Philipp Winkler Hool

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Inhaltsangabe zu „Hool“ von Philipp Winkler

+++ Nominiert für den Deutschen Buchpreis +++

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.

Einen so knallharten, tieftraurigen und todkomischen Debütroman hat es seit Clemens Meyers „Als wir träumten“ in Deutschland nicht mehr gegeben. Thomas Klupp

Winkler schreibt bewegend, kraftvoll und mit feinem Gespür für die Welt der Außenseiter. Denn eigentlich ist Heiko Kolbe ein hoffnungsloser Romantiker und seine Gewalt ein stummer Schrei nach Liebe. Moritz Rinke

Woher kommt die Wut, was tust du, wenn dir nichts geblieben ist? Verzweifelt, knallhart und voller Herz. HOOL leuchtet aus allen Wunden. Lucy Fricke

Ein sehr verstörender Roman - aber gerade deshalb so gut

— Linker_Mops

Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich so mit dem Protagonisten, diesem prügelnden Chaoten mitfühlen könnte! Leider nicht immer packend.

— once-upon-a-time

Ergreifender und doch sehr gewöhnungsbedürftiger Roman

— Cleo15

Das Buch ist hart und derbe, hat mich sehr zum nachdenken angeregt und auch sehr berührt.

— Loooora

Ein tolles Buch über eine Gruppe von Hooligans, was sich auch teilweise auf andere Freundschaften übertragen lässt.

— katha_strophe

Derbe, vulgäre und brutale Sprache - dennoch ist dieses Buch zu empfehlen. Keine Schwarz-Weiß-Malerei der Hooligan-Szene!

— Xirxe

»Hool« ist so ein Buch, dass einen einfach durch seine einfache, authentische Geschichte in seinen Bann schlägt

— JamieRose

Anders, schockierend und sehr interessant. Ein etwas sperriger Roman über den Ehrenkodex einer sozialen Randgruppe. Thematisch top!

— jenvo82

Dieser ungewöhnliche Roman über einen Hooligan steht nicht ohne Grund auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

— Brillenschlange76

Erschreckend echt

— Selmae

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Vermutlich habe ich mir vom Klappentext zu viel versprochen; diese Geschichte hat mich leider nicht überzeugen können.

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  • Philipp Winkler | HOOL

    Hool

    Bookster_HRO

    27. September 2017 um 08:00

    INHALT: Ein Leben ohne Hannover 96 ist für Heiko Kolbe unvorstellbar. Seit frühester Jugend dreht sich alles um seinen geliebten Club. Allerdings geht es seit einigen Jahren kaum noch um den Fußball als solchen. Heiko ist ein Hooligan, der sich regelmäßig zur »Dritten Halbzeit« mit den Fans anderer Mannschaften prügelt – knallhart und ohne Erbarmen, bis das Blut spritzt. Oft sind solche Schlägereien organisierte Treffen mit klaren Regeln. Doch Heiko ist auch außerhalb dieser Fights aggressiv und leicht reizbar. Von seiner Mutter in jungen Jahren verlassen, mit einem alkoholkranken Vater und stets im Schatten der gebildeten, älteren Schwester aufgewachsen, lebt Heiko heute unter allerlei zwielichtigen Gestalten. Er hat ein spärlich möbliertes Zimmer in einem Haus weitab im Wald, wo der Ex-Knacki Arnim illegale Tierkämpfe abhält und gerne auch mal zwei Kampfhunde auf einen Braunbären loslässt. Heiko arbeitet in einem Gym, das von seinem Onkel Axel geleitet wird, einem Szenekenner der ersten Stunde, der die Hool-Treffen organsiert und nebenbei krummen Geschäften mit Bikern, Neo-Nazis und der osteuropäischen Mafia nachgeht. Ein obskurer Freundeskreis also, den Heiko da um sich hat. Doch es gibt auch ein Mädchen, Yvonne, die die Kraft gehabt hätte, Heiko vom Rand der Gesellschaft wegzuzerren. Aber die Beziehung – die einzige in Heikos Leben, die wenigstens ein bisschen Liebe und Geborgenheit versprach – ging in die Brüche und Heiko verbringt so manche Nacht im Auto vor ihrem Haus und weint ihr nach. Als sich Heikos Hool-Freunde nach und nach aus der Szene verabschieden, weil sie berufliche oder familiäre Chancen ergreifen (oder körperlich einfach nicht mehr mithalten können), sieht sich Heiko mehr und mehr im Stich gelassen. Doch was soll man anfangen in einer Welt ohne Liebe und Halt? FORM: Philipp Winkler (*1986) hat mit HOOL eine brettharte Sozialstudie geschrieben, über eine Szene, die sich neutral betrachtet jedem Verständnis entzieht. Die Sätze sind kurz und knackig und von Heikos Gossensprache geprägt. Es gibt Szenen voller bluttriefender Gewalt, und je klarer dem Leser wird, dass sich so etwas ständig irgendwo abspielt, desto authentischer werden sie. Die Kapitel springen unregelmäßig in den Zeiten, beleuchten auf diese Weise die Vergangenheit der Hauptperson und entblättern einen Charakter, dem es im Leben vor allem an einem gefehlt hat: Zuneigung. Über die Jahre abgestumpft und immer auf der Suche nach Anerkennung und Verbundenheit erscheint Heikos sozialer Abstieg vorprogrammiert. Dabei lässt Winkler seinen Antihelden aber nicht gänzlich dumm dastehen. Heiko hat eine gewisse Intelligenz und gesunde moralische Werte – wenn man mal vom Brechen anderer Leute Knochen absieht. Aber er hat auch einen fürchterlichen Dickkopf, eine unbezähmbare Wut und große Angst, alles zu verlieren, was er sich aufgebaut hat – was auch immer das sein möge. Winkler hat damit einen interessanten Charakter geschaffen: nicht gerade ein Sympathieträger, aber vielschichtig und ambivalent. FAZIT: Ich muss zugeben, dass ich zu den Daddys gehöre, die sich nur zur Weltmeisterschaft für Fußball interessieren. Laut Heiko Kolbe bediene ich damit ganz klar eines der vielen Feindbilder (Seite 169) … womit ich aber ganz gut leben kann. Und die Hooliganszene ist von mir so weit entfernt wie das Königreich Tonga. Umso interessanter war die Lektüre dieses bemerkenswerten Debütromans, mit dem es Philipp Winkler 2016 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schaffte. Es ist tatsächlich mal ein Blick in eine für mich völlig unbekannte Welt. Die Recherchearbeit Winklers (der selbst nicht Mitglied der Szene ist) muss gruselig gewesen sein. Dafür hat er meine vollste Hochachtung. Für meinen Geschmack gab etwas zu viele Nebenkriegsschauplätze, und an die Gossensprache musste ich mich auch erst gewöhnen (sie kam mir an vielen Stellen ungeeignet vor), aber alles in Allem ist HOOL ein Roman, den man landläufig wohl solide nennt. Ich vergebe vier Sterne plus Leseempfehlung für Leute, die einen Blick in eine der dunkleren Ecken unserer Gesellschaft wagen wollen. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Rezension zu "Hool"

    Hool

    Linker_Mops

    13. August 2017 um 22:59

    Es ist schwer eine Rezension zu dem Roman "Hool" zu verfassen, da das Buch schwer zu greifen ist. Von seinem Inhalt und seinen Protagonisten - allen voran Heiko. Sein Lebenswandel, seine Gewaltausbrüche, seine Ausreden für sein Versagen - alles Charakterzüge die ihn unsymphatisch machen sollten. Und trotzdem hat er etwas an sich, dass ich ihn gemocht habe.Eine wirkliche Story lässt sich nur schwer greifen. Es ist eine Erzählung über einen jungen Mann, der in der Fußball-Hool-Szene zu Hause ist. Er ist nur glücklich, wenn er auf seinen Gewaltexkursionen ist. Die "Schäden", die im Laufe der Geschichte passieren, scheinen auf ihn nur mäßigen Eindruck zu machen - aber nur auf den ersten Blick. Nach und nach bricht er immer mehr zusammen.Die Geschichte hat mich gepackt, erschüttert, nachdenklich gestimmt - alles Eigenschaften, die ein gutes Buch braucht. Der Autor weiß wie man schreiben muss, um die Leser in seinen Bann zu ziehen.Vier Sterne gibt es aber nur, weil die Geschichte sich eben so schwer packen ließ. Immer wieder hatte ich mich gefragt, worauf der Autor letztendlich hinaus will, was der rote Faden ist. Am Ende hatte man ihn dann, aber bis dahin ist man doch ab und zu geschwommen. Und die Story hat ein offenes Ende, was ich nicht mag.Mein Fazit: Ein gutes Buch, was in einem noch lange nachhallt. Sollte man lesen.

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  • Bestimmt nicht jedermanns Sache

    Hool

    Cleo15

    31. May 2017 um 19:31

    Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Diese Inhaltsangabe hat mich gepackt und auch wegen den guten Bewertungen, habe ich das Buch gelesen. Ich muss sagen, dass ich sehr zwiegespalten bin. Zum einen hat mir die Sprache, in der das Buch fast vollständig geschrieben ist, nicht gefallen. Am Anfang wurde ich sogar regelrecht von den vielen Schimpfwörtern und vulgären Ausdrücken abgeschreckt und wollte das Buch wieder beiseite legen. Doch ich habe durchgehalten und konnte dadurch auch einige Lichtblicke erleben. Charaktere:Heiko ist ein knallharter Schläger, der sich mit Alkohol und Zigaretten durch den Tag rettet. Und mit dem Gedanken an die nächste Schlägerei oder das nächste Fußballspiel. Die meisten Charaktere dieses Buches sind so gestrickt, wobei neben Alkoholsucht auch Drogensucht und illegaler Tierhandel thematisiert wird. Schreibstil:Wie gesagt hat mir der Schreibstil oder besser der Ausdruck nicht gefallen. Ich komme selbst nicht aus der besten Gegend aber das war schon wirklich extrem.Fazit:Der letzte Teil des Buches hat mir ganz gut gefallen, auch weil ich mich inzwischen an die Sprache gewöhnt hatte. Die Änderung der Menschen mitzuverfolgen war nach der ganzen Gewalt sehr beruhigend. Trotzdem kann ich deswegen nicht behaupten, dass mir das Buch gefallen hat. Deswegen vergebe ich 2,5 Sterne.

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  • tolles Debüt!

