Philip Roth Empörung

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Inhaltsangabe zu „Empörung“ von Philip Roth

'Philip Roth auf der Höhe seiner Kunst!'
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
Während des Koreakriegs nimmt der fleißige, gehorsame und gefühlstiefe Marcus Messner aus Newark ein Studium in einem ländlichen, konservativen College in Ohio auf – auf Wunsch seines Vaters, den die Angst vor den Gefahren des modernen Erwachsenenlebens für seinen geliebten Sohn schier wahnsinnig macht. Fern von daheim muss Marcus sich in einem anderen, fremden Amerika zurechtfinden.
'Zwei Jahre, 200 Seiten, das ist kurz, aber da ist alles drin.'
FRANKFURTER RUNDSCHAU

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— Beagle

Eine Geschichte im Spannungsfeld zwischen Schlachtbank und Schlachtfeld.

— LibriHolly

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  • Tragik und bittere Ironie...

    Empörung

    Creed

    27. March 2016 um 20:30

    Ein hervorragendes Alterswerk des vielfach ausgezeichneten amerikanischen Schriftstellers, mit dem er seine hohe literarische Stellung noch einmal unter Beweis stellt. Nur etwa 200 Seiten braucht er, um eine tragische, zuweilen humorvolle, zynische, anklagende, sprachlich subtile Geschichte zu erzählen, die den Leser auch nach der Lektüre beschäftigt (mich zumindest). Hauptfigur der Anfang der 50er Jahre während des Koreakriegs spielenden Story ist der 19-jährige Marcus Messner, Sohn eines jüdischen Metzgers aus Newark, der liebevoll von seinen Eltern aufgezogen wird...bis sein Vater ein extremes Klammern beginnt, eine abnorme Angst entwickelt, seinem Sohn könne ständig etwas zustoßen und er daraufhin beginnt, seinen Sprössling permanent zu überwachen. Dieser flieht vor diesem Eingeengtsein auf ein abgelegenes College und muß dort feststellen, dass auch an diesem Ort extreme Regeln herrschen und Situationen entstehen, die ihn letztendlich ins Unglück stürzen... Diese Ironie, dass der Vater alles tut, um seinen Sohn zu schützen und gerade dadurch im Grunde genommen die späteren dramatisch-tragischen Ereignisse forciert, beschreibt Roth wie üblich mit einer erstaunlichen sprachlichen Wucht, die (mal wieder) kongenial von meinem Lieblingsübersetzer Werner Schmitz ins Deutsche übertragen wurde und sich wunderbar fließend lesen läßt. Nach circa 50 Seiten entdeckt der Leser zudem den besonderen zynischen Kniff der Handlung, der der Story eine zusätzliche erzählerische Dimension verleiht. Fazit: Für mich ein Höhepunkt des bisherigen Lesejahres...eine tragische, facettenreiche Geschichte voller Ironie, fantastisch erzählt, niveauvoll und kurzweilig.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    marcelsarman

    17. April 2015 um 22:11

    Marcus Messner ist ein wahrer Musterknabe: fleißig, ehrlich und intelligent.Bei seinem Vater lernt er das Metzgerhandwerk in einer koscheren Fleischerei und fängt danach ein Studium an, ohne zu Hause auszuziehen. Die Liebe seines Vaters und dessen Kontrollwahn beginnen den jungen Mann zu erdrücken und er beschließt aus der Nähe von New Jersey ins beschauliche Winesburg in Ohio zu ziehen. 1951 ist der Koreakrieg im vollen Gange und die Uni in Ohio ist sehr konservativ und streng reglementiert. Marcus gerät zweimal hintereinander mit seinen jeweiligen Mitbewohnern aneinander und wohnt schließlich nach wenigen Monaten alleine in einem winzigen Zimmer. Der Studentenbetreuer der Uni bittet ihn zu einem Gespräch und Marcus kann sich nicht beherrschen und fängt einen Streit mit ihm an. Der Atheist Marcus kann seine ablehnende antireligiöse Haltung auch gegenüber seinem streng gläubigen Studentenbetreuer nicht verbergen. Er verliebt sich schließlich in die junge Olivia, die trotz ihrer Jugend bereits einen Selbstmordversuch und einen Alkoholentzug hinter sich hat. Als seine Mutter ihn besucht und die Narbe am Arm seiner Freundin bemerkt, fleht sie Marcus an ,sich in Zukunft von Olivia fernzuhalten. Doch dann ist Olivia verschwunden und Marcus hält die wöchentlichen Pflichtgottesdienste nicht mehr aus und beschließt einen Vertreter zu bezahlen, der für ihn zum Gottesdienst geht und für ihn in der Anwesenheitsliste unterschreibt. Doch der Schwindel fliegt auf und plötzlich ist auch der Krieg im fernen Korea ganz nah und Marcus steht vor existenziellen Schwierigkeiten. Bewertung: Durch die knappe und präzise Sprache ist dieses Buch sehr leicht zu lesen. Jeder Satz ist möglichst einfach, aber gleichzeitig möglichst genau formuliert. Roth beherrscht die Kunst Bücher mit komplexen Themen, gesellschaftskritischem Anspruch und philosophischen Gedanken, so zu schreiben, dass sie sehr gut zu lesen sind. Das Buch ist spannend, witzig und traurig zugleich. Die erdrückende Spießigkeit der amerikanischen Provinz der fünfziger Jahre wird geradezu spürbar. Der verzweifelte Kampf des jungen Idealisten gegen das konservative Kleinbürgertum ist zeitlos und kann auch auf die heutige Gesellschaft übertragen werden. Das persönliche Schicksal des jungen Marcus verbindet sich auf geniale Weise mit der Zeitgeschichte: 5 Sterne.

