Isch geh Schulhof

von Philipp Möller 
3,9 Sterne bei239 Bewertungen
Isch geh Schulhof
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Man möchte am liebsten losheulen.

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Abwechselnd interessant und langweilig, liebenswürdig und arrogant - Gesamtbewertung fällt schwer.

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Inhaltsangabe zu "Isch geh Schulhof"

'Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu.
"Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit.

Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag. Möllers Geschichten aus dem deutschen Bildungschaos sind brisant und berührend, und dabei immer wieder urkomisch.

N

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404606962
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:21.09.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    Knigaljubs avatar
    Knigaljubvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Abwechselnd interessant und langweilig, liebenswürdig und arrogant - Gesamtbewertung fällt schwer.
    Für zwischendurch ganz okay...

    Puh - was soll ich dazu sagen? Selten fällt mir eine Bewertung so schwer wie hier.

    Zum Inhalt:

    Philipp Möller ist Quereinsteiger-Lehrer an einer Berliner Grundschule und schildert in diesem (seinem ersten) Buch seine Erfahrungen als Lehrer.

    Meine Meinung:
    + Einerseits gibt es wirklich interessante Passagen über das Berliner Grundschulleben und ein ernstes Nachwort mit Kritik am deutschen Schulsystem, das unbedingt gehört werden sollte. Einzelne Schicksale gehen einem richtig nah und insgesamt liest sich das Buch wirklich gut schnell weg.
    - Auf der anderen Seite gibt es Abschnitte, durch die ich den Autor irgendwie unsympathisch finde, z.B. diesen:
    "Weil Berlin aufgrund seiner unterreichten Coolness inzwischen von zahllosen Wahl-Berlinern überschwemmt wird - die nicht nur die Mieten in die Höhe treiben, sondern nach und nach auch die Stimmung des Dorfes herstellen, aus dem sie einst geflohen sind -, ist die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in einem authentischen Berliner Kiez, der sich irgendwo zwischen Bioladen-Snobbismus und Kampfhundeauslaufgebiet bewegt, ziemlich schwer geworden." (S. 179)
    - Außerdem gibt es Abschnitte, die nicht so ganz nötig sind (wie die Schilderungen seines Privatlebens).
    - Und last but not least: Einem Kind, das streng religiös aufwächst, zwischen Tür und Angel den Schwachsinn von Religion bzw. die Nichtexistenz Gottes vermitteln zu wollen, finde ich irgendwie nicht richtig (unabhängig davon, dass ich seinen grundsätzlichen Einsatz für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung sowie freies Denken sehr gut und wichtig finde).

    Während ich von Möllers drittem Buch "Isch hab Geisterblitz" (trotz mich wenig ansprechendem Titel), das ich zuerst las, noch positiv überrascht war, konnte mich dieser Debütroman (ebenfalls mit wenig ansprechendem Titel) leider nicht mehr richtig überzeugen.

    Fazit:
    Kann man zwischendurch vielleicht lesen, muss man aber nicht unbedingt. Mir hat Möllers drittes Buch ("Isch hab Geisterblitz") deutlich besser gefallen.


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    Zeilentraumfaengers avatar
    Zeilentraumfaengervor einem Jahr
    Isch geh Schulhof

    Isch geh Schulhof ist der erste Teil einer Trilogie, die leider witziger dargestellt wird, als sie tatsächlich ist.

