Philip Kerr Operation Zagreb

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Inhaltsangabe zu „Operation Zagreb“ von Philip Kerr

Die Jagd nach einem Balkan-Kriegsverbrecher und eine geheimnisvolle Diva. Band 10 der Reihe um Bernie Gunther. Sommer 1942: Bernie ist zurück in Berlin, wo er wieder bei der Untersuchungsstelle für Kriegsverbrechen arbeitet. Doch die Kripoarbeit fällt ihm nicht mehr so leicht - es bedrückt ihn zu sehr, was an der Front im Osten geschieht. Da erreicht ihn ein Anruf von Nazi-Propagandaminister Goebbels: Er soll nach Zagreb reisen und den Vater von Goebbels erklärter Lieblingsschauspielerin und Geliebten Dalia Dresner finden. Der Kriegsverbrecher Antun Djurkevic´soll sich in der Gegend von Banja Luka versteckt halten. Bernie reist dorthin, um ihn zu finden. Um Dalia zu schonen, deren Charme er sogleich verfallen ist, erzählt er ihr, ihr Vater sei gestorben. Dalia reist daraufhin in die Schweiz, um seinen angeblichen Leichnam zu begraben. Bernie soll sie zurückholen, denn eigentlich ist sie für einen Film aus der Propaganda-Schmiede Goebbels verpflichtet, und Goebbels kann sehr unangenehm werden, wenn man seinen Wünschen nicht entspricht.

Betroffen und Fassungslos über die Bigotterie der Neutralität

— schreibwasueber
schreibwasueber

Bernie Gunther ist back. Wesentlich besser als der Vorgänger und mit einem Ausflug nach Kroatien/Slawonien wirklich sehr gelungen.

— BerniGunther
BerniGunther

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  • Über die Bigotterie der Neutralität

    Operation Zagreb
    schreibwasueber

    schreibwasueber

    19. February 2017 um 20:43

    Tief durchatmen musste ich nach rund 500 Seiten "Operation Zagreb" von Philip Kerr, erschienen bei Rowohlt/Wunderlich.  Eine internationale Konferenz zur Verbrechensbekämpfung mitten im Deutschland des zweiten Weltkrieges und Chefzyniker Bernie Gunther mitten drin. Das erinnert an Realsatire, die offenbar die Zeiten überdauert hat, insbesondere, wenn ich mir heute polemisierende und bigotte Amtsträger auf allen Kontinenten vor Augen führe. Bernie Gunther wird von Nazi-Propaganda Minister Goebbels auf eine, für ihn lebensgefährliche Reise durch das Kriegsdeutschland von 1942 geschickt, um den Vater einer Schauspielerin zu finden. Philip Kerr gelingt es, mich durch eine in ihrer Präzision erschreckenden Deutlichkeit, bei der Beschreibung der Kriegsverbrechen des zweiten Weltkrieges, in einen Zustand von Fassungslosigkeit und tiefer Trauer zu versetzen. Bei all dem Irrsinn von Massentötungen und Verfolgung von Menschen bewahrt sich Bernie Gunther, auch im Angesicht des Todes, seinen zynisch / ironischen Humor, wenn er sich mit Nazis, Amerikanern und Schweizern anlegt und nebenbei noch eine Frau erobert.  Philip Kerr deckt in "Operation Zagreb" die Bigotterie von vermeintlich neutralen Eidgenossen auf und hält uns allen den Spiegel vor. Heute wie damals sahen die Menschen einfach weg, wenn es darum ging, sich mit unangenehmen Wahrheiten beschäftigen zu müssen oder den eigenen Wohlstand zu sichern. Da kann man schon mal übersehen, welchen Verwendungszweck exportierte Holzbarracken beim Käufer haben. Heute nennt man das "dual use" -Güter. Hervorragend kombiniert Kerr dabei die Fiktion des Kriminalfalles mit historisch belegten Fakten und Personen. Mit "Operation Zagreb" legt Philip Kerr einen etwas lang geratenen, aber spannenden und nachdenklich machenden Kriminalroman aus der Bernie Gunther Reihe vor.

