Philipp Meyer Rost

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Inhaltsangabe zu „Rost“ von Philipp Meyer

Vom Shootingstar der amerikanischen Literaturszene Seine Mutter ist seit fünf Jahren tot, aber Isaac denkt immer an sie. Jetzt ist er zwanzig und will nur noch weg aus der Provinzstadt. Wenn hier ein Kind Schläge kriegt, hat der Schlagende keine Schuld, es lag im Blut, es war die Schuld von irgendwem, lange vor ihm, Gott vielleicht. Aber selbst Gott hat diesen Ort längst verlassen. Seit der Schließung des Stahlwerkes läuft hier nichts mehr. Isaac wohnt bei seinem Vater und träumt von der großen Welt. Am liebsten zusammen mit seinem besten Freund Billy Poe, von dem alle dachten, er würde ein großer Football-Spieler. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg . . .

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  • Einblick in den langsamen Verfall der USA

    Rost

    PaulTemple

    Bei der Lektüre dieses interessanten Romans musste ich unweigerlich an Billy Joel´s "Allentown" denken - die Hymne zur US-amerikanischen Stahlkrise der 1980er Jahre. "Rost" spielt jedoch Ende der 2000er Jahre im ländlichen Pennsylvania, was bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ebenfalls massiv von der Stahlindustrie profitiert hat, sich aber mittlerweile in eine Region der Industrieruinen, Armut und Arbeitslosigkeit gewandelt hat. In dieser zerissenen Welt leben Isaac und Poe, zwei Erwachsene Anfang 20, die den Absprung verpasst haben und anscheinend ein karges Leben vor sich haben. In einer Notwehrsituation tötet Isaac versehentlich einen Menschen und stürzt somit das Leben der zwei Freunde in ein zusätzliches Chaos.. Philipp Meyer versteht es fabelhaft, den Roman mit einer Vielzahl von Details oder vermeintlichen Nebensträngen auszuschmücken, die insgesamt betrachtet ein sehr sehr düsteres, aber wohl realistisches Bild des heutigen Pennsylvania machen. Auseinandergelebte Familien, Kleinkriminalität, Lethargie unter den Einwohnern - dies alles bekommt der Leser indirekt vermittelt und nimmt so Anteil am langsamen inneren und äußeren Verfall der USA. Empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    walli007

    28. December 2012 um 10:47

    Hoffnung/slosigkeit Aus dieser ehemaligen Industriestadt kann man eigentlich nur abhauen. Wie seine Schwester Lee, die hat es nach Yale geschafft. Isaac will einfach nur weg, zusammen mit seinem Kumpel Poe. Weg aus dieser Einöde der Arbeitslosigkeit, der Hoffnungslosigkeit. Weg von seinem kranken Vater und der Erinnerung an den Selbstmord seiner Mutter. Doch weit kommen Poe und er nicht, denn bereits nach den ersten Metern suchen sie vor dem Regen einen Unterschlupf auf, den auch andere beanspruchen. Es kommt wie es kommen muss zum Streit, bei dem Poe unerwartet den kürzeren zieht. Um den Freund zu retten, wirft Isaac eine Metallkugel, zu fest - leider und einer der Angreifer liegt tot am Boden. Man möchte Isaac und Poe wünschen, dass sie es schaffen weg zu kommen. Doch so wie Pech und Hoffnungslosigkeit an einer ehemals wohlhabenden Gegend kleben können, so klebt es auch an den beiden. Poe wird für die Tat verhaftet, die er mit seiner Streitsüchtigkeit zwar ausgelöst aber nicht begangen hat. Und Isaac macht sich zwar auf den Weg, doch er schafft es nicht, seine Heimat hinter sich zu lassen. Es gibt viele Dinge, die nicht geschafft werden. Poes Mutter Grace schafft es nicht sich von ihrem nichtsnutzigen Mann zu trennen. Der Polizist Bud Harris schafft es nicht sich von Grace zu lösen. Der gelähmte Henry Englisch schafft es nicht ins Pflegeheim zu gehen und seinen Sohn freizugeben. Poe verrät seinen Freund nicht. Und Lee schafft es wenigstens, einen Anwalt zu besorgen. Trotz der vielen Niederlagen, die die Protagonisten erleiden, strömt das Buch keine völlige Hoffnungslosigkeit aus. Der Niedergang der ehemals wohlhabenden Stahlsiedlung wird in seiner Perspektivlosigkeit eindringlich beschrieben. Doch durch den vergeblichen Ausbruchsversuch der beiden jungen Männer kommen die Ereignisse ins Rollen. Isaac und Poe erhalten jeder auf eine andere Art eine Chance etwas aus ihrem Leben zu machen. Dafür setzen andere sich fast bis zum Äußersten ein. Die Jugend ist die Zukunft, denkt man, und sie soll ihre Möglichkeit auf eine bessere Zukunft haben.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    LeChristoph

    03. December 2012 um 17:03

    Auf der einen Seite der sensible, hochintelligente Isaac, der schwer unter dem Selbstmord seiner Mutter leidet, auf der anderen Seite der impulsive Football-Spieler Poe, der kaum eine Schlägerei auslässt: Die beiden Freunde könnten unterschiedlicher kaum sein, aber dennoch schweißt sie der Umstand, dass sie um jeden Preis weg wollen aus ihrem dem Abgrund entgegen taumelnden Heimatstädtchen in Pennsylvania, zusammen. Als Isaac seinem Vater 4000 Dollar klaut und sich aufmacht nach Westen, um dort aufs College zu gehen, kommt es schon auf der ersten Etappe des Weges zur Katastrophe. Poe beginnt Streit mit Obdachlosen und Isaac begeht einen Mord aus Notwehr. Ein Verbrechen, für das Poe schließlich ins Gefängnis wandert... "Rost", Philipp Meyers aus verschiedensten Perspektiven (neben Poe und Isaac wird die Geschichte auch aus der Sicht von Poes Mutter, Isaacs Familie und des Polizisten Bud Harris geschildert) erzählter Roman über die Schattenseiten des amerikanischen Traumes und eine Verkettung unglücklicher Umstände, hat zwar durchaus beeindruckende Momente, aber letzten Endes zieht sich die Story streckenweise zu sehr, um wirklich mitreißend zu sein. Trotzdem ein lesenswertes Buch - vor allem für diejenigen, die hinter die schillernde Fassade der Supermacht USA blicken wollen.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    monja1995

    01. May 2012 um 00:01

    Nichts für mich Klappentext: Zwei junge Freunde, ein missglückter Aufbruch, ein versehentlicher Mord – in einer sterbenden Stahlregion entfaltet sich ein Drama aus Schuld und Sühne, das nach und nach das Leben aller verändert. Isaac hat einen Traum. Er will raus aus dem Provinzkaff, in dem er nach dem Selbstmord der Mutter mit seinem kranken, tyrannischen Vater lebt. Doch als er und sein bester Freund, der impulsive Poe, sich endlich aufmachen, begeht der sensible Isaac in Notwehr einen Mord, und Poe wird an seiner Stelle verhaftet. Isaac bricht derweil nach Kalifornien auf. Und begibt sich auf einen Weg, der ihn immer dramatischer in die Enge führt. »Rost« ist ein großes amerikanisches Sittengemälde und das zeitlose Porträt von Menschen, die verunsichert in den Trümmern ihrer Hoffnungen leben. Meine Meinung: Nach der Leseprobe und dem Klappentext habe ich leider erwartet, was mir nicht geboten wurde. Ein Mord, der für mich eher ein Totschlag aus Notwehr war und zwei Freunde, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Leider kam ich nur am Anfang mit dem Schreibstil zurecht und je weiter ich las, umso schlimmer fand ich ihn. Es ist alles zu langatmig und ohne Höhen und Tiefen geschrieben und plätschert einfach so dahin. Das ist mal nicht nach meinem Geschmack gewesen. Fazit: Kann ich leider nicht empfehlen, aber einen Versuch wars wert

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    awogfli

    08. March 2012 um 15:03

    Immer wenn ich in den Kritiken oder am Cover vom grossen amerikanischen Roman lese, bin ich sofort auf der Hut, denn meistens bedeutet dies ewig episch breites Herumgefasel sprachlich gut präsentiert und eine mittelmässige total langweilige amerikanische Mittelschicht mit aufgebauschten Durchschnittsproblemen, über die es sich eigentlich nicht wirklich lohnt, ein Buch zu schreiben. Dieser Roman ist da aber total anders und hat mich sehr positiv überrascht. Meyer besschreibt in ROST die Schattenseiten des Amerikanischen Traums eine weisse Gesellschaftschicht, die sich zwar immer bemüht hat, nach den Regeln zu spielen, aber nun schlussendlich wirklich nichts mehr zu verlieren hat. Nach dem Zusammenbruch der Stahlindustrie werden ganze Städte auf einen Schlag arbeitslos und weite Landstriche veröden. In dieser Umgebung haben die arbeitslosen, verunfallten und verarmten Eltern schon aufgegeben. Die Jugendlichen möchten so schnell wie möglich entfliehen, sind aber oft trotzdem nur einen Wimpernschlag vom Totalabsturz entfernt. Wenn dann noch jemand stirbt, weil einem Freund Nothilfe geleistet wird, dreht sich die Spirale für ganze Familien unaufhörlich abwärts. Grandiose Kapitalismus- und Gesellschaftskritik, die auch die Schwächen des amerikanischen Jusitizsystems und die Situation in Gefängnisen gnadenlos demaskiert. So ist die nicht vor Geld strotzende Hälfte der Menschen in Amerika weitgehend wirklich: Abgewrackt, verrostet, der Mittelstand in freiem Fall in die Armut, chancenlos, perspektivenlos. Das Ende hat mir nicht ganz so gut gefallen, weshalb ich mit Bedauern einen Stern abziehe (eigentlich sollte es nur ein halber sein) Fazit: Diesmal ein wirklich guter amerikanischer Roman von grosser Sprachkraft und erzählerisch perfekt inszeniert.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Siiri

    12. August 2011 um 13:10

    Mein Eindruck: „Rost“ ist ein Buch, das mir so viel mehr gab, als ich von ihm erwartet hatte. Ich hatte „nur“ ein paar Stunden kurzweilige Unterhaltung erwartet, doch bekommen habe ich so viel Stoff zum Nachdenken, dass das Buch vermutlich noch monatelang in mir nachwirken wird. Zunächst war ich skeptisch, als ich die vielen „Lobeshymnen“ auf den Roman vorne im Buch sah, kamen sie mir doch maßlos übertrieben vor. Nach der Lektüre kann ich aber sagen: das viele Lob ist durchaus berechtigt und ich stimme allen positiven Meinungen zu. Hauptthema des Buches ist natürlich die Freundschaft zwischen Isaac und Poe, und was ein schrecklicher Vorfall in einer alten Fabrikhalle mit dieser Freundschaft macht. Denn in dieser Fabrikhalle geschieht ein ungewollter Mord, den Isaac begeht, für den jedoch sein langjähriger Freund Poe im Gefängnis landet. Während der hochbegabte Isaac sich, wie schon lange erträumt, auf den Weg nach Kalifornien macht, um dort seinen Traum eines Astrophysik-Studiums zu verwirklichen, macht Poe im Gefängnis eine sehr schwere Zeit durch. Jedoch ist es Isaac nicht bewusst, dass sein bester Freund für ihn durch die Hölle geht, da er zu diesem Zeitpunkt schon unterwegs in sein neues Leben ist. Die ganze Zeit über bewegte mich die Frage, ob er in irgendeiner Weise vom Schicksal Poes erfahren wird. Die Antwort darauf werde ich aber natürlich an dieser Stelle nicht verraten. Wie ein roter Faden zieht sich auch der Gedanke durch das Buch, dass ein jeder versuchen sollte, in eigener Verantwortung das Beste aus seinem Leben zu machen. Immer wieder wird von verpassten Chancen der Charaktere erzählt, von Gelegenheiten, die diese aus Furcht oder aus Antriebslosigkeit nicht wahrgenommen haben. Ich hatte den Eindruck, dass dies die Botschaft ist, die dem Autor am meisten am Herzen lag und die er dem Leser vermitteln möchte. Dementsprechend brennt in den meisten der Charaktere auch der Wunsch nach einer Veränderung in ihrem Leben. Ein weiteres wiederkehrendes Motiv, das eng damit zu-sammenhängt, ist die Vergänglichkeit des Lebens, derer sich Meyers Charaktere immer wie-der bewusst werden. Eine weitere, sich durch den Roman ziehende Thematik ist der Untergang eines ehemals blühenden Industriestandortes. Beeindruckend und treffend zeichnet der Autor das Bild einer amerikanischen Kleinstadt, die erheblich unter dem Strukturwandel und der Globalisierung leidet und förmlich ausblutet. Auf eine ebenso kompetente als auch gesellschafts- und sozi-alkritische Art und Weise spricht der Autor immer wieder ökonomische und soziologische Probleme und Themen an. So leidet die Gegend unter einer hohen Arbeitslosigkeit, woraus sich wiederum eine hohe Armutsquote und als logische Folge eine hohe Kriminalität ergeben. Immer wieder spricht Meyer Einzelschicksale an, anhand derer klar wird, wie sehr die Menschen aus dieser Gegend unter der schlechten Wirtschaftslage leiden. Der Autor hat die Fähigkeit, mit seiner Sprache Bilder zu malen. So konnte ich mir als Leserin sehr lebhaft die Kleinstadt Buell und ihr Umland vorstellen, mit ihrer einerseits sehr maroden industriellen Infrastruktur, die aber andererseits umgeben ist von einer wunderschönen Landschaft und von einer Natur, die sich gerade anschickt, sich ihr ursprüngliches Terrain wieder zurückzuerobern. Das Buch ist eingeteilt in relativ kurze Kapitel, was ich als positiv empfand. In einem einlei-tenden, etwas längeren Kapitel lernt der Leser zunächst Isaac und Poe, die beiden Hauptfi-guren, kennen. In den folgenden Kapiteln nimmt er dann abwechselnd die Perspektive der verschiedensten Charaktere aus dem Umfeld der beiden Protagonisten sowie natürlich der beiden Protagonisten selbst ein. Den Figuren fühlte ich mich schnell nahe und erkannte mich selbst in vielen von ihnen zu-mindest zum Teil wieder. Der Leser erhält einen ausführlichen Einblick in die Gedankenwelt der Protagonisten. Viele dieser Gedankengänge sind wohl jedem so oder ähnlich schon einmal durch den Kopf gegangen – und wenn nicht, dann wird dies mit Sicherheit nach der Lektüre der Fall sein. Dieses Buch bietet sehr viel Stoff zum Nachdenken über sein eigenes Leben. Isaac selbst ist hochintelligent und hat eine sehr komplexe Gedankenwelt. Dies kann an manchen Stellen etwas anstrengend für den Leser zu sein und doch lohnt es sich, ihm zu folgen. Ich persönlich fand gerade die Isaac-Kapitel sehr bereichernd und interessant. Isaacs Vergangenheit ist sehr schwierig, seine Mutter hat sich ertränkt und sein Vater sitzt seit einem schrecklichen Arbeitsunfall im Rollstuhl und ist auf fremde Hilfe angewiesen, benimmt sich außerdem wie ein Tyrann und macht seinem Sohn so sein Leben zur Hölle. Jedoch ist auch Isaacs Freund Billy Poe, der nach außen hin eine eher harte Schale zur Schau trägt, sehr intelligent und hinter seinem oft etwas rüden Auftreten stecken sowohl Sanftheit als auch eine gehörige Portion Intelligenz. Eine weitere interessante Protagonistin ist Grace, die Mutter Poes, welche ihr eigenes Leben aufgegeben hat, um nur für ihren Sohn da zu sein. Dies würde sie zwar von Herzen gerne ändern, doch fehlt ihr dazu die Kraft. Ihr Leben lang hat sie für ihren eigenen Unterhalt und den ihres Sohnes sorgen müssen, und dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher als jemanden, der sich um sie kümmert. Diesen Mann findet sie in Bud Harris, dem Polizeikommissar der Stadt. Dieser versucht aus Liebe zu Grace alles, um Poe vor der Haftstrafe zu bewahren. Er nimmt dabei sogar in Kauf, seine eigene Karriere zu gefährden. Doch die Liebe wird nicht in dem Maße erwidert, wie er es sich wünschen würde. Des Weiteren nimmt der Leser zudem die Perspektive Lees ein, der ebenfalls hochintelligen-ten Schwester Isaacs. Diese besucht die Yale-Universität und hat reich geheiratet und es so geschafft, ihrem tyrannischen Vater und der Enge der sterbenden Kleinstadt zu entfliehen. Jedoch scheint sie ihre Vergangenheit seelisch noch nicht völlig hinter sich gelassen zu ha-ben. Ihr Verhältnis zu Isaac war in ihrer Kindheit sehr gut, doch während ihrer Abwesenheit haben sich die beiden Geschwister voneinander entfremdet. Henry English schließlich ist Isaacs Vater, der seit einem schrecklichen Arbeitsunfall schwer behindert ist und im Rollstuhl sitzt. Er ist alleine völlig hilflos und benötigt deshalb die Hilfe seines Sohnes, den er allerdings nicht allzu gut behandelt. Lange Zeit fühlt sich Isaac von diesem eingesperrt und gibt ihm die Schuld dafür, dass er kein Studium aufnehmen kann - bis er sich schließlich dennoch auf den Weg macht. Der Autor verwendet gerne lange, komplex gebaute Sätze, was das Lesen zunächst ein wenig anstrengend macht. Jedoch minderte dies meinen Lesegenuss nach einigen Seiten Einlesezeit nicht mehr. Die Dialoge sind oftmals im saloppen, umgangssprachlichen Ton gehalten, was die Charaktere und die Geschichte noch authentischer wirken lässt. Obwohl das Buch über weite Strecken einen relativ langsamen und ruhigen Erzählstil auf-weist, flogen die Seiten nur so dahin und es gab keine nennenswerten Längen für mich. Vielmehr wollte ich immer weiter lesen, um endlich zu erfahren, welches Schicksal die lieb gewonnenen Charaktere ereilen wird. Der Schluss des Buches ist meiner Meinung nach sehr stimmig. Das Ende wird in gewisser Weise offen gelassen, so dass der Leser sich seine eigenen Gedanken machen kann, was sehr gut zu diesem Buch passt. Nach dem Zuschlagen des Buches blieb ich sehr zufrieden, aber auch nachdenklich zurück mit dem guten Gefühl, eine sehr wertvolle Leseerfahrung gemacht zu haben. „Rost“ ist auf jeden Fall ein faszinierendes Buch und das Lesen hat sich für mich mehr als gelohnt. Einerseits ist der Roman typisch amerikanisch, aber andererseits ist Philipp Meyers Schreibstil sicherlich als einzigartig zu bezeichnen. Hervorzuheben ist aber insbesondere seine Fähigkeit, realitätsnahe und interessante Charaktere jenseits der oft angewandten Schwarz-Weiß-Schablone zu zeichnen – Suchende, die danach streben, ihren Platz in der Welt und ihren ureigenen Weg zu finden. Ich jedenfalls werde diesen Schriftsteller im Auge behalten und habe mir fest vorgenommen, auch sein nächstes Werk zu lesen. Ich hoffe, dass er – auch jenseits der gängigen Mainstream-Literatur – genügend Aufmerksamkeit bekommt, so dass er die Welt mit zahlrei-chen weiteren Werken dieser Qualität bereichert.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. January 2011 um 11:43

    Tut mir Leid Leute , kann euere Begeisterung leider nicht teilen, denn ich komme mit dem Schreibstil und der Sprache des Autors absolut nicht klar.... ich finde keinen Zugang zu diesem Buch und auch nicht zu den Protagonisten, es ist eine Geschichte, aus der man wirklich etwas machen könnte, aber P.Meyer schafft es nicht, mich für dieselbe zu interessieren, aber vieleicht bin ich ,was Sprache angeht ein wenig versnobt....egal! That´s me!

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Solaris

    25. December 2010 um 22:09

    Sozialkritische Prosa hat heutzutage nicht gerade Konjunktur. Aber Philipp Meyer hat mit seinem Debütroman "Rost" über die Deindustrialisierung des Westens genau den Nerv der Zeit getroffen und in den USA für eine literarische Sensation gesorgt. Zahlreiche klassische Einflüsse und Protagonisten in anscheinend ausweglosen Situationen, die sich dafür entscheiden, moralisch zu handeln, berechtigen für viele einen Platz in der Reihe der großen amerikanischen Romane. Für mich leider nicht unbedingt. Nach der Schließung der Stahlwerke ist aus dem ehemaligen Industriestandort Buell Ruinenland geworden. Der Footballspieler Billy Poe, der mit einem Sportstipendium studieren könnte, hat sich dagegen entschieden und lebt im Trailer seiner Mutter einfach in den Tag hinein. Sein bester Freund Isaac hat dagegen Pläne. Der begabte Junge möchte Buell verlassen und Astrophysiker werden. Seine Schwester Lee hat es schon geschafft - sie studiert Jura in Yale und ist mit einem reichen Mann verheiratet, kann aber ihre erste Liebe Billy Poe nicht vergessen. Die beiden Freunde machen sich auf den Weg und werden in einer verlassenen Fabrikhalle von Obdachlosen überfallen. Isaac tötet einen von ihnen, um Poe zu retten, aber der Sportler ist wegen Schlägereien polizeibekannt und wird selbst verhaftet. Während er im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, flieht Isaac erneut. Wie in der späteren Handlung angedeutet wird, ist der Roman eigentlich marxistisch beeinflusst und versucht jeden möglichen Konflikt auf soziale Ursachen zurückzuführen. Der ungewollte Mord findet im verlassenen Stahlwerk statt, was suggerieren sollte, dass die Schließung der Werke die Ursache allen Übels ist. Davon ist ganz definitiv die ältere Generation betroffen. Aber die jüngere? Hätten aus Isaac und Poe sonst etwa zufriedene Stahlarbeiter werden können? Und ist ihre jetzige Situation wirklich so perspektivlos? Billy Poe hat sich gegen das Studium entschieden, bloß weil er keine Bücher lesen möchte. In dieser von der Arbeitslosigkeit geplagten Kleinstadt hat er schon drei Arbeitsplätze bekommen (!), lässt sich aber lieber von seiner Mutter aushalten. Die Probleme seines Freundes Isaac haben genau so wenig mit dem Thema Wirtschaft zu tun. Die "sozialen Kräfte", die, wie ständig vermittelt wird, das Leben der beiden lenken sollten, haben auf mich eher wie eine Art religiöse Schicksalhaftigkeit oder wie ein böses Omen gewirkt. Und nicht wie kausale Zusammenhänge. Oder liegt es etwa wirklich an den Eltern? Nachdem Isaacs Vater, der alte Stahlarbeiter Henry, seinen Job vor Ort verlieren und einen neuen aufnehmen muss, findet ein Arbeitsunfall statt, der seinerseits zu einer Familientragödie führt. Das passt zwar zum fatalistischen Grundton des Romans, aber, um rational zu bleiben: Wäre das anders gewesen, wenn dieser Unfall im hiesigen nicht geschlossenen Stahlwerk passiert wäre? Die anderen ausgebeuteten, verbitterten oder auch zu Gewalt neigenden Figuren des Romans hat auch nicht erst die Arbeitslosigkeit erschaffen: Es gab sie auch in der realistischen Prosa aus der Blütezeit der Industrialisierung, von der er eigentlich beeinflusst ist. Diese wirklich ernsthaften Probleme verwandelten sich für mich aber endgültig in eine Farce, als es um ihre mögliche Lösung ging. Die einzigen Stellen, die das thematisieren, finden sich in den Kapiteln von Isaacs sozialistisch geprägten Schwester Lee, die im Laufe der Handlung zu einer der wichtigsten Figuren wird. "Wäre das in Frankreich so passiert, dachte sie, hätten die das ganze Land lahmgelegt. Und verhindert, dass die Stahlwerke geschlossen wurden" (S. 297). Die Figur hat wohl nicht mitbekommen, dass es in Frankreich schon längst so passiert ist, nur dass die in Frage kommenden Werke trotz heftiger Auseinandersetzungen doch geschlossen wurden. Die Zurückführung globaler sozialer Probleme auf eine erfundene nationale Mentalität ("typisch amerikanisch") fand ich nicht nur herzzerreißend naiv, sondern auch noch problematisch. Das zweite große Thema des Romans ist die große Freundschaft zwischen Isaac und Billy Poe, von der ich auch nicht viel mitbekommen habe. Poe ist anfangs nicht einmal in Isaacs Plänen eingeweiht und aus den Gedanken beider Figuren wurde für mich überhaupt nicht deutlich, dass sie einander sonderlich vermissen werden. Nach dem Totschlag flieht Isaac, ohne sich die geringsten Sorgen um Poe zu machen, und wünscht sich nur einmal, sein Freund wäre da, bloß weil er einen Beschützer braucht. Der Ausgangskonflikt hatte so viel tragisches Potenzial: In der Vergangenheit hat Poe Isaacs Leben gerettet, dann hat Isaac getötet, ohne es zu wollen, um seinerseits Poe zu retten. Beide Figuren sind Helden und gleichzeitig "schuldlos schuldig". Aus diesem wunderbaren Einfall hat der Autor leider so wenig gemacht, dass der tragische Konflikt im allgemeinen Fatalismus der Geschichte einfach untergeht. Warum habe ich trotzdem drei Sterne vergeben? Philipp Meyer hat die allgemeine Ratlosigkeit der Zeit und seine Überzeugungen sehr konsequent dargestellt. Die Figuren sind nicht idealisiert, sondern in ihrer Widersprüchlichkeit gezeichnet. Das Gleichgewicht zwischen Realismus und romantischem Pathos ist auch sehr gelungen. Und obwohl die Sprache nicht nur nicht originell ist, sondern sogar recht retrograd, und das Ziel, einen Klassiker zu schreiben, viel zu offensichtlich, hat Philipp Meyer aus seinen vielen Einflüssen doch einen eigenen Stil erschaffen. Wegen seiner ungewohnten Erzählperspektive ist der Roman anfangs alles andere als flüssig zu lesen. Er zeichnet sich durch einen ständigen, unvermittelten Wechsel zwischen Auktorial- und Personalerzähler innerhalb des gleichen Absatzes aus. Der personale Erzähler taucht dann über die indirekte und die erlebte Rede immer tiefer und tiefer in die Figur ein und verwandelt sich stellenweise in einen Bewusstseinsstrom, von dem aber die Grammatik und Interpunktion des Textes nicht betroffen sind. Einige der Einflüsse sind in der Handlung selbst erwähnt. Lee weist etwa auf den Roman hin, der fast 100 Jahre vor "Rost" international zum Inbegriff der Schreibtechnik des Bewusstseinsstroms geworden ist, auch wenn er nicht der erste ist: James Joyces "Ulysses". Das Buch Meyers zeigt allerdings mehr Ähnlichkeiten mit dem dort unerwähnten amerikanischen Vorbild dieser Technik - William Faulkners "Schall und Wahn", in dem auch eine Figur wie Isaac mit gestohlenem Geld flieht. Zu Lees weiteren Lektüren gehören auch existentialistische Werke (Sartre), so dass die Thematik Vorbestimmtheit, Wahlfreiheit und Moral auch ihre Vorbilder hat. Kerouac taucht schon im ersten Kapitel auf - in der Isaac auch zu sehr an Salingers Holden erinnert. Einige Ähnlichkeiten mit den Themen und Charakteren Steinbecks, Hemingways und der großen Entdeckung der letzten Jahre Cormac McCarthy können auch entdeckt werden - und bestimmt zahlreiche weitere, wenn man möchte.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    sajo1606

    21. December 2010 um 18:18

    Der 20jährige Isaac English will weg. Weg aus dem sterbenden Stahlstädtchen Buell, weg von seinem Alten, dem 'Klein-Hitler', weg von den Erinnerungen an seine 'verrückte' Mutter, die sich das Leben genommen hat. Weg nach Californien. Zusammen mit seinem besten und einzigen Freund Billy Poe zieht er los. Als die beiden vor einem Unwetter in einer ehemaligen Stahlhütte Schutz suchen, treffen sie auf 3 Landstreicher. Ein Streit entfacht und endet mit dem Tod einer der Landstreicher. Obwohl Poe unschuldig ist, wird er verhaftet und Isaac setzt seine Reise nach Süden alleine fort. Philipp Meyer’s Roman ‚Rost’ ist von einer pessimistischen Grundstimmung geprägt. Vom blühenden Leben in der einst reichen Stahlregion sind nur noch Erinnerungen übrig. Der ältere Teil der Bevölkerung trauert dem früheren Leben nach, fragt sich, was schief gelaufen ist und ergibt sich in sein Schicksal. Die junge Generation, wie Poe und Isaac, träumt von einem besseren Leben und möchte einfach nur weg, wobei nur wenige – wie Isaac’s ältere Schwester Lee - es schaffen, der verarmten Industriegegend den Rücken zu kehren. Eines aber scheinen alle Figuren gemeinsam zu haben: das schlechte Gewissen. Lee hat ein schlechtes Gewissen, weil sie meint, ihre Familie im Stich gelassen zu haben, Poe hat eins, weil er seine Chancen auf ein Sportstipendium nicht genutzt hat, Henry eins, weil er seinen Sohn so lange in Buell festgehalten hat. Meyer beschreibt die Taten, Gedanken und Gefühle der Protagonisten sehr eindringlich, wobei jedes Kapitel einer bestimmten Person zugedacht ist. Durch die vielen inneren Monologe werden dem Leser die Charakterzüge und Gedanken der einzelnen Personen besonders deutlich – man befindet sich quasi immer mitten ‚im Kopf’ des Handelnden. Nach einigen Kapiteln erkennt man auch deutlich am Schreibstil, bei welcher Peron man sich gerade befindet. Der hochintelligente Isaac beispielsweise zeichnet sich durch extrem viele, sprunghafte und verwirrte Gedanken aus, wogegen Poe aggressiv aber auch nüchterner wirkt. Meyer’s besondere Art zu Schreiben war zu Beginn durchaus gewöhnungsbedürftig – einmal eingelesen allerdings sehr reizvoll. Der Autor schafft es, eine Stimmung herzustellen, die einen nicht mehr loslässt und einen ‚rostigen’ Nachgeschmack hinterlässt. ‚Rost’ ist ein Mischung aus einem sozialkritischem Roman und einem Road Movie – allerdings ohne den obligatorischen wunderschönen Sonnenuntergang. Auf jeden Fall lesenswert!

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    urmeli

    10. November 2010 um 18:37

    Buell in Fayette County in Pennsylvania war einst eine beliebte Stadt mit Stahlindustrie. Nachdem in den USA immer mehr Stahlwerke geschlossen wurden traf es nun auch die Arbeiter in Buell. Das frühere wohlhabende Städtchen verkommt immer mehr. Die Menschen werden arbeitslos, andere Arbeitsplätze sind kaum zu finden, sie resignieren, langweilen sind, sind lethargisch, werden kriminell. Vor allem die Jugendlichen haben keine Zukunftsperspektive. Isaacs English ist ein schmächtiger, intelligenter junger Mann. Sein Traum ist ein Studium der Astrophysik in Kalifornien. Die Schulzeit ist schon längst vorbei und seine einzige Beschäftigung ist, sich um seinen kranken Vater – der bei einem Unfall im Stahlwerk schwer verletzt wurde – zu kümmern. Seine Mutter hat sich das Leben genommen, seine Schwester Lee ist nach Boston gegangen. Sie studiert dort Jura und hat in eine reiche Familie eingeheiratet. Glücklich ist sie jedoch nicht, weder mit ihrer Ehe noch mit dem Studium. Aber sie hat es geschafft Buell zu verlassen. Isaac ist sehr verschlossen, sein einziger Freund ist Billy Poe. Billy Poe ist groß und kräftig, in der Schule war er der Footballstar. Einige Universitäten wollten ihn zu sich holen, obwohl er nicht die geistigen Voraussetzungen für ein Studium aufbringt. Aber Billy ist ein Muttersöhnchen, er kann sich nicht von seiner Mutter Grace trennen. Auch Grace hat es nicht leicht im Leben. Billys Vater kommt und geht wie es ihm passt, wenn er sich mal um Billy gekümmert hat, hat er ihn gleich in kleine kriminelle Machenschaften mit hineingezogen. Harris, der Sheriff von Buell hilft mehr als das er bestraft. Er sieht die Probleme der Stadt und übersieht kleinere Vergehen. Als Billy in einer Schlägerei einen bereits am Boden liegenden Jungen schwer verletzte, hilft er ihm, nicht ins Gefängnis zu kommen. Auch aus Liebe zu Grace, der er auch einen Arbeitsplatz fern von Buell verschafft hatte, sie diesen jedoch wegen Billy nicht angenommen hatte. Isaac ist das Leben mit seinem Vater inzwischen so überdrüssig, dass er sich heimlich von zu Hause vorschleicht. Er überredet Billy ihn zu begleiten, zumindest bis zu den Zuggleisen, wo er auf einen vorbeifahrenden Güterzug aufspringen will. Doch es kommt anders als gedacht. Isaac tötet, um Billy zu retten, einen Obdachlosen. Philipp Meyer trifft das Milieu einer heruntergekommen Stadt und die Lebensweise der Menschen sehr genau und dennoch liebenswert. Die Bewohner der Stadt wachsen einen ans Herz und trotz aller Fehler und Vergehen möchte man ihnen helfen. Die Sprache ist auf die Menschen abgestimmt, am Sprachstil erkennt man, von wem gerade berichtet wird. Die Gedanken der Handelnden werden teilweise im Telegrammstil geschildert. Ein äußerst lesenswerter Roman.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Julz

    07. October 2010 um 15:45

    In dem Roman ,Rost' von Philipp Meyer leben Isaac und sein Freund Billy in einer Stadt, die dabei ist zu verrosten. Die Stadt war einst durch ihre Stahlindustrie erblüht, doch nachdem das Stahlwerk geschlossen worden ist, geht es den Menschen auch schlechter. Die zwei Freunde hätten eine Chance auf eine Zukunft außerhalb der Stadt gehabt, doch als sie sich entschließen, nach Kalifornien zu gehen, ermordet Isaac unabsichtlich einen Mann. Verhaftet wird jedoch Billy. Der sprachliche Stil des Autors ist gewöhnungbedürftig, aber durchaus anspruchsvoll. Er beschreibt sehr ausführlich die Gefühle der Protagonisten, aber auch die Landschaft, die sich um sie ausbreitet. Ein toller Roman über zwei Jugendliche, die sich aufgrund eines Mordes das Leben erschweren, wenn nicht sogar die Zukunft zerstören.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. August 2010 um 18:50

    Isaac und Poe leben in der kleinen Stadt Buell, die im Mon-Tal (Pennsylvania) liegt. Die meisten Betriebe in der Region gehörten zur Stahlindustrie und sicherten den Einwohnern von Buell in festes und sehr gutes Einkommen. Doch in den letzten Jahren mussten immer mehr Betriebe schließen. Sie konnten mit der europäischen und asiatischen Konkurrenz nicht mehr mithalten. Daher ist Buell nun eine Stadt voller leerer Häuser und Läden. Die Arbeitslosenquote ist sehr hoch und eine Verbesserung der Lage ist nicht realistisch. Isaac ist ein kluger junger Mann, der gerne im astronomischen Bereich tätig werden will. Doch seine Inkompetenz im sozialen Umgang und seine selbst auferlegte Pflicht, die die Pflege seines Vaters beinhaltet, hindern in daran an eine Universität zu gehen. Seine Mutter hat vor einigen Jahren Selbstmord begangen und seine Schwester hat kurz nach diesem Tod das Studium an einer Elite-Uni begonnen. Zudem hat sie vor nicht allzu langer Zeit geheiratet und lebt somit ihr eigenes Leben. Irgendwann beschliesst Isaac aber doch seinen eigenen Weg einzuschlagen. Er möchte gemeinsam mit seinem Freund Poe die Stadt verlassen. Poe ist das komplette Gegenteil von Isaac. Er war in mehreren Ballsportarten der beste Spieler in der Region. Er war beliebt und hatte mehrere Angebote für Sportstipendien. Doch er hat auch fast einen Jungen durch Schläge getötet. Und zudem kann er sich nicht aufraffen Buell zu verlassen. Lieber lebt er mit seiner Mutter, die als Näherin arbeitet, in einem Trailer und jagt im angrenzenden Wald. Zunächst will er Isaac begleiten und mit ihm nach Californien gehen. Doch als es dann endlich so weit ist, begleitet er ihn nur ein Stück. Da es stark zu regnen anfängt und langsam dunkel wird, suchen sie sich einen Schlafplatz in einer der verlassenen Hallen. Dort treffen sie auf ein Trio von Obdachlosen, die diese Halle häufiger nutzen. Isaac gefällt die Situation nicht und er möchte gehen. Doch Poe versteht die Zeichen nicht. Als Isaac kurz aus der Hall verschwindet, wird Poe bedrängt. Isaac geht zurück und überlegt wie er helfen kann. Im fällt ein Stein auf der Erde auf. Er nimmt ihn, wirft und trifft einen der Obdachlosen genau zwischen die Augen. Die Jungs fliehen. Und auf ihrem Weg nach Hausen ist ihnen schnell klar, dass der Mann den Treffer nicht überlebt hat. Zur Polizei wollen Sie aber nicht gehen. Im weiteren Verlauf der Geschichte ermittelt die Polizei. Sie hat schnell Poe als Verdächtigen ermittelt. Isaac überlegt noch einmal die Stadt zu verlassen. Seine Schwester Lee kommt für eine gewisse Zeit zurück nach Buell und die Mutter von Poe versucht ihren Sohn zu retten. Sprache und Stil: Zunächst ist der Schreibstil des Autors sehr ungewohnt. Die Sätze wirken sehr kurz und abgehackt. Doch wenn man sich darauf einlässt, wird einem klar, dass dies zum Charakter der Figuren und ihren Lebensumständen passt. Es gibt eine Art von Grundstil, der in allen Abschnitten bestehen bleibt. Da die Geschichte aber aus der Perspektive verschiedener Figuren erzählt wird und jede Erzählung einer Figur immer ein Kapitel umfasst, werden auch Nuancen wahrnehmbar. Am schwersten war es aus meiner Sicht die Gedanken von Isaac nach dem Lesen noch einmal zu sortieren. Ich denke, dass er stark autistische Züge aufweist. Das macht aber die Besonderheit der Figur aus. Zudem gibt es keine gerade und klare Biografie. Jeder hat einen dunklen Fleck oder Enttäuschungen erlebt, die sich in das Gedächtnis eingebrannt haben und die Persönlichkeit formen. Aus dieser Sicht muss die Sprache auch im Zusammenhang mit der jeweiligen Vergangenheit und der aktuellen Situation gesehen werden. Sie ist halt irgendwie rostig. Fazit: Meyer hat ein grandioses Werk geschaffen, in dem es um Verluste, Verpflichtungen, falsche Hoffnungen und Niederlagen geht. Dadurch, dass die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen erzählt wird und nur der Leser einen Einblick in alle Handlungen und Gedanken hat, wird eine enorme Spannung aufgebaut, die bis zur letzten Seite anhält. Ein absolut empfehlenswertes Buch.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Querbeetleserin

    29. August 2010 um 07:36

    Amerika,Pennsylvania:Isaac und Poe leben hier,in einer Umgebung die einst reich an Arbeit und Einkommen war,inzwischen aber verkommen und ausgestorben ist.Arbeitslosigkeit und Armut bestimmen das Bild,die einst so florierenden Stahlwerke gammeln vor sich hin und die Menschen versinken in Hoffnungslosigkeit. Isaac ist ein schmächtiger jedoch intelligenter Junge,während sein Freund Poe das genaue Gegenteil ist.Gross,bullig aber etwas naiv und langsam im Denken,hatte gute Chancen,ein Profifootballspieler zu werden,doch er lebt lieber in den Tag,trinkt und pöbelt. So verschieden die beiden sind,haben sie doch ein Ziel:weg von hier,ein besseres Leben beginnen.Als Isaac Geld von seinem Vater stiehlt,sehen sie die Möglichkeit,damit wegzugehen und neu anzufangen.Doch sie kommen nicht weit,schon sind sie in Schwierigkeiten und Isaac tötet,als er Poe zu Hilfe kommt,in Notwehr einen Menschen... Die Geschichte von Isaac und Poe wird in zwei verschiedenen Strängen erzählt,in abwechselnden Kapiteln erzählt,die einmal Isaac dann wieder Poes Leben zeigen,beide zuerst auf einem gemeinsamen Weg,nach dem Mord aber getrennt.Sehr anschaullich zeigt der Autor die Hoffnungslosigkeit der Menschen auf,die resigniert haben,wie die Umgebung verfällt und die Bürger sich dieser Trostlosigkeit hingeben.Auch nachdem die beiden Jungs getrennt werden,sind sie doch durch die Tat von Isaac verbunden,doch alles hat sich verändert und der Traum von einem besseren Leben bleibt wohl nur ein Traum.

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  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Kalle51

    28. August 2010 um 07:23

    Eine nette Geschichte über zwei junge Männer,die aus ihrem trostlosen Leben ausbrechen wollen und gleich zu Anfang in Schwierigkeiten gelangen.In Notwehr begeht der eine einen Mord,die beiden flüchten,doch der Täter wird verhaftet und der andere flüchtet.Das ganze ist recht interessant,jedoch ohne grosse Spannung.

  • Rezension zu "Rost" von Philipp Meyer

    Rost

    Leserrezension2010

    23. August 2010 um 16:22

    A124 Rost von Philipp Meyer Kategorie: Allgemein Freundschaft, Schuld, Liebe Philipp Meyers Roman "Rost" ist ein großer Roman über die Fragen des Lebens: Was tut man aus Freunschaft, wozu ist man aus Liebe fähig, wie geht man mit einer großen Schuld um? Hauptfiguren in Meyers Debutroman sind die beiden jungen Männer Poe und Isaac, die befreundet sind, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Poe eine große körperliche Erscheinung, Isaac eher schmächtig und hochintelligent. Beide sehen wenige Perspektiven in ihrem Leben, wollen die sterbende Stahlregion, in der sie aufgewachsen sind, verlassen für ein besseres Leben und schaffen es aus verschiedenen Gründen nicht. Als Isaac dann ungewollt einen Mord begeht, um Poe zu retten, wird beider Leben noch komplizierter; als Poe und nicht Isaac für den Mord festgenommen wird, stellen sich beide die Frage, was sie nun tun sollen. Meyer teilt seinen Roman in Kapitel ein, die jeweils die Gedanken und Gefühle einer seiner Figuren lebendig werden lassen, während die Geschehnisse ihren Lauf nehmen. So lernen wir Poes Mutter Grace kennen, Isaacs Schwester und Vater, den Polizisten Harris. Diese Innen- und Außensicht der Personen gibt dem Roman Spannung und zieht den Leser mitten ins Geschehen, es ist interessant zu lesen, wie die Figuren über sich selbst und über einander denken. Meyers Roman lebt von der Spannung um seine Protagonisten und von der psychologischen Sichtweise auf sie. Es ist berührend, wie die vom Leben enttäuschten Menschen versuchen, das Beste aus ihrem Schicksal zu machen und verschiedene Wege suchen, um aus ihrer Situation zu entfliehen. Dabei wird nur zu deutlich, dass keiner von ihnen dabei nur an seinen eigenen Vorteil denkt, sondern immer das Wohl anderer mit in ihre Entscheidungen hineinspielt. Auch Sprache und Stil zieht Meyer zur Charakterisierung seiner Protagonisten heran. Ein absolut empfehlenswerter Roman, der sich an Beispielen mit großen Fragen des Lebens beschäftigt.

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