Philip K. Dick The Man in the High Castle

(10)

Lovelybooks Bewertung

  • 13 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 2 Leser
  • 2 Rezensionen
(3)
(2)
(5)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „The Man in the High Castle“ von Philip K. Dick

Imagine the world if the Allies had lost the Second World War. This book trips the switches of our minds with a vision of the world as it might have been: the African continent virtually wiped out, the Mediterranean drained to make farmland, and, the United States divided between the Japanese and the Nazis.

Überragendes Buch!

— Chrissey22
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Keine leichte Kost

    The Man in the High Castle

    Sakuko

    29. March 2016 um 18:13

    In diesem Roman stellt Philip K. Dick die Frage wie unsere Welt aussähe, wenn nicht die Alliierten den 2ten Weltkrieg gewonnen hätten, sondern die Achsenmächte. Es ist 1962, 15 Jahre nach Ende des Krieges und die Welt ist zwischen Japan und Deutschland aufgeteilt, auch die USA ist geteilt mit einer Pufferzone zwischen den beiden Teilen. Das Buch berichtet aus der Sicht einer Reihe von Hauptcharakteren, deren Leben sich oft nur peripher berühren, deren Handlungen einander aber beeinflussen. Bob Childan, der einen Laden für authentische, amerikanische Vorkriegsartefakte führt, die besonders von Japanern geschätzt werden. Frank Frink, ein amerikanischer Jude der zuerst Artefakte gefälscht hat, danach aber mit einem Bekannten moderne, amerikanische Schmuckstücke herstellt. Franks Exfrau Juliana Frink, die als Judolehrerin in der Pufferzone arbeitet und dort etwas mit einem italienischen Fernfahrer anfängt. Mr. Tagomi, ein hochrangiger Handelsbeamter und Kunde von Childan. Mr. Baynes, ein schwedischer Industrieller, der in die USA kommt um mit Mr. Tagomi zu handeln. Die Verwicklungen der Charaktere bauen sich eher langsam auf. Es wird viel philosophiert, es geht um Politik, kulturelle Unterschiede, Rassismus, Moral, Spiritualität, Führungsstile. Ich fand es sehr interessant wie gut einem durch die veränderten Rollenverteilungen ein Spiegel für die eigene Gesellschaft vorgehalten werden kann. Am Anfang wirkt der Schreibstil sehr ungewöhnlich. Die Charaktere aus den japanischen Gebieten sprechen sehr elliptisch, fast stakkatohaft, viele Sätze haben kein Subjekt. In den Pufferzonen wird allerdings normales englisch gesprochen und die deutschen Charaktere scheinen eher etwas ausladend, weit-schweifender zu reden. Sosehr es mich Anfangs irritiert hat, später fand ich den Stil aber sehr gut, da er zu den Charakteren und deren Denkweise passt. Das Ende ist sehr offen, und nicht alle Charakterstränge werden völlig zu Ende gedacht. Am Ende wird der Fokus vom Einzelnen auf das Globale verschoben. Das Schicksal jedes einzelnen ist nicht mehr von Bedeutung, eine Fortführung der Geschichte ist nicht mehr von Bedeutung, da die relevante Wahrheit aufgelöst wurde. Ich verstehe aber, das nicht jedem dieses Ende zusagt. Letztendlich habe ich zwei Durchgänge gebraucht, um mich völlig in die Geschichte einzufühlen. Vieles ist abstrakt, vielleicht auch etwas veraltet, auch wenn die grundlegenden Aussagen und Ideen bestehen bleiben. Das Buch kann stellenweise etwas anstrengend zu lesen und verstehen sein, auch wenn ich finde, dass es die Mühe wirklich Wert ist.