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  • Der Schluss kommt wie erwartet - aber viel zu schnell

    Empörung

    variety

    10. February 2014 um 17:58

    Philip Roth schildert eindringlich auf mehr als 200 Seiten das Schicksal eines jüdischen Schülers in den 50er Jahren der USA. Besonders packend sind die Gespräche, welche dieser mit Dean Caudwell oder den Eltern führt. Ebenfalls erschreckend wirkt die Teilnahmslosigkeit der Mitkommilitonen. Mein Fazit aus diesen Dialogen: Entweder findet Kommunikation ohne gegenseitiges Verständnis statt - oder beinahe gar nicht. Die beiden Schlusskapitel sind leider auf Grund der dramatischen Entwicklung so ausgefallen, wie man erwarten musste, sind aber gegenüber dem ersten (!) Kapitel viel zu kurz geraten (224 gegen 9 Seiten...).

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  • Ein junger Mann auf der verzweifelten Suche nach einem Stück Freiheit

    Empörung

    LibriHolly

    12. September 2013 um 16:40

    Wir schreiben das Jahr 1950. Es ist die Zeit des Koreakriegs, die Ära McCarthy. Der 19-jährige Ich- Erzähler Marcus Messner, Sohn eines koscheren Metzgers in Newark, will hoch hinaus. Statt Blut und Schlachtbank, will er sein Geld lieber im Gerichtssaal verdienen. Mit diesem ehrgeizigen Ziel tritt er sein Studium am Robert Treat College in Newark an. Schon bald muss Marcus, zu seinem Leidwesen, feststellen, dass ihn die überbordende Liebe und Fürsorge seines Vaters zu erdrücken droht und so wechselt er an das College in dem kleinen Städtchen Winesburg/Ohio. Doch hier gerät er sprichwörtlich vom Regen in die Traufe. Auch an dem kleinen, streng christlichen und traditionsverhafteten College sucht er die erhoffte Freiheit vergeblich. Marcus Leben treibt immer weiter dem Abgrund entgegen. Bei einem Rauswurf aus dem College, droht ihm unweigerlich das bittere Ende als Kanonenfutter in Korea zu landen. Ein Schicksal, das wie ein Damoklesschwert die ganze Zeit über ihm schwebt. Als Leser möchte man ihm stellenweise zurufen, einzuhalten, nicht weiter zu gehen, sich zurückzunehmen…doch Marcus drudelt unvermeidlich immer weiter dem Abgrund entgegen…. Em-pö-rung, ein wahrhaft maßlos trauriges Buch. Aber auch in seiner Traurigkeit faszinierend. Eine Geschichte im Spannungsfeld zwischen Schlachtbank und Schlachtfeld. Eine Geschichte, die der Gesellschaft gnadenlos mit glasklaren Worten den Spiegel vorhält. Ein Buch, in dem historische Hintergründe wie selbstverständlich zum Teil der Geschichte werden. Ein intelligentes Buch aus der Feder eines großen amerikanischen Autors. Eine bewegende Erzählung, immer am Abgrund balancierend, zwischen Leben und Tod.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    Buecherfreundin