    Vor Jahren hatte ich den zweiten Teil (Bin isch Freak oder was?!) zufällig gefunden und musste ihn direkt lesen. Letztens habe ich dann den ersten Teil auf dem Flohmarkt gefunden und natürlich musste der dann unbedingt mit.
    Ich weiß nicht, ob mein Gedächtnis mich einfach im Stich lässt, oder ob ich schon beim zweiten Teil die Gedanken, die ich hier gleich äußern werde, hatte. Ich stehe dem Buch nämlich sehr zwiegespallten gegenüber.
    Durch den lustigen Namen und auch die kurzen Anekdoten auf dem Klappentext hatte ich einen Grundschullehrer erwartet, der mit kleinen und vielleicht auch größeren Kriesen zu kämpfen, hat, dabei aber Spaß hat und die Geschichten wirklich lustig erzähl.
    Leider ist ein großer Teil des Buchs sehr ernst und teilweise wirklich erschreckend. Natürlich ist es wichtig, sowas aufzudecken und ich weiß auch, dass nicht immer alles so lustig zugeht, wie ich es manchmal gerne hätte. Da das Buch für mich aber äußerlich und von der Inhaltsangabe her sehr auf die Humor-Schiene geht, war ich etwas irritiert.
    Natürlich gibt es hier auch lustige Kapitel und man kann ein bisschen lachen. Der Großteil aber bezieht sich auf den Zustand der Schule und die teilweise sehr verwahrlosten Kinder. Ein anderer großer Teil wird von dem Privatleben des Autors eingenommen. Ich möchte jetzt nicht (schon wieder) unfreundlich oder so wirken, aber es ist mir wirklich herzlich egal, ob er jetzt mit seiner Freundin zusammen zieht und wo sie studiert und und und..
    Auch die Art, wie hier erzählt wird, gefällt mir nicht besonders. Die Kinder werden als total bescheuert und zurückgeblieben dargestellt und auch, wenn es vielleicht stimmen mag, finde ich es einfach nicht gut, mit erhobenem Finger davor zu stehen und sich selbst so weit über die besagten Kinder zu stellen. Es kam einfach ziemlich arrogant und stark verurteilend rüber.
    Besonders schlimm fand ich eine Szene, in der der Autor versuchen wollte, den Kindern seinen Glauben aufzuzwingen. Natürlich ist Aufklärung wichtig und es ist auch okay, nicht zu Glauben. Was nicht okay ist, ist vor einer sechsten Klasse zu stehen und zu sagen 'Gott gibt es nicht',' Das ist alles nur Einbildung' und sowas. Niemand sollte anderen seinen Glauben so aufzwingen (Auch, wenn er eben ungläubig ist). Eine vernünftige Diskussion ist natürlich okay, würde ich aber auch eher einem Religionslehrer überlassen..

    Isch geh Schulhof ist ein stellenweise wirklich interessantes Buch, über den Verfall Berliner Schulen, leider war mir der Autor einfach nur unsympathisch und die Optik des Buches verspricht für mich einfach viel, was das Buch nicht halten kann.

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    Isy2611s avatar
    Isy2611vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kurzweilig, interessant, aber auch schockierend.
    Auf Berlins Schulhöfen...

    Philipp Möller hat eigentlich Erwachsenenbildung studiert. Dann wurde er jedoch als Assistenz der Schulleitung in einer Berliner Grundschule angestellt. Das führt ihn schließlich zu einer Stelle als Quereinsteiger im Lehrerberuf. Der Sprung ins kalte Wasser ist nicht gerade leicht, aber der Schulalltag dafür... nennen wir es mal abwechslungsreich. Von exotischen Namen, verschrobenen Weltansichten und ausgefallener Grammatik - dieses Buch erzählt mit einzelnen Episoden aus dem Lehreralltag eine zugleich erschreckende sowie erheiternde Geschichte über die Zustände an Deutschlands Schulen.


    Ich habe dieses Buch gern gelesen. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Die Menge der ernsten und humorvollen Stellen hält sich die Waage. Durch das verschriftlichen der Sprache der Kinder wird das Buch zu etwas Besonderen, da man sich so sehr gut ins Geschehen hinein versetzen kann. Auch die Sozialkritik, die immer wieder implizit und explizit geübt wird, hat sich gut eingepasst. Einzig die Ansammlung manchmal unzusammenhängender Anekdoten mochte ich nicht so gern. Da hat mir die Stringenz gefehlt.


    Alles in Allem kann ich das Buch empfehlen.

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor einem Jahr
    Kann denn die Kinder keiner lehren?

    Mit dem erhobenen Zeigefinger, kann jeder Missstände anprangern. Mit Humor sind das schon sehr viel weniger. Phillip Möller gelingt dies, durch die Erzählung seiner Aushilfslehrerzeit in einer Schule im Berliner Kiez. Da ist man eher Sozialarbeiter als Pädagoge.

