Philipp Sarasin Evolution

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Inhaltsangabe zu „Evolution“ von Philipp Sarasin

Wichtigste wissenschaftliche Theorie der Moderne. Darwins Evolutionstheorie revolutionierte nicht nur die Biologie, sondern beeinflusst bis heute alle Wissensbereiche und wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Das Handbuch bietet erstmals einen umfassenden Überblick über den gegenwärtigen Stand der Debatten. Es schildert ausführlich die Geschichte der Evolutionstheorie und geht auf ihre wissenschaftlichen Praktiken, Repräsentationsweisen und zentralen Begriffe ein. Zudem dokumentiert es ihre Rezeption in den Wissenschaften und ihren Einfluss auf Gesellschaft und Kunst.

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  • Rezension zu "Evolution" von Philipp Sarasin

    Evolution

    WinfriedStanzick

    22. June 2011 um 09:54

    Kaum ein naturwissenschaftlicher Begriff wird in den letzten Jahren so oft in den Medien, in populärwissenschaftlichen Büchern und Artikeln, aber auch in der Alltagssprache verwendet wie der Begriff „Evolution“. Obwohl Charles Darwin, der als ihr Entdecker gilt, den Begriff in seinen Schriften selbst nie verwendet hat, wird er in der Debatte immer wieder genannt. Doch seit Charles Darwins „Entstehung der Arten“ ist viel Zeit vergangen und besonders in den letzten Jahrzehnten haben die Evolutionsbiologen viele neue Erkenntnisse gewonnen, die erst langsam in das Allgemeinwissen einsickern. Es gab und gibt aber auch „Evolutionsdebatten“ die mit Biologie gar nichts zu tun haben. Ich erinnere an die Bücher von Richard Dawkins und anderen radikalen Atheisten, die mit naturwissenschaftlichen Argumenten aus der Evolutionsbiologie Christen und anderen Gläubigen einen „Gotteswahn“ attestierten. Am Ende des hier vorliegenden Buches wird unter anderen auf die Theorie von Dawkins und seinem „egoistischen Gen“ eingegangen. Vorher jedoch bietet dieses „interdisziplinäre Handbuch“ Wissenschaftlern, Studenten, aber auch allen anderen Menschen, die sich über Teilaspekte der Evolutionsforschung und ihrer Geschichte informieren wollen, gute und anschauliche Darstellungen. Zunächst geht es um Konzepte, Begriffe und die Begriffsgeschichte, dann um Theorien und Debatten in der Biologiegeschichte und schließlich um „Institutionen und Repräsentationen, Praktiken und Objekte“. Richtig aktuell wird es dann am Ende des Buches, wo nach der „Evolutionstheorie in der Wissenschaft“ gefragt wird und die Einflüsse und Wirkungen der “Evolutionstheorie in der Gesellschaft“ verfolgt werden. Gut und sorgfältig ediert ist das Buch ein wichtiges Nachschlagewerk nicht nur für Wissenschaftler.

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  • Rezension zu "Evolution" von Philipp Sarasin

    Evolution

    michael_lehmann-pape

    04. November 2010 um 13:37

    Umfassende und Allseitige Betrachtung des Themas In der hochwertigen und umfassenden interdisziplinären Reihe des Metzler Verlags liegt nun der neueste Band der Betrachtung von Kernbereichen menschlichen Seins aus der Sicht verschiedener kulturwissenschaftlicher Fachrichtungen zum Thema „Evolution“ vor. Nach dem Vorgängerband „Sterben und Tod“, der sich der Grenze menschlichen Lebens zuwendete, folgt nun also der Blick auf die Entwicklung des Lebens im umfassendem Sinne, aber auch im Blick auf die Evolution im konkreten Leben. Als „wichtigste Theorie der Moderne“ beeinflusst die Evolutionstheorie seit ihrer Formulierung durch Darwin so gut wie sämtliche Bereiche des Wissens. Bereits zu Beginn des Buches lässt sich allerdings feststellen, dass eine präzise Klärung des Begriffes „Evolution“ bis heute nicht vorliegt. Darwin selbst verwendet den Begriff zudem gar nicht. Dem allem trägt der Band durch seinen breiten Blick auf die aktuelle Diskussion in bester Weise Rechnung. Um den umfassenden Stand der Diskussion im Überblick zu dokumentieren unterteilt sich das Buch in vier Hauptteile. Der erste Teil dient hier als Grundlegung der Begriffsgeschichte und der Konzepte der Evolutionsforschung. Jede der vorgestellten Theorien wird zudem in ihrer Bedeutung für die Evolutionstheorie dargestellt. Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt auf der Biologie und der Forschungsgeschichte im Blick auf die Entstehung der Arten, auf der Vererbungslehre und auf der gegenseitigen Befruchtung und Beeinflussung mit anderen Forschungsrichtungen. Im dritten Teil richtet sich der Blick auf die Außenwirkung wissenschaftlicher Forschung zum Thema. Öffentliche Räume, Institutionen und der weite Bereich der sozialen Praxis werden differenziert betrachtet und in ihrer Bedeutung für die Entwicklung der evolutionären Betrachtungen gewürdigt. Der umfangreich geratene vierte und letzte Teil der Betrachtung öffnet in fundierter Weise den Blick für die vielfachen Verflechtungen der Evolutionsforschung im engeren Sinne mit einer Vielzahl nicht biologischer Fachrichtungen. Nicht nur im rein wissenschaftlichen bereich werden hier die Einflüsse der Evolutionsforschung auch auf andere Gebiete dargestellt, auch im Blick auf gesellschaftliche, politische und kulturelle Felder zeigen die verschiedenen Autoren Querverbindungen und vernetzte Einflüsse auf, die so manches Überraschungsmoment bereit halten, wo überall sich die Kenntnisse, Theorien und Objekte der Evolutionsforschung niederschlagen und wiederfinden. Bereits das erste Unterkapitel zur Ethik dieses letzten Teils des Buches zeigt die überaus enge Verflechtung evolutionsbiologischer Fragen mit jenen allgemein gesellschaftlichen Interesses auf. Hervorragend versteht es Hans Werner Ingensiep hier, die Ambivalenz des Verhältnisses Ethik und Moral einerseits und Evolution andererseits aufzuzeigen und damit den Forschungsbereich der Sozialbiologie auf wenigen Seiten fundiert vorzustellen und in seinen wesentlichen Thesen furchtbar zu machen. Eine Qualität, hinter der die anderen Autoren der einzelnen Betrachtungen des Buches in keiner Weise zurückstehen. Ebenso informativ wie eindrucksvoll sind auch die weiteren Einlassungen zum Sozialdarwinismus, zu den Verbindungen in Kunst und Film wie auch in der Litaratur. Wie aus den anderen Bänden der Reihe bereits gewohnt ist das Buch logisch und aufbauend strukturier und in der Form für die wissenschaftliche Arbeit hervorragend nutzbar. Die Literaturhinweise am Ende jedes Kapitels und jeder Betrachtung bieten ausreichende Möglichkeiten der vertiefenden Weiterarbeit. Selbstverständlich ist bei einem solchen Kernthema menschlichen Lebens eine absolut umfassende Darlegung und eine in sich abgeschlossene Betrachtung gar nicht möglich, auf dem Weg allerdings, den Status quo der gegenwärtigen Diskussion und ihrer geschichtlichen Herleitung aufzuzeigen setzt der Band durchaus qualitative Standards. Aufgrund der Komplexität, des hohen wissenschaftlichen Anspruches und der vorliegenden wissenschaftliche Form in Sprache und Stil ist dies kein Buch für nebenbei und auch nicht zum einfachen Überfliegen geeignet. Die notwendige Einarbeitungs- und Auswertungszeit aber lohnt sich in vielfacher Form für das Wissen um den aktuellen Stand der Evolutionsdiskussion in breitester Auffächerung.

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