Philipp Hübl

 3,9 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor*in von Folge dem weißen Kaninchen, Die aufgeregte Gesellschaft und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Philipp Hübl ist Philosoph und hat nach einem Studium der Philosophie und Sprachwissenschaft in Berlin, Berkeley, New York und Oxford Theoretische Philosophie an der RWTH Aachen, der Humboldt-Universität Berlin und der Universität Stuttgart gelehrt; derzeit ist er Gastprofessor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Er ist Autor des Bestsellers »Folge dem weißen Kaninchen ... in die Welt der Philosophie« (2012, neu 2020), der Bücher »Der Untergrund des Denkens. Eine Philosophie des Unbewussten« (2015), »Bullshit-Resistenz« (2018) und »Die aufgeregte Gesellschaft« (2019) sowie von Beiträgen zu gesellschaftlichen und politischen Themen, unter anderem in der Zeit, FAZ, taz, NZZ, auf Deutschlandradio und im Philosophie Magazin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Philipp Hübl

Cover des Buches Folge dem weißen Kaninchen (ISBN: 9783499624797)

Folge dem weißen Kaninchen

(24)
Erschienen am 01.08.2012
Cover des Buches Die aufgeregte Gesellschaft (ISBN: 9783570103623)

Die aufgeregte Gesellschaft

(6)
Erschienen am 25.03.2019
Cover des Buches Moralspektakel (ISBN: 9783570555187)

Moralspektakel

(4)
Erschienen am 24.09.2025
Cover des Buches Der Untergrund des Denkens (ISBN: 9783499628535)

Der Untergrund des Denkens

(3)
Erschienen am 19.05.2017
Cover des Buches Bullshit-Resistenz (ISBN: 9783328111528)

Bullshit-Resistenz

(0)
Erschienen am 12.06.2024
Cover des Buches Bullshit-Resistenz (ISBN: 9783964760098)

Bullshit-Resistenz

(0)
Erschienen am 23.10.2018
Cover des Buches Die aufgeregte Gesellschaft (ISBN: 9783844535310)

Die aufgeregte Gesellschaft

(0)
Erschienen am 25.03.2019

Neue Rezensionen zu Philipp Hübl

Cover des Buches Moralspektakel (ISBN: 9783827501561)
U

Rezension zu "Moralspektakel" von Philipp Hübl

U_Vollmer
Und dafür mußten Bäume sterben ...

Zuerst eine Kritik an der Aufmachung des Buchs: Der Autor hat den Text üppig mit Fußnoten versehen; leider hat der Verlag diese aber in winziger Schrift und fortlaufend in den Anhang gepackt. Da es auch keine Kopfzeilen gibt, muß man also zuerst zum Kapitelanfang zurückblättern, um rauszufinden, wo man nachschlagen muß. Dann zum Ende des Buchs, dann die Fußnotennummer im  in winziger Schrift gedruckten Fließtext (!) finden (zum Glück bin ich kurzsichtig) und dann wieder zum eigentlichen Text zurück. Das ist umständlich und stört den Lesefluß ganz erheblich. 


Was den Inhalt angeht, so sind die ersten 120 Seiten, auf denen der theoretische Unterbau für die folgende Analyse dargelegt wird, schlicht und ergreifend überflüssig:

Der Mensch ist ein soziales Wesen -- das ist ja ganz neu. 

Moralische Regeln dienen dem Zusammenleben in der Gruppe - auf die Idee wäre ich nie gekommen.  

Mit pseudoreligiösem Eifer vertretene Grundsätze zur Lebensführung (Veganismus) und sprachliche Absonderlichkeiten (Gendern), die von der überwiegenden Mehrheit der Gesellschaft nicht vertreten werden, werden vor allem eingesetzt, um, die eigene Gruppe nach außen abzugrenzen und sich innerhalb der Gruppe wichtig zu machen - Donnerwetter, das sind ja umwerfende neue Erkenntnisse.

Etliche Aussagen sind aus naturwissenschaftlicher Sicht auch schlicht falsch bzw. werden vom Autor zum Untermauern seiner Thesen so verkürzt, daß ein total verzerrtes Bild entsteht. So wird z.B. die Tatsache, daß die überwältigende Mehrheit der Menschen gerne über andere, auch Prominente, tratscht, damit erklärt, daß man damit dem Gesprächspartner seine moralische Gesinnung zeigen will. Tatsächliches Interesse an dem Menschen, über den geredet wird, Neugier, Mitleid oder Schadenfreude als Motive werden nicht einmal erwähnt.

