Philip Kerr Winterpferde

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Inhaltsangabe zu „Winterpferde“ von Philip Kerr

Es ist ein eisiger Winter 1941 auf Askania-Nowa, wo sich das jüdische Mädchen Kalinka versteckt hält. Hier in dem alten Naturreservat leben auch die seltenen Przewalski-Pferde. Sie scheinen zu spüren, dass Kalinka eine von ihnen ist – denn wie Kalinka sind sie in großer Gefahr vor den Nazis, die Askania-Nowa besetzen. Mit Hilfe des treuen Tierwärters Max flieht Kalinka mit zwei Pferden und einem Wolfshund Hunderte von Kilometern über die weiße Steppe der Ukraine. Doch können ein Mädchen und drei Tiere der Übermacht der Deutschen entkommen? Spannend und stimmungsvoll erzählt Philip Kerr von der Flucht im ukrainischen Winter – aber auch davon, wie die Liebe zu den Pferden das erstarrte Herz eines einsamen Mädchens mitten im Krieg zu erwärmen vermag.

Eine wunderschöne, berührende Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft.

— Literaturwerkstatt-kreativ
Literaturwerkstatt-kreativ

Dramatisch, sehr gut geschrieben und beeindruckend.

— Forila
Forila

Traurig und wunderschön zugleich.

— Gelegenheitsleseratte
Gelegenheitsleseratte

Eine sehr berührende Geschichte über Freundschaft und tiefe Verbundenheit zu Tieren mit geschichtlichem Hintergrund. Absolut empfehlenswert!

— Bibilotta_xx
Bibilotta_xx

Eine wunderschöne Geschichte mit tiefem Hintergrund, die es Wert ist gelesen zu werden.

— goldenbookworld
goldenbookworld

Berührende Geschichte über eine wunderschöne Freundschaft :)

— Bosni
Bosni

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  • Askania-Nowa

    Winterpferde
    Literaturwerkstatt-kreativ

    Literaturwerkstatt-kreativ

    02. June 2017 um 22:52

    „Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert „Winterpferde“ von Philipp Kerr Philip Kerr lässt seine Geschichte im Winter 1941 in der Ukraine spielen. Maxim (genannt Max) Borisowitsch Melnik lebt dort mit seinem alten Wolfshund Taras im Naturreservat Askania- Nowa. Er ist als einziger Tierwärter geblieben um sich um die restlichen Tiere zu kümmern, die der Krieg bis dahin verschont hat. Vor allem die Przewalski-Pferde die vorm Aussterben bedroht sind, haben es ihm angetan. Eigentlich hat er den Befehl alle Tiere zu töten, damit die Nazis, die in ein paar Tagen Askania-Nowa erreichen werden, kein Fleisch vorfinden werden, um so den Winter dort zu überleben. Seine Liebe zu den Tieren ist jedoch größer, als sein Gehorsam und so tötet Max die Tiere nicht. Er bleibt sogar in Askania- Nowa, um die Tiere vor den Deutschen zu beschützen. Als die Deutschen eintreffen setzt Max anfangs alle Hoffnung auf Hauptmann Grenzmann, denn dieser ist ein ausgesprochener Pferdefreund. Er sieht in den Przewalski-Pferde jedoch eine mindere Rasse und hat den Befehl, alle Pferde töten zu lassen. „ Das SS-Hauptquartier trifft die Entscheidungen in allen Rassenangelegenheiten. Und im Falle der Przewalski-Pferde hat Berlin mir befohlen, die Arbeit zu vollenden, die die Natur bereits begonnen hat, Max. Nämlich eine biologisch ungeeignete Rasse aus der Tierpopulation des Großdeutschen Reiches zu entfernen.........“ So geschieht es. Zwei Przewalski-Pferde können sich aber unvermutet retten. Ein Hengst (Temüdschin) und eine Stute (Börte). Damit Przewalski-Pferde auch in Zukunft weiter gezüchtete werden können, ist es wichtig, dass dieses Pferdepaar überlebt. Zur gleichen Zeit hat sich ein junges Mädchen namens Kalinka auf dem Gebiet des Reservates versteckt. Sie ist Jüdin und auf der Flucht vor den Deutschen, die schon ihre ganze Familie getötet haben. Kalinka schafft es eine enge Beziehung zu den beiden Pferden aufzubauen. Max freundet sich mit Kalinka an und versteckt sie und die beiden Pferde vor den Deutschen. Dann wird die Situation aber so heikel, dass Kalinka und die beiden Pferde nicht mehr in Askania-Nowa bleiben können. Kalinka flieht mit den beiden Pferden. Max gibt Kalinka zum Schutz seinen alten Wolfshund Taras mit. Ein weiter gefährlicher Weg durch die ukrainische Steppe in Richtung russischer Truppen liegt nun vor ihnen. Und das im tiefsten und eisigsten Winter, wo man ihre Spuren im Schnee ständig sehen kann, - und die Deutschen nehmen die Verfolgung auf. Fazit: Phillip Kerr nimmt einen sowohl mit auf eine Reise in eine andere Welt, als auch in die geschichtliche Vergangenheit. Askania- Nowa gibt es tatsächlich und war auch im Krieg zeitweise von den Deutschen besetzt. In dieses geschichtliche Zeitfenster webt der Autor nun eine wunderschöne, aber auch melancholische Geschichte. Sein Schreibstil ist sehr fesselnd, sodass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. Er hat es bei mir geschafft, dass ich mir alle Charaktere - auch die der Tiere - bildhaft und so facettenreich, wie beschrieben, vorstellen konnte. Besonders Max ist mir ans Herz gewachsen mit seiner besonnenen, gradlinigen Art, das Herz am rechten Fleck. Der Autor hat – im Sinne des Romans - eine gute Balance gefunden, einerseits die Gräueltaten des Krieges sehr wohl zu benennen, andererseits ohne jedoch zu ausführlich und detailreich zu werden. Genau richtig für ein Jugendbuch wie ich finde. Faszinierend finde ich auch das Cover. Der wunderschöne helle Blauton, lässt es richtig winterlich aussehen. Katinka und die beiden Przewalski-Pferde bringen ein wenig Wärme hinein. Der alte Wolfshund Taras, kaum sichtbar hinter einem Baum, als Beschützer der Gruppe. Ich kann "Winterpferde" jedem ans Herz legen, der gerne Pferdegeschichten der besonderen Art liest und die Geschichte - auch unsere Geschichte - nicht scheut. Auch als Klassenlektüre sehr empfehlenswert !!! www.literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2017/06/02/askania-nowa/ Dank an den Rowohlt Taschenbuch Verlag für das Rezensionsexemplar

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1092
  • Rettet die Prezwalski Pferde

