Philip Roth Portnoys Beschwerden

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Inhaltsangabe zu „Portnoys Beschwerden“ von Philip Roth

'Das lustigste Buch, das je über Sex geschrieben wurde.' (The Guardian)

Der 33-jährige Anwalt Alexander Portnoy ist hin- und hergerissen zwischen Begierden, die mit seinem Gewissen unvereinbar sind, und einem Gewissen, das mit seinen Begierden unvereinbar ist. Auf der Couch eines Psychiaters lässt er sein sozial und sexuell verwirrtes Leben Revue passieren.

Mit 'Portnoys Beschwerden' hat Philip Roth eine brillante Satire geschrieben und den Prototyp des Sexualneurotikers überhaupt erst erfunden.

Auf meinem Cover aus den 70er Jahren sieht man Marcello Mastroianni mit einer mir unbekannten Schauspielerin.

— Holden

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  • Krasser Typ, dieser Portnoy...

    Portnoys Beschwerden

    Farbwirbel

    13. October 2016 um 19:06

    Vor circa zwei Jahren las ich 'Der menschliche Makel' von Roth, welches ich überragend fand. Aus diesem Grund wollte ich es gern mit einem weiteren Roman aus seinen Opus versuchen. So kam also 'Portnoys Beschwerden' zu mir. Im Gegensatz zum 'menschlichen Makel' ist dieser Roman dem frühen Werken Roth' zu zuordnen, was man - meiner Meinung nach - auch spürte. Das Setting der Geschichte ist unheimlich smart gewählt: Alexander Portnoy ist bei der tiefenpsychologischen Analyse und berichtet seinem Therapeuten aus seinem Leben. Dabei hält er auf insgesamt 268 Seiten einen Monolog, der es in sich hat. Nur nebenbei erfährt der Leser, um welche Therapieform es sich handelt und den Namen des Therapeuten: Spielvogel. Ein Name, der für sich bereits zum Denken anregt. Portnoy berichtet nun von seinem Leben. Er beginnt in der Kindheit und bezieht sich dann immer wieder auf die Gegenwart, dabei erhält man schnell den Eindruck, dass Portnoy fern ab von jeglicher Mäßigung ist und vor allem in Extremen lebt. Zur Zeit stehe ich unter dem Einfluss eines Essays mit dem Titel 'Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens'; wie Sie sich vielleicht schon dachten, habe ich mir die 'Gesammelten Schriften' gekauft und habe mich, seit meiner Rücckkehr aus Europa, jeden Abend, wie in Einzelhaft, einen Band Freud in der Hand, in meinem freudlosen Bett in den Schlaf gelesen. Manchmal Freud in der Hand, manchmal Alex in der Hand, oft beides. Ja, dort liege ich, ganz allein, in meinem offenen Pyjama, spiele träumerisch an meinem Glied herum wie ein kleiner Junge, zerre daran, verdrehe, reibe und knete es und lese mich dabei durch 'Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens' hindurch, immer auf der Lauer nach dem Satz, dem Wortgefüge, dem Wirt, das mich erlöst, davon erlöst, was hier 'Vorstellungen und Fixationen genannt wird. - S. 182 Seine sexuelle Entwicklung soll nach ihm bereits im Kindergartenalter begonnen haben. Bei seinen Wichseskapaden lässt er nichts aus, ob es nun der Schlüpfer der Schwester ist oder das Ejakulieren im Bus neben einem schlafenden Mädchen. Krasser Typ. Dabei berichtet er auch, dass sein Elternhaus für ihn sehr anstrengend war. Er fühlte sich überwacht und bekrittelt, bei allem, was er tat. Seine Eltern seien nach seiner Aussage darum bemüht, ein jüdisch-konservatives Bild der Familie zu erzeugen. Dabei kann Portnoy selbst nichts damit anfangen. Gerade das Jüdische versucht er immer wieder von sich zu streifen und ist gleichzeitig eben in einem jüdischen Haushalt aufgewachsen und kann nicht davon ab, sich selbst in den Augen seiner Mutter zu betrachten. Er ist stark vom jüdischen Anstand geprägt, den seine Mutter ihm einbläute. Er soll keine 'Schickse' heiraten und sich nicht mit 'Gojs' treffen usw. Auch Umgang mit Afroamerikanern sollte er nicht pflegen... Parallel wird ein absurdes, inneres Familienbild entworfen. Der Vater leidet an chronischen Verstöpfungen, die Schwester ist ein dickes, für Portnoy erst einmal irrelavantes Wesen, die Mutter straft ihn mit Liebesentzug. Auch als Erwachsener ist sein Sexualtrieb weiterhin zügellos. Gleichsam schafft er es nicht, sich zu verlieben und verabschiedet sich vom Glauben an die Liebe. Eine Gespielin nennt er sehr oft. Im Deutschen wird sie mit 'Äffchen' bezeichnet. Mit ihr kann Portnoy vieles ausleben, bemerkt dabei aber auch, dass sein Intellekt im Kontrast zum Ausleben seiner sexuellen Trieb steht. Zumindest ist er dieser Ansicht. Wie kann ich das, was ich noch nicht gehabt habe, für eine Frau aufgeben, die, wie wunderbar und aufregend sie auch gewesen sein mag, mir eines Tages – das ist unumgänglich! - so selbstverständlich sein wird wie ein Stück Brot? Der Liebe wegen? Welcher Liebe? Ist es das, was die Paare, die wir kennen, zusammenhält – die Paare, die die Mühe nicht scheuen, sich gesetzlich verbinden zu lassen? Ist es nicht eher die Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit und Schuldgefühl? Ist es nicht eher Müdigkeit und Angst und Trägheit, schlicht gesagt fehlender Mumm, nicht weitaus eher all das als 'Liebe', von der die Befürworter der Ehe und die Schlagerdichter und die Psychotherapeuten nicht aufhören zu träumen? Wir wollen uns doch nichts vormachen, was die 'Liebe' und ihre Dauer angeht. - S. 104 Portnoys Beschwerden... Irgendwann ging mir Portnoy richtig auf die Ketten und das ist auch so gewollt. Dabei fällt natürlich auch auf, dass Roth so gut wie alles, was man so haben kann, in Portnoy selbst verwurstet – Exhibitionismus, krankhafte Eltern-Kind-Beziehund, Voyeurismus, Inzestlust, Fetische, Dauererregtsein, Angst vor Kastration/Impotenz... Man könnte die Liste noch ewig weiterführen. Es erscheint mir ganz sinnig, den Roman wenn nicht als Satire so zumindest als ironisch zu bezeichnen, dabei bin ich mir ob der Kernaussage unschlüssig. Mir persönlich hat das Werk mal mehr und mal weniger Spaß bereitet. Ich empfand es als anstrengend, doch war dies auch so angelegt, mir gefällt die Pointe am Schluss nicht wirklich, weil ich sie sehr höhnend finde und zudem würde ich das Werk wohl niemandem weiterempfehlen. Ich denke, ich werde es mit einem anderen, vielleicht späteren Werk von Roth probieren.