    Hool

    Loooora

    03. May 2017 um 22:29

    Philipp Winklers Debütroman hat es wirklich in sich. Als ich es beendet habe, musste ich es auch erstmal sacken lassen. Und verdauen. So schnell und flüssig es sich auch lesen lies, zwischendrin mussten auch die Pausen sein, da es mMn einfach so nah am Leben ist, auch wenn man über die Szene, die hier beschrieben wird, absolut keine Ahnung hat. Er beschreibt die Geschichte von Heiko, 27 Jahre, zweimal durch das Abitur gerasselt, arbeitet im Gym seines Onkels und aktiv in der Hooligan-Szene von Hannover 96. Man erfährt viel über sein Leben, seine Familie, mit dem alkoholkranken Vater und vor allem über seine Freunde, die zunächst ebenfalls in der Hooligan-Szene aktiv sind. Einige Matches werden beschrieben, wie das Gefühl ist, wenn sich geschlagen wird. Aber es geht vor allem um das drum herum um die Freundschaft zwischen Heiko, Kai, Jojo und Ulf. Um das Verhältnis zwischen Heiko und seinem Onkel Axel, dem das Gym gehört und der krumme Geschäfte am laufen hat, u.a. auch mit Nazis, was Heiko nicht tolerieren möchte. Und auch das Verhältnis von Heiko und seiner Familie.Und genau darum geht es in dem Buch, man soll schon einen Einblick in die Szene haben, auch mal lesen, wie das Gefühl bei einem Kampf ist. Aber vor allem soll dem Leser nahegelegt werden, dass es oftmals nicht nur den Fußball und die anschließenden Schlägereien geht, sondern um die Freundschaften in der Gruppe.Heiko findet nämlich, der aus schlechten familiären Verhältnissen kommt, in der Gruppe eine zweite und für ihn bessere Familie.Er findet in seinen Freunden, den Zusammenhalt den er braucht und für den er auch einstehen möchte (z.B. als er unbedingt den Kampf gegen Braunschweig ausfechten will, um sich für das "Attentat" auf Kai zu rächen) und er sucht bei seinem Onkel Axel, auch wenn dieser Krumme Dinge dreht, Drogen nimmt, mit den Angels zusammenarbeitet und Nazis toleriert, die Anerkennung, die ihm von seinem Vater her fehlte. Und ich glaube, darauf ist Winkler auch aus, er zeigt dem Leser, das jeder in der Gruppe, egal woher er kommt, aufnimmt und akzeptiert, so lange man ähnliche Werte und Interessen hat. Winkler schreibt hart und schonungslos, manchmal sehr grob in seiner Sprache. Aber gerade dadurch ist er so nah an der Sache dabei. Es ist die "alltägliche" Sprache die genutzt wird, die die Menschen in der Szene auch selber sprechen. Und dadurch wirkt es ehrlich und man kauft ihm die Story einfach ab. Man erhält einfach mal einen Blick in eine Randgruppe, bei der man sonst nur denkt, dass es sich nur um Fußball, Saufen und Schlägereien handelt. Und das es auch bei denen um mehr geht. Um Freundschaft, Loyalität, dass man sich für andere einsetzen möchte (zwar mit fragwürdigen Mitteln, aber immerhin). Streckenweise fand ich die Sache mit Armin übertrieben (vor allem mit dem Tiger), hat aber im Gesamten die Story nicht schlechter gemacht.  Ich bin wirklich beeindruckt und kann verstehen, dass HOOL für den deutschen Buchpreis 2016 nominiert war.  

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    • 3
  • Wenn Fussball und Gewalt der Sinn des Lebens sind

    Hool

    Xirxe

    11. April 2017 um 14:11

    Für den 27jährigen Heiko Kolbe gibt es nur wenig im Leben was ihm wichtig ist, nachdem seine Freundin ihn verlassen hat: Es sind seine Freunde, mit denen er seine Liebe zum Fußball und zur Gewalt teilen kann. Immer wieder treffen sie sich zu Matches mit Gleichgesinnten aus anderen Städten, wo es ausschließlich darum geht, sich gegenseitig zusammenzuschlagen. Den Kick, den sich Andere beim Bungeejumping oder Bergsteigen holen, erhalten diese jungen Männer durch Schlägereien bis auf's Blut, wobei die Gegnerschaft im Fußball der bereits vorhandenen Aggressivität noch einen zusätzlichen Schub verleiht.Nach Niemand ist bei den Kälbern ist dies bereits das zweite Buch in kurzer Zeit, das mir einen Einblick in eine Welt liefert, die bei Hool zwar im wahrsten Sinne des Wortes um die Ecke liegt; doch wovon hier erzählt wird, wirkt so weit entfernt, als wäre von einem anderen Planeten die Rede. Wunstorf, Luthe, Hannover - all diese Orte, in denen Heiko sich aufhält, sind mir gut bekannt. Aber in seinem Leben gehören Alkohol und Drogen ebenso wie Gewalt und Kriminalität zum Alltag. Da werden Anabolika gehandelt, Drogen vertickt und konsumiert, Tierkämpfe mit Wettgeschäften veranstaltet; es wird gesoffen, gekifft und wenn es einem gerade danach ist, einer zusammengeschlagen. Klar weiß ich, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen (oder sowas in der Art) ist und es in unserer Gesellschaft Bereiche gibt, in denen die Uhren anders gehen. Doch was Philipp Winkler hier überzeugend durch seinen Protagonisten erzählen lässt, ist für mich eine völlig fremde Welt, obwohl sie in meiner unmittelbaren Nachbarschaft existiert.Heiko ist kein wirklicher Sympathieträger – wie könnte es bei einem Hooligan auch anders sein? Doch auch wenn seine Sprache vulgär, brutal und derb ist, ist er ebenso wenig der Widerling und die Dumpfbacke schlechthin, wie man vermuten könnte. Er war auf dem Gymnasium (wenn auch ohne Abschluss), machte Zivildienst und lehnt Nazis ab. So wie er seine Ruhe will, lässt er die Anderen in Ruhe und wäre nicht diese ständig schwelende Wut in ihm, der er bei den Matches freien Lauf lässt, könnte er der nette junge Nachbar von gegenüber sein. In Rückblicken, die in die laufende Erzählung immer wieder eingeschoben werden, wird erkennbar, woher diese Wut letzten Endes kommt. Auch der Blick auf Heikos Freunde widerspricht dem Klischee der rechten Schläger. Sie sind ebenfalls keine Nazis: Kai ist ein lebensfroher Student; Jojo ein braver Sohn, der bei seiner Mutter lebt.Es ist ein brutales und grausames Buch ohne Schwarz-Weiß-Malerei, das ungemein realistisch wirkt und gerade im Hinblick auf die aktuellen Diskussionen um das Auseinanderdriften der Gesellschaft ein wichtiger Beitrag sein kann. Ich habe auf jeden Fall einen Einblick in eine Welt erhalten, der mir sonst nicht möglich gewesen wäre. Dafür Danke!