    Winterpferde
    tinstamp

    tinstamp

    08. March 2016 um 16:06

    Darum geht's: Ukraine 1941: Maxim Borisowitsch Melnik ist der Tierwärter des Naturreservates Askania-Nowa. Die Deutschen stehen kurz vor der Gebietsübernahme. Max ist der Letzte, der sich noch in Askania-Nowa aufhält und erhält den Auftrag alle Tiere, die noch im Reservat leben zu erschießen. Die deutschen Soldaten sollen nichts Essbares mehr vorfinden. Doch Max liebt seine Tiere, besonders seinen Wolfshund Taras und die seltenen Przewalski Pferde, eine der letzten seiner Art. Als dann auch noch ein jüdisches Mädchen auftaucht, dass bei ihm Schutz sucht, begeben sich alle in große Gefahr.... Meine Meinung: Warum ich von Beginn an dieses Buch lesen wollte, kann ich gar nicht sagen. Mich interessieren Geschichten über den zweiten Weltkrieg, aber eher in Form von historischen Romanen und nicht als Jugendbuch verpackt. Doch dann gab es neben dem Kriegsthema auch die Przewalski Pferde, die zur Zucht in unserer Nachbargemeinde angesiedelt wurden. Deshalb sind diese Pferde auch keine Unbekannten für mich ;) Und auch das wunderschöne Cover hat mich begeistert, auch wenn ich sonst kein Cover Käufer bin. Also drei Gründe, die mich überzeugten diesen Roman zu kaufen und mein Bauchgefühl hat mich nicht betrogen.  Mit Maxim Borisowitsch Melnik, genannt Max, verband mich sofort seine große Liebe zu den Tieren. Er weigert sich den Auftrag auszuführen, die noch nicht getöteten Tiere im Naturreservat zu erschießen. Auch wenn er bereits ahnt, dass es andere für ihn tun werden, wenn er seinem Befehl nicht nachkommt. Besonders ans Herz gewachsen sind ihm die vom Aussterben bedrohten Przewealski-Pferde, die Urpferde, die schon in der Steinzeit auf die Höhlenwände gemalt wurden.  So hofft Max auf ein Wunder, denn es war immerhin ein Deutscher, Baron Ferdinand von Anhalt-Köten, der das Reservat 1828 gegründet hat. Unter dem Enkel des Barones hat Max gearbeitet und auch Deutsch gelernt. So hat er anfangs keine schlechte Meinung von den Deutschen. Doch Hauptmann Grenzmann, der sich mit seinen Soldaten im Reservat niederlässt, will die Urpferde töten. Er nennt sich zwar Pferdeliebhaber, doch er sieht nur in seinen Hannoveranern die einzig wahre Rasse. Die Przewalskipferde dagegen sind Wildpferde, die sich nicht zähmen lassen, noch dazu hässlich sind und eine biologisch minderwertige Rasse darstellen, die in den Augen der SS ausgemerzt gehört. Max ist entsetzt, als er hört, wie der Hauptmann den Befehl zum freien Abschuss gibt. Doch nicht nur Max versucht die Przewalski-Pferde zu schützen, sondern auch die vierzehnjährige Kalinka. Das Mädchen versteckt sich seit Wochen im Umkreis von Max Hütte im Schutz der Pferde. Sie hat ihre gesamte Familie und ihr Zuhause verloren und ist seit Monaten auf der Flucht. Die Pferde geben ihr Schutz und zu aller Überraschung verhalten sie sich gegenüber Kalinka völlig anders. Als alle Wildpferde bis auf einen Hengst und eine Stute erschossen worden sind, bittet Kalinka Max um Hilfe. Zuerst versteckt er das Mädchen und die letzten zwei Przewalski-Pferde, denn für ihn ist das Wichtigste diese Rasse vor dem Aussterben zu retten. Doch bald darauf werden Kalinka und die Pferde fast geschnappt und Max verhilft ihnen zur Flucht. Sein Wolfshund Taras soll sie beschützen, als er die kleine Gruppe in die ukrainische Steppe in Richtung der russischen Truppen schickt. Doch die Spuren im Schnee ermöglichen den Deutschen den vier Flüchtenden rasch zu folgen.... Im Vordergrund steht aber die Geschichte um Kalinka und die beiden Pferde. Nicht auf dem Krieg liegt hier das Hauptaugenmerk, sondern auf die Beziehung und Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Für gut befunden habe ich auch, dass die Deutschen hier nicht nur einseitig dargestsellt wurden, sondern dass auch immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass es auf beiden Seiten grausame und herzensgute Menschen gibt. Der Roman kommt mit wenigen Protagonisten aus. Kalinka, Max und Hauptmann Grenzmann, sowie die tierischen Begleiter Wolfshund Taras, die Stute Börte und Hengst Temüdschin. Die Charaktere sind sehr bildhaft beschrieben und vorallem Max war der große Sympathieträger. Kalinka war mir manchmal etwas zu reif und ernsthaft. Aber in Kriegszeiten und nach all den Erlebnissen, die sie hinter sich hatte, wird man sehr schnell erwachsen. Die Geschichte mutet manchmal etwas märchenhaft an. Die Tiere werden vermenschlicht, denn die äußerst scheuen Wildpferde folgen Kalinka auf Schritt und Tritt. Es werden den Pferden Eigenschaften zugesprochen, die sehr zweifelhaft sind. Auch der Mystik wird sich bedient. Das hat mich anfangs etwas gestört, da die Geschichte unglaubwürdig zu beginnen scheint. Doch wenn man sich darauf einlässt, hält man hier einen Roman in den Händen, der von einer wundervollen Freundschaft erzählt und einfach nur berührt. Schreibstil: Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig und bildhaft. Empfehlenswert wäre das Buch bei großer Sommerhitze zu lesen ;), denn mich hat noch mehr gefröstelt, als normaler Weise. Die Sätze sind eher kurz gehalten und dialoglastig. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, wird hier das Grauen des Zweiten Weltkrieges zwar beschrieben, doch es kommt zu keinen allzu brutalen und grausamen Beschreibungen. Viele Szenen sind nur angedeutet. Trotzdem kann man manche Handlungen zwischen den Zeilen herauslesen. Der Autor hat die Gratwanderung zwischen zu viel und zu wenig sehr gut gemeistert und den perfekten Mittelweg gefunden. Fazit: Eine sehr berührende Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier während einer unmenschliche Zeit. Wer sich an den märchenhaften Komponenten nicht stört, wird hier einen Roman finden, der zu Herzen geht. Absolut empfehlenswert! 

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  • Winterpferde-Ein ukrainisches Wintermärchen

    Winterpferde
    MyriamErich

    MyriamErich

    Was macht ein Märchen zu einem Märchen? Geheimnisvolle, sagenumwobene, magische Orte, dunkle Geheimnisse, märchenhafte Winterwälder... Im Jahr 1941 hält sich das jüdische Mädchen Kalinka im Naturreservat Askania Nova versteckt. Doch als die Nazis die Anwesenheit bemerken, muss Kalinka fliehen und mit ihr die sagenumwobenen und mittlerweile selten gewordenen Przewalski-Pferde. Der liebevolle Tierpfleger Max verhilft ihnen zur Flucht und riskiert dabei sein eigenes Leben. Wird es Kalinka gelingen, sich in Sicherheit zubringen? In seinem Roman "Winterpferde" entführt Philip Kerr seine Leser ins Jahr 1941, in einen ukrainischen Winter, der ebenso bitterkalt, wie majestätisch und wunderschön dargestellt wird. Die Märchenhaftigkeit dieses Buches wird dem Leser schon auf den ersten Seiten dargelegt. Gleich zu Beginn merkt der Autor an: "Viele Teile dieser alten Geschichte wurden zusammengesetzt wie Schereben einer kaputten Vase. Die Stücke passen nicht mehr so gut zueinander, wie man es sich wünschen würde, und es ist durchaus möglich, dass einige von ihnen gar nicht hierher gehören." Eine kleine Vorwarnung. Der Leser sollte nach Beendigung dieses Buches nicht allzu enttäuscht sein. Es handelt sich zwar um eine äußerst liebevolle Geschichte, märchenhaft und beinahe makellos schön. Doch sind einige Teile äußerst unrealistisch gestaltet, wollen nicht so recht passen. So werden die Tiere beinahe wie Menschen skizziert. Obwohl sie nicht sprechen, werden sie durch ihre Gestik, ihre Bewegungen und die Art, wie sie auf Kalinkas Worte reagieren, personifiziert. Dies mag auf den ersten Blick keineswegs auffällig erscheinen, doch im Laufe der Handlung passieren Dinge, die, wäre man näher an der Realität geblieben, in dieser Form so nicht vorgekommen wären. Somit wird eine weitere Aussage des Autors bestätigt: "Man kann nicht abstreiten, dass die Geschichte viele Lücken hat und einer genaueren Prüfung nicht standhalten würde. Die Historiker würden ihr widersprechen (...)." Die Charaktere sind liebevoll gestaltet. Besonders der alte Tierpfleger Max wächst dem Leser ans Herz. Seine Taten sind heldenhaft und voller Mut, obwohl er schon so schlimme Dinge in seinem Leben erleben  musste. Umso schlimmer und herzzerreißender erscheint einem das Schicksal welches ihn schließlich ereilt. Kalinka ist ein jüdisches Mädchen, das sich nach der Ermordung ihrer Familie bei Max versteckt. Dieser umsorgt sie liebevoll und vertraut ihr die zwei zuletzt verbliebenen Przewalski-Pferde und seinen Hund Taras an. Als die Nazis ihre Anwesenheit zu bemerken drohen, muss Kalinka mit ihren drei Freunden fliehen. Das Verbrechen, das die Nazis an den Juden begangen haben, auf die Przewalski-Pferde übertragen. Die Nazis, die bei Max leben, erschießen alle Prezewalski-Pferde im Natturreservat, mit Ausnahme eines Pärchens. Für die Nazis stellen diese seltenen Pferde eine Bedrohung dar. Sie werden als minderwertige Rasse beschrieben, die sich keineswegs mit dem Blut hochwertiger Hannoveraner vermischen darf. Besonders anschaulich wird auch dargestellt, wie der Krieg die Menschen beeinflusst, welche Auswirkungen er auf sie hat und wie sie sich dadurch verändern. So zeigt sich beispielsweise, dass Hautpmann Grenzmann ein Pferdeliebhaber ist, jedoch die Gesetze des Nazi-Regimes beachten muss. Demnach lässt er die Pferde töten, obwohl es ihm widerstrebt. Gegen Ende des Buches stößt Kalinka auf einen Bauernhof, in dessen Scheune sie dann mit ihren Freunden übernachtet. Die Bäuerin und ihr Mann müssen durch die Bombardements der Deutschen ohne Nahrung auskommen und sind demnach halb verhungert. In ihrer Not gehen sie sogar so weit, nicht nur die Tiere, sondern auch Kalinka schlachten zu wollen, um wieder besser leben zu können. Fazit: Eine nette Geschichte, allerdings mit ein paar Ungereimtheiten. Die Geschichte hätte wirklich viel Potenzial gehabt, wäre man etwas mehr an der Wahrheit geblieben. Doch was heißt das schon? "Wenn es eine Wahrheit gibt, die größer ist als alles andere, dann die, dass historische Fakten manchmal hinter der Legende zurücktreten müssen."

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    • 2
  • Einfach nur besonders ♥

    Winterpferde
    SofiaMa

    SofiaMa

    Das Cover finde ich wirklich schön. Man sieht Kalinka mit den beiden Pferden und dem Hund im verschneiten Wald sehen, von dem man auch nur ein paar Bäume sieht, der Rest ist im Schnee verborgen. Das Buch hat so etwas super Winterliches, was, weil es ja in der Ukraine spielt, ja auch gut zum Inhalt passt. Der Titel genauso. Ich finde es übrigens immer gut, wenn der Originaltitel, wenn er bereits gut zum Buch passt, übernommen oder übersetzt wird. Wenn sich die Verlage dann einen neuen Titel ausdenken, hat man es ja oft so, dass der dann viel weniger zum Buch passt als der Originaltitel, und das finde ich immer schade. Die Kapitel sind alle kurz bis mittellang; die gebundene Ausgabe des Buches hat einen Schutzumschlag und ein Lesebändchen (Jaaa! :D). Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich mir lange überlegt, was ich denn jetzt in die Rezension schreibe. Es ist wirklich schwer, das, was ich gelesen habe, in angemessene Worte zu fassen, aber eins trifft es dann doch ganz gut: Besonders. Winterpferde  ist wirklich in jeglicher Hinsicht besonders.  Ehrlich gesagt habe ich das in dem Ausmaße gar nicht erwartet, weil ich bis jetzt so gut wie gar nichts von dem Buch gehört habe, obwohl es wirklich gut ist. So zählt das Buch wohl zu den besonderen Schätzen, die nicht annähernd genug gewürdigt werden. Gut, genug herumgeschwafelt, jetzt geht´s ans Eingemachte (oder so..)! "Ich glaube, man hat immer eine Wahl. Das ist das, was uns zu Menschen macht. Jeder, der behauptet, er hätte keine Wahl, könnte genauso gut sagen, dass er nicht besser ist als Molnija, der ein Gebiss zwischen den Zähnen trägt und einen Sattel auf dem Rücken." (Max zu Grenzmann - S. 50) Auch einige Tage, nachdem ich es beendet habe, sind mir am meisten die beiden Protagonisten in Erinnerung geblieben. Sowohl Max als auch Kalinka sind beide sehr tolle Protagonisten; beide sind mutig und setzen sich selbstlos für das ein, was sie für richtig halten. Dabei ist Max, obwohl er nach außen hin wie ein grummeliger alter Mann wirkt, sehr einfühlsam. Sein eigenes Schicksal interessiert ihn kaum, da er bereits viel durchgemacht hat, aber für seine Tiere und später auch Kalinka setzt er alles ein, weil er deren Besonderheit erkennt. Auch das Mädchen hat bereits eine Menge erlebt. Trotzdem gibt sie nicht auf und gibt, wie Max, alles dafür, um die Tiere vor der SS zu retten. Diese ist durch Hauptmann Grenzmann brutal dargestellt, was einen starken Kontrast zu den anderen beiden Figuren und deren Umgang mit den Tieren bildet. Man erwartet es natürlich nicht anders, dass die Nazis und teilweise auch die Deutschen im Allgemeinen als böse Menschen dargestellt werden, das waren sie zu der Zeit ja auch, zumindest die Nazis. Was ich hier jedoch wirklich gut fand, ist, dass Kalinka zwar einerseits (zumindest anfangs) generell alle Deutschen hasst und sich vor ihnen fürchtet, Max im Gegensatz zu ihr jedoch zwischen Deutsche und Nazis differenziert. "Wenn Wohltätigkeit nichts kosten würde, wäre die Welt voller Philanthropen." (Max zu Kalinka - S. 67) Auch sind ein oder zwei Kapitel aus der Sicht von Grenzmanns Männern, in denen verdeutlicht wird, dass sie, obwohl sie bei der SS sind, auch Menschen sind, die ihren Beruf und die Aufgaben, die dieser mit sich bringt, nicht wirklich gerne macht. Dadurch erhalten die Figuren mehr Tiefe und werden nicht nur einseitig als "böse" dargestellt, sondern haben auch allesamt Menschlichkeit. Grenzmann selber ist allerdings, wie erwähnt, der wirklich Böse hier in der Geschichte, was ich allerdings nicht kritisiere. Dadurch, dass sich in seiner Mannschaft sowohl gute als auch böse Menschen zeigen, erhält das Buch ein bisschen "Realität". Auch wenn Winterpferde  um reale Geschehnisse herum aufgebaut ist, sind die Figuren und die Geschichte natürlich fiktiv, allerdings veranschaulicht der Autor dem Leser mithilfe dessen, wie es wirklich gewesen ist; bezogen auf die Menschen gab es selbstverständlich wirklich welche, die aus voller Überzeugung Nazis waren, aber auch genauso gut solche, die die angebliche "Richtigkeit" ihrer Handlungen hinterfragt haben und auch gar nicht so handeln wollten. Dies zu verdeutlichen ist Kerr meiner Meinung nach wirklich gut gelungen und die Authentizität der Figuren dadurch ist ein wichtiger Aspekt dafür, dass mir das Buch so gut gefallen hat. "Aber es ist doch ziemlich enttäuschend, dass der Mensch so zerstörerisch veranlagt ist." (Kalinka zu den Tieren - S. 213) Ein anderer Punkt ist die Darstellung der beiden Przewalski-Pferde und des Hundes Taras, die in Winterpferde  eine große Rolle spielen. Obwohl alles drei Tiere sind, haben sie hier sehr menschliche Züge, insbesondere die beiden Pferde, was mir sehr gut gefallen hat, weil so aufgezeigt wird, dass Tiere nicht einfach nur irgendwelche Tiere  sind, sondern allesamt auch eine Persönlichkeit und eine Seele haben und damit genauso einzigartig sind, wie jeder Mensch. Das unterstreicht auch noch die Wahl des Autors der Przewalski-Pferde (also quasi Urpferde), die zu dem Zeitpunkt beinahe ausgestorben waren. Diese Personifizierung der Tiere hat mir wirklich gut gefallen, vor allem, weil das nicht irgendwie "märchenhaft" oder kindisch wirkt, sondern real und besonders  eben. Man fiebert nicht nur mit den beiden Protagonisten mit, sondern auch mit den Tieren, da auch sie, wie bereits gesagt, eine Persönlichkeit entwickeln. Dafür brauchen sie auch keinen Dialog oder so etwas, sondern der Autor schafft es allein durch Beobachtungen der Protagonisten, dass der Leser sich auch in die Tiere hineinversetzen kann, was, wie ich finde, etwas ganz Besonderes ist. Wie also bereits angeschnitten, ist Winterpferde  bereits zu Beginn mitreißend, und das nicht nur, weil es von Anfang bis Ende absolut spannend ist, sondern weil es, vor allem auch durch die tollen, einzigartigen Figuren, den Leser einfach nur noch packt und nicht mehr loslässt, selbst dann nicht, wenn er das Buch bereits beendet hat. Zwischendurch ist man vielleicht auch mal wirklich zu Tränen gerührt. Dieses Buch ist wirklich etwas Besonderes, Die Figuren sind allesamt einzigartig und vielschichtig. Selbst in die Tiere kann sich der Leser hineinversetzen, und auch die Bösen sind nicht einfach nur böse. Alles wirkt sehr real, und auch diejenigen, die sonst vielleicht nicht so nah am Wasser gebaut sind, müssen hier schon einmal zum Taschentuch greifen. Zusammenfassend schlicht und einfach eine besondere  Geschichte, die mir so noch nie untergekommen ist und wahrscheinlich auch nicht wird. Klare Leseempfehlung an jeden und mit Abstand ein, wenn nicht sogar das Jahreshighlight! 5/5 Sterne.

