Allmählich sterben die Zeitzeugen des Nationalsozialismus aus. So ist auch Philipp von Boeselager, der letzte Überlebende der Hitler-Attentäter, schon 2008 gestorben. Zum Glück hat er vorher noch seine Erinnerungen aufgeschrieben.
Philipp von Boeselager war Sproß einer rheinisch-katholischen Adelsfamilie. Von klein auf gehörte die Jagd zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, das war damals in diesen Kreisen so üblich. Ebenfalls üblich war es, die Offizierskarriere zu ergreifen.
Die Familie war also durchaus militaristisch, dem Nationalsozialismus gegenüber aber zurückhaltend eingestellt. Standesdünkel mögen da eine Rolle gespielt haben, vor allem aber ein ehrlicher Humanismus und eine tiefe Gläubigkeit.
Philipp von Boeselager wurde 1941 an die Ostfront eingesetzt und bekam dort erstmals einen Eindruck davon, welche Verbrechen gegenüber den Juden begangen wurden. Zusammen mit seinem älteren Bruder Georg, ebenfalls Offizier, schloss er sich dem Widerstand um Henning von Tresckow an.
Die geplanten Attentatsversuche auf Hitler schlugen jedoch alle fehl. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 überlebte Philipp von Boeselager nur deshalb, weil er eher am Rande der Gruppe agierte und weil seine Kameraden ihn nicht verrieten.
Boeselagers Erinnerungen lassen die Kriegseinsätze und die Hintergründe der Attentate lebendig werden und sind somit ein eindrucksvolles und persönliches Zeugnis der damaligen Zeit. Dabei ist das Buch auch sehr gut und spannend lesbar.
Rezension zu "Wir wollten Hitler töten" von Philipp von Boeselager


