Philip Roth

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Autor von Der menschliche Makel, Empörung und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Philip Roth

Die Jüdische-Identität: Philip Roth wurde am 19. März 1933 als Sohn jüdischer Eltern in Newark, New Jersey, USA geboren. Er absolvierte sein Studium am Newark College der Rutgers University. 1954 schloss Roth den Bachelor of Arts an der Bucknell University, Pennsylvania ab. 1955 folgte der Master of Arts an der University of Chicago. 1956-1958 nahm Philip Roth eine Lehrtätigkeit an der University of Chicago an. Sein Fachbereich war Englische Literatur. 1959/1960 erhielt Roth das "Guggenheim Fellowship" 1960-1962 nahm er eine Lehrtätigkeit beim „Creative Writing“ am Writer’s Workshop der University of Iowa an. 1962-1964 war er Writer in Residence in Princeton, 1965 dann Writer in Residence in Philadelphia. Seit 1965 lebt Philip Roth vorwiegend in New York und ist seit 1970 Mitglied des „National Institute of Arts and Letters“. In seinen Romanen diskutierte er oft die Jüdische-Identität, so auch in seinem Skandalroman "pOrtynoys Beschwerden", der ihn berühmt machte. Am 22.5. 2018 starb der Autor in New York City

Neue Bücher

Der menschliche Makel

 (337)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Hanser, Carl.

Amerikanisches Idyll

 (76)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Hanser, Carl.

Verschwörung gegen Amerika

 (79)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Hanser, Carl.

Mein Leben als Sohn

 (24)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Hanser, Carl.

Alle Bücher von Philip Roth

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Der menschliche Makel

Der menschliche Makel

 (337)
Erschienen am 24.09.2018
Empörung

Empörung

 (125)
Erschienen am 01.11.2010
Jedermann

Jedermann

 (113)
Erschienen am 01.03.2008
Das sterbende Tier

Das sterbende Tier

 (104)
Erschienen am 01.10.2004
Amerikanisches Idyll

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 (76)
Erschienen am 24.09.2018
Verschwörung gegen Amerika

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 (79)
Erschienen am 24.09.2018
Nemesis

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 (60)
Erschienen am 01.01.2011
Die Demütigung

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 (61)
Erschienen am 01.11.2011

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Neue Rezensionen zu Philip Roth

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Rallfoss avatar

Rezension zu "Jedermann" von Philip Roth

Als sei es aus der Ferne beobachtet...
Rallfosvor 25 Tagen

Philip Roths Roman "Jedermann" ist inhaltlich schon bei vielen anderen Rezensionen dargestellt worden.
Aus einer größeren Distanz beschreibt der Autor ein Leben und dessen Niedergang. Die Schnitte in Form von Rückblenden sind sorgsam gesetzt, sodass ein schemenhaftes Bild eines Daseins entsteht, das austauschbar zu sein scheint. Schemenhaft im Überblick, mit einigen klaren Details der beschriebenen Lebenssituationen. Jedermann ist schließlich jeder.
Mit dem direkten Fokus auf Krankheit und Zerfall und einem indirekten auf Sex erlebt der Leser den Niedergang eines Menschen in vielen Facetten.
In ruhiger, angenehm zu lesender Sprache ist das dünne Buch kurzweilig und lädt zum nachdenkan ein. Ohne erhobenen moralischen Zeigefinger, ohne Besserwisserei kann sich jede Leserin / jeder Leser das herausziehen, was ihr oder ihm im Augenblick des Lesens wichtig erscheint.
Lesenswert und kurzweilig.

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LarissaMarias avatar

Rezension zu "Portnoys Beschwerden" von Philip Roth

Zwangsstörung meets Promiskuität.
LarissaMariavor 2 Monaten

Ich wusste ja worauf ich mich einlasse. Im Prinzip zumindest. Zwangsstörung meets Promiskuität.

Nicht selten wurde Philip Roth dafür kritisiert, dass seine Charaktere zu getrieben sind, es ginge nur um Sex und Selbstmitleid,
Die geteilten Meinungen, welche über ihn kursieren, haben mein Interesse geweckt. Ich wollte mir selbst ein Bild machen.