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    • 5
    SofiaMa

    SofiaMa

    22. January 2016 um 16:11
  • Spannender Abenteuerroman für Jugendliche

    Winterpferde
    Literaturchaos

    Literaturchaos

    06. January 2016 um 09:14

    - "Gott", schnaubte Kalinka, sodass der Hengst sich umdrehte und sie erstaunt ansah. "Wenn Gott auf der Erde leben würde, würden die Leute ihm die Fenster einwerfen. Ganz sicher." - Zitat Seite 63 Kalinka, ein jüdisches Mädchen, hat allen Grund, an einem Gott zu zweifeln: Wir befinden uns im eisigen Winter 1941 in der Ukraine im Naturreservat Askania-Nowa, das das reinste Tierparadies ist - bis die Nazis es in Beschlag nehmen und aufgrund der Lebensmittelknappheit ein Tier nach dem anderen töten und verspeisen. Die Angestellten von Askania-Nova sind schon längst geflohen, nur Max, der alte Tierpfleger, und sein russischer Windhund Taras halten noch die Stellung. Max bekam von seinem Vorgesetzten den Auftrag, sämtliche Tiere des Reservats zu töten, damit sie den Deutschen nicht in die Hände fallen. Diesen Auftrag führte er jedoch nicht aus, da es schließlich ein Deutscher war, der Askania-Nowa gründete und Max somit an das Gute in den Soldaten, die bald kommen werden, glaubt. Leider hat er sich getäuscht, denn Befehlshaber Grenzmann hat es besonders auf die Przewalski Pferde abgesehen, jener Wildpferde, die es schon seit Urzeiten gibt und deren kleine Herde auf Askania-Nowa Max besonders am Herzen liegt. Diese Wildpferde werden von den Deutschen als minderwertig angesehen und sollen daher vernichtet werden. Als die Herde zusammengetrieben und ein Blutbad angerichtet wird, können jedoch zwei der Pferde, ein Hengst und eine Stute, entkommen und es besteht guter Grund zu der Annahme, dass sie die letzten ihrer Art sind. Zeitgleich versteckt sich die junge Jüdin Kalinka im Naturreservat. Ihre komplette Familie wurde von den Nazis getötet und Kalinka versucht zwar irgendwie zu überleben, sieht darin aber im Grunde gar keinen rechten Sinn. Sie trifft auf die beiden entkommenen Wildpferde und freundet sich mit ihnen an..... Ich muss dazu sagen, dass es sich bei "Winterpferde" um einen Abenteuerroman für Jugendliche handelt. Der Schreibstil ist klar und gut verständlich und die Grauen des Zweiten Weltkrieges sind zwar beschrieben, aber nicht zu brutal. Im Vordergrund steht ganz klar die Geschichte um Kalinka und die beiden Pferde. Die Stute ist nach dem Massaker der Deutschen verletzt und somit klopft Kalinka an Max' Hütte, um um Hilfe zu bitten. Der staunt nicht schlecht, dass die Pferde sich bei dem Mädchen wie zahme Schoßhunde benehmen und verhilft ihnen zur Flucht, als sie fast von den Soldaten erwischt werden. Kalinka bekommt Max' Windhund Taras als Verstärkung mit, als sie mit den Pferden über die ukrainische Steppe in Richtung der russischen Truppen flieht. Doch dummerweise liegt Schnee, was es den Deutschen einfach macht, der Spur der vier Flüchtenden zu folgen.... Bis hierhin hat mir der Roman wirklich gut gefallen, denn es ist eine spannende und abenteuerliche Geschichte und für diese kalte Jahreszeit genau richtig. Im weiteren Verlauf haben mich jedoch einige Sachen gestört: Kalinka ist mir zu vernünftig, zu abgeklärt, zu höflich, zu emotionslos und zu allwissend für ein 15jähriges Mädchen, das in der eisigen ukrainischen Steppe allein ums Überleben kämpft und deren komplette Familie von den Nazis ermordet wurde. - "Oh, du meine Güte", sagte sie. "Die Flugzeuge haben die Brücke getroffen. Wir waren gerade noch darauf. Wir hätten alle tot sein können." - Zitat Seite 243 Reagiert man so, wenn man um Haaresbreite dem sicheren Tod entkommen ist? Wohl kaum.... Die Pferde und der Hund werden im Laufe der Geschichte immer mehr vermenschlicht bzw. immer mehr zu Lassie, Flipper, Fury und Co. Sie scheinen denken zu können, Probleme zu erkennen und selber zu lösen. So erkennt der Hengst zum Beispiel, dass ihre Spuren im Schnee es den Verfolgern zu leicht machen, geht von selbst zurück, um eine falsche Spur zu legen, sucht anschließend nach einem Unterschlupf für die Nacht, um dann seine Mitstreiter dorthin zu führen. Mal abgesehen davon, dass nie gezähmte Wildpferde, die ja durchaus schlau sein mögen, niemals einfach so auf Schritt und Tritt einem Menschen folgen würden, würden sich selbst domestizierte Pferde nicht so benehmen, wie es im Buch beschrieben ist. Hier wäre es meiner Meinung nach viel besser gewesen, hätte der Autor nicht so wahnsinnig dick aufgetragen. Denn schon das Hauptthema, dass Kalinka ihre eigenen Sorgen und ihre Trauer vergisst, und alles auf sich nimmt, um diese beiden Pferde in Sicherheit zu bringen, um die Przewalski Pferde vor dem Aussterben zu bewahren, liefert doch schon genug Stoff für eine sehr spannende Geschichte. Trotz der allzu starken Vermenschlichung der Tiere bin ich größtenteils sehr gut unterhalten worden.

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  • LL rezensiert..

    Winterpferde
    lenasbuecherwelt

    lenasbuecherwelt

    13. December 2015 um 14:11

    Winterpferde spielt vom Sommer 1941 bis April 1944 in der Ukraine. Der Tierwärter Maxim Borisowitsch (Max) erlebt die Besetzung des Naturreservates Askania-Nowa von den Deutschen angeführt von SS-Hauptmann Grenzmann. Das Besondere an diesem Steppenreservat sind die dort lebenden wilden Przewalski-Pferde. Im Buch erfährt der Leser, dass über 7000 Jahre alte Zeichnungen von diesen Pferden, die der russische Forscher Nikolai Przewalski entdeckt hat, an Höhlenwänden in Frankreich entdeckt wurden. Obwohl die Wildpferde gerade mal eineinhalb Meter groß sind , einen kurzen Hals, kräftige Beine und einen kurzhaarigen, buschigen Schweif haben, werden sie als starke und sehr kluge Tiere beschrieben. Im Wald am Rand der Steppe des Reservates versteckt sich auch das jüdische Mädchen Kalinka, das eine einzigartige Beziehung zu den Wildpferden hat. Winterpferde hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Leser erlebt, dass der hässliche, alte Max sein Herz am richtigen Fleck hat. Und die große, dünne, 14-jährige Kalinka hat so viel Leid erlitten, dass sie nicht einmal weinen kann. Um so schöner sind die warmherzigen Szenen zwischen ihr und Max oder ihr und den Wildpferden, bei denen mir die Tränen kamen. Mich hat Kalinkas Flucht vor den Deutschen und ihren unfassbaren Gräueltaten gefesselt. Im eisigen Winter legt sie viele gefährliche Kilometer mit dem Leithengst Temüdschin, seiner besten Stute Börte und Max Wolfshund Taras zurück. Genauso besonders ist dabei die differenzierte Sicht des Autors. Trotz Krieg sind nicht alle Deutschen böse. Und auch nicht alle Russen sind gut. Und doch ist der Rassenwahn der Nazis für viele Menschen und auch für die Przewalski-Pferde, die nach dem 2. Weltkrieg fast ausgerottet waren, bedrohlich. Das Buch hat aber auch viele einzigartige Momente, die den Leser an das Menschliche, an Freundschaft, Mut, Tolerenz und Hoffnung glauben lassen. Bespielsweise erklärt Grenzmann, er habe „nur“ die Entscheidung seiner Vorgesetzten in Berlin, alle Przewalski-Pferde im Reservat zu töten, ausgeführt. Daraufhin antwortet ihm Max: „Ich glaube, man hat immer eine Wahl. Das ist das, was uns zu Menschen macht….“ (S. 50)

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  • Dieses Buch ist kein Buch. Es ist ein Geschenk und zugleich eine Erinnerungen.

