Philipp Seefeldt

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Philipp SeefeldtIda still im Menschenmeer
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Ida still im Menschenmeer
Ida still im Menschenmeer
 (3)
Erschienen am 01.11.2009

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Rezension zu "Ida still im Menschenmeer" von Philipp Seefeldt

Rezension zu "Ida still im Menschenmeer" von Philipp Seefeldt
anette1809vor 8 Jahren

Ein Stadtführer der besonderen Art

Ida wohnt in einer großen Stadt, die jeder kennt. Der Panoramablick über die Stadt von Idas Wohnung aus ganz hoch oben in einem großen Haus, verrät anhand des typischen Fernsehturms sofort wo wir sind: in Berlin.
Zuerst habe ich mich gewundert, dass nicht noch mehr typische Wahrzeichen dieser Stadt auf den doppelseitigen Illustrationen auftauchen, wie der Reichstag und das Brandenburger Tor, bis mir klar wurde, dass ich mich von meiner Erwachsenensichtweise verabschieden muss, um die Stadt so sehen zu können, wie Ida sie sieht. Kindern wird in Idas Stadt nun mal eher das Brückentier auffallen, dass sich über die Spree spannt oder der unterirdische Wurm, mit dem man in Tunneln unter der Stadt fahren kann, und nicht unbedingt eine bekannte touristische Flaniermeile oder die Gedächtniskirche.
Die Assoziationen, die Ida mit Gebäuden und Fahrzeugen in Verbindung bringt, sind wunderbar witzig und anschaulich illustriert. Wenn man sich Philipp Seefeldts Reichtags-Schildkröte betrachtet, fragt man sich, warum man selbst noch nicht darauf gekommen ist, dass die Kuppel des Reichtags wie ein Schildkrötenpanzer aussieht oder das Brandenburger Tor wie ein Maul, dass den ganzen Tag Leute verschlingt und wieder ausspuckt.
Der Titel "Ida still im Menschenmeer" beschreibt die Szene, in der Ida in den großen Bauten am Potsdamer Platz Ozeankreuzer sieht, die durch ein Meer von Menschen segeln.
Eine ganz wichtige Sache lehrt Idas kindliche Sichtweise den Leser: eine Stadt besteht nicht nur aus den Wahrzeichen, die in jedem Reiseführer aufgeführt sind, sondern auch aus ihren Menschen, ihrem Flair und ganz normalen Plätzen und Gebäuden. Ida öffnet denen, die sich eine Stadt im Urlaub nur durch die Linse ihrer Kamera betrachten, die Augen. Danke Ida! Wenn ich das nächste Mal deine Stadt besuche, werde ich auch die Schildkröte und das Maul und das Brückentier sehen und bestimmt noch weitere Sachen entdecken, die in keinem Reiseführer der Welt zu finden sind.

Außer den wunderschönen Illustrationen und den stimmigen Texten, besticht dieses Bilderbuch durch die unterschiedliche graphische Gestaltung der Typografie. Stellenweise sehen die Wörter aus wie nachgemalt, und in einigen Passagen sind Wörter durchgestrichen und durch andere ersetzt worden, als hätte Ida ihren Text nachträglich redigiert.

Ich wünsche mir mehr solche Stadtführer wie Idas kleinen Rundgang durch Berlin, und hoffe, dass dieses außergewöhnliche Buch noch ganz viele kleine und große Leser begeistern wird.

Das Buch von Philipp Seefeldt wurde ganz zu recht mit dem "Meefisch" - Marktheidenfelder Preis für Bilderbuchillustration - ausgezeichnet.

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