Philip Roth American Pastoral.

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Inhaltsangabe zu „American Pastoral.“ von Philip Roth

<I>Dieser Titel ist in englischer Sprache.</I><BR> Brent Newark? Mit <I>Amerikanisches Idyll</I> verfaßte Philip Roth eine Chronik des kulturellen Erdbebens der sechziger Jahre in Amerika. <P> In seinem letzten Roman <I>Sabbaths Theater</I> setzte sich Philip Roth bisher am ausführlichsten mit dem Chaos des Sex auseinander. Möglicherweise hat diese Glanzleistung der existenziellen Geilheit, für die er 1995 den amerikanischen National Book Award bekam, dem Autor ein wenig seiner libidinösen Energie genommen. Jedenfalls hat Roth nun sein Augenmerk weg vom Schlafzimmer und hin zur Kultur im allgemeinen gelenkt -- genauer gesagt, zur amerikanischen Kultur der sechziger Jahre. <I>Amerikanisches Idyll</I> nimmt das Age of Aquarius genau unter die Lupe. Für Millionen von Amerikanern ist diese Zeit natürlich ein Objekt der Nostalgie. Für Roths Protagonisten (und vielleicht für den Autor selbst) gleicht dieses Jahrzehnt dagegen einer einzigen, langen gesellschaftlichen Kernschmelze, in der die Ideale nicht nur einer, sondern gleich mehrerer vorangegangener Generationen auf grausame Art vernichtet wurden. <P> Und wer ist diese Figur? Wenn man Roths geradezu gattenhaftes Verhältnis zu seinen jüdischen Glaubensbrüdern bedenkt -- er kann nicht mit ihnen leben, und er kann nicht ohne sie leben -- überrascht es nicht, daß sein Held ebenfalls Jude ist. Roth scheint allerdings entschlossen, für diesen Seymore Irving Levov einen "all-American"-Status zu gewinnen und stattet ihn mit blauen Augen, blondem Haar und der Art von kantiger Attraktivität aus, die man mit dem Marlboro-Mann assoziiert. Kurzum ist Seymore ein aufrichtiger Typ und, wie Roth es ausdrückt, "es schien, daß nicht ein Tropfen Witz oder Ironie seinem goldenen Talent für Verantwortung in die Quere kommen könnte." <P> Fast 20 Jahre lang verläuft Seymores Lebensweg wie der der meisten aufrichtigen Typen. In seiner High School in Newark ist er ein erfolgreicher Sportler. Er heiratet seine College-Liebe (Miss New Jersey, 1949) und übernimmt die Handschuhfabrik seines Vaters. Er genießt den Wohlstand der Nachkriegsjahre. Sein Fleiß und sein Anstand, so scheint es, haben sich ausgezahlt. Seymore ist ein glücklicher Mann in einem amerikanischen Garten Eden. <P> In diesem Garten Eden lauert jedoch eine Schlange. Die sechziger Jahre brechen an, und sie scheinen Seymores geliebte Tochter Merry mit einigen außerordentlich antiamerikanischen Ideen zu infizieren. Ihre allmähliche Verwandlung in eine ausgewachsene, bombenwerfende Revolutionärin ist eine Quelle des Schmerzes für Roths Mittelklassen-Apoll. Die Zerstörung von Seymores Familie wird zum genauen Spiegelbild der großen gesellschaftlichen Brüche, die schließlich in einer Feuersbrunst in der Stadt Newark gipfeln. <P> Das amerikanische Idyll, wie Roth es formuliert, ist durch den amerikanischen Berserker ersetzt worden. Und während sein Roman als Klagelied auf das erstere dient, stellen seine letzten Seiten ein wütendes Eingeständnis des letzteren dar. Philip Roth's 22nd book takes a life-long view of the American experience in this thoughtful investigation of the century's most divisive and explosive of decades, the '60s. Returning again to the voice of his literary alter ego Nathan Zuckerman, Roth is at the top of his form. His prose is carefully controlled yet always fresh and intellectually subtle as he reconstructs the halcyon days, circa World War II, of Seymour "the Swede" Levov, a high school sports hero and all-around Great Guy who wants nothing more than to live in tranquillity. But as the Swede grows older and America crazier, history sweeps his family inexorably into its grip: His own daughter, Merry, commits an unpardonable act of "protest" against the Vietnam war that ultimately severs the Swede from any hope of happiness, family, or spiritual coherence.

Einer der wichtigsten und besten Vertreter der "Great American Novel".

— Heldentenor
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  • "What on earth is less reprehensible than the life of the Levovs?"

    American Pastoral.

    Heldentenor

    12. November 2016 um 20:19

    Roth' literarisches Alter Ego Nathan Zuckerman trifft nach Jahren auf den großen Star seiner Highschool-Jahre: Seymour "The Swede" Levov. Blond, ehrlich, zurückhaltend und ein unbezwingbarer Sportler. Von allen Mädchen angehimmelt, von den Jungen verehrt und Eltern und Lehrern gleichermaßen respektiert. Bei dem vom Schweden erbeten Treffen hat Zuckerman jedoch das Gefühl, dass er etwas, während er von seinen Kindern und seiner zweiten Ehe erzählt, verschweigt. Ihm gelingt es nicht, den Schweden zum Reden zu bringen und erfährt auf einem Klassentreffen, dass er verstorben ist. Hieran entspinnt sich nun die Erzählung des unglücklichen Ende des ersten Lebens des Schweden. Der hat alles richtig gemacht und doch verübt seine 16-jährige Tochter einen Bombenanschlag auf einen kleinen Tante-Emma-Laden. Ein Mensch stirbt. Und das Buch begibt sich auf die Suche, ob hierfür im Leben und Handeln des Schweden eine Ursache zu finden ist. Sein Leben wird vor der Folie der Veränderungen seiner (und Philip Roth') Heimatstadt, des jüdischen Lebens an der Ostküste der USA und der gesamten gesellschaftlichen Umbrüche der 1960er Jahre verhandelt. Rassenunruhen, Vietnamkrieg, die Flucht in die Vororte, Beginn der Globalisierung, jüdische Assimilation usw.Die Klasse von Roth als Autor zeigt sich daran, wie mühelos es ihm gelingt, aufzuzeigen, wie große Veränderungen das Leben der Protagonisten im Kleinen beeinflussen und bestimmen. Seine Figuren leben und sind nicht nur Komparsen um Themen zu erörtern. Flüssig und anschaulich geschrieben und - untypisch für Roth - kaum Sex. Ein großartiger Roman, und Themen, die angesichts der jüngsten politischen Entwicklungen unverändert relevant sind. Und am Ende fragt man sich wie der zitierte letzte Satz des Romans: Hat der Schwede das verdient?

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