    28. February 2013 um 16:32

    Die Geschichte spielt zwischen 1950-52. Es ist die Zeit des Koreakrieges. Unzählige Menschen werden in diesem sinnlosen Gemetzel ihr Leben verlieren. Marcus Messer ist gerade 18 Jahre als er von der High-school auf das heimische Collage wechselt. Fleißig, gehorsam, eigentlich ein Sohn der seinen Eltern nur Freude bereitet. Doch gerade jetzt beginnt sein Vater sich ständig um Marcus zu sorgen. Ihn quälen völlig grundlose Ängste, seinem Sohn könnte etwas zustoßen. Das geht irgendwann soweit, dass Marcus sich dermaßen eingeengt fühlt und das Collage wechselt. Weit genug entfernt, so dass er das Gefühl hat sich endlich ganz auf sein Studium konzentrieren zu können und nicht mehr der ständigen Kontrolle seines Vaters ausgeliefert zu sein. Aber auch dort wir er nicht zur Ruhe kommen. In einer jüdischen Familie aufgewachsen, bezeichnet er sich selbst als Atheisten. Mit Religion hat er nichts am Hut. Im Gegenteil, den von ihm verlangten regelmäßigen Besuch eines Gottesdienstes, empfindet er als Nötigung. Auch fällt es ihm schwer sich in das Leben der anderen Studenten einzufügen. Einer Verbindung will er nicht beitreten. Eigentlich hat er nur ein Ziel, als Bester seines Jahrganges seinen Abschluss zu machen. ------------------------- Heute 60 Jahre später, fällt es dem Leser vielleicht etwas schwer sich diese Zeit zu vergegenwärtigen. Wie wenig Spielraum einem jungen Menschen gelassen wurde sich zu entfalten. Sich nicht anzupassen oder gar sich den geltenden Regeln zu wieder setzen, konnte schwerwiegende Folgen haben. Es war u.a. eine Zeit der Intoleranz, der sexuellen Verklemmtheit. Intoleranz vor allem denjenigen gegenüber, die amerikanische Werte in Frage stellten. Sexuelle Verklemmtheit. Nun, zum Beispiel erleben wir, wie sehr Olivia, Marcus verwirren kann. Er noch vollkommen ohne „Erfahrung“, ist total überrumpelt von dem selbstbewussten „Handeln“ dieser jungen Studentin. Neben diesen ersten sexuellen Erfahrungen, ist es die Angst durch ein Fehlverhalten des Collages verwiesen zu werden. Um dann das Schicksal vieler teilen zu müssen und in den Krieg geschickt zu werden. Phillip Roth gelingt es auf nur wenigen 200 Seiten uns einen Einblick in den Versuch des Erwachsenwerdens in genau dieser o.g. Zeit zu geben. Seine Sprache ist eindringlich, bildhaft und oft von überlangen Sätzen geprägt. Die dem Lesevergnügen nicht geschadet haben. Für mich war es nach „Der menschliche Makel“ das 2. Buch von P.R. Bestimmt aber nicht das letzte.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    Rock-n-Roll

    30. June 2011 um 16:59

    Wie bei kaum einem anderen Buch habe ich bei der Lektüre von Empörung fast schon körperliche Schmerzen empfunden und am Ende eine unbändige Trauer über die unzähligen toten des Koreakrieges. Der beste Roth, den ich bislang gelesen habe und ich freue mich schon auf ein weiteres Buch dieses wunderbaren Geschichtenerzählers, denn seine Bücher sind wahre Schätze. Eine klare Sprache, ein weiter Themenbogen, Spannung bis zu Ende, eine sehr lehrreiche Lektüre über das kleinbürgerliche Leben in den USA der 50er Jahre - Roth würde den Nobelpreis verdienen, seine Bücher werde noch in 100 Jahren von Wert sein.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    bogi