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    • 3
  • Hart und weich, mit Ecken und Kanten - Kein Buch für jeden

    Hool

    Rabenfrau

    28. March 2017 um 16:28

    „Hool“ ist vor allem eines: Anders. Speziell. Hart, mit Ecken und Kanten, die ab und an von weichen, fast schon gefühlvollen Worten und Szenen gelockert werden. Und „Hool“ ist auch etwas anderes: Kein Buch für jeden. Die Stimme die Winkler seinem Hauptcharakter und Erzähler Heiko verleiht ist hart, durchzogen von der typischen Jugendsprache von heute, sozusagen – und genau das, was man erwartet, in einem Roman von und über Hooligans. Es wird nicht mit beleidigenden Aussagen hinter dem Berg gehalten, ganz im Gegenteil. Fast jeder Satz enthält zumindest ein Wort, das vor allem Schöngeistern ein wenig die Haare zu Berge stehen lässt. Und doch ist es die perfekte Sprache für diesen Roman. Heiko ist kein sympathischer Hauptcharakter, niemand, mit dem man sich gänzlich identifizieren könnte, und doch verfolgt man gebannt seine Geschichte. Zweimal durch die Abiturprüfungen gefallen ist das Leben als Hooligan, die Kämpfe, die Matches, die Arbeit in der Muckibude seines Onkels, sein Verein Hannover 96 das einzige, das für Heiko zählt, das ihm wichtig ist, das ihn antreibt. Er träumt davon, seinen Onkel abzulösen, selbst Rädelsführer zu werden, zu leiten und zu lenken, und gemeinsam mit seinen Anhängern in neue, glorreiche Zeiten aufzubrechen. Denn Heiko hat – trotz allen Vorurteilen, die man vor allem dank der Medienberichte gegenüber Hooligangs hat – seine Ideale, verabscheut er doch die rechte Richtung, die sich oft in die Szene einschleust, zutiefst. Aus einer gebrochenen Familie stammend – die Mutter abgehauen, der Vater Trinker mit asiatischer Zweitfrau, die Schwester mit ihrer nach außen hin perfekten kleinen Familie, die aber verzweifelt an der Vergangenheit festklammert, und ihre eigene Familie immer noch kitten möchte – sind seine Freunde der einzige Halt, der sich Heiko bietet. Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein, sozusagen. Ich überlege, was ich sagen könnte. Gottverdammte Scheiße, so was konnte ich noch nie. Kann ich auch heute noch nicht. Meine Gefühle artikulieren […]. Da fällt mir gar nichts mehr ein, mein Hirn blockiert und anstatt, dass irgendetwas Sinnvolles rumkommt, werde ich nur wütend. (Pos. 1005-1007) In seiner harten Schale steckt ein guter Kern. Fairness spielt bei ihm auch bei den Matches eine große Rolle, auch lässt er sich immer wieder von seiner Schwester für versuchte Familienzusammenführungsprojekte gewinnen, obwohl er sich zunächst sträubt. Und auch für Tiere hat er ein Herz. In gewisser Weise. Deutlich wird das in der Abneigung gegen die illegalen Tierkämpfe, die sein Vermieter auf seinem abgelegen Grundstück stattfinden lässt. Und doch hat mir gerade dieser Teil der Geschichte übel aufgestoßen – vor allem am Ende des Romans. Es gibt Momente, in denen möchte man Heiko am liebsten in die richtige Richtung zwingen. Dann gibt es diese kleinen, zarten Augenblicke, in denen man ihn versteht. Tatsächlich versteht. Er klammert sich fest an dem Bekannten, an seinen Freunden, an seiner Vergangenheit, die er zugleich zu seiner Zukunft machen will, ohne in Erwägung zu ziehen, ob seine Freunde Teil dieser Zukunft sein wollen. Heiko hat, wie so viele andere auch, Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Unbekannten. Und doch ist die Zukunft etwas, der er sich nicht entziehen kann, denn die Uhr tickt gnadenlos weiter. Während Heiko sich fast schon den Stillstand erkämpfen möchte, gehen die anderen Charaktere ihrer eigenen Zukunft entgegen. Sie alle haben den einen oder anderen Schicksalsschlag hinter sich, sie alle planen, sie alle finden einen Weg. Ein Weg, der sie fortbringt vom Altbekannten, hin zu neuen Ufern. „Ich fass das nicht“, rede ich in meine hohlen Hände, „ich fass nicht, dass ihr mich auf einmal alle allein lasst.“(Pos. 3859-3860) Winkler gelingt es trotz der harten Sprache, trotz der Attitüde, die Heiko an den Tag legt, einen Roman zu schaffen, in dem es vor versteckten, gefühlvollen und fast schon herzerweichenden Szenen nur so wimmelt. „Hool“ reißt den Leser mit, ob man das nun möchte oder nicht. Entkommen kann man dem Sog dieses Romans kaum. Was er allerdings in einem auslöst, welche Meinung über Heiko, seinen Charakter, sein Umfeld, seine Handlungen, letztendlich die Oberhand gewinnt, das kann man nur schwerlich vorher sagen. „Hool“ ist ein Roman, der bewegt, der aufwühlt und aufregt, der einen Einblick gibt in eine Welt, die vielen von uns nur anhand der Berichterstattung der Medien bekannt ist. Eine Welt, in der es hart und brutal zugeht. Eine Welt, in der gebrochene Menschen Zuflucht finden. In der es neben den hirnlosen Schlägern durchaus Menschen mit Idealen und Herz gibt. „Hool“ rechtfertigt nicht das Tun seiner Namensgeber. Aber „Hool“ öffnet ein klein wenig den Schleier, erlaubt einen kleinen Einblick. Eine Meinung muss sich letztendlich jeder selbst bilden. Und Hannover leuchtet aus tausend Wunden in der Dunkelheit. (Pos. 1275-1276)

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  • What's hate got to do with it?