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    • 7
  • Homorvoll, absurd, liebenswert!

    Portnoys Beschwerden

    Beagle

    28. April 2013 um 19:29

    Alexander Portnoy ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt in New York, er arbeitet für die Stadt in der Kommission gegen Unterdrückung und für Gleichberechtigung. Doch, sein privates Leben und vor allem sein Leben mit den Frauen kann er nicht in den Griff bekommen. In langen und ausführlichen Sitzungen berichtet er seinem Psychiater Dr. Spielvogel von seinen Beschwerden. Eigentlich sollte er glücklich sein, denn er wurde in eine ganz normale, jüdische Familie geboren. Sein Vater arbeitete als Versicherungsmakler und seine Mutter war Hausfrau, sie kümmerte sich um ihn und seine ältere Schwester. In der Schule übersprang er eine Klasse und das Examen in Jura beendete er als einer der Besten. Doch, schon als Jugendlicher hatte er sich sexuell nicht unter Kontrolle. Andauernd musste er sich einen runterholen, oft auch mehrmals am Tag, einmal sogar in der U-Bahn neben einem schlafenden Mädchen. Und, schon immer zogen ihn die gojschen, also die nichtjüdischen Mädchen, an. Doch wegen seiner Nase hatte er immer Komplexe ihnen nahezukommen. So begnügte er sich damit, sie stundenlang zu beobachten und ihnen zu folgen. Seine festen Partnerinnen konnten Alexander auch nicht lange glücklich machen. Die erste Freundin war vom Land, aber ebenso klug und ehrgeizig wie er selbst. Zusammen schmiedeten sie Pläne, wie sie die Welt verändern könnten, doch eines Tages verlor Alex die Lust an der Beziehung. Mit der zweiten Frau wurde er von Anfang an nicht ganz warm, denn sie wollte ihm keinen blasen, eine Tochter aus einer alten amerikanischen Einwandererfamilie. Dann lernte er endlich ein Mädchen kennen, deren Spitznamen Äffchen war. Sie teilte mit ihm die sexuellen Vorlieben, kleidete sich extravagant und auffällig. Zusammen verbrachten sie fast ein Jahr, bis sie sich im Urlaub in Griechenland trennten. Denn, auch das Äffchen wollte ihn heiraten. Mit Portnoys Beschwerden legt Philip Roth ein absurdes, humorvolles und gleichzeitig nachdenkliches Buch vor. Es erzählt die Geschichte des jungen Alex, der mit seinem (jüdischen) Dasein nicht zurechtkommen kann, obwohl sein Leben für alle Außenstehenden scheinbar erfolgreich und glücklich verläuft. Sehr empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Portnoys Beschwerden" von Philip Roth

    Portnoys Beschwerden

    JimmySalaryman

    06. November 2012 um 16:46

    In dieser neuen Übersetzung noch großartigerer ... Roth ist ein Stilist, und nur deswegen erzielt er mit diesem formal gewagten Setting (Psychoanalyse) ein Ergebnis beim Leser, er schafft ihn nämlich, den Leser. Mit Portnoy erfindet er ein alter ego, aber nicht nur seins - unser aller. Jeder ist Portnoy, irgendwie, irgendwo. Jeder kennt ihn, in sich, in anderen. Nicht weniger als ein Meisterwerk.

  • Rezension zu "Portnoys Beschwerden" von Philip Roth

    Portnoys Beschwerden

    Holden

    04. December 2010 um 15:10

    Ein richtiges Ekelpaket, ein Klassiker, sollte man gelesen haben (kommt sogar bei "Californication" vor).

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