    10. April 2011 um 11:56

    Philip Roth muss man gelesen haben. Dieses Fazit hab ich schon oft gehört und hat mich letztlich dazu gebracht mir eine eigene Meinung zu bilden. Ich kann es absolut bestätigen. Hier ist ein Autor zu Gange wie ich ihn mir vorstelle. Keine völlig banale Geschichte, nichts bei dem man schon von Beginn an erkennt worauf es hinausläuft, klare verifizierbare Sprache aber eben doch ein Stück hintergründig, Ein Roman über das Erwachsenwerden, über Rebellion gegen die Erwachsenen, über das Amerika der 50er Jahre, über die (erste) Liebe und immer ein Stück weit über Juden in der Gesellschaft. Diesen durchaus gewaltigen thematischen Bogen punktgenau, aufwühlend, bis zum Schluss überraschend zu spannen und das Ganze in einem ja recht schmalen Band stellt schon eine schriftstellerische Meisterleistung hohen Grades dar. Keine Frage, ich werde wieder zu einem Philip Roth greifen.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    MinnieMay

    22. April 2010 um 15:08

    Phillip Roths Werke sind anspruchsvoll, regen zum nachdenken an, sind ein Aufschrei und gesellschaftskritisch. Ohne zu beschönigen malt Roth ein Bild der amerikanischen Gesellschaft der 50er Jahre. Der Krieg in Korea wird unvermindert grausam fortgesetzt und tausende junge Amerikaner, oft völlig unzureichend ausgebildet und schlecht gerüstet lassen dort ihr Leben. Meist sind es noch Jungen, gerade erst volljährig und inmitten pubertärer Gefühlsstrudel, zu jung zum kämpfen, zu jung zum sterben. Verschont werden Studenten, Hochschulbesucher wie Marcus Messner, der Hauptprotagonist und Erzähler dieser Geschichte. Immer nur der Beste an der Schule, seinen Eltern gehorsam und nie aufmüpfig lebt Marcus sein Leben und wiegt sich sicher. Er hat klare Ziele und ihm droht keine Gefahr. Dennoch beginnt sein sonst so selbstsicherer und willensstarker Vater mit einem mal nahezu paranoide Ängste zu entwickeln, seinem Sohn könne etwas zustoßen und diese steigern sich so stark, das Marcus um seinen Seelenfrieden zu behalten nur die Flucht als Ausweg sieht. Er wechselt das College und damit beginnt sich die Spirale zu drehen, die letztlich auf dramatischste Weise die schlimmsten Ängste von Messners Vater wahr werden lassen. Dieses Buch bringt den Leser in eine Zeit zurück, in der die heile Welt amerikanischer Provinzen im Kontrast zum Schrecken des Korea-Krieges steht. Zum einen erleben wir die furchtbare Wirkung des Schmetterlings-Effektes, indem kleine, im Grunde banale Entscheidungen und Taten eine Folge von Ereignissen bewirken, die in ihrer rasch entwickelten Eigendynamik nicht mehr zu bremsen ist. Zum anderen klagt der Autor die Doppelmoral an, die nicht nur in den 50ern und nicht nur in Amerika das Leben in vielerlei Hinsicht bestimmt und offensichtliche Ungerechtigkeiten toleriert. Rasant spitzen sich die Ereignisse zu um am Ende auf ironische Weise zu zeigen das manchmal gerade unsere Angst vor etwas, genau dieses zur Folge haben kann. Ein gelungenes Werk von Phillip Roth, das den Leser nachdenklich zurücklässt.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    oesterberg ost

    07. March 2010 um 22:04

    Ein kurzes Buch mit einer erschütternden Kraft. Denn hinter jeder Zeile der Handlung um den knapp 20jährigen Marcus droht der Koreakrieg mit seinen Opfern, seiner Gewalt und seinen Verlusten. Und jede Zeile treibt das Geschehen – immer im Zeichen des alles überschattenden Krieges – unaufhaltsam zur Katastrophe, von der man ab Seite 52 weiß: allen Anstrengungen zum Trotz doch eingezogen worden, ist der Tod im Schützengraben unausweichlich, überrollt von den Chinesen, aufgeschlitzt wie einst die Hühner beim koscheren Metzgervater. Es ist keine Ironie, dass es die vermeintlich chinesische Nationalhymne ist, deren Schlachtruf „Empörung“ den jungen, vorbildlichen und ehrgeizigen Studenten in den Tod treibt. Es zeigt nur auf tragikomische Weise die fatale Macht der Geschichte, in die Roth sein Kammerspiel verlegt hat. Weit vor den 68ern, aber schon weit jenseits der traditionellen, konservativen Welt, die das kleine College von Winesburg Anfang der 50er Jahre noch ist, dreht sich das halbe Buch um die Erschütterung, wenn man als junger Mann, der man eigentlich kaum schon ist, von einem Mädchen einen „geblasen“ bekommt. Eine Erschütterung, die das Leben von Marcus Messner nachhaltig verändert, durcheinander würfelt und letztlich – in einer bemerkenswerten dramaturgischen Aneinanderreihung von scheinbar unzusammenhängenden, aber keinesfalls „zufälligen“ Ereignissen – beendet. So wohnt man auf knapp 200 Seiten einer Geschichte bei, bei der eigentlich nur einmal jemand verständnisvoll „Halt!“ rufen müsste. Dieses Verständnis aber gibt es nicht – es gibt nur Normen, Traditionen, Erwartungen und Empörung, Aufbegehren, Stolz.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. January 2010 um 10:28