    Hool

    franzzi

    26. February 2017 um 12:28

    Wer hat nicht schon einmal irgendwo gesessen, etwas über Ausschreitungen vor oder nach Fußballspielen gelesen, über Hooligans, die Busse angreifen und Ultras, die Flaschen auf die Fans der anderen Mannschaft werfen, und sich gedacht: Warum zum Henker machen die das? Und warum zum Henker treffen sich Menschen, um sich gegenseitig richtig auf die Fresse zu hauen und dabei die eigene Gesundheit zu riskieren? Nach dem Lesen von Philipp Winklers "Hool" weiß man das immer noch nicht so richtig, aber man bekommt eine Vorstellung, einen Blick hinter die Kulissen. Winkler erzählt von Heiko, für den Kaputtsein eine prinzipielle Zustandsbeschreibung seiner Selbst und seines Umfelds ist. Alle sind irgendwie kaputt: Seine Familie als Ganzes, sein Alkoholiker-Vater, seine Ex-Freundin, seine Freunde, sein So-ne-Art-Vermieter, der von Tigern im Vorgarten träumt, sein Onkel. Und im Kaputtsein finden viele dieser Figuren aneinander einen Halt, aneinander und an der Zugehörigkeit zur gleichen Hooligan-Gruppe. Gemeinsam kämpfen, füreinander einstehen und einstecken, gegen die anderen zusammenstehen. Das ist Heikos Strohhalm. Seine Clique, die Kämpfe, das Zusammengeschweißtsein. Und alles hängt irgendwie auch am Onkel. Genau der Onkel, der ihn im Fitnessstudio jobben und sich beim Stoffverstecken vor der durchgestochenen Drogenrazzia von Heiko helfen lässt, der ist letztlich der Kontaktpunkt. Der Onkel und der Vater führen Heiko schon als Kind in die Welt von Hannover 96 und die zugehörige Hooligankultur ein.  Sie impfen ihn mit den Begriffen und Gefühlen. Mit der Identifikation für einen Verein, mit der prinzipiellen Ablehnung, ja dem blinden Hass auf andere Vereine und deren Anhänger - vor allem Braunschweig. Wenn die Farben und Fronten geklärt sind, ist eigentlich alles ganz leicht. Es gibt Regeln für die organisierten Schlägereien - eigentlich. Denn die Gewalt findet ihre eigenen Wege und sie fügt ausgerechnet dem Risse zu, das doch von der gemeinsam ausgeteilten und ausgehaltenen Gewalt zusammengehalten wurde: der Clique von Heiko.  Winkler lässt uns sehr nah an seinen Ich-Erzähler und hinter die Fassade des prügelnden und scheinbar eiskalten Hooligans. Er zeigt die Brüche, die Narben, die Sehnsüchte - und das Scheitern. Heikos Weg wird dadurch nachvollziehbarer, verständlicher wird er nur bedingt. Denn es bleibt lebensgefährlich, was die Jungs da tun. Es bleibt oberflächlich, dieses Schwarzweiß-Freund-Feindbild der gewaltbereiten Fußballfanszene. Winkler beeindruckt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mich gleichzeitig in zwei Richtungen so beeindruckt. Es fasziniert und widert zutiefst an. Weil er erzählt, wie es erzählt - und etwas Unfassliches etwas fassbarer macht. 

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    • 4
  • Auf Gedeih und Verderb