Nachweislich falsch wird es fast immer, wenn historische Beispiele zitiert werden. Daß die französische Revolution in Frankreich und nicht in Deutschland stattfand, lag sicher nicht daran, daß das französische Bürgertum so viel aufgeklärter als das deutsche (oder skandinavische) war, sondern vor allem an den Lebensumständen. Da kommt dann die vom Autor so geschmähte "Instinktmoral" ins Spiel. Stichwort Grundherrschaft versus Gutsherrschaft: Der französische Adelige hockte in Versailles und kam höchstens zur Buchprüfung auf seine Landgüter. Der "preußische Junker" lebte dort, kannte seine Leute also fast immer persönlich, sah sie als Teil seiner Gruppe an und bemührte sich darum schon "instinktiv", ihnen ein einigermaßen gutes Leben zu ermöglichen. Wer das nicht tat, also z.B. sein Herrenhaus prächtig ausbaute und die Landarbeiterhäuser verfallen ließ, wurde wegen seiner Unmoral von den Standesgenossen geschnitten. (Das alles hat sehr wenig mit der hochgepriesenen "Vernunftmoral", aber sehr viel mit "Bauchgefühl" zu tun. Auch heute raffen sich die Leute meist erst dann auf, ihren moralischen Worten Taten folgen zu lassen, wenn sie das konkrete Beispiel vor Augen haben.)

Wenn dann noch seitenlang und immer wieder darauf hingewiesen wird, daß es einfacher ist, im Internet einen empörten Post gegen die Armut abzusetzen als in der Obdachlosenhilfe aktiv zu sein (das Beispiel wird mindestens viermal genannt), kommt mir das wie reine Zeilenschinderei vor.


Der zweite Teil ist auch nicht viel besser.  Im Prinzip besteht er nur aus einer Aufzählung einschlägig bekannter Phänomene von immer extremer auftrumpfendem Aktivismus  (der Wettbewerb um die opferigste Opfergruppe) und der Klage, daß sich die breite Mehrheit der Gesellschaft entnervt aus diesen Diskussionen zurückgezogen hat.

Leider bleibt es bei reiner Beschreibung dieser Phänomene, ohne die (erwünschten?) Konsequenzen, die dieses Verhalten hat, anzusprechen. So führt das künstliche Unterteilen und Bewerten von "benachteiligten Gruppen" letzlich dazu, daß gemeinsames Handeln erschwert und das Anpacken echter Probleme - Stichwort soziale Ungleichgewichte- verhindert wird (Paradebeispiel USA: Dort werden seit dem 19. Jahrhundert Weiße und Schwarze, Einheimische und Einwanderer, Küste undBinnenland gegeneinander ausgespielt, mit der Folge, daß bei Wohlstand, Gesundheit und Lebenserwartung Unterschiede wie in einem Dritte-Welt-Land gibt.)

Aber bei der sozialen Frage scheint der Autor ohnehin einen blinden Fleck zu haben.


Wirklich interessante oder auch nur neue Ideen gibt es hier eigentlich nicht. Und die reine Analyse hätte auch auf zwanzig Seiten Platz gehabt, statt auf 336.

Cover des Buches Folge dem weißen Kaninchen (ISBN: 9783499624797)

Rezension zu "Folge dem weißen Kaninchen" von Philipp Hübl

Ein LovelyBooks-Nutzer
Philosophische Abenteuer

Falls du denkst, Philosophie sei nur etwas für altmodische Denker mit langen Bärten und unverständlichen Manuskripten, die in staubigen Bibliotheken vergilben, dann lass mich dir „Folge dem weißen Kaninchen“ von Philipp Hübl ans Herz legen. Dieses Buch ist wie ein Espresso-Shot für deine grauen Zellen: stark, erfrischend und garantiert wachmachend.

Philipp Hübl schafft es, mit einer Leichtigkeit und einem Humor durch die großen Fragen der modernen Philosophie zu führen, dass ich mich beinahe wie in einem Gespräch mit einem besonders klugen Freund gefühlt habe – ein Freund, der gerne mal sarkastisch auf das Leben blickt und dabei mehr als einmal festgefahrene Ideen und überholte Denkmuster durch den Kakao zieht.

Das Buch deckt ein erstaunliches Spektrum an Themen ab: von der Frage nach dem freien Willen über das Wesen des Bewusstseins bis hin zur ewigen Frage, ob Gott existiert und warum wir eigentlich sterben müssen. Hübl bleibt dabei nie dogmatisch – das heißt, du wirst keine elitäre Besserwisserei finden, sondern eine wohltuende Offenheit für verschiedene Perspektiven. Natürlich hat er seine eigenen Ansichten, und die macht er auch klar, aber immer mit einem Augenzwinkern und einer gesunden Portion Selbstironie.

Was ich besonders geschätzt habe, ist seine Fähigkeit, komplexe philosophische Theorien und Begriffe auf eine Art und Weise zu erklären, die auch für Philosophie-Neulinge gut verständlich ist. Kein ewiges Blabla über „das Sein des Seins“ oder „ontologische Erkundungen“ – hier geht es um handfeste, verständliche Erklärungen, die auch noch Spaß machen. Du musst also nicht befürchten, dass dir beim Lesen vor lauter Fachjargon der Kopf explodiert.

