Philip Roth Portnoy's Complaint

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Inhaltsangabe zu „Portnoy's Complaint“ von Philip Roth

A story that tells about the confession of Alexander Portnoy who is thrust through life by his unappeasable sexuality, yet held back at the same time by the iron grip of his unforgettable childhood.
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  • Rezension zu "Portnoy's Complaint" von Philip Roth

    Portnoy's Complaint

    tedesca

    16. January 2013 um 15:13

    Philip Roth ist einfach ein Meister des Erzählens, ganz egal, worum es in seinen Büchern geht. Viele davon sind auch als autobiografisch zu betrachten, dieses macht ganz den Eindruck, als handle esi sich dabei um seine Abrechnung mit einer Kindheit in einer jüdischen Familie. Vor allem der überfürsorglichen jüdischen Mutter, die auch nicht davor zurückschreckt, ihren kleinen Buben mit dem Messer zu bedrohen, damit er brav ist, schreibt Portnoy seine Probleme mit Sexualität, Liebe und Beziehungen zu. Wenn auch nur ein Teil davon auf Roth zutrifft, ist er echt ein armer Kerl und muss ein Vermögen zu seinen Psychiatern getragen haben. Wie bei anderen Werken des Autors auch, sollte man nicht prüde sein. Die Dinge werden so aus- und angesprochen, wie sie sind, Umschreibungen sind nicht Philip Roth's Ding. Das ist gut so, allerdings interessiere ich mich nur bedingt für die erwachende Sexualität kleiner Buben, somit hab ich einige Dinge eher überflogen, auch wenn sie durchaus Sinn machen. Alles in allem ein sehr gut geschriebenes Buch über ein Thema, das mich nur am Rande gepackt hat, Fans von Roth sollten es auf jeden Fall lesen, da es sich um seinen ersten Roman handelt, soviel ich weiß.

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  • Rezension zu "Portnoy's Complaint" von Philip Roth

