Philip Pullman Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus“ von Philip Pullman

Philip Pullman erzählt eine Alternativgeschichte zum Gründungsmythos des Christentums: Er erzählt von den Zwillingen Jesus und Christus. Jesus ist ein verträumter Visionär, Christus ein gerissenes Organisationstalent, das den Grundstein für das korrupte System Kirche legt. Aus diesem Gegensatz entsteht eine moderne fiktive Geschichte von beeindruckender Logik und mit provokanter Auslegung des Evangeliums.

(4 CDs, Laufzeit: 4h 28)

Stöbern in Romane

Libellenschwestern

Eine Geschichte nach wahren Begebenheiten, die erschreckt und berührt - lesenswert!

ConnyKathsBooks

Moonglow

Einer der Meister des Geschichtenerzählens der hier erneut zu Höchstform aufläuft. Vielschichtig & immer amüsant.

thursdaynext

Letzte Fahrt nach Königsberg

Dicht, bewegend und grandios erzählt - eine Familiengeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg

Bellis-Perennis

Der Zopf

3 Frauen, 3 Schicksale. Sehr berührend. Regt zum Nachdenken über das Leben an.

MsChili

Wie man die Zeit anhält

Ein sehr schönes und berührendes Buch

Maralis

Eine bessere Zeit

Mit kleinen Schwächen, aber dennoch sprachgewaltig und fesselnd. Ich gebe nach einiger Überlegung 5 Sterne.

tonks

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus" von Philip Pullman

    Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus

    Rebekka_NP

    28. September 2012 um 18:44

    Hier gibt es eine bekannte Geschichte neu erzählt: Die Geschichte von Jesus Christus, hier als die Geschichte der Zwillinge Jesus und Christus. Kurzweilig und clever - das fasst dieses Buch zusammen. Widersprüche in der Bibel, scheinbar unterschiedliche Charakterisierungen von Jesus in der Bibel und die komplette Evolution der heiligen Schrift über die Zeit, werden hier mit spitzer Feder eingekreist und unterhaltsam rübergebracht. Zum Lachen und zum Denken.

    Mehr
  • Rezension zu "Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus" von Philip Pullman