    Mehr
  • Rezension zu "The Man in the High Castle" von Philip K. Dick

    The Man in the High Castle

    sabisteb

    05. July 2012 um 10:37

    Was wäre, wenn Roosevelt 1933 nicht erschossen worden wäre? Hätte der Zweite Weltkrieg dann vor 1947 geendet und hätten vielleicht die Achsenmächte und nicht Deutschland und Japan den Krieg gewonnen und die Welt unter sich aufgeteilt? Diese Frage stellt sich der Autor Hawthorne Abendsen in seinem Roman „The grasshopper lies heay“, der in Festung Europa natürlich verboten ist, in den japanisch besetzten Gebieten und in der neutralen, kleinen, amerikanischen Pufferzone zwischen dem deutschen und japanischen Besatzungsgebiet jedoch ein Bestseller ist. Großteils ist dieser Roman von Philipp K. Dick ein klassischer alternate history Roman, der natürlich das, besonders in den 1960er Jahren noch heiße Thema Nazideutschland behandelt. Dabei werden leider sämtliche damals herrschende Vorurteile und Klischees über Deutsche bedient: Zyniker, Perfektionisten, seelenlos, überheblich, blond … “[…] they’re cynics with utter faith. It’s a sort of brain defect, like a lobotomy—that maiming those German psychiatrists do as a poor substitute for psychotherapy.” “They’re all committing incest, […]. That’s why they, those elite SS fairies, have that angelic simper, that blond babylike innocence; they’re saving themselves for Mama. Or for each other.” “They identify with God’s power and believe they are godlike. That is their basic madness. They are overcome by some archetype; their egos have expanded psychotically so that they cannot tell where they begin and the godhead leaves off. It is not hubris, not pride; it is inflation of the ego to its ultimate—confusion between him who worships and that which is worshiped.” Nebenbei scheint Philipp K. Dick auch ein Fan von James Joyce gewesen zu sein und versucht verzweifelt seinen Ulysses zu imitieren. Er beschreibt wenige Tage in dieser Welt aus verschiedenen Blickwinkeln an verschiedenen Orten. Ihre Handlungen beeinflussen einander, auch wenn sie sich nie begegnen. Die Handlungen sind dabei teilweise einfach nur trivial. Mr. Frink, Jude, geschieden, verliert seinen Job und macht mit einem ehemaligen Kollegen ein Schmuckatelier auf. Frinks Ex-Frau Juliana Frink, Judolehrerin in der Pufferzone, lernt einen attraktiven Italiener kennen und geht mit ihm auf Reisen Rudolf Wegener, deutscher Agent, nimmt Kontakt zur japanischen Seite auf. Robert Childan, 38 Jahre alt, Kunsthändler echter amerikanischer Vorkriegskunst, entdeckt in seinem Sortiment Fälschungen. Mr. Tagomi und seine Frau, Kunden von Robert Childan. Dafür bedient sich der Autor umso mehr des inneren Monologs und schreibt zum Großteil auch den Text in dieser Sprunghaften, abgehackten Weise: „Only way is this, he decided. He felt grim, even desperate. Go to Ray Calvin. Confront him. Insist that he pursue matter back to source. Maybe he is innocent, too. Maybe not.“ Die Protagonisten scheinen insgesamt alle eher gebrochen englisch zu sprechen. Hinzu kommt, dass Philpp K. Dick immer wieder deutsche Sätze einstreut. Es war damals aber wohl unter der Würde des Autors, einen Muttersprachler die Grammatik und Rechtschreibung kontrollieren zu lassen. Die Deutschen Passagen sind fast alle auf die eine oder andere Art fehlerhaft, sei es grammatikalisch sinnentstellend (wie die Gute, statt das Gute), Formulierungen, die man so nie nutzen würde und Umlaute sind ohnehin eher Glückssache. Insgesamt nervt vor allem das Selbstmitleid, das dieses Buch transportiert. Die besetzten Amerikaner ergehen sich darin, wie ungerecht das doch ist, wie unfair, dass man wegen seiner Haut- oder Haarfarbe diskriminiert wird, um im gleichen Atemzuck auf die Chinesen als Chinks und Japaner als Affen oder Japse herunterzublicken und die deutschen als wahnsinnig zu titulieren. Entweder inkonsequent oder geniale Sozialkritik, bei diesem Buch schwer zu sagen. Warum nur, ist dieses Buch dann ein visionärer Klassiker der Science Fiction? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Die Grundidee dieses Romans: Das I Ging. Es geht nicht nur um einen alternativen Geschichtsverlauf. Es geht darum, dass Philipp K. Dick in diese Roman das Prinzip, die Idee der Parallelwelten entwirft, lange bevor Quantenphysiker auf diese Idee kommen sollten und sie wissenschaftlich untermauern würden. Mittels des I Ging kann der Prophet vom Berg Hawthorne Abendsen Informationen aus diesem parallelen Universum herausfinden und sie als Roman veröffentlichen, diese Welt existiert irgendwo. Philipp K. Dick selber schrieb diesen Roman auch mit Hilfe des I Ging und lässt auch seine Protagonisten regelmäßig das Orakel befragen, Philipp K. Dick selbst ist also der Abendsen Hawthorne, unserer Welt. Die Macher von Matrix setzten daher Philipp K. Dick mit der Figur ihres Orakels in der Matrix Trilogie ein Denkmal, denn auch dort vermittelt das Oracle zwischen den beiden Realitäten, der Welt da draußen und der Matrix. So gesehen legt die Grundidee des Romans einen wichtigen Science Fiction Grundstein, entwirft eine visionäre Grundidee. Die Umsetzung jedoch kann nicht überzeugen. Anmerkung zum Cover: Normalerweise finde ich es affig, wenn sich jemand über das Cover eines Buches auslässt. Hier muss ich aber darauf hinweisen, dass man das Buch auf keinen Fall auf Flugreisen lesen sollte. Das Hakenkreuz verstößt in Deutschland gegen das Gesetzt und einem Bekannten wurde daher bereits einmal ein amerikanischer Roman wegen des Titelbildes am Zoll konfisziert (Harris: Vatherland).

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks