich nehme an, dass dieses Phänomen nicht nur ein vom Autor erfundenes ist. Als ein weiterer ehemaliger Professor im Regierungsamt auf ähnliche Weise zu Tode kommt und erneut ein Bekennerschreiben den Missbrauch der Beamtenprivilegien anklagt, ist Kostas Charitos sehr schnell involviert in höchste Regierungskreise, die mit Argusaugen seine Ermittlungen beobachten. Da kann er nur von Glück sagen, dass der neue stellvertretende Polizeipräsident ihm wohlgesonnen ist. Noch nie hat Charitos so gut bei einem Fall mit seinem Vorgesetzten kooperieren können. Gute Voraussetzung eigentlich für seine Beförderung.

 

Auch der neue Roman von Markaris ist spannend erzählt, es ist schön, all den alten Bekannten wieder zu begegnen und die neue Figuren in Kostas` Team und im Präsidium lassen für die nächsten Bände wirklich frischen Wind erhoffen. Wie für das ganze Land hoffentlich.

 

Der Kommissar und sein Team stochern lange Zeit im Nebel herum, bis ein Versprecher in einer privaten Unterhaltung den entscheidenden Hinweis auf die dann sehr überraschende Auflösung bietet.

 

Mit Kostas Charitos geht es mir so wie mit etlichen anderen Serienkommissaren. Ich freue mich auf jedes neue Buch, genieße den hintergründigen Humor und die gesellschaftskritische Ironie und unterhalte mich auch wegen der außergewöhnlichen Nebenfiguren köstlich.

 

 

 

 

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Zusätzliche Informationen

Petros Markaris wurde am 01. Januar 1937 in Istanbul (Türkei) geboren.

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in 235 Bibliotheken

auf 16 Wunschlisten

von 10 Lesern aktuell gelesen

von 6 Lesern gefolgt

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