    Das Buch „Isch geh Schulhof“ hat mich amüsiert und schockiert zugleich. Da ich eher ländlich aufgewachsen bin und auf dem Gymnasium war und meine Schulzeit zugegebenermaßen doch schon etwas länger her ist, war ich über die Umgangsformen an manchen deutschen Schulen überrascht. Ich verstehe, dass es Kindern mit Migrationshintergrund schwer fällt, richtig Deutsch zu sprechen, aber kann denn die Kinder keiner lehren wie man spricht? Offensichtlich scheitert daran unser Bildungssystem. Manchmal ist es sogar recht niedlich, wie sie versuchen, die Welt mit ihren Sprachmöglichkeiten auszudrücken. Das ist der humorvolle Teil des Buches, der mich doch sehr amüsiert hat. Schön fand ich auch, wie Herr Möller sich in seine Schützlinge einfühlt und ihnen Wissen auf ihrer Ebene beibringt, wie zum Beispiel, dass Homosexualität nichts Verdammenswertes ist. Ich kann aber auch verstehen, dass bei der unsicheren Anstellungslage, der Autor irgendwann keine Lust mehr hatte auf das Bildungsroulette.

    Nach der Lektüre des Buches bin ich der Meinung, dass jeder der Bildungspolitik betreibt ein sechsmonatiges Zwangspraktikum an ebensolcher Schule absolvieren sollte, um seine Entscheidungen mit Erfahrungen zu untermauern und Sparmaßnahmen noch einmal zu überdenken.

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    Any91s avatar
    Any91vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Einfach nur genial...
    Dieses Buch ist einmalig!


    So viel gelacht und gleichzeitig den Kopf geschüttelt habe ich noch nie.

    Philipp Möller trifft hier den präzisen Punkt des Berliner Kietz. Sein Schreibstil ist sehr erfrischend - er schreibt aus seiner Perspektive. Und genau das macht es so lebendig und ulkig. Schon auf den ersten paar Seiten habe ich tierisch lachen müssen, und dass, obwohl es ein Sachbuch ist. Es wird ein ernstes Thema angesprochen - Kids, Schule und den Berliner Kietz. Sein Erlebnis, als Aushilfslehrer. 

    Das Cover sagt eigentlich schon alles, auch wenn nicht viel zusehen ist. Und genau dasselbe gilt für den Titel, schlicht aber absolut aussagekräftig. 
    Es ist leider erschreckend, dass sie Jugend von heute tatsächlich so spricht, wie auch Philipp Möller in seinem Buch wiedergibt. 

    Wer viel Humor hat, Spaß an mal was anderem, dann ist das genau das richtige Buch!

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    Carlosias avatar
    Carlosiavor 3 Jahren
    kleiner Einblick in Berliner Schulen

    Klappentext:
    (Amazon)
    Heute ist Klassenausflug. Bowlen - damit die Kinder sich endlich mal so richtig austoben können. Als ich den Klassenraum betrete, stürmen die ersten schon auf mich zu. "Herr Mülla, iebergeil!", ruft Ümit. "Isch mache Strike, ja? Schwöre, schmache eine Strike!" Mit wilden Bowling-Trockenübungen steht er vor mir. Wenn er nachher tatsächlich so bowlt, nehme ich mir besser einen Helm mit. Aushilfslehrer? Ein lockerer Job, denkt Philipp Möller - bis zur ersten Stunde in seiner neuen Klasse: Musikstunden erinnern an DSDS, hyperaktive Kids flippen ohne ihre Tabletten aus und zum Frühstück gibt es Fastfood vom Vortag.

    Über den Autoren:
    (Amazon)
    Philipp Möller, Jahrgang 1980, ist Diplom-Pädagoge und lebt als freier Autor in seiner Heimatstadt Berlin. Nach dem Studium der Erwachsenenbildung wagte er den Quereinstieg als Lehrer und unterrichtete zwei Jahre lang an Berliner Grundschulen. Als Pressereferent der Giordano Bruno Stiftung engagiert er sich für Humanismus und Aufklärung. Seit Februar 2011 stellt er seine pädagogischen Fähigkeiten auch als Vater unter Beweis.

    Erster Satz:

    Der öffentliche Nahverkehr in Berlin ist immer eine Reise wert.

     

    Gestaltung:
    Das Buch ist großartig gestaltet und der Titel ist spitze!
    Es spiegelt einfach komplett die Geschichte wieder! Im Hintergrund sieht man Papier was die Schule wiederspiegelt und im Vordergrund ist ein Typischer Schüler wie sie halt sind: Immer ein Handy in der Hand!
    Der Titel spiegelt die Sprach der Kinder wieder.