    Winterpferde
    LeFaBook

    LeFaBook

    11. December 2015 um 16:13

    Inhalt: Es ist ein eisiger Winter 1941 auf Askania-Nowa, wo sich das jüdische Mädchen Kalinka versteckt hält. Hier in dem alten Naturreservat leben auch die seltenen Przewalski-Pferde. Sie scheinen zu spüren, dass Kalinka eine von ihnen ist – denn wie Kalinka sind sie in großer Gefahr vor den Nazis, die Askania-Nowa besetzen. Mit Hilfe des treuen Tierwärters Max flieht Kalinka mit zwei Pferden und einem Wolfshund Hunderte von Kilometern über die weiße Steppe der Ukraine. Doch können ein Mädchen und drei Tiere der Übermacht der Deutschen entkommen? [Quelle: Verlag] Meine Meinung: Vor einigen Tagen habe ich ein Buch in die Hände genommen. Dieses Buch besticht nicht durch Prunk, es fällt einem wegen seiner klaren Schlichtheit ins Auge und verbirgt so viel mehr, als der erste Blick zu zeigen vermag. Schon nach wenigen Kapiteln verlor ich mich in der Kälte von Askania-Nowa, dessen Zeilen etwas wachrufen, vor dem viele Ihre Augen verschließen. Es ist der Weg von Kalinka, der wir folgen dürfen. Im Winter 1941, wo Kälte und Krieg die Länder durchzieht gibt es ganz besondere Wesen, die dieses Land Heimat nennen - Przewalski-Pferde. Diese seltene und sanftmütige Pferderasse wird liebevoll von Max dem Tierwächter bewacht und großgezogen, doch sobald die SS Einmarsch hält soll auch dieser heile Fleck der Erde, erste Risse bekommen. So muss Max schweren Herzens die Tiere davontreiben, die von den dunklen Soldaten der Gier und Niedertracht gejagt und ermordet werden. Das jüdische Mädchen Kalinka taucht zu dieser Zeit aus ihrem Versteck auf, da auch sie genau wie Max, die Verbundenheit zu den Pferden spürt. Trotz größter Gefahr setzen Max und Kalinka alles daran, die Pferde zu beschützen. Ob Leben oder Tod. Das menschliche Herz ist ein seltsames Ding, doch das gilt auch für Pferde und ganz besonders für Wildpferde. ~ Seite 16   Ich greife sehr selten zu historischen Büchern, ganz besonders zu denen die in Zeiten von Kriegen und Verderben spielen. "Winterpferde" hat mein Herz trotzdessen schon im ersten Moment berührt, es ist die besondere Intensität mit der Philip Kerr die Geschichte der Pferde und Kalinka erzählt! So sind seine Worte eisig wie Schnee im tiefsten Winter, der mit jeder weiteren Gewalttat und Unrecht einem heftig ins Gesicht peitscht, gleichzeitig weicht jedoch die Härte -und Zeilen von Freundschaft und Hoffnung streifen einen wie eine zarte Schneeflocke, unberührt, unwirklich - fast märchenhaft. Die Kulisse von Askania-Nowa wird durch den bildhaften Schreibstil Wirklichkeit und lässt dunkle, wie auch lichte Momente entspringen. Ganz besonders begeistert war ich jedoch von der Darstellung der Pferde. Die SS sieht sie ebenso unrein und wertlos, wie jüdische Menschen, für sie sind Kalinka und die Pferde lästiges Schlachtvieh. Für mich waren beide jedoch große Schätze, die einem vermitteln wie wertvoll das Leben und die Freundschaft sind. Den Przewalski-Pferde wurde in diesem Buch Leben eingehaucht, man konnte die Wärme und Reinheit ihrer Seelen förmlich fühlen - sie wirkten menschlich und wahr. Auch wenn Max und Kalinka nur fiktive Personen sind, deren Existenz nicht mit Papieren belegt ist, hat es Philip Kerr jedoch geschafft - das man sich ihnen nicht nur verbunden fühlt, sondern das beide Charaktere auch zu einem Zeichen geworden sind -ein Bild zur Erinnerungen- was damals geschehen ist, was Menschen genommen wurde und das der Glaube und das Festhalten von Werten selbst dunkelste Stunden überdauern und das Herz mit Licht erfüllen kann. Dieses Buch ist kein Buch. Es ist von allem Etwas. Ein Geschenk von Herzen und Erinnerungen. Eine Botschaft sowohl für die Augen, wie auch die Herzen, jedem Mitglied dieser Welt mit Beidem, offen und auf selber Höhe zu begegnen....

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  • Zwei Pferde, ein Hund und ein Mädchen auf der Flucht.

    Winterpferde
    MimisBookworld

    MimisBookworld

    01. December 2015 um 16:28

    Inhalt: Es ist ein eisiger Winter 1941 auf Askania-Nowa, wo sich das jüdische Mädchen Kalinka versteckt hält. Hier in dem alten Naturreservat leben auch die seltenen Przewalski-Pferde. Sie scheinen zu spüren, dass Kalinka eine von ihnen ist – denn wie Kalinka sind sie in großer Gefahr vor den Nazis, die Askania-Nowa besetzen. Mit Hilfe des treuen Tierwärters Max flieht Kalinka mit zwei Pferden und einem Wolfshund Hunderte von Kilometern über die weiße Steppe der Ukraine. Doch können ein Mädchen und drei Tiere der Übermacht der Deutschen entkommen? Meine Meinung: Das Cover gefällt mir sehr gut. Die zwei abgebildeten Pferde entsprechen derselben Rasse um die es in dem Buch geht. Das Mädchen ist meiner Meinung nach definitiv Kalinka, bzw. so stelle ich sie mir vor. Auch der Wolfshund bekam seinen Platz auf dem Cover. Er ist halb verdeckt von den Bäumen und dem Schnee. Durch die sehr kalte Farbgestaltung des Covers bekam ich im voraus bereits einen Eindruck, wie kalt es in der Geschichte wird. Denn mal ehrlich, der Winter bei uns ist nichts im Vergleich zu dem Winter in der Ukraine... Dies war das erste Buch, dass ich von dem Autor Philip Kerr gelesen habe. Daher bin ich ohne großen Erwartungen an das Buch herangegangen. Vorallem, da ich noch nicht viele Bücher gelesen habe, die sich mit dem Thema Weltkrieg und Hitler auseinandersetzten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das Thema schon in der Schule gehasst. Es wurde eben immer langweilig behandelt und ich konnte nie wirklich etwas damit anfangen. Jetzt kommt ein großes ABER: Der Klappentext und die Leseprobe haben dann doch meine Neugier geschürt und ich konnte nicht anders als der Agentur Zeitdruck zuzusagen.  Der Schreibstil des Autors ist leicht verständlich, sehr detailiert und einfach gehalten. So flogen die Seiten und die Zeit nur so dahin. Und das Buch war in einem Rutsch ausgelesen. Wie man bereits dem Klappentext entnehmen kann, dreht sich die Handlung um den 2ten Weltkrieg und die Handlungen der Nazis. Doch das steht nicht im Vordergrund. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der Freundschaft, Liebe und auf dem Vertrauen, dass sich zwischen Mensch und Tier entwickeln kann. Die Charaktere sind dem Autor sehr gut gelungen und außerdem sehr authentisch. Kalinka ist jung, Jüdin und nun eine Waise. Sie versucht den Nazis zu entkommen und flüchtet sich in die Wildnis. Sie war mir sympathisch und ich konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. Ich habe sie auf ihrer Reise mehr als nur einmal bewundert für ihre Stärke und ihren Mut. Max ist ein Tierwärter und lebt mit seinem Hund im Reservat. Er war mir von Beginn an sympathisch. Er hilft Kalinka so gut er kann und soweit es ihm seine Mittel erlauben. Mit Max hat der Autor einen herensguten und vorbildlichen Charakter erschaffen. Die zwei Przewalski-Pferde die Kalinka begleiten, sowie der Wolfshund wurden sehr schön ausgearbeitet. Die Verhaltensmuster stimmen soweit über ein. Bis auf zwei, drei Szenen. Aber die fallen nicht ins Gewicht, denn immerhin ist es ein Jugendbuch. Der Autor hat definitiv ein Händchen für die Beschreibung von Landschaften. Manchmal hat es mich so gefröstelt, dass ich meine Heizung bis zum Anschlag aufgedreht habe. Natürlich habe ich mich auch ein bisschen mit dem Reservat und der Pferde- und Hunderasse auseinander gesetzt, alles rein theoretisch versteht sich. Es hat mir Spaß gemacht auf eigene Faust ein wenig zu recherhieren, sollte ich vielleicht öfters tun. Insgesamt ein sehr gutes Buch, das mich positiv überrascht hat. Philip Kerr hat mich mit diesem Buch überzeugt, dass Bücher über den zweiten Weltkrieg nicht unbedingt langweilig sind bzw. sein müssen. Für mich war es mal etwas anderes und ich bin froh, dass ich die Chance bekam es zu lesen. Ich empfehle das Buch gerne weiter. Vorallem an Pferdenarren! :) Ich vergebe für Kalinka, die Przewalski-Pferde und den zotteligen Begleiter auf vier Pfoten 4 von 5 Sternchen!

