Philip Kerr

 4 Sterne bei 733 Bewertungen
Autor von Game over, Das Wittgensteinprogramm und weiteren Büchern.
Autorenbild von Philip Kerr (© Lindsey Parnaby)

Lebenslauf von Philip Kerr

Wertvoller Nachlass von einem der ganz großen Krimiautoren unserer Zeit: Der 1956 geborene Autor arbeitete nach einem abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaften zunächst in einer Werbeagentur. 1989 veröffentlichte er seinen Debütroman „March Violets“, der ein Jahr später bereits ins Deutsche übersetzt wurde. „Feuer in Berlin“ ist der Auftakt einer spannenden und historischen Thriller-Trilogie, für den er in Frankreich mit dem Prix du Roman d’Aventures und dem Prix Mystère de la critique ausgezeichnet wurde. Viele weitere seiner Werke wurden mit Auszeichnungen belohnt, wie beispielsweise „Das Wittgensteinprogramm“ (1994) und „Game Over“ (1996), für die er den Deutschen Krimi Preis in der Kategorie „International“ erhielt. Ab 2004 veröffentlichte der Schriftsteller als P.B. Kerr die Fantasy-Jugendbuch-Reihe „Children of the Lamp. Philip Kerr lebte bis zu seinem Tod mit seiner Frau, der Autorin Jane Thynne, und seinen drei Kindern in London. Am 23. März 2018 erlag er einem Krebsleiden.

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Cover des Buches Game over (ISBN: 9783499260285)

Game over

 (97)
Erschienen am 01.09.1998
Cover des Buches Das Wittgensteinprogramm (ISBN: 9783499253126)

Das Wittgensteinprogramm

 (62)
Erschienen am 02.01.2010
Cover des Buches Der Coup (ISBN: 9783499236426)

Der Coup

 (45)
Erschienen am 02.01.2006
Cover des Buches Esau (ISBN: 9783499260834)

Esau

 (37)
Erschienen am 01.09.1999
Cover des Buches Winterpferde (ISBN: 9783499217746)

Winterpferde

 (33)
Erschienen am 21.10.2016
Cover des Buches Der Wintertransfer (ISBN: 9783608503401)

Der Wintertransfer

 (33)
Erschienen am 10.12.2016
Cover des Buches Die Berlin-Trilogie (ISBN: 9783499244650)

Die Berlin-Trilogie

 (32)
Erschienen am 01.03.2007
Cover des Buches Der zweite Engel (ISBN: 9783499264207)

Der zweite Engel

 (34)
Erschienen am 01.01.2003

Neue Rezensionen zu Philip Kerr

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Rezension zu "Game over" von Philip Kerr

Wer gewinnt? Die künstliche Intelligenz oder du?
biscoteria85vor einem Monat

1995 hat Philip Kerr einen Krimiroman geschrieben, mit einer gehörigen Portion Scene-Fiction. Doch wie nah er an der heutigen Realität und den Möglichkeiten bei dem heutigen technologischen Fortschritt ist, ist bewundernswert und macht zugleich Angst.

Kerr erzählt uns die Geschichte eines Bürogebäudes, so modern, so perfekt, dass es mehr als nur ein sehr großes Haus ist. Der Architekt Ray Richardson wird gefeiert für die modernsten Bürogebäude der Welt. Menschlich ist er durch und durch ein Arschloch und lässt seine Mitarbeiter bis spät in die Nacht unbezahlte Überstunden machen. Privatleben hin oder her. Er ist reich, hat seine Frau und er macht pünktlich Feierabend.

Das neuste Projekt ist ein riesiges Verwaltungsgebäude mitten in Los Angeles. Aufgetragen von einer chinesischen Firma, stecken Millionen in dem Bau, der so modern ist, dass man vieles nicht glauben mag. Im Buch steht der Bau kurz vor der Freigabe. Hier und da müssen noch Büros fertig gestellt werden, paar Kabel verlegt und der sehr große Baum im Erdgeschoss braucht noch ein paar Änderungen. Ja, ein Baum der knapp 25 Stockwerke hoch ist.

Nur eins der Spielerein des Gebäudes. Alles ist automatisch am Laufen. Am Empfang ist es eine Projektion anstatt eines Assistenten, der Aufzug wird vom intelligenten Computer so gesteuert wie Wasser, Luft, alle Türen, die komplette Kommunikationsanlage usw. Überall sind Kameras für Wärme, Bilder, Messanlagen.

Der wahrgewordene Traum für die Chinesen. So muss es sein. All dies wird vom intelligenten Computer Abraham gesteuert. Letzte Einstellungen müssen noch erfolgen, so wird es danach fast autonom laufen.

Noch ist das Gebäude aber nicht freigegeben, der Besichtigungstag nähert sich aber. Da geschieht ein Unfall oder war es doch ein Mord? In der Tiefgarage, wird im Aufzug der Leibwächter der Firma getötet. Ins Visier gerät einer der Mitarbeiter welcher gerade gekündigt hat. Nur er weiß was wirklich passiert ist.