Ich lernte also Alexander Portnoy kennen; einen jüdischen Amerikaner, der beim Psychiater sitzt und sein Leid klagt.
Das würde das ganze Buch eigentlich schon in einem Satz zusammenfassen.

Der Monolog, aus dem das Buch besteht, veranschaulicht seinen Werdegang, schildert eine Existenz ohne besondere Sternstunden, ohne besonderen Glanz.

Seine Kindheit mit der Glucken-Mama und dem Waschlappen-Vater, seine Jugend, das Erwachen seiner Sexualität welche gleich in zwanghafte Sphären abdriftet, seine Unfähigkeit eine gute Beziehung zu führen… es ist eine endlose Misere.

Ich war während des Lesens ständig hin und her gerissen; zwischen Abscheu vor dem Protagonisten und Bewunderung für die Fähigkeit von Roth, dessen verrückte Gedankensprünge so anschaulich darzustellen.

Daher machte das Lesen irgendwie Spaß. Großteils war ich einfach nur genervt von Portnoys Veranschaulichungen, seinen Anschuldigungen, seiner Unfähigkeit zu erkennen, dass man an seinen Fehlern arbeiten kann, dass es eine eigene Art von Spannung erzeugt hat.

Ich bin nicht restlos begeistert, aber besonders die Pointe am Schluss hat mich nochmals laut auflachen lassen.

Also der Gesamteindruck war nicht schlecht.

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awogflis avatar

Rezension zu "Der menschliche Makel" von Philip Roth

Mediokre Altherrenfantasie mit viel Geschwafel, platten Figuren aber grandiosem Plot
awogflivor 5 Monaten

Wenn ich mich bei meinen Buch-Freunden umsehe, dann fällt auf, dass dieses Werk extrem stark polarisiert. Die einen lieben es, die anderen finden kein gutes Haar an ihm.  Ich bin diesmal wie so oft in der Mitte und kann sowohl die Begeisterung als auch die Ablehnung verstehen, so wie ich hier auch die Stärken und Schwächen dieses Werkes anmerken kann.

Im Gesamtplot finde ich die Geschichte echt grandios. Ein sehr heller Schwarzer konsturiert seine Lebenslüge als weiße Identität, inklusive sagenhaftem akademischen und gesellschaftlichen Aufstieg, aus der er nicht mehr herauskann. Irgendwie rächt sich diese Bitch von Karma, da er wegen eines Missverständnisses als Rassist gegen Schwarze diffamiert wird. In dieser von Roth konstruierten Konstellation bekommt der Begriff Zwickmühle eine Bedeutung, die der griechischen Tragödie gleichkommt. In einer Doppelmühle kann der falsche Protagonist SilkySilk wählen zwischen: Weißer Rassist, der akademisch in den neuen politisch korrekten Zeiten einfach erledigt ist oder Neger, der sich durch Schwindel einen ihm nicht angemessenen akademischen Posten erschlichen hat bzw. nur ein verdammter dreckiger Lügner, der auch seine Familie an der Nase herumgeführt hat. Vor allem der Verrat an der Familie und seinen Kindern wiegt so schwer, dass er nicht mehr zurück kann und den weißen Rassisten stehenlassen muss, unpackbar wenn rauskäme, dass er seine Familie lebenslang angelogen hat und die Beziehungen seiner Kinder der Katastrophe ausgesetzt hätte, dass in Filialgeneration 3 ein reinrassiger Neger rausschlüpft. Er hat die Wahl zwischen Pest und Cholera