    Inhalt:
    Herr Möller startet seine neue Arbeit als Aushilfslehrer an einer Grundschule. Schon am ersten Tag wird er herrlich durch die Sanitären Anlagen der Schule begrüßt. Das kann doch jetzt nur noch besser werden und sieht die ersten Schüler durch die Gänge zur Toilette laufen, obwohl der Unterricht schon längst begonnen hat…


    Meine Meinung:
    Dieses Buch ist sehr gut geschrieben, man kann den Gedankengängen folgen und es macht schon ein wenig Spaß einen Einblick in die Berliner Schulen zu bekommen.
    Schade find ich jedoch, dass dieser Zustand teilweise stimmt. Vielleicht nicht ganz so schlimm wie beschrieben, aber der Autor spricht ja  schon aus eignender Erfahrung.
    Zudem finde ich es schrecklich wie die Aushilfslehrer behandelt werden und genau so was es für Lehrer gibt! Jeder kennt die Lehrer aus der eignenden Zeit, jedoch sind mir solche Umstände unbekannt. Naja wie hatten schonen den ein oder anderen der ständig Krank war.
    Ich hoffe inständig das vieles auf der Autorischen Freiheit basiert kann mir aber auch gut vorstellen das diese Zustände herrschen.

    Bewertung:
    ∞∞∞∞∞

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    Hypokrass avatar
    Hypokrasvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Nicht immer ernster Einblick in Deutsche Schulen.
    Isch bin hergerissen. Und hin.

    Das Buch

    Es ist ein Paperback mit einem Jungen im Graffiti Comic Style der auf einem Handy rumtippt oder -spielt. Dieses sehr schön gemachte Cover vermittelt einen guten ersten Eindruck dessen, mit welchen Menschen man es während der nächsten Tage des Lesens hauptsächlich zu tun bekommen wird.

    Und so beginnt es:

    "Der öffentliche Nahverkehr in Berlin ist immer eine Reise wert. Mit ein bisschen Glück kann man bei einer Fahrt mit den Verkehrsmitteln der Hauptstadt filmreife Szenen erleben."

    Zusammenfassung

    Kurz: Herr (oder - Achtung Insider/Spoiler - Frau) Mülla geht freiwillsch Tigergrube. Vallah, dem krasse Typ überlebt.
    Etwas länger: Philipp Möller ist Assistent der Schulleitung einer Berliner Schule. Als er dann die Möglichkeit erhält, an genau dieser Schule als Assistenzlehrer anzufangen geht er davon aus, dass es ihm als quasi Insider doch irgendwie leichter fallen müsste, diesen Job zu übernehmen. Er hat sich geirrt. Ohne sich jedoch davon beirren zu lassen zieht er das ganze während zwei unsicheren (welcher Assi Lehrer hat schon einen unbefristeten Vertrag?) Jahren durch. Er mausert sich zu einer Respektsperson für die meist sehr bildungsfernen Kids und findet heraus, dass zumindest einige lernen können und davon widerum einige sogar wollen, wenn man es nur richtig angeht. Aber irgendwann platzt selbst dem nettesten Menschen der Kragen ...

    Meine Meinung:

    Herr Möller bringt seine Weltanschauung immer wieder zum Ausdruck (er ist Atheist), was er auch darf und können soll. Was jedoch unnötig ist, ist die Verunglimpfung jener Anschauungen, die von seiner abweichen bzw. ihrerseits einen Absolutheitsanspruch erheben. Es kam mir manchmal so vor, als ob er Glaube und Religion für die Bildungsmisere verantwortlich machen wolle. Das tut er nicht, und er erwähnt auch die tatsächlichen Gründe wie z.B. Sparwut an den falschen Stellen. Jedoch blieb mir persönlich immer ein schaler Nachgeschmack wenn er wieder mal gegen Religion gewettert hat. Soviel dazu.
    Das Buch wird als witzig beworben. Ich musste häufiger den Kopf ob der anscheinend katastrophalen Bildungssituation an offenbar nicht wenigen Schulen schütteln. Lächeln jedoch nur selten, von Lachen ganz zu schweigen. Das, soviel habe ich zwischenzeitlich über den tatsächlichen Einfluss eines Autoren gelernt, ist jedoch kaum Herrn Möllers Schuld.
    Der Stil ist dem Thema nicht ganz unangemessen locker, bisweilen flapsig. Ich vermute dahinter den Humor des Verzweifelnden. Jedenfalls wäre es mir sicherlich so ergangen. Eine solche Situation hält man kaum länger als ein halbes Jahr nur mit "Gutmenschsein" aus. Dazu braucht es vielmehr Humor, ein ungeheuer dickes Fell und einen Glauben daran, dass die Menschen nicht einfach schlecht sind, von dem sich viele gläubige Menschen ein Stück abschneiden können. Obwohl sich Herrn Möllers Weltanschauung überhaupt nicht mit meiner vereinbaren lässt muss und kann ich ihm für seine Leistung Anerkennung zollen. Wenn es mehr solche Lehrer gäbe (geben könnte, denn irgendwer muss sie ja auch bezahlen), sähe es an den Schulen anders aus.