    Der gute Herr Jesus und der Schurke Christus

    WinfriedStanzick

    29. July 2011 um 12:05

    Der britische Schriftsteller Philip Pullman wagt in seinem neuen Buch etwas eigentlich Unerhörtes. Er verändert, ohne die entsprechenden Stellen genau zu markieren, die biblische Überlieferung vom Leben und vom Sterben des Jesus von Nazareth. Er tut das in der durchaus guten Absicht, etwas auf die Spur zu kommen, was Christen und Nichtchristen seit langem beschäftigt und über das Theologen und deren Kritiker seit Jahrhunderten viele dicke Bücher geschrieben haben. Wie ist es dazu gekommen, so lautet die seit undenklichen Zeiten gestellte Frage, dass aus dem Liebesevangelium des Jesus von Nazareth eine verfasste Kirche mit Ordnungen und Hierarchien wurde, eine ausgefeilte theologische Dogmatik, die den einfachen Menschen, an die sich Jesus doch ursprünglich gerichtet hat, so fern ist wie der Mond und so unverständlich wie eine Sprache vom Mars. Der greise Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti hat eben in seinen „Spätsätzen“ gesagt: „Ihm, Jesus, glaube ich Gott.“ Und, seien Sie versichert, so wie ihm geht es vielen Frauen und Männern, die jeden Sonntag in den immer leerer werdenden Kirchen unseres Landes (außer natürlich am Heiligabend) die Botschaft von der Liebe Gottes verkündigen und die oft mehrmals in der Woche in den Trauerhallen der Städte und Dörfer versuchen, den Menschen nahezubringen, dass Gott mit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten dem Tod ein für alle mal die Macht genommen hat. Deshalb sollten gläubige Christen dieses zugegebenermaßen gewagte Buch nicht vorschnell aus der Hand legen, sondern dem nachspüren, was Pullman ausdrücken will, obwohl er dazu an keiner Stelle des Buches selbst etwas sagt, sondern seinen Leser auch damit alleine lässt, herauszufinden, was denn nun von seinen Texten den biblischen Überlieferungen entnommen ist, was er erfunden hat, und wen oder welche geschichtliche Kraft er hinter dem für ihn schon noch zu Lebzeiten von Jesus feststehenden Verkirchlichung seiner Botschaft steht. Sein Ansatz ist einfach. Maria hat nicht nur einen Sohn geboren im Stall von Bethlehem, sondern männliche Zwillinge. Jesus wird zum Prediger, der wie im Neuen Testament überliefert immer mehr Menschen um sich schart und tief von der baldigen Heraufkunft des Königsreich Gottes, der basilea tou theou, wie der griechische Urtext sagt, überzeugt ist. Sein Bruder Christus findet das durchaus gut, doch er ist skeptisch und fürchtet, dass Jesus bald Probleme mit der Obrigkeit bekommt. Ein Unbekannter und Namenloser, der „Fremde“, schleicht sich bei Christus ein, und macht ihm deutlich, dass schon jetzt eingegriffen werden muss. Christus lässt sich von einem Jünger Jesu alles, was er nicht selbst miterlebt, berichten und schreibt es auf, verändert auch die eine oder andere Überlieferung schon so, dass für eine kirchliche Nachwelt plausibel wird. Christus hält den Fremden für einen Engel. Der kundige Theologe hört und liest aus seinen Worten die Theologie der Gnosis und des Johannesevangeliums heraus. Nach der Darstellung Pullmans ist es Christus, der Jesus verrät für die höhere Sache. Jesus selbst wendet sich in einer langen Rede im Garten Gethsemane kurz vor seinem Tod enttäuscht von Gott ab und Christus verändert die Erzählung vom Kreuzestod. Er streicht nämlich den Bericht, dass auch Jesus, so wie allen Gekreuzigten die Beine gebrochen wurden, um den Tod herbeizuführen, sondern führt die Wundmale ein. Christus ist es auch, der den Frauen am Grab als Engel, den sie für den Gärtner halten, erscheint, und er begegnet den Emmausjüngern. Als evangelischer Theologe begrüße ich einen solchen literarischen Versuch, dem Geschehen nach dem Tod Jesu auf die Spur zu kommen, doch ich bemängele, dass Pullman keine Quellenangaben macht, seine historisch und in der heutigen Zeit meist auch biblisch nicht kundigen Leser zu einer steilen These verführt, die einfach gut kommt. So hat er bei seiner These vollkommen die Theologie des Paulus vergessen, der lange vor der gnostischen Tradition und lange vor der johanneischen Schule die wahrhaft prägende Interpretation des christlichen Glaubens gefunden hat, etwa im Römerbrief , in den beiden Korintherbriefen und in den Briefen nach Thessalonich. Es ist unbestritten, dass es in der Zeit zwischen der mündlichen Überlieferung bis zur den ersten schriftlichen Zeugnisses der neuen christlichen Bewegung Veränderungen gab. Aber es grenzt schon an eine schlechte Verschwörungstheorie, dies schon zu Lebzeiten Jesu anzusetzen. Ein Literat darf das, aber Pullmans Buch ist von keiner einzigen echten Forschung zur Frühgeschichte des Christentums gedeckt. Ich wünsche ihm dennoch viele Leser, weil es sich immer lohnt, sich mit der jesuanischen Tradition und mit dem, was aus ihr geworden ist, auseinanderzusetzen. Noch einmal Kurt Marti: „Wir sollen nicht wollen, was wir nicht können, nämlich uns ein Bild von Gott machen. Und doch können wir uns Gott nicht ohne bildhafte Vorstellung denken. Halten wir es also wie die Bibel: Sie redet von Gott in vielen verschiedenen Bildern und lässt diese ins neutestamentliche Bekenntnis münden, Jesus Christus sei das menschliche ’Ebenbild des unsichtbaren Gottes’(Kolosserbrief 1,15)“. Die hier vorliegende vollständige Einspielung des Schauspielers Hanns Zischler ist eine echte Alternative zum Selbstlesen. In seiner Stimme, in seinem Tonus und seiner inneren Spannung, mit der er den Roman liest, bringt er den Konflikt zwischen Jesus und Christus, das was Pullman ausdrücken wollte, sehr gut zur Geltung.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks