Der menschliche Makel

von Philip Roth 
4,1 Sterne bei336 Bewertungen
Der menschliche Makel
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Neue Kurzmeinungen

Tulpens avatar

Toller Schreibstil, aber ich fand es schwer Zugang zu den Figuren und ihren Motiven zu bekommen

EarlMobilees avatar

Ein Buch über Amerika wie kein zweites!

Alle 336 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der menschliche Makel"

Zuckermann begegnet dem alternden Professor Coleman Silk, der durch Missverständnisse und Intrigen alles verloren hat – sein Renommee, seine Familie. Das große Geheimnis, das ihn umgibt, kann er wahrscheinlich nur mit Faunia, seiner jungen Geliebten, teilen. Ein Sittenbild der amerikanischen Gesellschaft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446262386
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:408 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:24.09.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.02.2008 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    awogflis avatar
    awogflivor 3 Monaten
    Mediokre Altherrenfantasie mit viel Geschwafel, platten Figuren aber grandiosem Plot

    Wenn ich mich bei meinen Buch-Freunden umsehe, dann fällt auf, dass dieses Werk extrem stark polarisiert. Die einen lieben es, die anderen finden kein gutes Haar an ihm.  Ich bin diesmal wie so oft in der Mitte und kann sowohl die Begeisterung als auch die Ablehnung verstehen, so wie ich hier auch die Stärken und Schwächen dieses Werkes anmerken kann.

    Im Gesamtplot finde ich die Geschichte echt grandios. Ein sehr heller Schwarzer konsturiert seine Lebenslüge als weiße Identität, inklusive sagenhaftem akademischen und gesellschaftlichen Aufstieg, aus der er nicht mehr herauskann. Irgendwie rächt sich diese Bitch von Karma, da er wegen eines Missverständnisses als Rassist gegen Schwarze diffamiert wird. In dieser von Roth konstruierten Konstellation bekommt der Begriff Zwickmühle eine Bedeutung, die der griechischen Tragödie gleichkommt. In einer Doppelmühle kann der falsche Protagonist SilkySilk wählen zwischen: Weißer Rassist, der akademisch in den neuen politisch korrekten Zeiten einfach erledigt ist oder Neger, der sich durch Schwindel einen ihm nicht angemessenen akademischen Posten erschlichen hat bzw. nur ein verdammter dreckiger Lügner, der auch seine Familie an der Nase herumgeführt hat. Vor allem der Verrat an der Familie und seinen Kindern wiegt so schwer, dass er nicht mehr zurück kann und den weißen Rassisten stehenlassen muss, unpackbar wenn rauskäme, dass er seine Familie lebenslang angelogen hat und die Beziehungen seiner Kinder der Katastrophe ausgesetzt hätte, dass in Filialgeneration 3 ein reinrassiger Neger rausschlüpft. Er hat die Wahl zwischen Pest und Cholera

    Auch die Sprachfabulier und Erzählkunst ist streckenweise ausgezeichnet, bis sie in die furchtbar typische amerikanische eitle Schwadronierkunst ausufert, die fast jedem US-Autor im Verlauf seines Romans ein bisschen entgleist. Eine epische Landstraße wäre oft angemessener als ein breiter 10spuriger highway. Vor allem die Kapitel 3-4 strotzen nur so vor epischem sinnlosen Füllmaterial. Das beginnt mit den beschissenen Krähenszenen über das elaborierte oft sehr substanzlose philosophische Geschwafel des amerikanischen Pildungspürgers über Rousseau, Heidegger und andere Philosophen, deren Theorien aber nicht konsistent wirklich in den Plot eingebaut werden, sondern nur zitiert werden, damit man damit prahlen kann, was man alles gelesen hat und wie man seichte Querverweise mit der Mistgabel in den Roman hineinschaufelt. WTF das hier ist Literatur und keine wissenschaftliche Arbeit, in der jener gewinnt, der von den meisten Quellen "abgeschrieben" (natürlich zitiert - das ist ein Wissenschaftswitz) hat.
    Es endet übrigens in einem verdammten elitären Kulturpessimismus (Szene Ernestine und Zuckerman), ala früher waren alle klüger, den ich einfach nicht mehr ertragen kann, weil er auch heutzutage von Literaturprofessoren, die offensichtlich noch nie was von lebenslangem Lernen gehört haben und sich gegen jede Literatur- und Medientransformation mit überheblichem eltärem Geschwafel sperren, noch immer angewandt wird.

    Die Analogien zur griechischen Tragödie und mehrfache Zitierung derselben halte ich jedoch in zweierlei Hinsicht für wundervoll. Erstens ist der Protagonist Professor für klassische Literatur, die vor allem das griechische Drama umfasst. Zweitens ist das gesamte Werk als ziemlich geniale griechische Tragödie aufgebaut. Am Ende kommen die größten Schurken gottgleich auch noch davon und profitieren sogar vom Unglück des Protagonisten.

    Inhaltlich spielt der Roman dann auch noch ein bisschen Gesellschaftskritik an der amerikanischen Scheinheiligkeit der akademischen Schichten. Selbst dort bei den ach so humanitären Wesen wird die political correctness als sehr effektive Waffe gleich einer Atombombe in den Ränkespielen und Intrigen der universitären Welt eingesetzt. Jaja das kenne ich sehr gut. Nirgends fliegen die intriganten Hackln so tief und effizient wie auf den Fluren der Universitätsinstitute.

    Was für mich inhaltlich auch extrem störend ist, sind die geilen unrealistischen Altherrenphantasien, die von ärgerlich über peinlich, grotesk bis total armselig reichen. Ist schon arg traurig, wenn sich fast ein Drittel des Romans über die schwindende Manneskraft, Sex, der Segen von Viagra und die Erhöhung des alten klugen Mannes über die jungen Frauen definiert.


    Das Bildnis der Frauen in diesem Roman  also die Figuren sind auch voll von Stereotypen und Klischees, die platter und peinlicher gar nicht gehen. Die ungebildete, Katastrophen wie ein Magnet anziehende Hure mit dem goldenen Herzen und die gebildete, etwas einsam verklemmte pöhse Intrigantin. Coleman Silks Frau Iris wird dann sowieso nur mehr ganz flach auf ihre Haare und auf ihren politischen Kampfgeist reduziert. Für einen dritten Frauentypus etwas differenzierter gestaltet hat offensichtlich die Fantasie des Autors nicht mehr gereicht. Ach ja und dann auch noch die brave duldende kulturpessimistische Lehrerin in einer kleinen Nebenrolle.

    Etwas ungewöhnlich sind auch die völlig randomisierten Wechsel der Erzählperspektiven. Ich habe lange überlegt, ob sie mich nerven, bin aber draufgekommen, dass sie mich herausfordern, aber irritieren.

    Fazit: Die Story ist prinzipiell grandios, hätte man ordentlich lektoriert und das ganzee Füllmaterial herausgestrichen, wäre schon mal ein guter Roman herausgekommen. Die Figuren sind klischeehaft und das intellektuelle Geschwafel ist einerseits himmlisch, dort wo es dazupasst und dort wo es als eitles Geschwätz eingesetzt wird, das mit der Handlung nichts zu tun hat, ist es nur unerträglich. So kommt bei Abwägung aller Faktoren für mich in Summe zwar kein schlechter, aber ein recht mediokres Werk heraus.

    Kommentare: 1
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    dominonas avatar
    dominonavor 2 Jahren
    Wie man Leben zerstört

    ich kann mir gut vorstellen, dass sich bei diesem Stil die Geister scheiden, aber mir gefällt er gut und vermag es, mich bei der Stange zu halten. 
    Ein Mensch, der seine Herkunft vertuscht, das kartenhausartige Universitätssystem und immer wieder: Begehren und dazwischen steht noch irgendwo ein Kriegsveteran und immer wieder: Menschlichkeit. 
    Besonders die Perspektivwechsel überzeugen, denn jede Figur nimmt einen als Leser immer wieder neu gefangen und konnte man bei der einen die andere Figur auf den Tod nicht ausstehen, versteht man sie, wenn man die Dinge aus ihrer Sicht liest nochmal ganz anders. Erst am Schluss hat man alle Teile des Puzzles zusammen und die ergeben ein tragisches Bild. 
    Wer den Autor noch nicht kennt, sollte vielleicht mit einem weniger komplizierten Buch einsteigen - allen anderen wünsche ich viel Spaß

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    cnorts avatar
    cnortvor 4 Jahren
    Mühsame Lektüre, vermag nicht mich zu fesseln

    Das beständige Kreisen um das Hautfarben-Thema - irgendwann fing es mächtig an mich zu langweilen. Unnötig verschachtelte Sätze, kein Vergnügen, keine Erhellung. Den Eigenarten Amerikanischer Kultur komme ich so nur ungern entgegen.

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    JeanPs avatar
    JeanPvor 5 Jahren
    Packend!

    Gehört für mich ebenfalls in die Kategorie: beste Bücher aller Zeiten!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Der menschliche Makel" von Philip Roth

    Philip Roth versteht sein Handwerk, soviel gebe ich gerne zu. Jedoch hat mich Der menschliche Makel nur zu einem gewissen Teil überzeugt. Es gab Begebenheiten und Abschnitte, die mich fesselten (z.B. Les Farleys Vietnam-Trauma und der Versuch einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft) und viele Sätze las ich mehrmals, weil sie mir so gut gefielen (Roth arbeitet viel mit Stilmitteln, z.B. dem Vergleich und das sehr geschickt: „Es [das Gesicht von Silk] war, von nahem betrachtet, angeschlagen und beschädigt wie ein Stück Obst, das an einem Marktstand zu Boden gefallen und von den Füßen der Passanten hin und her gestoßen worden war").

    Aber – und das betrifft leider einen größeren Teil des Romans – verliert der Autor sich für meinen Geschmack viel zu sehr in Nebenfiguren und -schauplätzen, die die Geschichte weder vorantreiben noch eine größere Bedeutung spielen. Für mich war die Lektüre größtenteils leider zäh und bereitete mir wenig Vergnügen. Viele Stellen waren mir einfach zu undurchsichtig und komplex – in Sprache, Inhalt und Wirkung.

    Die Geschichte an sich ist definitiv interessant (zeugt sie doch an vielen Stellen von Amerikas Doppelmoral: Prüderie auf der einen, Sexaffären des Präsidenten auf der anderen Seite; wie aus einer harmlosen Bemerkung über „dunkle Gestalten“ etwas so Großes wird, in einem Land, in dem vor gar nicht so langer Zeit Rassentrennung herrschte und noch heute viele dem Ku-Klux-Clan anhängen) und einige der Hauptcharaktere sind wunderbar gezeichnet, da menschlich und widersprüchlich. Insgesamt liegt hier unbestritten ein guter Roman vor, ein Panorama der amerikanischen Gesellschaft am Ende der 1990er Jahre.

    Jedoch gibt es meines Erachtens viel größere amerikanische Stoffe.

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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 7 Jahren
    Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein

    Mit Sicherheit ist es dieses Buch, das den amerikanischen Autoren Philip Roth, nicht nur aufgrund der Verfilmung, weltweit und auch besonders in Deutschland, bekannt gemacht hat.

    Von vielen als "Altmänner"-Literatur verschrien, ist es ganz sicher kein Buch für jedermann und schon gar nicht für die Lektüre zwischendurch. "Kopflastig" würde Roths Schreibstil wohl treffend beschreiben, scheint er zu fabulieren um des Fabulierens willen und sich in Ausschweifungen zu ergehen, die mitunter den Lesespaß doch eher abträglich sind. Was macht also die Faszination dieses Buches aus bzw. rechtfertigt die vielen erhaltenen literarischen Preise? Ohne Frage ist dies wohl der Plot, der im Jahre 1998 angesiedelt, uns in eine Zeit zurückführt, wo man noch über einen amerikanischen Präsidenten ohne Bauchschmerzen schmunzeln konnte. Ein Mann namens Bill Clinton, dessen Makel es war nur ein Mensch zu sein und dessen Image durch eine für heutige Verhältnisse eher harmlose Sexeskapade nachhaltig beschädigt wurde. Roth hat dieses Thema zum Anlass genommen und sich zurück besonnen, um uns das persönliche Schicksal eines in Ehren ergrauten Professors für klassische Literatur nahe zu bringen.

    Coleman Silk lebt den amerikanischen Traum bis eines Tages eine unbedachte Äußerung seinen auf Karriere bedachten Widersachern die Gelegenheit bietet, den Fall dieses großen Mannes herbeizuführen. Niemand schenkt den haltlosen Anschuldigungen Glauben, aber auch keiner unternimmt etwas zur Rehabilitierung des Professors. Am wenigsten Coleman Silk selbst. Er zieht sich geschlagen ins Privatleben zurück und beginnt nach dem Tod seiner Frau eine Affäre mit dem halb so alten Dienstmädchen Faunia Farley, die ihrerseits von der Vergangenheit in Form ihres Ex-Manns, eines rabiaten Vietnam-Veteranen, verfolgt wird. Als ihre Beziehung ans Licht kommt, stehen die Jäger von damals erneut zum Schuss bereit und Coleman, der seit über fünfzig Jahren mit einem großen Geheimnis, einer Täuschung lebt, sieht sich am Ende angekommen. Er bittet seinen Nachbarn, Freund und Schriftsteller Nathan Zuckerman darum, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben und in seiner Gänze zu offenbaren...

    "Der menschliche Makel" schafft es den Leser zum Nachdenken zu bringen, insbesondere auf den ersten fünfzig Seiten, wo auf einer einfachen Ebene Schuldgefühle, Unterstellungen und Probleme der Wahrnehmung behandelt werden. So stellt Silk nicht nur den Archetyp eines in Ungnade gefallenen Menschen dar, sondern gibt gleichzeitig Auskunft über die Lage der USA im Jahre 1998. Roth verdient hier großes Lob, da er einen beinahe schelmischen Blick auf die Sozialpolitik des Landes wirft, das vor dem Hintergrund der Lewinsky-Affäre ihres Präsidenten, vor Vorurteilen, aufgesetzter Moral und Heuchlerei nur so strotzt. Und so ist es im Prinzip nicht der Makel mit dem man geboren ist, der im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr der, den sich die Menschen selbst zufügen.

    Leider wird das Motto, "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein", bis zu einem Punkt ausgereizt, wo die Aufmerksamkeit des Lesers abzuschweifen droht. Zu detailliert, beinahe penibel genau, werden Gedanken und seelische Zustände der Figuren erkundet, wohingegen so spannende Handlungsstränge wie die von Les Farley, nur oberflächlich ausgearbeitet werden. Roths Analysen der Menschen versanden somit immer wieder im Nichts und die komplizierte Handlung reduziert sich schließlich nur auf den Rahmen seiner Thesen. So vielschichtig die Figuren dann schließlich daherkommen: Der Leser bleibt stets auf Distanz, kann bis zum Schluss keine richtige Verbindung zu ihnen herstellen.

    Insgesamt ist "Der menschliche Makel" ein zweifelsfrei äußerst intelligentes und wortgewandtes Werk, das aber den Anspruch eines Unterhaltungsromans aufgrund vieler langatmiger Passagen nur streckenweise erfüllt und mich auch im Ganzen erstaunlich kalt gelassen hat.

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    T
    Tim-Ovor 7 Jahren
    Rezension zu "Der menschliche Makel" von Philip Roth

    Ich bin mal wieder begeistert von seinem Stil, seinem Können, seinem tiefen Verständnis für Menschen, auch von der Story, die wirklich sehr interessant und aufwühlend ist.
    Dennoch haben mich (auch nicht zum ersten mal bei Roth) einige Dinge gestört: an manchen Stellen wird er sexistisch (ich möchte zum Beispiel nicht lesen müssen, dass eine Frau gut im Bett ist, weil sie als Kind missbraucht wurde, das schreibt er aber einmal, allerdings nimmt er das einige Seiten später wieder zurück). Auch fand ich die Lebenslüge des Coleman Silk so unglaublich, dass sie mir anfangs zu konstruiert vorkam (habe mich aber überzeugen lassen, dass seine Story gar nicht so ausgefallen und absurd ist).
    Auch fehlen mir einige Aspekte, die ich an anderen Roths so liebe: sein Versteckspiel , wer ist Zuckerman, wer ist Roth, fehlt hier völlig. Ein sehr gutes Buch, ein ausgezeichnetes Buch (aber er hat bereits noch bessere geschrieben!)