    Hool

    jenvo82

    17. February 2017 um 12:30

    „Dann setzte ich ein Pokerface auf, stecke die Hände in die Taschen und gehe los. Hunderte Fragen schießen mir durch den Kopf, prallen von meinen Schädelknochen ab und verkeilen sich ineinander. Was, wenn der mich doch erkennt?“ Inhalt Heiko Kolbe ist ein Hooligan, aber nicht irgendein Mitläufer sondern ein überzeugter Schläger, der sich auf jedes Duell vorbereitet, der körperliche Gewalt verstehen kann und sich mit Häme freut, wenn er die Gegner ausknockt. Aber Heiko sehnt sich auch nach Akzeptanz, nach freundschaftlichen Zusammenhalt und Loyalität. Sein kleines Universum kann man als Außenstehender nur kopfschüttelnd betrachten, doch für Heiko ist es alles, was ihm an Halt geblieben ist, nachdem der Vater zum Alkoholiker verkam und seine Familie auseinanderbrach. Erst als auch seine Freunde, seine engsten Vertrauten, nach und nach der Szene den Rücken kehren, beginnt für Heiko ein Umdenken, doch so leicht, mag er sich nicht trennen vom Kampf an vorderster Front … Meinung Bereits kurz nach Erscheinen dieses Debütromans des jungen, deutschen Nachwuchsautors Philipp Winkler, war mir klar, dass ich dieses Buch unbedingt kennenlernen musste. Schon allein die guten Kritiken der Presse aber auch die Meinungen der Leserschaft sprachen für sich und nun habe ich mir eine eigene Meinung gebildet. Dieser Roman ist eine Wucht, insbesondere was die Sprache und die Derbheit der Gedanken betrifft. Es fesselt, es klärt auf, es polarisiert und wirft Fragen auf, die man sich noch nie gestellt hat. Gerade an Informationsgehalt bietet es eine Menge an Gesprächsstoff, rund um eine soziale Randgruppe, deren Erscheinen in der Öffentlichkeit nur Ablehnung hervorruft und deren Ruf mittlerweile sehr verkommen ist. Der Start in den Roman war für mich kein leichter und auch nach den ersten hundert Seiten empfand ich in erster Linie eine direkte und unmittelbare Abwehrhaltung, die aus der Charakterisierung der Protagonisten, aus ihrer Kommunikation untereinander und ihrem Lebensinhalt resultierte. So fremd und doch so faszinierend beschreibt Philipp Winkler die Interaktion seiner Hools, sensibilisiert für deren Gewaltverherrlichung und zeigt doch im nächsten Augenblick, wie verletzlich und abhängig sie voneinander sind. Gerade dieser Zwiespalt war es, der mich letztlich zu meiner Bewertung veranlasst hat. Denn nach Abschluss der Lektüre, mit der ich mich auf Grund ihrer Sperrigkeit und des sehr derben Schreibstils absolut nicht identifizieren konnte, blicke ich doch interessiert zurück auf Menschen, die anders leben, die dem Alkohol in rauen Mengen zusprechen, die sich Kampfhunde halten und illegale Matches austragen, die Sachbeschädigung nicht scheuen und weder vor anderen noch vor sich selbst zurückschrecken. Und all das wirkt in der Gesamtheit wie ein schlüssiges, in sich ansprechendes Bild eines Menschen, den einfach noch nie jemand portraitiert hat. Fazit Ich vergebe nun 4 Lesesterne, nachdem ich lange nur zu 2 Sternen tendiert habe. Ein Roman, mit dem mich keine Liebe und kein Wohlgefühl verbindet, ein Roman der die Scheuklappen öffnet und Konfrontation sucht und bei dem sich das Durchhalten lohnt, auch wenn viele Dinge ungesagt bleiben und Emotionen nur zwischen den Zeilen zu finden sind. Ich empfehle „Hool“ für alle Interessierten, die nicht alles restlos nachvollziehen möchten, sondern in erster Linie über ihren eigenen Tellerrand blicken möchten. Schön geht anders, aber Anders kann durchaus schön sein.

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    • 10
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte eilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2490
  • Brutal, aber fesselnd

    Hool

    Brillenschlange76

    04. February 2017 um 18:14

    Heiko ist Hannoveraner - oder zumindest gefühlt, seit seine Eltern nach Wunstorf gezogen sind. Sein Verein sind die Roten, Hannover 96, bei denen es sein Freund Joel in die B-Jugendmannschaft geschafft hatte, bevor ein Sportunfall dessen Fußballerkarriere ein Ende setzte. Heiko gehört zu den "Hools", mit denen er die sogenannte dritte Halbzeit von Fußballspielen bestreitet. Dabei geht schon mal der eine oder andere Zahn verloren. Als einer seiner Gegner in seinem Facebook-Profil kenntlich macht, in welcher Kneipe er den Abend verbringen will, fasst Heiko einen folgenschweren Entschluss. Von der Brutalität war ich ebenso schockiert wie von der Geschichte fasziniert. Ein Zitat aus dem Klappentext passt zu meiner Bewertung: "Mit HOOL stellt sich Philipp Winkler in eine große Literaturtradition: denen eine Sprache zu geben, die keine haben." Und das gelingt ihm sehr gut.

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  • Hool von Philipp Winkler

    Hool

    Seehase1977

    16. January 2017 um 19:52

    Zum Inhalt:Heiko Kolbe arbeitet im Fitness-Studio seines Onkels, ein zwiespältiger Laden mit allerlei seltsamen Gestalten. Im Hinterzimmer des Gym wechseln nicht selten diverse Drogen ihre Besitzer. Heiko hat das Abi „geschmissen“, ist Sohn eines Alkoholikers und einer Mutter, die schon lange ihre Familie verlassen hat. Er haust bei einem ehemaligen Ex-Knacki, der sich mit illegalen Hundekämpfen und dubiosen Geschäften über Wasser hält. Leben heißt für Heiko aber etwas ganz anderes, sein Leben beginnt, wenn er sich mit seiner „Familie“ den Jungs von den Hannover Hools bei sogenannten Matches die Seele aus dem Leib prügeln kann. Beim Kampf, Mann gegen Mann.  Erst dann fließt Energie durch seinen Körper, erst dann fühlt er sich geborgen und gebraucht. Doch dann beginnt seine kleine für ihn scheinbare heile Welt auseinander zu brechen….„Hool“ von Philipp Winkler ist keine leichte Kost, wer mit roher Gewalt, Brutalität und derber Sprache nicht gut umgehen kann, sollte gleich die Finger von diesem Buch lassen. Der Einstieg beginnt brutal, die Hannover Hools haben eine Verabredung zu einem Match, irgendwo in einem wenig frequentierten Waldstück. Es fliegen Fäuste, es spritzt Blut, es splittern Zähne. Übrig bleibt Genugtuung, Befriedigung und Schwerelosigkeit, Gefühle die die Schmerzen ausschalten und die die siegreiche Gruppe, allen voran Heiko Kolbe, in absolute Hochstimmung versetzen. Solche Schlägereien sind Heikos Lebensinhalt. Meine ersten Reaktionen waren Verstörung, Ablehnung, Ekel und absolutes Unverständnis. Doch Winkler durchleuchtet das Leben und die Vergangenheit des Protagonisten Heiko Kolbe Schritt für Schritt, Seite um Seite und als Leser beginnt man ansatzweise zu verstehen, warum Heiko ist wie er ist und es kommt durchaus die Vermutung auf, dass tief in ihm eine verwundbare und verletzliche Seele steckt. Nach außen ist er der harte, verrohte Macker, der sein Leben einfach so hinnimmt, weil im alles egal zu sein scheint und dem nur eines wichtig ist, die Jungs, seine selbst gewählte Familie und sicherlich auch Fußball und der Verein Hannover 96 in weitestem Sinne. Doch dann verändert sich Heikos Welt, denn verschiedene einschneidende Ereignisse führen dazu, dass zwei seiner besten Kumpels aussteigen, ein normales Leben führen wollen. Heiko kann mit den Veränderungen und dem Verlust der Kumpels nicht umgehen, alles löst sich in Luft auf, alles wofür es sich zu leben gelohnt hat.Philipp Winkler hat mit „Hool“ einen herausragenden, schonungslosen Roman geschrieben, ein Buch, das den Leser von seinem weichen kuschligen Sofa direkt in die harte Realität befördert. Es hat mich, zugegeben, nicht gleich von der ersten Seite weg gefesselt. Ich musste mich an den Schreibstil und die derbe Sprache erst gewöhnen, obwohl ich diesbezüglich überhaupt nicht zimperlich bin. Wenn man sich aber darauf einlässt, erkennt man die Botschaft, findet die leisen, unter die Haut gehenden Töne. „Hool“ ist voller Gewalt, Brutalität und irgendwie auch Hoffnungs- und Trostlosigkeit. „Hool“ ist schockierend und verstörend und doch auch auf seine Art sehr berührend. Ein Roman der nachwirkt, nachdenklich macht und hinterfragt werden möchte. Definitiv gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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  • Super Debütroman trotz anfänglicher Schwierigkeiten