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  • [Rezension] “Winterpferde” von Philip Kerr

    Winterpferde
    buchstabentraeumerin

    buchstabentraeumerin

    29. November 2015 um 20:49

    Ein wenig hatte ich beim Lesen der Geschichte das Gefühl, einem alten Mann bei einer Erzählung zu lauschen, die ihm sehr ans Herz gewachsen war. Kennt ihr das Gefühl? Es war einfach so behaglich und schön, “Winterpferde” zu lesen – und das trotz der ernsten Thematik Zweiter Weltkrieg. Das lag zum Einen sicherlich an der Jahreszeit, schließlich werden wir zur Adventszeit alle etwas gemütlicher, oder? Zum anderen aber auch daran, dass es einfach eine zauberhafte Geschichte über Freundschaft war. Die Rezension entstand in Kooperation mit dem Rowohlt Taschenbuch Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Was passiert? In dem Roman von Philip Kerr geht es um den alten Tierwärter Max und ein junges Mädchen namens Kalinka. Die Geschichte spielt im Zweiten Weltkrieg, als die SS in die Sowjetunion einfiel. Kalinkas gesamte Familie fällt ihnen zum Opfer, nur sie alleine kann entkommen und ist seitdem auf der Flucht. Der Weg führt sie in die Nähe des Naturschutzgebietes Askanija-Nowa in der Ukraine, in dem auch einige der äußerst seltenen Przewalski-Pferde leben. Diese Wildpferde sind sehr intelligent, aber scheu und lassen sich nicht zähmen. Einzig Kalinka kann sich ihnen nähern und so verbringt sie einige Zeit inmitten der Herde. In Askanija-Nowa lebt und arbeitet Max bereits seit vielen Jahren. Sehr zu seinem Unmut hat sich jedoch vor Kurzem eine deutsche SS-Truppe sein Zuhause als Zwischenstopp ausgewählt. Er behält seinen Unmut für sich, doch als sie Jagd auf die Przewalski-Pferde machen und Kalinka mit den letzten beiden Überlebenden des Nachts vor seiner Tür steht, beschließt er zu handeln. Kalinka und die Wildpfere müssen in Sicherheit gebracht werden. Und so machen sich das Mädchen, die Pferde und ein Hund auf den Weg durch die winterliche Steppe.Das fand ich richtig gut! Philip Kerr spart sich eine ausführliche Einleitung, sondern stürzt sich unmittelbar ins Geschehen. Dabei sorgt der flüssige Erzählstil dafür, dass der Leser nicht abgehängt wird. In kurzen und klaren Sätzen beschreibt er das Schicksal und die Lebensumstände der Protagonisten Max und Kalinka. Sie haben viele schreckliche Dinge erlebt und gesehen und Kerr schafft die Gratwanderung, dies ausreichend anzudeuten, aber nicht allzu plastisch zu beschreiben. Dies empfand ich für ein Jugendbuch über den Zweiten Weltkrieg sehr angemessen. Ein großer Schwerpunkt wird auf die Dialoge gelegt. Max ist ein einfacher, aber durchaus weiser alter Mann, und Kalinka ist freundlich, voll kindlicher Naivität und sehr clever. Die Gespräche der beiden miteinander gehören zu den Dingen, die ich beim Lesen am meisten genossen habe. Dadurch gewinnt die Geschichte, wie ich fand, sehr an Wärme und Menschlichkeit. Natürlich habe ich mich während des Lesens auch schlau gemacht und nachgelesen, inwiefern die Geschichte auf historischen Tatsachen beruht. Und: Sie tut es. Zumindest in groben Zügen. Das gab “Winterpferde” mehr Gewicht und erzeugte direkt noch mehr Spannung. Mie gefiel außerdem sehr, dass die Charaktere ganz bewusst nicht eindimensional dargestellt wurden. Der Hauptmann der deutschen SS-Truppe beispielsweise hat auch seine nachdenklichen Moment, in denen er seine Aufgaben hinterfragt. Dann wieder stößt Kalinka auf Bewohner der Ukraine, die durch den Krieg jede Menschlichkeit verloren zu haben scheinen. Es wurde nicht pauschal verurteilt, sondern vielmehr herausgearbeitet, wie die Umstände Menschen verändern können.Was hat mich nicht so überzeugt? Im Grunde hat mich nur eines nicht so recht überzeugen können, und das war das Verhalten der Przewalski-Pferde. Sie gelten zwar als klug, doch was sie alles können sollen, empfand ich ab der Hälfte des Buches als Unglaubwürdig. Sie sind scheu und folgen dennoch auf einmal einem Menschen wie ein Schoßhund? Sie sind wild und unberechenbar und bleiben dennoch die gesamte Flucht über an der Seite des Mädchens und lassen sich sogar von ihm reiten? Sie sollen in Züge steigen und Treppen laufen? Nun, vielleicht können sie es, doch es erschien mir einfach ein bisschen zu viel des Guten. Darüber hinaus hat der Autor eine Art Kommunikation zwischen Kalinka und den Pferden stattfinden lassen, die schon beinahe menschlich ist. Es werden den Pferden Eigenschaften zugesprochen, die ich nicht glauben konnte.Fazit Obwohl mich die enorme Intelligenz und Menschlichkeit der Przewalski-Pferde nicht überzeugt hat, fand ich “Winterpferde” absolut lesenswert und empfehle es gerne jedem weiter, der Geschichten über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier mag. Es ist ein spannendes Buch voller kleiner Weisheiten und Beobachtungen!

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  • Bewegendes Lesehighlight

    Winterpferde
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    17. November 2015 um 19:17

