Petros Markaris Abrechnung

(10)

Lovelybooks Bewertung

  • 11 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(3)
(3)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Abrechnung“ von Petros Markaris

Griechenland, 2014: Der Staat liegt am Boden, die Drachme wird wieder eingeführt. Sind die Helden von einst verantwortlich für die Misere von heute? Vierzig Jahre nach dem Aufstand gegen die Militärdiktatur will sich einer holen, was die klingenden Parolen der Studentenbewegung damals versprachen: »Brot, Bildung, Freiheit«. Und geht dabei über Leichen.

Spannend wie immer.

— VictoriaBenner
VictoriaBenner
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Spannend, wie immer

    Abrechnung
    VictoriaBenner

    VictoriaBenner

    02. October 2015 um 21:48

    Wer Markaris kauft wir nicht enttäuscht werden. Seine Bücher sind sehr spannend und vorallem überraschend. Ich bin immer wieder verblüfft, wer am Ende der Täter war, trotzdem ich fast alle Bücher von ihm gelesen habe. Seine Hauptfiguren sind liebevoll gestaltet, haben Charackter und Hintergrund und selbst wenn man sie schon lange kennt, erfährt man immer wieder etwas Neues über sie. 

  • Nach dem Euro

    Abrechnung
    Duffy

    Duffy

    17. January 2015 um 09:05

    Es ist soweit: Am 1.1.2014 wird in Griechenland die Drachme wieder eingeführt und der Euro ist vom Tisch. Damit aber auch alles, was das Leben so angenehm gemacht hat und nun kommt der Umbruch, ein Land steht vor dem totalen sozialen Blackout. Vierzig Jahre nach dem Aufstand gegen die Militärdiktatur geraten jetzt auch die ehemaligen "Helden" in den Focus, die sich damals entgegen ihres Kampfmottos "Brot, Bildung, Freiheit" in der neuen Gesellschaft gierig bedient haben. Drei von diesen "Gewinnern" werden ermordet und alles deutet darauf hin, dass hier einer Rache üben will. Der letzte Teil der Griechenland-in-der-Krise Trilogie gerät, trotz der guten Idee, ein wenig träge. Fast mechanisch ermittelt Kommissar Charitos in den Wirren eines am Boden liegenden Griechenlands, man vermisst ein wenig die sonst so symphatischen menschlichen Zwischentöne. Der Fall ist zwar in der Auflösung immer noch überraschend, doch empfindet man diesmal ein paar Leerläufe, die Markaris sonst nicht im Programm hat. Vielleicht hatte er auch nicht mehr das richtige Feuer beim Schreiben, weil er sich nun mal auf diesen ökonomischen Background eingelassen hat. Das ist nun nicht falsch zu verstehen, der Roman ist immer noch gut und auch die Schreibkunst des Autors, aber irgendwie fällt der Roman gegenüber seinen beiden Vorgängern ab.

    Mehr
  • Kritisch und unterhaltsam

    Abrechnung
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    30. December 2014 um 10:40