    Hool

    amacky

    13. January 2017 um 16:00

    Als ich einen Bericht über die 10 besten Bücher 2016 gelesen und dabei "Hool" entdeckt habe, war mein Interesse sofort geweckt. Das mag auch daran liegen, dass ich ein großer Fan der Filme "Hooligan" und "The Football Factory" bin. Ich finde es einfach unglaublich interessant und spannend zu sehen, was hinter solchen Menschen steckt. Was sie dazu bewegt hat, das zu tun, was sie eben tun. Und dann war auch schnell klar, dass ich das Buch lesen muss. Mit dem Schreibstil hab ich mich anfangs ziemlich schwer getan, da der Autor sehr umgangssprachlich schreibt und man sich erst einmal darauf einstellen muss. Aber mit der Zeit wurde es immer leichter und irgendwann half es sogar dabei, sich besser ins Geschehen einzufühlen. Man fühlte sich viel mehr mit den Protagonisten verbunden; hatte sogar teilweise das Gefühl zu der Gruppe dazu zu gehören. Was ich auch als etwas schwierig empfand war die Tatsache, dass es in der Story keine Kapitel gibt. Sondern verschiedene Handlungsstränge aus verschiedenen Zeiten nur durch Absätze getrennt sind. Oft wusste man dann nicht gleich, ob man jetzt in der Vergangenheit oder in der Gegenwart ist. Aber auch das gibt sich mit der Zeit. Vom Inhalt muss ich sagen, dass ich auch hier eine Weile brauchte, bis es mich zu 100% packte. Man bekommt einen Einblick in Heikos Leben, seine Familienverhältnisse aber auch sein Dasein als Hooligan. Trotzdem kam mir gerade der letzte Aspekt zu kurz. Ich hatte da doch mehr Gewalt und mehr aus dieser Szene erwartet. Aber ab der Hälfte des Buches hat es mich richtig gepackt, sodass ich den Rest in einem Rutsch gelesen hab. Ich konnte mich plötzlich super in Heiko einfühlen. Ich konnte verstehen, warum er diese Szene als seine selbst gewählte Familie betrachtete. Die ganze Geschichte war so unglaublich realistisch und ich bin mir sicher, dass es genau solche Schicksale auch im echten Leben oft gibt. Ich war oft geschockt und erschrocken über die Geschehnisse in Heikos Umfeld. Ich hatte Mitleid und Verständnis mit ihm und konnte seine Gefühle und Handlungen voll und ganz nachvollziehen. Das Ende fand ich an sich etwas zu kurz und hätte es mir doch etwas ausführlicher gewünscht. Aber die Idee des Autors es so enden zu lassen, war fast "süß". Für mich ein absolut gelungener Debütroman, der zwar einige kleine Schwächen hat, aber mir trotzdem viel Freude bereitete.

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  • Rezension zu "Hool"

    Hool

    lisibooks

    09. January 2017 um 19:50

    Heiko ist ein ganz harter Kerl. Ein waschechter Hooligan. Zusammen mit seinen Kumpels macht er die Spiele seiner Mannschaft "Hannover 96" unsicher und sorgt dafür, dass alle Gleichgesinnten wissen, wer die besten Fans wissen. Neben seinen Freunden hat er aber auch noch seine Familie, die er sich freiwillig wohl nie ausgesucht hätte, um sich. Ohne das Prädikat "Nominiert für den Deutschen Buchpreis" hätte ich zugegebenerweise nicht zu diesem Roman gegriffen - und so viel verpasst! Fußball im Allgemeinen und die Hooliganszene im Besonderen interessieren mich nicht im Geringsten. Das führt aber auch dazu, dass ich mich mit dem Thema noch nie befasst habe, geschweige den darüber nachgedacht habe, wie denn ein Hooligan so tickt. Genau das erfährt man in "Hool". Heiko erzählt von sich und seinem Leben. In sehr umgangssprachlicher Form. Und in ihm steckt mehr, als man auf den ersten Blick erwartet. Auch wenn ich eine so harte Gewalt, wie sie hier schonungslos beschrieben wird, verachte, so hat heiko aber auch seine sympathsichen Seiten. Für seine Freunde und Familie ist er da und verteidigt sie mit allen Mitteln. Ein kleiner Wink dafür, dass man nicht so viele Vorurteile haben sollte und hinter die Fassade von Menschen blicken sollte. Der Roman ist neben aller Gewalt aber auch einfach urkomisch und teilweise sehr übertrieben, aber im positiven Sinne. Es gibt die merkwürdigsten Gestalten und der Leser darf sie alle kennenlernen. Ein bisschen hat mich der Roman an "Auerhaus" erinnert, welches ich genau wie "Hool" gerne weiterempfehle.