    50er Jahre, eine jüdische Familie in den USA, die Nation erschüttert wird durch den Korea-Krieg: kein Plot, wo man sofort zugreift. Aber Philip Roth war für mich eine überraschende Entdeckung: die Geschichte kommt recht leichtfüssig daher, es scheint ein Adoleszenzroman zu sein. Doch dann ein erster Einschub, der den Tod der jugendlichen Hauptperson vorhersagt. Bei aller Leichtigkeit des Lesens kommt die Tiefgründigkeit des Romans so ganz nebenbei. Grosse Literatur, die nachwirkt und Lust macht auf mehr von Philip Roth.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    Erzangie

    27. January 2010 um 20:46

    Das war sehr, sehr gut. Nach "Fänger im Roggen" ein interessantes Buch übers Erwachsenwerden im prüden Amerika der fünfziger Jahre. Eindringlich aber nicht aufdringlich in der Sprache, was gesagt werden muss, wird ungeschönt gesagt. Mir hat das Buch sehr gefallen. Kein Schmöker für einen langen Winterabend, sondern ein Buch, das nachwirkt, das man im Geiste um und umdreht und sich einzelne Szenen noch einmal ins Gedächtnis ruft. Klasse! Ich werde noch mehr von Philp Roth lesen.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    rabaukin

    03. December 2009 um 20:54

    Ein tolles Buch, wenn auch kein Lesevergnügen! Es geht um das, was uns immer an den eigenen Eltern geärgert hat: die ständige Sorge, Angst, Angepasstheit, Feigheit und auf der anderen Seite die Sorge des Umsorgten, das Leben zu verpassen. Aus dem Behütetsein folgert beinahe als Gesetz die Katastrophe, auf die der Held unweigerlich zusteuert, auch wenn er das Gegenteil erreichen will. . Man bekommt beim Lesen Magenkrämpfe, weil die Katastrophe sich mit Wucht ankündigt und doch unvermeidbar ist. Ein Buch über das Erwachsenwerden und über die reinen Gefühle dabei: Neues entdecken und noch nicht beherrschen, Scham, ungerecht behandelt werden und sich ungeschickt oder (aus heutiger, abgeklärter oder abgestumpfter Sicht) unnötig blöd verhaltend. Als ich das Buch geschlossen habe, habe ich Unbehagen verspürt.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    lokoschade

    13. October 2009 um 15:27

    Dieses Buch ist schlicht Weltliteratur!

  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    booktypo

    14. April 2009 um 18:37

    Sehr gerne wäre ich von diesem Werk des großen US-amerikanischen Autors begeistert gewesen, habe aber leider eine große Schwäche bei Romanen: Wenn das Scheitern des Helden gleich zu Beginn offenbar wird und der Roman nichts anderes als eine Serie von unglücklichen Umständen bildet, lese ich den Titel nur noch kursorisch bis zum Ende. Also: Erzählerisch und historisch sicher eine großartige Darstellung eines College-Studenten in den 50er Jahren, der seine eigene Individualität über die spießigen Konventionen seines Colleges stellt und damit auf ganzer Linie (tödlich) scheitern muss. Moralisch aus heutiger Sicht ist er der Gewinner, denn er ist sich treu geblieben. Für den Plot und meine (wahrscheinlich ebenfalls spießigen) persönlichen "Lesewünsche" kein Stoff, den ich mit Begeisterung aufgenommen habe.

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  • Rezension zu "Empörung" von Philip Roth

    Empörung

    wernher

    31. March 2009 um 08:27

    Es wäre ein Fehler, das Buch nicht zu lesen. Siehe Rezension von Jade!

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