Die Polizei kommt um zu ermitteln und bei ihrem zweiten Besuch passiert das unfassbare. Sie sind eigesperrt in einem Komplex, mit einem Computer der nicht beabsichtigt jemanden gehen zu lassen. Ein Überlebenskampf beginnt und einer nach den anderen wird diesen nicht überleben. Wer ist schlauer? Mensch oder Maschine. 11 gegen 1. Wer gewinnt?

Das Buch lag recht lange in meinem Schrank, zu meiner absoluten Freude habe ich es dieses Jahr geschafft es zu lesen. Die Empfehlung habe ich vor langer Zeit mal gelesen und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn es in die Jahre gekommen ist, ist die Thematik der künstlichen Intelligenz und der damit verbundenen Gefahr heute größer als damals. Kerr hat einen Computer und ein Gebäude geschaffen, wie es heute wirklich schon existieren könnte. Unheimlich auf der einen Seite und bewundernswert auf der anderen.

Die Charaktere sind vielfältig und auch ein paar mehr. Immerhin müssen ja genügend Opfer da sein. Die Dialoge sind manchmal was langweilig und die technischen Details können schonmal ermüden, aber die kann man sonst auch überspringen. Ansonsten muss ich sagen, waren die beiden Cops meine Highlight Charaktere. Die beiden zusammen, hatten einen tollen Humor.

Das Buch hat noch in den nächsten zwanzig Jahren seinen Charme, denn die Grundidee dahinter kann nicht altern. Dazu ist es einfach zu gut erzählt.

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Rezension zu "Friedrich der Große Detektiv" von Philip Kerr

Herausragendes Kinderbuch über den Schrecken der NS-Zeit – und eine liebevolle Hommage zu Erich Kästner.
DerMedienbloggervor 3 Monaten

Zahlreiche Werke des bis heute durch "Das fliegende Klassenzimmer", "Das doppelte Lottchen" oder auch "Emil und die Detektive" berühmten Schriftstellers Erich Kästner wurden durch die Nationalsozialisten als "undeutsch" bezeichnet, verboten und einige Exemplare sogar im Mai 1933 in Berlin verbrannt. Er blieb als einer der wenigen prominenten Gegner der NSDAP in Deutschland. Der vor zwei Jahren verstorbene britische Autor Philip Kerr präsentiert uns mit "Friedrich der große Detektiv" nicht nur eine liebevolle Hommage an den Autor, sondern gleichzeitig ein auf mehreren Ebenen überzeugendes Lesevergnügen, das begeistert.


Das dem Roman zugrunde liegende Szenario ist, und das möchte ich gleich zu Beginn erwähnen, clever gewählt: Zeitlich spielt es nämlich während dem Erstarken der antisemitischen Partei NSDAP und einer sich rasch verbreitenden rechtsradikalen Gesinnung. Somit schafft es der Autor auf geschickte Art und Weise, die Aufmerksamkeit der Lesepublikums zu packen, das sich vergebliche Hoffnungen über einen potenziellen Sieg des Guten macht. Man denkt: Möge dieser furchtbare, menschenverachtende Krieg doch bloß nicht ausbrechen!


Somit schafft es "Friedrich der große Detektiv", trotz oder gerade wegen der besorgniserregenden Umstände, der recht jungen Zielgruppe aufklärerische und objektiv richtige Botschaften mit an die Hand zu geben und somit unsere wichtige Erinnerungskultur aufrechtzuerhalten. Adolf Hitler als die letztendliche Personifikation des Bösen und Emil als Fluchtmöglichkeit in eine fiktive Welt, als die kindliche Fantasie, die die Realität retten kann, gerät zwar etwas überspitzt, überzeugt aber durch ihre metaphorische Vielschichtigkeit. 


Innerhalb der Familie gibt es eine gut ausgearbeitete notwendige Reibungsfläche, die häufig Ursache für politische Auseinandersetzungen zwischen Rolf (Friedrichs Bruder) und dem Vater ist. Somit kann die Leser*in nicht nur die Motive der jeweiligen Streitparteien nachvollziehen, sondern auch ein eigenes Meinungsbild dazu erstellen. Das für ein Kinderbuch zunächst kühl erscheinende Ende schließt die Geschichte realistisch und nicht beschönigend ab. 


Friedrich erweist sich als sympathischer, junger Protagonist, dessen Lebenstraum, Detektiv zu werden, glaubwürdig dargestellt ist. Er ist ein angenehm unkomplizierter Charakter, der viel Platz zur Identifikation bietet. Der emotionale Konflikt zwischen moralisch richtigen und den durch die Umstände erzwungenen, gehorsamen Taten, dem er sich zunehmend ausgesetzt sieht, wird sehr treffend dargestellt und animiert das Lesepublikum zum Anstellen eigener Gedankenexperimente: Was würde man selbst in der Situation tun? Was könnte man überhaupt bewirken?