      Zum ersten Mal seit dem deutschen Start der Krimiserie um den Athener Kommissar Kostas Charitos im Jahr 2000 hat der griechische Schriftsteller Petros Markaris einen Roman in die Zukunft verlegt. Der 2012 schon in Griechenland erschienene Roman mit dem Originaltitel „Brot, Bildung, Freiheit“ beginnt mit seiner Handlung am Tag des Jahreswechsels 2013/2014, als Griechenland, so nimmt es Markaris an, zur Drachme zurückkehrt, nachdem man aus dem Euroverbund ausgestiegen ist. Nach wie vor dominieren Demonstrationen das Athener Stadtbild und die Mannschaft von Kostas Charitos wird dort auch eingesetzt, wobei auch zum ersten Mal seine geniale Sekretärin Koula immer wieder im Außeneinsatz dabei sein muss. Als eine dreimonatige Gehaltssperre angekündigt wird, ergreift Kostas` Frau Adriani die Initiative und kocht von nun an jeden Abend für die ganze Familie, zu der auch die Tochter Katerina und ihr Mann Fanis gehören. Nachdem ihre Pläne, für die UN in Afrika zu arbeiten gescheitert sind, widmet sie sich als Anwältin jungen Menschen, die mit Drogen in Verbindung kamen. Genauso wie übrigens eine Menge anderer junger Menschen in diesem Buch, die sich ehrenamtlich in von ihnen gegründeten sozialen Projekten engagieren. Man spürt das ganze Buch hindurch, wie diese Menschen nicht nur die Solidarität und Bewunderung des Kommissars haben, sondern auch die seines Schöpfers. Es lohnt sich, im Land zu bleiben, die Hoffnung nicht aufzugeben, und sich zu engagieren, das ist die Botschaft eines Romans, der zum ersten Mal in der Serie mit der sogenannten Generation Polytechnikum abrechnet. Jenen Besetzern und Aktivisten, die während der Militärjunta das Polytechnikum besetzt hielten und später als linke Aufsteiger mit dem Bonus ihres Widerstandes praktisch alle relevanten Posten in der Gesellschaft Griechenlands besetzten und so den Grundstein legten für eine verhängnisvolle Entwicklung von Vetternwirtschaft und Korruption, die in der Vorbereitung der Olympischen Spiele 2004 einen ersten Höhepunkt hatte und dann zum Niedergang der griechischen Volkswirtschaft führte. Als nacheinander drei Vertreter dieser Generation erschossen aufgefunden werden, hat nicht nur Charitos zunächst rechtsextreme Täter in Verdacht. Langsam, mit vielen Ortsterminen und sich hinziehenden Gesprächen, wie es seine gewohnte Art ist, kommt er langsam der überraschenden Lösung der drei Tötungsdelikte näher. Eine große Hilfe ist ihm ein neuer Mitarbeiter namens Papadakis, der durch ungewöhnliches und selbständiges Denken seinen Chef immer wieder überrascht. Auch im neuen Buch verbindet Petros Markaris sehr geschickt aktuelles Zeitgeschehen in Griechenland (dieses Mal etwa ein Jahr in die Zukunft gelegt, aber sehr realistisch) mit der Aufarbeitung historischer Wurzeln aktuellen Geschehens. Dennoch dauert es dieses Mal sehr lange, bis die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt und den Leser an das Buch fesselt. Dennoch bleibt diese Serie im Kostas Charitos eine kritische und gleichwohl unterhaltsame Lektüre, die dem deutschen Leser über die Jahre einen Einblick gibt in das sich dramatisch verändernde soziale Leben in Griechenland und seine zum Teil selbst produzierten gesellschaftlichen und politischen Ursachen. Aber auch über vor allem junge Menschen erfährt man, die nicht aufgeben und auswandern, sondern sich engagieren für eine neue Gesellschaft, in der es wieder so etwas gibt wie Hoffnung.

    Mehr
  • Unbedingt empfehlenswert

    Abrechnung
    Krinkelkroken

    Krinkelkroken

    15. September 2013 um 17:54

    Der mit der Goethe-Medaille ausgezeichnete Petros Markaris gehört zu den großen Schriftstellern Griechenlands. Gebürtig aus Istanbul, zuhause in Athen und gebildet in Wien und Stuttgart, amalgieren sich in seinen Kriminalroman die Liebe zur griechischen Heimat mit dem kritischen Blick des Außenstehenden. Markaris‘ originelle Schreibweise zeigt sich bereits im Auftakt. Der achte Fall des Athener Kommissaren Kostas Charitos verbindet die finstere griechische Vergangenheit mit der Zukunft: Der Roman beginnt in der Nacht zum Neujahr 2014. Griechenland ist aus dem Euroverbund ausgestiegen und zur Drachme zurückgekehrt. Charitos kriegt das nicht nur zu spüren, als er zu Krawallen gerufen wird; gleich am ersten Diensttag wird ihm mitgeteilt, dass er für die nächsten drei Monate kein Gehalt zu erwarten hat. Petros Markaris schildert den Athener Alltag mit allen seinen Schattenseiten – Demonstrationen, Armut, Zukunftsangst – aber er zeigt auch die Sonnenseite: Solidarität, Besinnung auf immaterielle Werte und Glauben an die Kraft des Landes. Als Ermittler der Mordkommission gibt es trotz Gehaltssperre indessen keine Ruhepause, nacheinander fallen Männer einem Verbrechen zum Opfer, die vierzig Jahre zuvor als Aktivisten in Erscheinung getreten sind, die während der Militärjunta das Polytechnikum besetzt hielten. Was die Studentenbewegung damals versprach – Brot, Bildung, Freiheit, so auch der Originaltitel – haben ihre inzwischen etablierten Vertreter verraten. Bis auf einen… Petros Markaris Krimis sind zugleich Zeitromane, die brisante aktuelle Themen aufgreifen und mit zum Teil drastischen Sarkasmus dem Leser anbieten. Warum ist der Einsatz des Militärs während der Krawalle nicht zu befürchten? Weil weder das Geld für Ersatzteile noch für Benzin aufzutreiben ist! Markaris‘ Anliegen ist es, wie er einmal sagte, die »Globalisierung der kriminellen Tätigkeit, die parallel zur wirtschaftlichen Globalisierung läuft«, zu zeigen, und er erreicht sein selbst gestecktes Ziel. Klug und konzise entwickelt er den zunächst undurchsichtigen Fall, den sein knorriger Ermittler ebenso routiniert wie eigenwillig löst. Unaufdringlich wird konstruiert, wie der Familienmensch Charitos in die Ermittlung hineingezogen wird, bevor die erste Leiche gefunden wird – und lange bevor sich an den Verbrechen die gesellschaftliche Brisanz zeigt. Er selbst ist so, wie man ihn kennt: Ein Durchschnittspolizist mit überdurchschnittlichem Gespür, sympathisch mit unsympathischen Zügen. Vor allem aber boshaft - was dem Lesegenuss keineswegs abträglich ist. Im Gegenteil. Unbedingt empfehlenswert.