Auch die Sprachfabulier und Erzählkunst ist streckenweise ausgezeichnet, bis sie in die furchtbar typische amerikanische eitle Schwadronierkunst ausufert, die fast jedem US-Autor im Verlauf seines Romans ein bisschen entgleist. Eine epische Landstraße wäre oft angemessener als ein breiter 10spuriger highway. Vor allem die Kapitel 3-4 strotzen nur so vor epischem sinnlosen Füllmaterial. Das beginnt mit den beschissenen Krähenszenen über das elaborierte oft sehr substanzlose philosophische Geschwafel des amerikanischen Pildungspürgers über Rousseau, Heidegger und andere Philosophen, deren Theorien aber nicht konsistent wirklich in den Plot eingebaut werden, sondern nur zitiert werden, damit man damit prahlen kann, was man alles gelesen hat und wie man seichte Querverweise mit der Mistgabel in den Roman hineinschaufelt. WTF das hier ist Literatur und keine wissenschaftliche Arbeit, in der jener gewinnt, der von den meisten Quellen "abgeschrieben" (natürlich zitiert - das ist ein Wissenschaftswitz) hat.
Es endet übrigens in einem verdammten elitären Kulturpessimismus (Szene Ernestine und Zuckerman), ala früher waren alle klüger, den ich einfach nicht mehr ertragen kann, weil er auch heutzutage von Literaturprofessoren, die offensichtlich noch nie was von lebenslangem Lernen gehört haben und sich gegen jede Literatur- und Medientransformation mit überheblichem eltärem Geschwafel sperren, noch immer angewandt wird.

Die Analogien zur griechischen Tragödie und mehrfache Zitierung derselben halte ich jedoch in zweierlei Hinsicht für wundervoll. Erstens ist der Protagonist Professor für klassische Literatur, die vor allem das griechische Drama umfasst. Zweitens ist das gesamte Werk als ziemlich geniale griechische Tragödie aufgebaut. Am Ende kommen die größten Schurken gottgleich auch noch davon und profitieren sogar vom Unglück des Protagonisten.

Inhaltlich spielt der Roman dann auch noch ein bisschen Gesellschaftskritik an der amerikanischen Scheinheiligkeit der akademischen Schichten. Selbst dort bei den ach so humanitären Wesen wird die political correctness als sehr effektive Waffe gleich einer Atombombe in den Ränkespielen und Intrigen der universitären Welt eingesetzt. Jaja das kenne ich sehr gut. Nirgends fliegen die intriganten Hackln so tief und effizient wie auf den Fluren der Universitätsinstitute.

Was für mich inhaltlich auch extrem störend ist, sind die geilen unrealistischen Altherrenphantasien, die von ärgerlich über peinlich, grotesk bis total armselig reichen. Ist schon arg traurig, wenn sich fast ein Drittel des Romans über die schwindende Manneskraft, Sex, der Segen von Viagra und die Erhöhung des alten klugen Mannes über die jungen Frauen definiert.


Das Bildnis der Frauen in diesem Roman  also die Figuren sind auch voll von Stereotypen und Klischees, die platter und peinlicher gar nicht gehen. Die ungebildete, Katastrophen wie ein Magnet anziehende Hure mit dem goldenen Herzen und die gebildete, etwas einsam verklemmte pöhse Intrigantin. Coleman Silks Frau Iris wird dann sowieso nur mehr ganz flach auf ihre Haare und auf ihren politischen Kampfgeist reduziert. Für einen dritten Frauentypus etwas differenzierter gestaltet hat offensichtlich die Fantasie des Autors nicht mehr gereicht. Ach ja und dann auch noch die brave duldende kulturpessimistische Lehrerin in einer kleinen Nebenrolle.

Etwas ungewöhnlich sind auch die völlig randomisierten Wechsel der Erzählperspektiven. Ich habe lange überlegt, ob sie mich nerven, bin aber draufgekommen, dass sie mich herausfordern, aber irritieren.

Fazit: Die Story ist prinzipiell grandios, hätte man ordentlich lektoriert und das ganzee Füllmaterial herausgestrichen, wäre schon mal ein guter Roman herausgekommen. Die Figuren sind klischeehaft und das intellektuelle Geschwafel ist einerseits himmlisch, dort wo es dazupasst und dort wo es als eitles Geschwätz eingesetzt wird, das mit der Handlung nichts zu tun hat, ist es nur unerträglich. So kommt bei Abwägung aller Faktoren für mich in Summe zwar kein schlechter, aber ein recht mediokres Werk heraus.

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Zusätzliche Informationen

Philip Roth wurde am 19. März 1933 in Newark/New Jersey (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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