    Kalinka ist die einzige Überlebende ihrer jüdischen Familie. Alle anderen wurden von deutschen SS-Mitgliedern, die in der Ukraine stationiert sind, um dort ihre Pflichten zu erfüllen, getötet. Um ihnen zu entkommen flieht Kalinka und findet Unterschlupf im ukrainischen Naturreservat Askania-Nowa, das für den Erhalt seltener, regionaler Wildtierrassen gegründet wurde. „Das menschliche Herz ist ein seltsames Ding, doch das gilt auch für Pferde und ganz besonders für Wildpferde.“ Dort leben neben Wildtieren, wie eine kleine Herde der ganz seltenen Urzeitpferderasse Przewalski, auch der Tierwärter Max und sein Windhund Taras. Seit eine Gruppe deutscher SS-Soldaten in Askania-Nowa eingezogen ist, muss er ihnen behilflich sein, sich dort zurecht zu finden. Eine Aufgabe, die er gegen seinen Willen erledigt, ihn aber davor bewahrt ebenfalls erschossen zu werden. Denn das passiert mit den Przewalskis, die nicht dem entsprechen, was der deutsche Hauptmann Grenzmann unter einem hübschen, sportlichen Pferd versteht. Ein Hengst und eine Stute können der Gewalttat entkommen, werden gerettet von Kalinka und gehen eine ganz besondere Freundschaft mit ihr ein. „ '[…] Das SS-Hauptquartier trifft die Entscheidungen in allen Rassenangelegenheiten. Und im Falle der Przewalski-Pferde hat Berlin mir befohlen, die Arbeit zu vollenden, die die Natur bereits begonnen hat, Max. Nämlich eine biologisch ungeeignete Rasse aus der Tierpopulation des Großdeutschen Reiches zu entfernen, um die Linie von vernünftig domestizierten Pferden wie Molnija davor zu schützen, von euren herumstreunenden Höhlenponys verunreinigt zu werden.[…]' “ „Winterpferde“ ist ein sehr beeindruckendes, emotionales Buch, das mich sehr bewegt hat. Angesprochen vom ausdrucksstarken Cover konnte Philipp Kerr, der mir bisher nur durch seine Fantasyromane für Kinder bekannt war, mein Interesse für diese sehr besondere Geschichte, die von einer historischen Gräueltat berichtet, wecken. Meine Angst, dass der Roman zu bedrückend und düster ist und große Traurigkeit bei mir auslösen würde, war größtenteils unbegründet. Man kann die Auge nicht davor verschließen, dass in den 1940ern ganz, ganz schreckliche Dinge passiert sind, die auch von Philipp Kerr nicht verherrlicht werden, aber die Hoffnung, die Kalinka in sich trägt, der Mut gegen Tod und Ungerechtigkeit anzukämpfen, dominieren und sorgen dafür, dass die Tränen der Trauer, denen der Erleichterung und Rührung weichen. „ 'Ich glaube, man hat immer eine Wahl. Das ist das, was uns zu Menschen macht. Jeder, der behauptet, er hätte keine Wahl, könnte genauso gut sagen, dass er nicht besser ist als Molnija, der sein Gebiss zwischen den Zähnen trägt und einen Sattel auf dem Rücken.' “ Philipp Kerr benutzt einen eher ruhigen Erzählton, setzt den Schwerpunkt auf fein herausgearbeitete Charaktereigenschaften, mit deren Hilfe eine sehr bildliche Darstellung von Historie, Handlung und Landschaft entsteht. Besonders die deutschen Soldaten stellen sich durch ihre Aussagen, die kontrovers und verblendet sind, auch ohne ihre Taten, in ein schlechtes Licht. Möchten besonders schlau und herrschaftlich erscheinen, wirken aber dümmlich und lösen beim Leser Wut und Missfallen aus. „ 'Aber diese Leute hier sind noch schlimmer. Das macht der Krieg aus den Menschen: Er verwandelt sie ihn böse Monster.' “ Das Mädchen Kalinka begibt sich auf eine mutige Reise, die nicht komplett der Realität entspricht und einige eher märchenhafte Passagen erhält, aber so dicht an der Historie des Zweiten Weltkriegs angelehnt ist, dass sie sicher so ähnlich tatsächlich passiert sein könnte. Dass die Rasse der Przewalskis fast ausgestorben wäre und auf nur neun Stammpferde zurückgeht, ist nicht Kerrs Feder entsprungen, sondern entspricht Tatsachen. Mir gefällt wie der Autor auf die irrsinnigen Gräueltaten des Kriegs hinweist, diese einbettet in die bewegende Geschichte eines Mädchens und zweier Pferde, die ein ähnliches Schicksal und eine besondere Freundschaft teilen, und so einen sehr lesenswerten Roman entwickelt, der für mich einer der Lesehiglights der Herbst- / Winterprogramme ist.

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  • Eine bewegende Geschichte über ein tapferes Mädchen

    Winterpferde
    BonnieParker

    BonnieParker

    16. November 2015 um 19:49

    Dieses Buch fiel mir durch eine Leseprobe in der Buchhandlung auf. Ich war sofort vom Cover begeistert und nachdem ich die Leseprobe gelesen habe, wollte ich mehr erfahren. Bei diesem Wetter und dieser Jahreszeit ist es das perfekte Buch, um sich einzukuscheln und zu lesen. Der Einstieg fiel mir gar nicht schwer, der Autor hat einen einfachen und leicht verständlichen Schreibstil. Die Schrift ist relativ groß gewählt, so dass man auch schnell durch das Buch durch ist. Das empfohlene Alter vom Verlag, kann ich nur bestätigen. Das Thema ist natürlich nichts für jüngere Kinder. Auch wenn der Autor auf extreme Darstellung der historischen Ereignisse verzichtet hat. Askania-Nowa kam mir teilweise wie eine Blase vor, die weit weg von den Ereignissen schien. Natürlich kommt diese Geschichte nicht umhin, auch auf schreckliche Ereignisse dieser Zeit hinzuweisen, aber doch gab es nur vereinzelte Stellen, die wirklich sehr grausam waren. Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen eindeutig die seltenen Pferde und Kalinka. Das Mädchen wirkte auf mich sehr tapfer und stark und sie war mir sehr sympathisch. Die Pferde musste man als Leser einfach nur ins Herz schließen, denn ihre Intelligenz und Art und Weise, wie sie mit Kalinka umgehen berührte mich sehr. Auch wenn einiges sehr unglaubwürdig und märchenhaft wirkte machte es trotzdem Spaß ihren Weg zu begleiten. Die Darstellung der Deutschen fand ich angemessen und es wurde deutlich, dass es auch Zweifler gab. Sie waren ja nun weit weg von Deutschland und teilweise fragte ich mich, wieso handeln sie so, wer soll das von Deutschland her überprüfen ? Aber das machte auch deutlich wie Folgsam die Soldaten jener Zeit waren. Max ist der Tierwärter und man hat mit ihm einen Charakter, der deutlich macht, dass man nicht alle vorverurteilen sollte. Er ist alt und hat eine ruhige nachdenkliche Art, die ich wirklich mochte. Sein Schicksal bewegte mich und wieder einmal wurde einem die Sinnlosigkeit mancher Handlungen der Deutschen vor Augen geführt. Ich fand dieses Buch wirklich bewegend und es stimmte mich mehr als nur einmal nachdenklich. Ich denke, dass es für Jugendliche ein wunderbares Buch ist, dass gerade für Mädchen ideal ist. Denn hier geht um besondere Pferde und ein mutiges Mädchen in einer mehr als schwierigen Zeit. Der Autor weißt hier auch schon in seiner Einleitung darauf hin, dass manchmal die Legende vor den historischen Fakten steht. Also sollte man dieses Buch nicht auf den historischen Prüfstand stellen und es steckt sicher einiges an Legende darin. Aber ich finde den Autor gelingt es hier sehr gut, uns zu verdeutlichen, dass es im Leben auf Vertrauen, Mut und Glauben ankommt. 

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  • Enttäuschende Pferdegeschichte

    Winterpferde
    Miramis

    Miramis

    Das Mädchen Kalinka befindet sich mitten in den Kriegswirren des 2. Weltkriegs in der Ukraine und ist völlig auf sich alleine gestellt, da ihre Familie komplett ausgelöscht wurde. Da trifft sie auf den Tierpfleger Max, der im Naturschutzgebiet Askania-Nowa über eine Herde der seltenen Przewalski-Pferde wacht. Auch sie bleiben vor den Kriegsgräueln nicht verschont, aber bevor die Deutschen auch noch das letzte verbliebene Zuchtpaar der Wildpferde ausrotten kann, macht sich Kalinka mit den beiden auf und flieht Richtung Front. Meine Meinung: Das Buch lässt mich sehr zwiespältig zurück. Es hat mir ein paar schöne, spannende Lesestunden beschert, andererseits hat sich manches sehr seltsam angefühlt. Es ist ein Jugendbuch, das musste ich mir immer wieder vor Augen führen, um nicht mit der falschen Erwartungshaltung heran zu gehen. Es ist dem Autor ganz gut gelungen, die Kriegssituation reel darzustellen, ohne dabei allzu viele Gewaltsszenen einzubauen. Das ist absolut jugendkonform, für mich hat es sich aber streckenweise seltsam verharmlosend angefühlt. Am ehesten konnte mich dieser Punkt am Ende überzeugen, als ein Bombardement geschildert wird - da kamen die Schrecken des Krieges in einer zerstörten ukrainischen Stadt am ehesten herüber. Mit den Figuren hatte ich auch ein paar Problemchen; Kalinka war mir sehr sympathisch, in manchen Situationen aber schon wieder zu abgebrüht und clever. Für Jugendliche mag das aber ok sein, mitfiebern kann man mit diesem Mädchen auf alle Fälle und ihre Zivilcourage als Vorbild nehmen. Ansonsten war ich zufrieden mit der Darstellung der Erwachsenen, die erfreulicherweise nicht eindimensional gut oder böse gezeichnet sind, sondern in ihrer Auseinandersetzung mit dem Krieg und seinen Folgen ambivalent erscheinen. Was mich sehr enttäuscht hat, sind die Pferdeszenen, und davon fast alle. Die Przewalski-Pferde mögen zwar intelligente Tierchen sein, aber was der Autor ihnen da auf die Fahnen schreibt, ist einfach Quatsch. Sie werden vermenschlicht, indem ihre Gedanken wiedergegeben werden, sie denken logisch und verhalten sich keinesfalls wie Wildtiere in Gefahr. Mit denen kann man vom Fleck weg reiten und lassen sich anspannen, sie steigen freiwillig in Züge und bewältigen Treppen - das geht für mich gar nicht, auch und gerade nicht in einem Jugendbuch. Damit kann ich den Roman eigentlich nicht mehr für voll nehmen. Interessanterweise ist auch noch ein Hund mit im Spiel, und den hat der Autor eigentlich recht gut getroffen. Seine Verhaltensweisen kann ich jederzeit abnicken, offenbar hat der Autor also doch ein gutes Gespür für Tierszenen. Umso enttäuschender, dass dies mit den Pferden nicht klappt. Was soll ich nun für ein Fazit ziehen? Die Geschichte von Kalinka und ihrer Flucht mit den Wildpferden hatte durchaus ihren Reiz und auch der Schreibstil mit seinen schönen Sprachbildern hat mir ganz gut gefallen, ebenso die winterliche Atmosphäre; aber das Buch hat für mich durch die oben genannten Kritikpunkte an Glanz verloren. Wer an diesen Punkten mal Fünfe gerade sein lassen kann, der kann es sicherlich damit versuchen, wer aber Wert insbesondere auf authentische Tierszenen legt, der wird bestimmt enttäuscht sein.