    Fazit:

    Wer sich einen nicht immer todernsten Überblick über die Zustände an Deutschen Schulen verschaffen will, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.
    Etwas zurückhaltende Kaufempfehlung und zwischen 3 und 4 von 5 Sternen. Zu 4 hin tendierend.

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    Vivos avatar
    Vivovor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Drastische aber durchaus realistische Darstellung unseres Schulsystems! Absolut lesenswert - lustig und unterhaltsam.
    Aua, meine Röbelsäule!

    Philipp Möller, Quereinsteiger im deutschen Schulsytem, hat es mit seiner Berlinder Grundschule wirklich nicht leicht. Umso amüsanter für den Leser, wenn sich "Herr Mülla" mit Military - Marcel & Co herumschlagen muss. Nebenbei erfährt man auch viel wissenswertes über die Probleme des deutschen Schulsystems und deren Reformpolitik.

    Philipp Möller hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der einen durch seine direkte Art immer wieder zum Lachen bringt. Möller nimmt kein Blatt vor den Mund und er hat ein Talent trotz lockere Art, ernste Probleme in Politik & Schule anzusprechen.

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    sternchennagels avatar
    sternchennagelvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: tiefgründiger und relevanter als gedacht
    tiefgründiger und relevanter als gedacht

    Zuerst dachte ich aufgrund des Titels und der Aufmachung dieses Buches, würde ich viele kleine lustige kurzgeschichten aus dem Schulalltag zu lesen bekommen, tatsächlich ist es aber ein Umriss eines fachfremden " lehrers" aus 2 jahren Grundschule in einen berliner Problemviertel.

    So lustig einige Geschichten auch sind, ist es überwiegend traurig was aus den nachfolgenden deutschen Generationen gemacht wird und man kann nur hoffen das es irgendwann besser wird.

    Ein Buch zum nachdenken und für jeden zukünftige Lehrer und Politiker ein muss

    Kommentare: 2
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    Delgados avatar
    Delgadovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Mehr ein Sachbuch und wohl auch so gemeint.
    Bestandsaufnahme unseres Schulsystems in den Großstädten.

    Also, witzig fand ich in dem Buch so gut wie nichts, zumal einem jeder mögliche Witz im Halse stecken bleiben musste, und zum Lachen erst recht nichts. Für mich ist "Isch geh Schulhof" in vorderster Linie ein Sachbuch, in dem Möller möglichst objektiv und differenziert den Misständen in unserem Schulsystem zu Leibe rückt und sie aufzeigt. Und da dies aufgrund seiner eigenen Erfahrungen geschieht, ist dies zutiefst erschreckend und bestätigt auch (leider) manches Vorurteil, was die sogenannten bildungsfernen Schichten angeht. Und die Kinder müssen das Desinteresse und die Asozialität ihrer Eltern ausbaden, mit der Ansage, dass sie einst selbst so enden werden wie die meisten ihrer Erzeuger. Schlimm! Und man mag sich nicht ausmalen, wie aufgrund dessen unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen könnte. Wer über dieses Buch gelacht hat, hat es nicht verstanden. Ja, es findet darin, ich will es mal despektierlich Türkendeutsch nennen, viel Anwendung. Aber ist es komisch, wenn weite Teile unserer Bevölkerung so reden, des Schreibens und Lesens kaum noch mächtig sind? Ich finde es nicht komisch.

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