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  • Operation Zagreb

    Operation Zagreb
    thenight

    thenight

    28. January 2017 um 07:58

    Inhalt: Der Ermittler Bernie Gunther wird in Band 10 der Reihe beauftragt die Schauspielerin Daria Dresner zu finden und zu Goebbels zu schaffen, denn der Reichsminister möchte die Schauspielerin unbedingt für einen Propagandafilm verpflichten und wenn der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda etwas möchte, dann wird ihm der Wunsch erfüllt, im Jahre 1942. Doch Daria stellt eine Bedingung, sie verlangt von Gunther, das er ihren Vater findet und so reist Bernie auf den Balkan, um dort festzustellen, dass Darias Vater ein Verbrecher der übelsten Sorte ist.Meine Meinung:Auch wenn Operation Zagreb der 10 Band der Reihe ist, es ist nicht zwingend erforderlich die vorigen Bände gelesen zu haben. Auf den ersten Seiten erfährt man alles wesentlich über Bernie Gunther, der als Sozi für die Nationalsozialisten arbeitet und so ziemlich alles dafür tut, um zu überleben. Kerr hält sich an keine chronologische Reihenfolge, so beginnt Operation Zagreb im Jahr 1956 an der französischen Riviera wo sich Gunther an die Ereignisse erinnert, die im Sommer 1942 beginnen und auch in der Geschichte springt der Autor immer mal wieder durch verschiedene Zeitebenen. Daran musste ich mich erst gewöhnen.Kerr verarbeitet in seinem Roman ein Stück Zeitgeschichte, von dem ich zugegebener Maßen so gut wie nichts wusste, denn nicht nur die Nazis haben Gräueltaten begangen. Die faschistische kroatische Ustascha ermordete unzählige Juden und Serben, davon zu lesen ging mir schon ziemlich nah. Selten schaffen es Autoren das ich mich weiter informiere über das was sie in ihren Romanen schreiben, Philip Kerr ist hier wieder einmal eine Ausnahme.Operation Zagreb hat darüber hinaus auch noch eine spannende Story, in der auch die Liebe nicht ganz zu kurz kommt. Kerrs Schreibstil lässt sich flüssig und leicht lesen und durch die Ich-Erzählung bekommt die Figur Gunther sehr schnell etwas Vertrautes. Ein Stil, der eine Nähe zur Hauptfigur schafft, alle anderen aber auf eine gewisse Distanz hält. Wer die klassischen Detektiv Geschichten z. B. mit Humphrey Bogart kennt, kann sich sicher vorstellen was ich meine.Operation Zagreb ist sicher keine einfache Lektüre aber auf jeden Fall lesenswert.

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  • ...denn die Bösen schlafen nicht!

    Operation Zagreb
    Havers

    Havers

    24. January 2017 um 12:14

    Jeder Leser, der die Bernie Gunther-Romane des schottischen Autors Philip Kerr verfolgt, weiß, dass die Reihe nicht chronologisch angelegt ist. In „Operation Zagreb“, dem zehnten (übersetzten) Band, schickt der Autor seinen Protagonisten aus dem Jahr 1956 zurück in die Jahre 1942/43.  1956: Bernie Gunther hat es mittlerweile an die Französische Riviera verschlagen. Als er einen Film mit der Schauspielerin Dalia Dresner anschaut, wird er von den Erinnerungen an die Ereignisse des Jahres 1942 eingeholt. Damals lebt er in Berlin und hat eine Stelle im Präsidium am Alexanderplatz inne, die ihm ein ehemaliger Weggefährte besorgt hat. Es gibt genug zu tun, die Kriminalität ist hoch. Und doch meint Joseph Goebbels, seit 1933 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda sowie Präsident der Reichskulturkammer, Bernie Gunther wie seinen Laufburschen behandeln zu können. Wenn er pfeift, muss Gunther springen. Und wenn der Minister meint, dass er eine ganz bestimmte Schauspielerin, in diesem Fall Dalia Dresner, für einen Propaganda-Film haben möchte, weil er sich in sie verguckt hat, muss Gunther sie herbeischaffen, auch wenn er dafür ins Ausland reisen muss. Denn Dresner stellt Bedingungen: nur wenn sie Informationen über den Verbleib ihres Vaters bekommt, wird sie Goebbels Wunsch erfüllen. Und so macht sich Gunther auf die Suche nach dem ehemaligen Priester, der sich der Terrororganisation Ustascha angeschlossen hat. In Kroatien wird er fündig, aber damit fangen die Schwierigkeiten erst richtig an. Philip Kerr schreibt packende historische Kriminalromane, die aber über die bloßen Schilderungen von in fiktive Inhalte verwobenen Fakten hinausgehen. Die Ergebnisse seiner Recherchen schmerzen, denn er schont seine Leser nicht, sondern führt ihnen die menschenverachtenden Grausamkeiten der regimetreuen Gruppierungen, in diesem Fall die der kroatischen Faschisten, deutlich vor Augen. Mittendrin sein Protagonist Bernie Gunther, von dem immer wieder der Spagat zwischen gehorsamer Befehlsausführung und seiner eigenen moralischen Integrität in einem zutiefst unmoralischen System gefordert wird. Der Roman ist nicht immer einfach zu lesen. Zum einen fehlt, wie bereits erwähnt, der Reihe die Chronologie, zum anderen werden auch innerhalb der Geschichte verschiedenen Zeitebenen bedient. Dazu die verarbeiteten Themen, was dem Leser stellenweise hart an die Nieren geht. Aber Kerrs Bücher sind wichtig, legen sie doch immer wieder den Finger in Wunden, machen bewusst und animieren zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema. Unbedingt lesen!

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