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  • hart, härter, Hool

    Hool

    Gruenente

    07. January 2017 um 12:36

    Heiko ist Mitte 20 und vollkommen perspektivlos. Er ist zweimal durchs Abi gerasselt, jobbt im Fitnessstudio des Onkels und haust auf der Kampfhundefarm eines Bekannten. Sein Leben spielt sich in einer Gruppe von Hooligans ab. Sie sind alle Fans von Hannover 96 und treffen sich mit anderen Hooligan-Gruppen zum Rudelprügeln. Diese illegalen Kämpfe werden ausgerichtet und durchgeführt wie Sportveranstaltungen. Es gibt Planungen, Film- und Fotobeweise Ranglisten, Kleiderordnungen... Dem Autor (und den Hooligans) ist auch die Unterscheidung zwischen Hool, Ultra und Fan wichtig. Man darf nicht alles in einen Topf werfen. Heiko und seine Freunde bewegen sich schon lange in diesem Kreis. Doch seine Freunde haben inzwischen alle etwas gefunden, was inzwischen einen größeren Platz im Leben einnimmt. Nur für Heiko ist es immer noch der Lebensmittelpunkt. Es gibt natürlich eine Eskalation, alles geht auf einen brutalen Höhepunkt zu. Winkler hat vor allem mit der Sprache gespielt. Sie ist dem Umfeld angemessen, ich habe viele neue Wörter gelernt. Ich habe auch erfahren, wie es in einem solchen Schläger aussehen könnte. Ein Roman über eine recht unbekannte Szene, da sie sich im geheimen abspielt. Ein Roman über Aufbruch, Zusammenbruch, Hoffnung, Tod, Leben, Blut und einen jungen Mann, der nicht mehr weiß wo er hingehört.

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  • Holligan für immer?

    Hool

    Sassenach123

    05. January 2017 um 16:10

    Heiko Kolbe lebt für seine Freunde, Kai, Ulf und JoJo, den Hannoveraner Hooligans. Er arbeitet im Gym seines Onkels, der auch die Fäden bei den Hools in der Hand hält. Nur bei den Matches fühlt Heiko sich als ganzer Mensch, er wird von Vorfreude gepackt und geht im Kampfgetümmel regelrecht auf. Seine Familie ist zerrüttet, der Vater Trinker, die Mutter vor vielen Jahren abgehauen. Manuela, seine Schwester hat den Absprung geschafft, leidet aber trotzdem unter dem fehlenden Familienzusammenhalt.Normalität und Geborgenheit kennt Heiko nicht. Er kann seine Gefühle nicht zum Ausdruck bringen, da er dies nie vorgelebt bekommen hat. Sein Lebensinhalt beschränkt sich auf die Arbeit im Gym und den geplanten Matches. Die Beziehung zur Morphiumsüchtigen Krankenschwester Yvonne ging in die Brüche, aber Heiko scheint keine Absicht zu haben dies zu ändern. Da er zu Hause nicht mehr bleiben wollte, lebt er nun schon längere Zeit bei Arnim. Dieser lässt ihn umsonst bei sich wohnen, mit der Auflage seine Tiere zu versorgen, wenn er unterwegs ist. Arnim hält sich Kampfhunde und einen Geier, um Kämpfe auszutragen und verdient so illegal sein Geld. Heiko scheint dies alles Schnuppe zu sein, wie so ziemlich alles andere auch. Philipp Winkler hat mit Hool einen sehr authentischen und interessanten Roman geschaffen. Er ließ mich in eine Welt eintauchen, die ich nur durch Berichte aus dem Fernsehen ansatzweise kenne. Er räumt auf mit einigen Vorurteilen, die aus Hooligans oft auch gleichzeitig Nazis machen. Zum einen zog er mir mit seinen brutalen Schilderungen den Boden unter den Füßen weg, zum anderen keimte auch Hoffnung in mir auf. Denn bei vielen ist es nur eine Phase, und die normalen Dinge nehmen irgendwann wieder einen Platz im Leben desjenigen ein. Winkler hat mir eine Tür in eine Welt geöffnet, die ich nicht betreten möchte, aber es war sehr interessant für eine kurze Zeit vom heimeligen Sofa aus, daran teilzuhaben. Durch die Erzählperspektive in der Ichform und die angepasste Ausdrucksweise bekam ich das Gefühl, das Heikos Leben neben mir abgespult wird. Einige Sprüche Sind sehr derb, passen aber absolut zu dem was Heiko Kolbe darstellt. Winkler deutet nur wenig direkt an, der Leser muss sich Informationen erarbeiten, aber dies erhöhte den Reiz der Geschichte. Ich musste am Ball bleiben, damit die meisten Teile an ihren Platz rücken konnten. Am Ende des Buches lässt der Autor dem Leser sehr viel Raum für eigene Interpretationen. Es ist wie im wahren Leben, dort gibt es auch keinen Leitfaden der auf jede Frage eine Antwort parat hält. Hool hat mich vollends überzeugen können. Dieser Roman ist etwas anderes, wirkt anfangs etwas gewagt, mutiert aber zu einer sehr tiefgründigen Geschichte, die ich zu Beginn so nicht erwartet hätte.

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