Eines der Highlights des Buches ist Hübels Talent, altehrwürdige philosophische Ideen zu entmystifizieren. So zerlegt er beispielsweise mit Freude festgefahrene Ansichten von berühmten Denkern, die immer noch wie unantastbare Wahrheiten behandelt werden, obwohl sie längst überholt sind. Dabei hat er keine Angst davor, auch mal ironisch oder sogar respektlos zu sein – was das Lesen umso unterhaltsamer macht. Das ist kein trockenes Philosophielehrbuch, sondern eher eine spritzige Tour durch die Denkgeschichte mit einem Reiseführer, der immer einen witzigen Kommentar parat hat.

Allerdings gibt es auch Momente, in denen Hübl ziemlich deutlich Stellung bezieht – und zwar nicht immer zum Vorteil der Diskussion. Besonders bei Themen wie Religion oder freier Wille spürt man seine eigene Meinung recht stark durch. Manchmal dachte ich mir: „Okay, Philipp, wir haben’s kapiert, du bist kein Fan von Religion!“ Aber diese klaren Positionierungen geben dem Buch auch eine gewisse Würze – man liest nicht nur eine neutrale Übersicht, sondern bekommt auch eine Prise kontroverse Denkanstöße.

Und wenn du jetzt denkst, das Buch sei ein reines Lesevergnügen ohne jeglichen Anspruch: Keine Sorge, Hübl fordert deinen Geist durchaus heraus. Die Gedankenexperimente und philosophischen Diskussionen regen zum Nachdenken an und laden dazu ein, die eigene Perspektive zu hinterfragen. Besonders die Abschnitte über Bewusstsein und Träume haben mich dazu gebracht, mich zu fragen, was wirklich real ist – und ob ich morgens wirklich in dieser Realität aufwachen möchte.

Kurz gesagt, „Folge dem weißen Kaninchen“ ist eine großartige Einführung in die moderne Philosophie, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich ist. Es ist das perfekte Buch für alle, die sich auf eine Reise in die Tiefen des Denkens begeben möchten, ohne dabei in einem Meer aus Fachjargon zu ertrinken. Und wer weiß, vielleicht findest du am Ende sogar heraus, warum der Hase weiß ist – und nicht etwa rosa mit Punkten.

Cover des Buches Folge dem weißen Kaninchen (ISBN: 9783499624797)
B

Rezension zu "Folge dem weißen Kaninchen" von Philipp Hübl

blerta
Ein unterhaltsames Lesevergnügen

In diesem Buch wird einem ein Überblick über die moderne Philosophie verschafft. Es ist unterteilt in neun Themen, wie zum Beispiel Gefühle, Sprache, Schlaf und viele weitere Kategorien. Sie werden nicht nur in einem philosophischen Kontext gezeigt, sondern auch wissenschaftlich aufgegriffen, damit man möglichst viele Fakten zum Thema hat und sich eine eigene Meinung dazu bilden kann.

Philipp Hübl schafft es, die Leser:innen langsam an die Themen heranzuführen, indem er viele Anekdoten und spannende Alltagsbeispielen in die Texte einfliessen lässt. Er geht auf berühmte philosophische Fragen ein, die einem bestimmt auch schon mal im Verlauf des Lebens begegnet sind, denen man aber nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet hat. Hier kann man diese Fragen vertiefen und verschiedene Denkweisen und Meinungen kennenlernen.

Das Buch liest sich dementsprechend sehr flüssig. Man stolpert weder über Fachbegriffe, die man erstmal recherchieren muss, noch wird man dazu gezwungen, einen Satz fünf Mal lesen, weil er so verschachtelt ist. Der Autor schafft es, trotz der vielen – und auch unterschiedlichen Ansätze – die Aspekte lebensnah und interessant zu vermitteln. 

Das Buch ist perfekt, um sich einen Überblick über die einzelnen Themen zu verschaffen. Ich habe ein wenig Tiefe vermisst, aber für die Länge und die ganze Bandbreite, die das Buch jetzt bereits liefert, hätte es vermutlich den Rahmen gesprengt. Tatsächlich kannte ich aber viele Theorien und Erklärungsansätze schon, obwohl ich eine neue Einsteigerin in die Philosophie bin.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass man während des Lesens stark mit der Meinung des Autors konfrontiert wird. Manche Aussagen sind etwas vage, nicht richtig ausformuliert und vielleicht nicht so fundiert. Auch zum Ende eines Themas, gibt es immer ein Fazit, denen ich zwar nicht immer zustimmte, die aber die Kapitel schön abrundeten.

Fazit
Ein lehrreiches, spannendes und vor allem auch interessantes Buch über die wichtigsten Themen und Fragen der modernen Philosophie! Es eignet sich sehr gut für Einsteiger in die Philosophie, da es eher ein Überblick statt eines richtigen Tiefgangs beinhält. Für diese Länge ist es aber vollkommen okay! Jedoch muss man darauf achten, die Meinung des Autors nicht mit den Fakten im Buch zu verwechseln.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

58 Bibliotheken

19 Merkzettel

2 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks