Philipp Oehmke

 4,1 Sterne bei 165 Bewertungen
Autor*in von Schönwald, Die Toten Hosen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Philipp Oehmke, geboren 1974, wuchs in Bonn auf, studierte Germanistik in Hamburg und war zwei Jahre lang Volontär bei der Zeitschrift Tempo. 2001 schloss er die Graduate School of Journalism der Columbia University mit einem Master of Science ab. Von 2002 bis 2006 war er Redakteur beim Magazin der Süddeutschen Zeitung, wo er auch die 50-bändige Buchreihe SZ-Diskothek herausgab. 2006 wechselte er als Redakteur in das Kulturressort des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Von 2015 bis 2020 leitet Oehmke das New Yorker Büro des Nachrichtenmagazins, für das er heute aus Berlin als Autor tätig ist.Oehmke ist Autor der Biografie Am Anfang war der Lärm über die Rockband Die Toten Hosen. Das Buch erschien 2014 und stand mehrere Wochen in der Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Papenburg (ISBN: 9783492074940)

Papenburg

Erscheint am 31.07.2026 als Gebundenes Buch bei Piper.

Alle Bücher von Philipp Oehmke

Cover des Buches Schönwald (ISBN: 9783492321396)

Schönwald

(101)
Erschienen am 27.02.2025
Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783499630033)

Die Toten Hosen

(51)
Erschienen am 27.11.2015
Cover des Buches Papenburg (ISBN: 9783492074940)

Papenburg

(0)
Erscheint am 31.07.2026
Cover des Buches Schönwald (ISBN: 9783864848421)

Schönwald

(9)
Erschienen am 26.02.2025

Neue Rezensionen zu Philipp Oehmke

Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783499630033)
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Rezension zu "Die Toten Hosen" von Philipp Oehmke

Buchsucht_de
Vier Düsseldorfer Jungs, eine 40-jährige Freundschaft und ein Stück deutsche Gesellschaftsgeschichte

„Hier kommt Alex“, „Alles aus Liebe“, „Zehn kleine Jägermeister“, „Tage wie diese“ – wer in Deutschland aufgewachsen ist, kennt die großen Hymnen der Toten Hosen. Doch wie wurde aus vier Düsseldorfer Jungs mit Punk-Attitüde, dröhnender Musik und der schamlosen Tatsache, dass vier von fünf von ihnen am Anfang nicht einmal ihre Instrumente spielen konnten, die erfolgreichste Rockband Deutschlands? SPIEGEL-Reporter Philipp Oehmke hat genau diese Geschichte aufgeschrieben. Über mehrere Jahre hinweg hat er die Band begleitet, mehr als 30 Konzerte besucht, über 50 Stunden Gespräche mit Campino, Kuddel, Andi und Breiti geführt und auch deren Verwandte, Manager, Weggefährten und sogar Gegner zu Wort kommen lassen. Herausgekommen ist ein 400-seitiges Porträt einer Band, die mehr ist als nur Musik – sie ist ein Stück deutscher Gesellschaftsgeschichte der letzten 40 Jahre.

Ehrlich gesagt: Ich bin keine eingefleischte Toten-Hosen-Fan. Klar, ein paar Hits begleiten mich, ich kenne die wichtigsten Songs, aber CD-Sammlung und Konzertbesuche habe ich nicht im Lebenslauf. Genau deshalb war es für mich umso interessanter zu sehen, ob das Buch auch jemanden packt, der die Band eher aus der Außenperspektive betrachtet. Mein Fazit nach den 400 Seiten: Ja, absolut. Oehmke schreibt so klug, dass es nicht primär um die Band geht, sondern um Phänomene – Erwachsenwerden, Freundschaft, Identität, Erfolg, deutsche Mentalität. Die Toten Hosen sind das Vehikel, aber die Geschichte ist universeller. Genau diese Qualität macht das Buch zu so viel mehr als einer Fan-Biografie. Wer sich für Musikgeschichte, deutsche Popkultur oder einfach für die Frage interessiert, wie aus einer Bewegung der 80er-Jahre ein gesellschaftliches Phänomen werden konnte, findet hier eine spannende Lektüre. Du musst kein Hosen-Hörer sein, um an diesem Buch Freude zu haben.

Was dieses Buch wirklich besonders macht: Oehmke ist kein klassischer Musikjournalist, sondern einer der besten Reporter seiner Generation. Er schreibt seit Jahren für den SPIEGEL über Popkultur, Politik und Literatur, war Korrespondent in New York. Man merkt das auf jeder Seite. Die Recherche ist exzellent, die Erzählweise hochprofessionell, die Einordnung in größere gesellschaftliche Kontexte gelingt mühelos. Sein Stil ist erkennbar Reportage-geprägt – pointierte Beobachtungen, kluge Verknüpfungen, ein scharfer Blick für Details. Manchmal liest sich das Buch wie eine lange, gut konstruierte Magazin-Reportage in mehreren Kapiteln. Das ist Geschmackssache, mir hat es ausgesprochen gut gefallen. Wer literarisch ausgefeilte Prosa erwartet, könnte vielleicht etwas weniger zufrieden sein – wer fundierten Journalismus auf höchstem Niveau schätzt, wird hier abgeholt.

Eine clevere Entscheidung von Oehmke: Er erzählt die Bandgeschichte nicht klassisch chronologisch, sondern thematisch. Statt sich von Album zu Album, von Tour zu Tour zu hangeln, ordnet er die Geschichte nach Themen, Persönlichkeiten und Phasen. Das verhindert das ermüdende Muster vieler Musiker-Biografien, die immer demselben Schema folgen – Songwriting, Studio, Veröffentlichung, Tour, wiederholen. Stattdessen bekommst du Kapitel über die Freundschaft der vier Bandmitglieder, über den Aufstieg, über den Umgang mit dem Mainstream, über persönliche Krisen, über Verluste, über die deutsche Gesellschaft, in die die Band hineingewachsen ist. Diese Struktur ist erfrischend und macht das Buch zu mehr als einer Faktensammlung – sie macht es zu einem kulturhistorischen Porträt.

Was mich besonders berührt hat: Wie nah Oehmke an die vier Bandmitglieder herankommt. Campino, Kuddel, Andi und Breiti sind hier nicht die öffentlichen Personas, die man von Bühne und Interviews kennt, sondern Menschen mit Brüchen, Zweifeln, Verletzungen. Sie erzählen über ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Abstürze, ihre Krisen, ihre Freundschaft. Diese Ehrlichkeit ist erstaunlich, und für eine Band, die seit 40 Jahren im Rampenlicht steht, alles andere als selbstverständlich. Besonders Campino bekommt viel Raum, was angesichts seiner Rolle als Frontmann und öffentliches Gesicht der Band Sinn macht. Aber auch die anderen drei werden vielschichtig porträtiert – Kuddel mit seiner zurückgezogenen Art, Andi als der innere Botschafter der Band, Breiti mit seiner pragmatischen Haltung. Diese Charakterisierungen machen die Toten Hosen als Gruppe greifbar und nachvollziehbar.

Das Spannendste an „Am Anfang war der Lärm“ ist nicht die Bandgeschichte als solche, sondern die größere Geschichte dahinter. Wie wird man als Punk erwachsen? Wie hält eine Freundschaft 40 Jahre? Wie geht man mit dem Spagat zwischen Underground-Identität und Mainstream-Erfolg um? Wie verändert sich Deutschland, und wie verändert sich man selbst darin? Genau diese Fragen verhandelt Oehmke, ohne sie je explizit zu stellen. Wenn die Toten Hosen mit über 50 noch immer auf Bühnen stehen und gleichzeitig damit hadern, dass ihre Musik mittlerweile sogar auf CDU-Wahlkampfveranstaltungen läuft, ist das ein zutiefst deutsches Phänomen. Punks, die in der gesellschaftlichen Mitte angekommen sind, ohne es zu wollen. Diese Spannung zieht sich durch das ganze Buch und macht es zu einer klugen kulturhistorischen Analyse.

Was mich emotional am meisten gepackt hat: die Beschreibung der Freundschaft zwischen den vier. Sie kennen sich seit der Jugend, sie sind durch Höhen und Tiefen gegangen, sie haben Krisen überstanden, sie haben Streit gehabt, sie haben Trauer geteilt. Diese Freundschaft ist nicht idealisiert, sondern komplex, manchmal anstrengend, manchmal wunderbar. Und sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Band überhaupt 40 Jahre besteht. Wer schon einmal versucht hat, mit den gleichen Menschen über Jahrzehnte hinweg zusammenzuarbeiten, weiß: Das ist die eigentliche Leistung der Toten Hosen. Nicht die Hits, nicht die Tourneen, sondern die Tatsache, dass sie es geschafft haben, als Freunde zusammenzubleiben. Oehmke zeigt, wie hart das war und immer noch ist, und gibt damit auch denen etwas mit, die nichts mit Punkrock anfangen können.

Eine Sache, die mir aufgefallen ist: Oehmke ist erkennbar Fan, kein neutraler Beobachter. Das gibt dem Buch Wärme und Nähe, führt aber auch dazu, dass besonders heikle Themen – etwa die Auseinandersetzung mit den Böhsen Onkelz – nicht in der Tiefe behandelt werden, wie sie es bei einem distanzierteren Autor würden. Das schmälert die Begeisterung nicht, ist aber etwas, das man wissen sollte: Du bekommst eine wohlwollende, kluge Biografie, keine investigative Abrechnung. Mir persönlich hat das nichts ausgemacht – Oehmke ist auch in seiner Bewunderung kritisch und scheut keine schwierigen Fragen. Aber wenn du komplette Schonungslosigkeit erwartest, solltest du das berücksichtigen. Für mich überwiegen die Stärken so deutlich, dass es bei der vollen Sternzahl bleibt.

Mein Fazit: „Am Anfang war der Lärm“ ist eine der besten Musiker-Biografien, die ich je gelesen habe, und das, obwohl ich kein Toten-Hosen-Fan bin. Philipp Oehmke schreibt mit der Brillanz eines Top-Reporters und macht aus einer Bandgeschichte ein kulturhistorisches Porträt einer ganzen Generation. Wer sich für deutsche Popkultur, für Freundschaft, für Erwachsenwerden im Punkrock oder einfach für gute Reportage-Literatur interessiert, sollte unbedingt zugreifen. Das Buch macht sogar Lust, die Musik der Hosen mit neuen Ohren zu hören. Ein perfektes Geschenk für Fans, aber genauso für alle, die kluge, gut geschriebene Sachbücher lieben. Mein klarer Tipp: Auch wenn du dachtest, das Thema sei nichts für dich – gib dem Buch eine Chance. Du wirst überrascht sein.

Empfehlenswert selbstverständlich für eingefleischte Toten-Hosen-Fans, die alles über ihre Band wissen wollen. Aber genauso für Menschen, die sich für deutsche Pop- und Musikgeschichte interessieren, für Fans guter Reportage-Literatur, für alle, die kluge Sachbücher über Freundschaft, Erwachsenwerden und gesellschaftlichen Wandel schätzen. Auch ein hervorragendes Geschenk zum Geburtstag, Vatertag oder Weihnachten für musik- und kulturinteressierte Menschen jeden Alters. Eher nichts für Leser:innen, die literarisch ausgefeilte Prosa erwarten – das Buch ist klar Reportage-geprägt, nicht romanhaft. Auch nichts für dich, wenn du investigative, schonungslos kritische Biografien suchst – Oehmke ist wohlwollender Beobachter, kein anklagender Aufdecker. Wer sich ausschließlich für reine Faktensammlungen wie Diskografie oder Tourdaten interessiert, sollte zu Standardwerken oder Nachschlagewerken greifen.

Cover des Buches Schönwald (ISBN: 9783492321396)
Ulf_Borkowskis avatar

Rezension zu "Schönwald" von Philipp Oehmke

Ulf_Borkowski
Ambitioniert, klug beobachtet – aber nicht wirklich fesselnd

Philipp Oehmkes Roman „Schönwald“ lässt sich gut lesen. Oehmke schreibt angenehm, souverän und mit einem feinen Blick für gesellschaftliche Stimmungen. Der Ansatz ist stark: eine deutsche Familie, deren Mitglieder einander viel zu sagen hätten, aber kaum in der Lage sind, wirklich miteinander zu sprechen. Gerade darin liegt ein interessantes literarisches Versprechen – familiäre Sprachlosigkeit als Spiegel einer verunsicherten Gegenwart.

Trotzdem hat mich der Roman nicht wirklich gepackt. Die Figuren und Konflikte bleiben über weite Strecken eher beobachtet als zwingend erzählt. Aus meiner Sicht hätte dem Buch eine stärkere Straffung gutgetan. Einige Seiten weniger und eine konzentriertere, dramatischere Führung der Familiengeschichte hätten die Wirkung deutlich erhöhen können.

Auch die wenigen Spannungselemente lösen sich am Ende eher sang- und klanglos auf. Die NS-Vergangenheit des Großvaters oder der Grund für Chris Schönwalds Entlassung an der Columbia werden zwar als mögliche Tiefenbohrungen angelegt, entfalten aber nicht die erzählerische Wucht, die sie hätten haben können. Vieles bleibt klug angedeutet, aber wenig davon wird wirklich packend ausgespielt.

Insgesamt ist „Schönwald“ kein schlechtes Buch. Es ist ein gut geschriebener Roman über eine deutsche Familie und zugleich ein kluger Blick auf gesellschaftliche Gegenwart, Identität, Moral und Kommunikationsunfähigkeit. Aber bei aller Anerkennung für Stil und Thema: Mich hat der Roman emotional und erzählerisch nicht ausreichend erreicht. Ich würde ihn nicht noch einmal lesen – und deshalb auch nicht ausdrücklich empfehlen.

Cover des Buches Schönwald (ISBN: 9783492321396)
O

Rezension zu "Schönwald" von Philipp Oehmke

otis27
kurzweilig

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und war von Anfang an neugierig, was noch kommt. Der Autor hat es wirklich geschafft, die vielen Charaktere so vorzustellen und einzubauen, dass man immer auch bei anfänglich langweilig anmutenden Situationen abgeholt wird und sich voller Erwartung auf was noch kommt freut. Trotz des großen Umfang des Buches blieb es meines Erachtens kurzweilig und man konnte sich gerade durch diese Länge Gedanken über das Handeln der einzelnen Personen machen

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