    Mehr
  • Kostas Charitos ist Kult

    Abrechnung
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    27. August 2013 um 09:04

    Zum ersten Mal seit dem deutschen Start der Krimiserie um den Athener Kommissar Kostas Charitos im Jahr 2000 hat der griechische Schriftsteller Petros Markaris einen Roman in die Zukunft verlegt. Der 2012 schon in Griechenland erschienene Roman mit dem Originaltitel „Brot, Bildung, Freiheit“ beginnt mit seiner Handlung am Tag des Jahreswechsels 2013/2014, als Griechenland, so nimmt es Markaris an, zur Drachme zurückkehrt, nachdem man aus dem Euroverbund ausgestiegen ist.   Nach wie vor dominieren Demonstrationen das Athener Stadtbild und die Mannschaft von Kostas Charitos wird dort auch eingesetzt, wobei auch zum ersten Mal seine geniale Sekretärin Koula immer wieder im Außeneinsatz dabei sein muss. Als eine dreimonatige Gehaltssperre angekündigt wird, ergreift Kostas` Frau  Adriani die Initiative und kocht von nun an jeden Abend für die ganze Familie, zu der auch die Tochter Katerina und ihr Mann Fanis gehören. Nachdem ihre Pläne, für die UN in Afrika zu arbeiten gescheitert sind, widmet sie sich als Anwältin jungen Menschen, die mit Drogen in Verbindung kamen. Genauso wie übrigens eine Menge anderer junger Menschen in diesem Buch, die sich ehrenamtlich in von ihnen gegründeten sozialen Projekten engagieren. Man spürt das ganze Buch hindurch, wie diese Menschen nicht nur die Solidarität und Bewunderung des Kommissars haben, sondern auch die seines Schöpfers.   Es lohnt sich, im Land zu bleiben, die Hoffnung nicht aufzugeben, und sich zu engagieren, das ist die Botschaft eines Romans, der zum ersten Mal in der Serie mit der sogenannten Generation Polytechnikum abrechnet. Jenen Besetzern und Aktivisten, die während der Militärjunta das Polytechnikum besetzt hielten und später als linke Aufsteiger mit dem Bonus ihres Widerstandes praktisch alle relevanten Posten in der Gesellschaft Griechenlands besetzten und so den Grundstein legten für eine verhängnisvolle Entwicklung von Vetternwirtschaft und Korruption, die in der Vorbereitung der Olympischen Spiele 2004 einen ersten Höhepunkt hatte und dann zum Niedergang der griechischen Volkswirtschaft führte.   Als nacheinander drei Vertreter dieser Generation erschossen aufgefunden werden, hat nicht nur Charitos zunächst rechtsextreme Täter in Verdacht. Langsam, mit vielen Ortsterminen und sich hinziehenden Gesprächen, wie es seine gewohnte Art ist, kommt er langsam der überraschenden Lösung der drei Tötungsdelikte näher. Eine große Hilfe ist ihm ein neuer Mitarbeiter namens Papadakis, der durch ungewöhnliches und selbständiges Denken seinen Chef immer wieder überrascht.   Auch im neuen Buch verbindet Petros Markaris sehr geschickt aktuelles Zeitgeschehen in Griechenland (dieses Mal etwa ein Jahr in die Zukunft gelegt, aber sehr realistisch) mit der Aufarbeitung historischer Wurzeln aktuellen Geschehens.  Dennoch dauert es dieses Mal sehr lange, bis die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt und den Leser an das Buch fesselt.   Dennoch bleibt diese Serie im Kostas Charitos eine kritische und gleichwohl unterhaltsame Lektüre, die dem deutschen Leser über die Jahre einen Einblick gibt in das sich dramatisch verändernde soziale Leben in Griechenland und seine zum Teil selbst produzierten gesellschaftlichen und politischen Ursachen. Aber auch über vor allem junge Menschen erfährt man, die nicht aufgeben und auswandern, sondern sich engagieren für eine neue Gesellschaft, in der es wieder so etwas gibt wie Hoffnung.

    Mehr