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    philines avatar
    philinevor 8 Jahren
    Rezension zu "Der menschliche Makel" von Philip Roth

    Der Ich-Erzähler biographisiert (in einem recht neutralen erzählend, berichtendem Stil, der an Dostojewski erinnert) das Leben von Professor Coleman Silk, auf dessen Bitte hin. Wegen eines allzu bewusst missverstandenen Scherzes stellte eine Kollegin ihn als Rassisten dar, mit der Folge, dass Coleman seitdem nicht mehr unterrichten darf. Auch seit kurzem hat er eine junge Freundin, mit der eine besondere Beziehung pflegt: Eigentlich geht es beiden nur um Sex, aber tatsächlich brauchen sie sich für viel mehr. Faunia wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht und dabei von ihrer Mutter im Stich gelassen. Und jetzt wird sie von ihrem gefährlichen Ex-Mann verfolgt, der unter seinen traumatischen Erlebnissen im Vietnamkrieg leidet.
    Coleman Silk schleppt sein Leben lang ein Geheimnis mit sich herum, das all die Geschehnisse in ein ganz anderes Glück rückt und seine schwierigen Familienverhältnisse erklärt. Beauftragte er den Erzähler mit dem Schreiben seiner Biographie, um sein Geheimnis herauszufinden?

    Philip Roth gehört zu den Autoren, von denen man ein Buch gelesen haben sollte.

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    S
    Sashmanvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der menschliche Makel" von Philip Roth

    Der Roman ist hervorragend, weil es meiner Meinung nach gelungen ist Tiefgang und Unterhaltung auszubalancieren. Zum einen fand ich den Roman sehr spannend, weil ich unter anderem wissen wollte, wie die Beziehung zwischen Coleman Silk und seiner viel jüngeren Geliebten ausgeht. Der Ex-Freund von Silks Geliebter, ein psychisch labiler Veteran, und ein anonymer Brief an Silk, der erahnen lässt, das die Beziehung nciht geduldet wird,sorgen hier für Spannung, weil unklar bleibt ob die Beziehung ein gutes Ende nehmen kann. Desweitern haben beide Figuren eine interessante Biografie und viele verborgene Geheimnisse und es übte einen starken Reiz aus mehr über sie zu erfahen.

    Tiefgang entwickelt die Geschichte aus sich selbst heraus, weil meiner Meinung nach aufgezeigt wird wie wenig von dem anderen wissen können. Aber natürlich ermöglicht der Roman viele weitere Lesarten und behandelt viele wichtige Themen, wie z.B. die Scheinheiligkeit in den USA.

    Roths Figuren sind fasziniert und ungewöhnlich, wirken aber nie ausgedacht, sie sind so dreidimensional, dass ihre Existenz denkbar wäre. Das Gleiche gilt für die Geschichte. Sie ist unglaublich, aber zeitgleich hatte ich den Eindruck sie könnte sich tatsächlich
    zugetragen haben. Roth zeigt sich hier als Meister seiner Kunst.

    Fazit: Der menschliche Makel hat alles was eine gute Geschichte ausmacht. Sie ist sehr spannend und gleichzeitig bringt einen der Roman dazu über einiges nachzudenken.

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    Tajas avatar
    Tajavor 8 Jahren
    Kurzmeinung: entweder liebt man ihn, und seinen provokanten und subtilen Humor, oder er wird mit DEM ewigen gleichen(es geht ja meistens um SEX) überdrüs...
    Rezension zu "Der menschliche Makel" von Philip Roth

    "Es gibt solche und solche Wahrheiten. Obgleich die Welt voller Menschen ist, die glauben, alles über ihren Nachbar oder dessen Nachbar zu wissen, ist das was man nicht weiß in Wirklichkeit unendlich. Die Wahrheit über uns ist unendlich. Ebenso wie die Lügen"
    Ich bin dem Philip Roth und seiner Literatur, seiner Sprachkunst, seinem Denken, seiner Lebensphilosophie verfallen. "Der menschliche Makel" gehört definitiv zu meinen Lieblingsbüchern. Der Professor für klassische Literatur Coleman Silk liegt im Klinsch mit seinem College, das dem ehemaligen Dekan und seiner ungeheueren Energie sein Erwachen aus der Lethargie und provinzialen " Nichts" zu verdanken hat. Silk steigert sich in sein Hass gegen Athena College und beschwört seinen Nachbar, den er gar nicht richtig kennt, und der ein Sriftsteller ist, seine Geschichte zu schreiben, um sich an Idiotie und Verrat der ehemaligen Kollegen zu rächen.
    Und tatsächlich schreibt der Nachbar doch am Ende die unglaubliche Lebensgeschichte vom Colemann Silk, der lebenslänglich ein Geheimnis mit sich trägt. Einfach ergreifend.
    Der Philip Roth gehört zu den größten Schriftstellern unserer Zeit. Vielleicht ist er nicht unbedingt für die Masse, wobei ich ihn immer mit einer Leichtigkeit und fast Ekstase lese

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