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    • 2
  • Wie ein Wintermärchen …

    Winterpferde
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    15. October 2015 um 10:47

    Ukraine, 1941: der Tierwärter Maxim liebt seine Arbeit und die Tiere des Naturreservates Askania-Nowa, vor allem die seltenen Przewalski-Pferde. Als der Krieg und damit die Nazis den Park erreichen, sehen die Pferde einer düsteren Zukunft entgegen. Da begegnet Max dem jüdischen Mädchen Kalinka, die sich vor den Deutschen im Reservat versteckt. Er ermöglicht ihr zusammen mit zwei Wildpferden und einem Wolfshund die Flucht, um die Frontlinie der Roten Armee zu erreichen. Doch ihre Spuren im Schnee sind weithin sichtbar … Ich kannte von dem Autor bisher nur die Bücher um den Privatdetektiv Bernie Gunther, die größtenteils ebenfalls während der Nazi-Zeit spielen und mir immer gut gefallen haben. Daher war ich neugierig auf seinen neuen Jugendroman – und wurde nicht enttäuscht. Direkt nach wenigen Seiten fiel mir der warmherzige Schreibstil positiv auf: es war, als ob man an einem kalten Winterabend vor einem prasselnden Feuer sitzen würde. Ein wenig märchenhaft, ein wenig mystisch. Wer einen nüchternen Bericht mit wissenschaftlichen Verhaltensweisen der alten Wildpferderasse erwartet, ist hier falsch. Die schrecklichen Erlebnisse von Kalinka und ihrer jüdischen Familie sowie weitere weniger schöne Szenen werden zwar angesprochen, aber nicht in ihrer Brutalität ausführlich beschrieben. Und das finde ich hier sehr passend, denn das Hauptaugenmerk des Buches richtet sich auch auf ungewöhnliche Freundschaften, Toleranz, Mut und Hoffnung. Kalinka ist ein außergewöhnliches junges Mädchen, das in ihrem bisherigen Leben viel Schrecken erlebt hat und nun auf der Flucht vor den Nazis ist, die ihre gesamte Familie umgebracht haben. Sie hat einen ganz besonderen Draht zu Tieren, vor allem zu den als unbezähmbar geltenden Przewalski-Pferde. Die Pferde sind bereit, ihr Schicksal an das von Kalinka zu binden, als ob sie spüren, dass sie beide das gleiche Schicksal erleiden, wenn sie den Nazis in die Hände fallen. Wobei die im Buch angesprochene Klugheit und Raffinesse der Tiere gar nicht so weit hergeholt ist, wie ich vor ein paar Jahren in einem Bericht gelesen habe – es sind in der Tat außergewöhnliche Tiere, die bereits in den Höhlenmalereien unserer Vorfahren verewigt wurden. Der Tierwärter Max kam mir anfangs etwas naiv und zu vertrauensselig vor, aber als ich mehr und mehr von seiner Geschichte erfahren habe, merkte ich, dass diese Einschätzung falsch ist. Er ist ein guter Mensch, der oftmals die Gesellschaft der Tiere der der Menschen vorzieht und seinem Herzen und nicht irgendwelchen Ideologien folgt. Die Darstellungen der Charaktere sind durchweg sehr gut gelungen: es gibt nicht nur die bösen Nazis und die guten Russen, sondern auch feine Nuancen dazwischen. Der Krieg zwingt Menschen oftmals zu Dingen, die sie eigentlich verabscheuen. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben, wie schon geschrieben, ist es eine wunderbare Lektüre für lange Winterabende und ich denke, es ist auch ein schönes Weihnachtsgeschenk. Ein großes Lob möchte ich noch für die Covergestaltung aussprechen, denn sie spiegelt exakt die ungleiche Fluchtgemeinschaft wieder.

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  • Krieg, eisiger Winter, zwei Pferde und ein jüdisches Mädchen

    Winterpferde
    steffibeffi90

    steffibeffi90

    25. September 2015 um 14:33

    Die Geschichte spielt im Winter 1941. Kalinka ist Jüdin und versteckt sich deshalb auf Askania-Nowa, einem Naturreservat. Der Krieg hat viele Opfer gefordert. Mittlerweile leben auf der Farm nur noch ein paar seltene Przewalski- Pferde und ein Mann namens Maxim Borisowitsch Melnik mit seinem treuen Hund. Max hat einen guten Charakter und weil ihn das Mädchen Kalinka leid tut, hält er sie auf Askania- Nowa versteckt. Deutsche Nazis nehmen das Reservat ein und selbst in dieser heiklen Situation hält Max sein Wort, bis es zu einem Zwischenfall kommt und Kalinka mit den selten Pferden auf sich alleine gestellt ist... Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch. Der Titel "Winterpferde" hat mich anfangs nicht begeistert. Ich habe die Geschichte aber völlig falsch eingeschätzt. Ich dachte, dass diese Geschichte viel mehr von Pferden handelt und dass diese auch die Hauptrolle spielen, was ja auch in gewisser Weise stimmt, aber das Buch konnte mich so mitreißen, das ich es in einem Rutsch durch hatte.  Auf dem Cover erkennt man bereits das Mädchen Kalinka, den Hund von Max und die beiden Przewalski-Pferde. Durch die eisigen Blautöne kommt der kalte Winter noch besser zur Geltung.  Ich habe noch nicht viele Bücher gelesen, in denen Krieg herrscht, deshalb war "Winterpferde" für mich eine neue Erfahrung.  Maxim, welcher im Naturreservat arbeitet muss plötzlich mit deutschen Soldaten, Nazis, klar kommen. Er versucht es ihnen Recht zu machen, damit sie ihn in Ruhe lassen. Anfangs klappt das auch ganz gut. Währenddessen muss er allerdings auch Kalinka vor ihnen verstecken, da sie Jüdin ist. Während ihres Aufenthalts baut Kalinka eine besondere Beziehung zu den beiden übrig gebliebenen Przewalski-Pferden auf. Auch als sie dann auf der Flucht ist, weichen die Pferde nicht von ihrer Seite.  Durch die lebendigen Beschreibungen des Autors kann sich der Leser noch besser in die Lage von Kalinka versetzen. Und wie ich in der Geschichte war, mit Leib und Seele habe ich mitgefiebert, ob Kalinka die Flucht gelingt und wie der Krieg letztendlich ausgeht.  Das Buch lässt sich wunderbar lesen und ich finde diese Geschichte ist etwas besonderes. Klar spielen Pferde eine größere Rolle in diesem Buch, aber das Wesentliche wird hierbei nicht verdrängt.  Ich kann "Winterpferde" jedem ans Herz legen, der gerne von Freundschaften zwischen Tier und Mensch liest und der dem grausamen Krieg ins Auge blicken möchte. 

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