Neben dem Erwecken politischen Bewusstseins und der Verantwortung zum Handeln ist die vorliegende Lektüre zudem sehr kurzweilig: Die bereits äußerlich durch die Vignetten und die geschickte Veränderung des Covers erzielten Parallelen zu "Emil und die Detektive" machen wirklich Spaß. So ist es aber auch die Freundschaft zu Erich Kästner selbst als zentraler Aspekt des Romans, durch die der Autor seine Liebeserklärung an den Schriftsteller und die Literatur ausspricht. Die Einbindung real existenter Personen (deren Lebenslauf kurz im Nachwort erläutert wird) steigert den Authentizitätsgrad deutlich. 


Bleibt denn überhaupt ein Wunsch an "Friedrich der große Detektiv" offen? Nun ja, ein wenig mehr Raffinesse in der Ausarbeitung des zu lösenden Kriminalfalls wäre vielleicht wünschenswert gewesen. Die hier präsentierte Auflösung des Moders ist im Vorhinein vorhersehbar – und zudem durch die wenigen Indizien bereits leicht zu durchschauen. 


Dass ich für das Buch nichtsdestotrotz ob der soeben genannten Argumente eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche, sollte daher keine Überraschung sein. Auch Jugendliche bzw. Erwachsene können mit dieser Lektüre ihre Freude haben. 


"Friedrich der große Detektiv"
ist ein herausragendes Kinderbuch über den Schrecken der NS-Zeit – und eine liebevolle Hommage zu Erich Kästner.

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Rezension zu "Friedrich der Große Detektiv" von Philip Kerr

Hommage an Erich Kästner und "Emil und die Detektive"
Lesiavor 4 Monaten

Friedrich ist ein großer Fan von „Emil und die Detektive“. Wie schön, dass er direkt neben Erich Kästner wohnt und von ihm eine signierte Ausgabe bekommen hat. Auch sonst freunden die beiden sich an. Wenn er erwachsen ist, möchte er Detektiv werden. Mit seinen Freunden spielt er auch jetzt schon gern Detektiv. Was erstmal nach einer relativ normalen Kinderdetektivgeschichte klingt, ist sehr viel mehr als das, denn wir befinden uns in den 1930er-Jahren und die Nationalsozialisten sind auf dem Vormarsch. Und so wird aus dem Detektivspiel plötzlich Ernst – mehr, als sich die Kinder das gewünscht hätten.

Eine berührende und spannende Geschichte über Kindheit im Berlin im aufkommenden Nationalsozialismus. Die historische Entwicklung und den Umgang von ganz normalen Bürgern und Kindern damit wird sehr treffend beschrieben. Auch die Unstimmigkeiten innerhalb einer Familie, das Verstummen der Nicht-Nazis, die Sorge um die eigene Familie… sehr gut nachvollziehbar dargestellt.

Ich sage die ganze Zeit „Kinder“ – und das ist das einzige, was mich an dem Buch etwas gestört hat: Friedrich und seine Freunde sollen dreizehn sein, ich finde, dass ihr Verhalten deutlich jünger wirkt, ich hätte sie eher auf zehn / elf geschätzt. Aber das ist kein großer Kritikpunkt. Neben Erich Kästner tauchen noch einige weitere historisch bedeutende Personen auf, vor allem Künstler. (Sowie weitere fiktive Künstler, wenn ich das richtig sehe.) Es macht Freude, sie und ihre Weltanschauung zusammen mit Friedrich kennen zu lernen.

Sprachlich ist die Erzählung an den Stil Erich Kästners angelehnt, was aus meiner Sicht gut gelingt. Auch die Illustrationen (etwa eine pro Kapitel) erinnert an Walter Triers Zeichnungen für Emil und die Detektive. Als großer Fan von Kästners Werken hat mir das sehr gefallen.

Ein paar andere Rezensionen hatten dafür gesorgt, dass ich mit einem sehr dramatischen Ende gerechnet hatte. Es ist weniger schlimm, als ich erwartet hatte, aber nimmt trotzdem mit. Ich denke, dass Zwölfjährige (je nach Entwicklung) damit schon umgehen können, aber gerade für die historische Einordnung ist es sicher sinnvoll, für Gespräche bereitzustehen oder das Buch bspw. im Deutschunterricht zu besprechen. Ich halte das Buch für sehr geeignet, um Kindern ab ca. zwölf Jahren die Zeit des Nationalsozialismus näherzubringen. Es ist natürlich alles andere als eine Heile-Welt-Erzählung, trotzdem herrscht im großen Teil des Buchs ein eher leichter Ton, sodass man nicht die ganze Zeit beim Lesen völlig deprimiert ist.

Fazit: Wirklich gelungen und sehr wichtige Thematik. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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Philip Kerr wurde am 22. Februar 1956 in Edinburgh, Schottland (Großbritannien) geboren.

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