    Portnoy's Complaint

    rumble-bee

    09. January 2011 um 20:05

    Oh je, Portnoy's Complaint, zu Deutsch: Portnoys Beschwerden, in Amerika längst ein Klassiker, hierzulande eher noch unter der Hand weiterempfohlen - und ausgerechnet ich soll nun eine Rezension dazu schreiben! Das ist in etwa so, als wolle ich einem Amerikaner den Humor Loriots oder, besser noch, Otto Waalkes' nahebringen - da tun sich geradezu kulturelle Abgründe auf! Dennoch will ich es versuchen, denn dieses Buch verdient bei weitem mehr Leser. Zuerst las ich es während meines Studiums, und das ist auch schon mehr als zehn Jahre her. Es war sozusagen Pflichtlektüre im Bereich Amerikanistik. Es ist interessant zu sehen, wie sich der Eindruck, den man von einem Buch hat, mit jeder Lektüre, mit jedem Stück Lebenserfahrung mehr, verändert. Ich hatte, ich gebe es unumwunden zu, von meiner ersten Lektüre her hauptsächlich die haarsträubenden sexuellen Schilderungen in Erinnerung. Nun aber, beim zweiten Lesen, stelle ich fest, dass das Ganze genauso eine brillante gesellschaftliche Satire, sowie eine Abrechnung mit dem Judentum, ist! Der Autor schafft es mühelos, beißende Farce und kritische Analyse miteinander zu mischen - wobei ich aber betonen möchte, dass ich es in der Originalversion gelesen habe, und nicht beurteilen kann, ob die deutsche Übersetzung dasselbe Kunststück zuwege bringt. Wie beschreibe ich nun diese erzählerische "Tour de Force" auf angemessene Weise? Vielleicht sollte der deutsche Leser zuerst einmal wissen, dass es sich um keinen "Roman" im klassischen Sinne handelt - sondern um einen wüsten, sprühenden, bissigen, ellenlangen Monolog. jawohl, doch, das geht, ohne dass es dem Leser langweilig wird! Der Verursacher dieses sturzbachartigen Redestroms ist Alexander Portnoy, 33 Jahre alt und Jude, und nach einigen Seiten wird langsam klar: er sitzt bei einem Psychiater auf der Couch, um sich vom Trauma seines Lebens zu befreien. Dieser Psychiater tritt aber niemals selber in Erscheinung; nur in gelegentlichen Bemerkungen Portnoys taucht er, sozusagen als Reflektionsfolie, auf. Dabei bemüht sich der Autor durchaus, eine gewisse Reihenfolge einzuhalten. Alexander Portnoy beginnt seinen Erinnerungsstrom in seiner Kindheit, seiner Schulzeit in Newark, New Jersey, in einem durch und durch jüdischen Viertel, bei durch und durch jüdischen Eltern. Doch das Besondere der Erzähltechnik von Philip Roth besteht eben darin, dass dieser Strom, der sich vom damals bis ins heute ergießt, immer wieder kunstvoll durchbrochen wird. Alex streunt in seinen eigenen Erinnerungen herum, er wird von einer Emotion zur nächsten geworfen, und hangelt sich nur grob an einer Art Chronologie entlang. Der Sprachstil ist dabei virtuos, spritzig, überschäumend geradezu, und durch und durch mündlich in der Qualität. Man kann sich durchaus vorstellen, dass der beste Freund bei einem auf der Couch sitzt und sich so seine Sorgen von der Seele redet. Aber was für Sorgen! Eigentlich hat er dabei nur zwei Themen, und die wären: das Judentum und Sex, Sex, und wiederum Sex. Bei vielen anderen Autoren hätte das ins Schmierige und Obszöne abgleiten können, aber bei Philip Roth merkt man: hier wird Sexualität zum essentiellen Problem. Der junge und später der erwachsen werdende Alex benutzt seine Sexualität, sei es nun bewusst oder unbewusst, als Waffe, um sich inmitten all der strikten und teils konfusen jüdischen Erziehung so etwas wie einen eigenen Charakter zu erschaffen oder zu bewahren. Er ringt um Identität, und es ist eigentlich mehr oder weniger zufällig, dass er dabei auf Sex in allen seinen Spielarten verfallen ist. Ein wenig kalauernd, könnte man sagen, dass sein Ding eben immer "zur Hand" war... Ich möchte unbedingt dem Eindruck widersprechen, es handle sich hier um ein schmieriges Buch. Nein, es ist sogar an vielen Stellen schreiend komisch! ich kann schon gar nicht mehr zählen, an wie vielen Stellen sich Alex durch seine ausgefallenen Obsessionen und Masturbationstechniken in hochnotpeinliche Situationen gebracht hat! Ich sage ja nur: tiefgekühlte Leber, ausgehöhlte Äpfel, oder der geklaute BH der großen Schwester... Die Probleme werden nicht weniger, als Alex erwachsen zu werden beginnt. Er macht zwar Karriere, wird Mitglied des Stadtrates in New York, und Mitglied einer Kommission für ethnische Gleichberechtigungsfragen; aber innerlich ist er immer dieser verzweifelte und wütende Jugendliche geblieben. Zwar schafft er irgendwann den Sprung von seiner eigenen Hand hin zu einer Partnerschaft, aber auch hier verlagern sich die Probleme nur. Doch Einzelheiten gehören nun wirklich nicht hierher. Wir begleiten Alex auf seinen zahlreichen und waghalsigen Eskapaden mit Frauen, die ihn bis in die Gegenwart führen. Und hier kommt es zum absoluten komödiantischen Höhepunkt: in einer Verzweiflungsaktion reist Alex nach Israel, weil er glaubt, hier endlich zu sich selbst zu finden. Aber ausgerechnet hier versagt sein bestes Stück - in Israel ist er impotent... und so landet er bei Dr. Spielvogel. Das Buch endet mit einem lauten "Aaaaaaaargh!" von Alex, und danach kommt nur noch ein einziger Satz des Psychiaters: "Vielleicht können wir jetzt bitte anfangen...?" Diese Rezension wäre unvollständig, würde ich nicht noch einige Besonderheiten von Roths' Stil erwähnen. Wo bleibt die Gesellschaftskritik, mag sich der Leser bislang fragen. Oh, sie ist vorhanden, und zwar durchweg, grundsätzlich und ziemlich bissig. Denn Alex beschreibt in seinen verbalen Attacken auch seine Kindheit, seine Erziehung, und die vielen Erfahrungen, die er mit seinem Jüdisch-Sein machte, ja, machen musste. Er selbst sagt an einer Stelle, dass er sich gefühlt habe, als würde er mitten in einem jüdischen Witz leben - aber für ihn war es leider kein Witz, es war sein Leben! Die Mutter als überbesorgter Hausdrachen, der Vater erfolgloser Versicherungsmakler mit Verdauungsstörungen, die große Schwester eher tumb und mit einem Langweiler verlobt. Dazu die ständigen Ermahnungen, Befürchtungen, Obsessionen, die sich um Fragen der Religion genauso rankten wie um Sauberkeit und Hygiene. Auch hier habe ich oft herzhaft gelacht! Sicher ist das alles überspitzt, und ich würde keinesfalls auf dieser Grundlage ein fundiertes Urteil über das Judentum wagen.. Aber man bekommt schon einen Eindruck, wie es sich anfühlen muss, einer religiösen Minderheit mit Scheuklappen-Mentalität anzugehören. Die Passagen über das Christentum, und besonders die jüdische Sicht des Weihnachtsfestes, gehören mit zum witzigsten, was ich je gelesen habe! Noch dazu ist das Buch durchsetzt mit einer wahren Fülle an jiddischen (Schimpf-) Wörtern, die ich mir aber fast alle aus dem Kontext erschließen konnte. Ich kenne jetzt allein mindestens drei (!) Ausdrücke für das männliche Geschlechtsteil, ganz zu schweigen von eher liebevoll-rügenden Termini für leicht beschränkte Zeitgenossen (wie "shmuck" oder "shlemiehl"). Ja, womit könnte man Philip Roth am ehesten vergleichen...? Denn in seiner Stellung ist er, selbst in Amerika, ziemlich einzigartig. In Europa ist es wohl noch am ehesten Michel Houellebecq, der einem da einfällt - obwohl der natürlich nicht so auf religiöse Hintergründe abzielt. Dennoch, der Tenor ist in etwa derselbe. Die einen sind entsetzt aufgrund der offenen sexuellen Schilderungen, die anderen amüsiert. Ich gehöre eindeutig zu Letzteren - ich kann das Buch wirkllich nur jedem empfehlen, der sich einmal köstlich amüsieren will, und gleichzeitig einen Einblick bekommen möchte in das Amerika der späten 50er Jahre! Traut euch, und legt euch Taschentücher bereit! Und lest es vielleicht nicht unbedingt in U-Bahn oder Bus...

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